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Arianrhod

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Arianrhod [ar'janáč›od], Ă€ltere Namensversion Aranrod, ist eine Figur in der keltischen Mythologie von Wales. Sie ist eine Tochter der Don und Mutter des Llew Llaw Gyffes sowie des Dylan Eil Ton. Ihre BrĂŒder oder Vettern sind Gilfaethwy und Gwydyon. Es wird vermutet, dass sie auf eine alte keltische Gottheit zurĂŒckzufĂŒhren ist. Ihr Spinnrad (oder auch ihr Schloss) soll Caer Arianrhod, die Nördliche Krone sein. Caer Arianrhod wird aber auch in Arfon lokalisiert, und zwar als der Felsen Trega'r Anthrag gegenĂŒber Dinas Dinlleu, einer eisenzeitlichen HĂŒgelburg einige Kilometer sĂŒdlich von Caernarfon.[1]

Nach dem vierten Zweig des Mabinogi, Math fab Mathonwy („Math, der Sohn Mathonwys“)[2], lebt Arianrhod am Hofe ihres Onkels Math, des Königs von Gwynedd. Dessen FĂŒĂŸe mussten stets im Schoß einer Jungfrau ruhen, außer er zog in den Krieg. Als nun Goewin, die Jungfrau, die ihm gewöhnlich diesen Dienst erwies, durch einen Trick von Maths Neffen Gwydion durch Gilfaethwy vergewaltigt wird, soll Arianrhod deren Platz einnehmen.

Das MĂ€dchen kam herein. „MĂ€dchen“, sprach er [Math], „bist du eine Jungfrau?“ „Ich wĂŒĂŸte nicht, dass ich keine wĂ€re.“ Da nahm er die Zauberrute und bog sie. „Tu einen Schritt darĂŒber“, sprach er, „und wenn du eine Jungfrau bist, werde ich es erkennen.“[3]

Arianrhod befolgt den Befehl, aber im selben Moment gebiert sie Dylan und Llew und flĂŒchtet augenblicklich, ihre Kinder zurĂŒcklassend.

Dylan verschwindet im Meer, wĂ€hrend Llew von Gwydion erzogen und ausgebildet wird. Aus Rache ĂŒber ihre Blamage gibt Arianrhod Llew drei gessi (Tabus, Verbote), nĂ€mlich dass nur sie ihm einen Namen und Waffen geben und dass er niemals eine irdische Frau haben dĂŒrfe. Durch List gelingt es Gwydion, ihr einen Namen fĂŒr ihren Sohn herauszulocken und ihm aus ihrer Hand Waffen zu verschaffen. Doch von der dritten geis will sie nicht ablassen.

„Nun“, sprach der [Gwydion], „du warst schon immer eine böse Frau, und niemand sollte dich unterstĂŒtzen. Doch soll er gleichwohl eine Frau bekommen.“[4]

Gemeinsam mit Math zaubert er aus BlĂŒtenblĂ€ttern eine Frau fĂŒr Llew, nĂ€mlich Blodeuwedd, so dass Arianrhod auch hier das Nachsehen hat.

Bei einigen mittelalterlichen Dichtern sind Hinweise auf Arianrhod zu finden, die vermuten lassen, sie sei auch in anderen Sagen prÀsent gewesen.[5]

In den Trioedd Ynys Prydein („Triaden der Insel Britannien“) wird sie als Tochter von König Beli Mawr genannt.[6]

Etymologische Herkunft und Bedeutung

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Arianrhod wird manchmal als „Silbernes Rad“ (Arganto Rota, zu kymrisch arian, „Silber“ und rhod, irisch roth, beides „Rad“) ĂŒbersetzt, obwohl der erste Namensteil von einigen Übersetzern als nicht gesichert gesehen wird. Manche Keltologen sehen in ihr eine Mondgottheit, der Mond ist bei den Kelten aber ĂŒblicherweise mĂ€nnlichen Geschlechts, so dass dies eher unwahrscheinlich ist. Auch stellt das Rad stets ein Sonnensymbol dar.[7] Eine sprachliche Verwandtschaft mit inschriftlich bezeugten, spĂ€tantiken keltischen Gottheiten wie Argenta und Rotona ist jedoch nicht völlig von der Hand zu weisen. In der irischen Sage entspricht ihr in der Funktion als Mutter des "Sonnengottes" ungefĂ€hr die Gestalt der Ethniu.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. S. 144, Anm. 83,15, S. 146, Anm. 85,28.
  2. ↑ Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. S. 72 ff.
  3. ↑ Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. S. 82.
  4. ↑ Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. S. 87.
  5. ↑ Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 24.
  6. ↑ Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. S. 143, Anm. 82,1.
  7. ↑ Der Mond ist auf Grund des keltischen Geschlechtsdimorphismus bei Gottheiten mĂ€nnlich im Gegensatz zur Sonne gedacht, siehe irisch lĂșan, Ă©isce (masc.), aber kymrisch lleuad, lloer (fem.); Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 577, 581.