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Camera silens

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Bei der Camera silens (lat. „schweigender Raum“, fĂ€lschlich auch Camera Silence genannt) handelt es sich um einen vollstĂ€ndig dunklen und schallisolierten Raum. Ein lĂ€ngerer Aufenthalt dort kann zu Halluzinationen und anderen BeeintrĂ€chtigungen der WahrnehmungsfĂ€higkeit fĂŒhren. Selbst in der heutigen Zeit ist es schwer nachzuweisen, ob jemand auf diese Art gefoltert wurde, da diese Art der Folter keine sichtbaren Spuren hinterlĂ€sst und daher zu den weißen Foltermethoden gehört.[1]

Aus experimentalpsychologischen Untersuchungen weiß man mit Gewissheit, dass solche Bedingungen in kĂŒrzester Zeit Menschen physisch und psychisch zerrĂŒtten können. Physisch tritt eine allmĂ€hliche Zerstörung der sogenannten vegetativen Funktionen ein, was sich unter anderem in krankhaften VerĂ€nderungen bezĂŒglich des Schlaf-, Nahrungsaufnahme- und UrinierbedĂŒrfnisses wie auch in Kopfschmerzen oder Gewichtsverlust auswirkt. Psychisch kommt es zu emotionaler InstabilitĂ€t, in kurzer Zeit unter anderem auch zu zeitlicher und rĂ€umlicher Desorientierung, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedankenflucht und schlechtem Erinnerungsvermögen sowie Sprach- und VerstĂ€ndnisdefiziten.[2]

In manchen Filmen (z. B. Das Experiment) wird die Camera silens als Black Box dargestellt, die neben absolutem Schall- und Lichtmangel auch Bewegungsmangel herbeifĂŒhrt, was die Gefolterten noch eher zum Wahnsinn treibt.

  • Von Nicola Kessler, Martin Walser, Helmut H. Koch: Schreiben, um zu ĂŒberleben: Studien zur Gefangenenliteratur. Forum-Verlag Godesberg, Mönchengladbach 2001, ISBN 3-930982-78-1.
  • Detlev Ipsen: Ort und Landschaft. VS Verlag fĂŒr Sozialwiss., Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15102-9, S. 24.
  • Hartwig Hansen: Reizentzug und GehirnwĂ€sche in der BRD. 2. Auflage. LibertĂ€re Assoziation, Hamburg 1985, ISBN 3-922611-26-5.
  • Hans-Peter Schwarz: Media-Art-History: Media Museum : Zkm – Center for Art and Media Karlsruhe. Prestel, ISBN 3-7913-1878-0.
  • Freiheit fĂŒr welche Gefangenen? In: Der Spiegel. Nr. 3, 1974, S. 56 (online).

Einzelnachweise

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  1. ↑ deutschland-im-mittelalter.de
  2. ↑ labourhistory.net: Der Tod Ulrike Meinhofs. Bericht der Internationalen Untersuchungskommission (Memento vom 20. MĂ€rz 2012 im Internet Archive; PDF; 2,75 MB, S. 11 f.) TĂŒbingen: iva, 1979, ISBN 3-88266-012-0; Neuauflage: MĂŒnster: Unrast, 2001, ISBN 3-89771-952-5