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Burg Sydow

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Burg Sydow
Staat Deutschland
Ort Seyda
Entstehungszeit wahrscheinlich im 12. Jh.
Burgentyp Niederungsburg
Erhaltungszustand Burgstall
Geographische Lage 51° 53â€Č N, 12° 54â€Č OKoordinaten: 51° 52â€Č 58,4″ N, 12° 54â€Č 13,5″ O
Burg Sydow (Sachsen-Anhalt)
Burg Sydow (Sachsen-Anhalt)

Die Burg Sydow oder Burg Seyda, auch Schloss Seyda war ein mittelalterliches Verteidigungswerk in Seyda, Landkreis Wittenberg. Die Burg wurde Ende des 16. Jahrhunderts abgetragen. Die Baustoffe der Burg diente fĂŒr die Errichtung des Amtshauses Seyda und des Jagdschlosses GlĂŒcksburg.

Im Rahmen der Ostkolonisation wurde zur Sicherung der deutschen Siedler in Seyda ein Burgward gebildet. Die Festungsanlagen östlich der Elbe wurden meistens in der NĂ€he von schon bestehenden slawischen Hauptorten angelegt. Die Anwohner der Burg sollten in Notzeiten Schutz und Zuflucht darin finden. Weiterhin diente die Burg als Sammelplatz fĂŒr die zu leistenden Abgaben.

An einer erhöhten Stelle, der heutigen Burgstraße (bis 2010 Bergstraße) inmitten eines damals sumpfigen Gebietes wurde die Burg errichtet. Um diese ließen sich dann – mehr zufĂ€llig und ungeplant – die ersten deutschen Ansiedler nieder, womit der Ort Seyda entstand. Scherbenfunde belegen allerdings, dass es anstelle dieser Burg zuvor bereits eine slawische Befestigungsanlage gegeben hat.

Der Heimatforscher Oskar Brachwitz schrieb zur Erscheinung und den Ausmaßen dieser Burg:

„Die deutsche Ritterburg wurde natĂŒrlich stark befestigt. Bot das SumpfgelĂ€nde im Norden und Westen an und fĂŒr sich hinreichend Schutz, so wurde die Burg doch mit doppelten GrĂ€ben umgeben. Die GrĂ€ben waren zwölf Meter breit und fĂŒnfzehn Meter voneinander entfernt. Von dem Ă€ußeren Graben ist heute noch ein Rest erhalten, er ist als Burggraben allgemein bekannt. ... Auch ein Teich, „Heller“ genannt, lag in der NĂ€he des Grabens, wahrscheinlich zur Ansammlung von Wasser.

Die ZugbrĂŒcke befand sich am heutigen Aufgang zum Berg. Rechter Hand erhob sich dicht am inneren Graben der Burgturm, der in Verbindung mit einem Torhaus den Zugang sicherte. Die Burg war mit einer starken Mauer aus Feldsteinen umgeben. Innerhalb der Mauern waren Wohn- und StallgebĂ€ude errichtet, auch eine Burgkapelle muss vorhanden gewesen sein“

– Oskar Brachwitz

Erste Herren der Burg waren die Schenken von Landsberg. Sie erwarben die Burg mit der Ansiedlung erstmals im Jahre 1235. Ihr hiesiger Zweig nannte sich daraufhin Schenken von Sydow (Syden). Die Besiedelung Seydas kann frĂŒhestens seit 1268 urkundlich nachgewiesen werden. Im 13. Jahrhundert kam die Herrschaft als Heiratsgut an Hermann von Werthere. Nach dem Aussterben dieser Linie fiel die Herrschaft 1366 an den Lehnsherrn, den sĂ€chsischen KurfĂŒrsten Rudolph II. SpĂ€ter wurde die Herrschaft Sydow, einer Urkunde nach, wieder den Schenken von Landsberg verliehen. Nach der Neuinbesitznahme der Burg Seyda nannte sich die Familie der Schenken von Landsberg auch die „Schenken von Syden“.

Das Aussehen der Burg Sydow verĂ€nderte sich im Verlaufe der Jahrhunderte. So wurden nur die GebĂ€ude instand gehalten, wĂ€hrend die Verteidigungsanlagen verfielen. Die Anlage wurde daher ab 1500 als Schloss Seyda bezeichnet. Neben der Wohnung des Schössers enthielt die Burg damals noch einige RĂ€ume fĂŒr FĂŒrstenbesuche. In der Folge wurde es eines der drei Witwensitze, der KurfĂŒrstin Anna von Sachsen, die in der Lichtenburg wohnte. Anfang des 16. Jahrhunderts verfiel das alte Schloss mehr und mehr. KurfĂŒrst August von Sachsen ließ die baufĂ€llige alte Burg ab 1573 vollstĂ€ndig abtragen und zwischen dem Dorf MĂŒgeln und Zellendorf ein neues kurfĂŒrstliches Lust- und Jagdhaus errichten, das Jagdschloss GlĂŒcksburg.

Ein Teil des Baumaterials wurde auch verwandt, um das Amtshaus Seyda und die umliegenden Gehöfte zu bauen, nachdem die WohnverhĂ€ltnisse auf dem Schloss immer ungĂŒnstiger geworden waren, und der damalige Amtmann vom KurfĂŒrsten Christian II. die Genehmigung, sich ein geeignetes Wohnhaus mit Verwaltungsfunktion bauen zu dĂŒrfen erbeten hatte.[1] Das Amtshaus, das im Jahre 1605 errichtet wurde, ist heute das Ă€lteste GebĂ€ude in Seyda. Es steht an der Stelle der ehemaligen Vorburg. An der Stelle der eigentlichen Burg wurden sechs BĂŒrgerhĂ€user errichtet.

  • BĂ€rbel Schiepel: Seyda und Umgebung. Ein Spaziergang durch die Vergangenheit, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-303-6
  • BĂ€rbel Schiepel: Seyda und Umgebung – Heimatgeschichte(n), Unze und Druckgesellschaft Potsdam mbH, Teltow 2001

Einzelnachweise

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  1. ↑ BĂ€rbel Schiepel: Seyda und Umgebung – Heimatgeschichte(n), S. 15