Camera silens
Bei der Camera silens (lat. âschweigender Raumâ, fĂ€lschlich auch Camera Silence genannt) handelt es sich um einen vollstĂ€ndig dunklen und schallisolierten Raum. Ein lĂ€ngerer Aufenthalt dort kann zu Halluzinationen und anderen BeeintrĂ€chtigungen der WahrnehmungsfĂ€higkeit fĂŒhren. Selbst in der heutigen Zeit ist es schwer nachzuweisen, ob jemand auf diese Art gefoltert wurde, da diese Art der Folter keine sichtbaren Spuren hinterlĂ€sst und daher zu den weiĂen Foltermethoden gehört.[1]
Aus experimentalpsychologischen Untersuchungen weiĂ man mit Gewissheit, dass solche Bedingungen in kĂŒrzester Zeit Menschen physisch und psychisch zerrĂŒtten können. Physisch tritt eine allmĂ€hliche Zerstörung der sogenannten vegetativen Funktionen ein, was sich unter anderem in krankhaften VerĂ€nderungen bezĂŒglich des Schlaf-, Nahrungsaufnahme- und UrinierbedĂŒrfnisses wie auch in Kopfschmerzen oder Gewichtsverlust auswirkt. Psychisch kommt es zu emotionaler InstabilitĂ€t, in kurzer Zeit unter anderem auch zu zeitlicher und rĂ€umlicher Desorientierung, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedankenflucht und schlechtem Erinnerungsvermögen sowie Sprach- und VerstĂ€ndnisdefiziten.[2]
In manchen Filmen (z. B. Das Experiment) wird die Camera silens als Black Box dargestellt, die neben absolutem Schall- und Lichtmangel auch Bewegungsmangel herbeifĂŒhrt, was die Gefolterten noch eher zum Wahnsinn treibt.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Von Nicola Kessler, Martin Walser, Helmut H. Koch: Schreiben, um zu ĂŒberleben: Studien zur Gefangenenliteratur. Forum-Verlag Godesberg, Mönchengladbach 2001, ISBN 3-930982-78-1.
- Detlev Ipsen: Ort und Landschaft. VS Verlag fĂŒr Sozialwiss., Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15102-9, S. 24.
- Hartwig Hansen: Reizentzug und GehirnwÀsche in der BRD. 2. Auflage. LibertÀre Assoziation, Hamburg 1985, ISBN 3-922611-26-5.
- Hans-Peter Schwarz: Media-Art-History: Media Museum : Zkm â Center for Art and Media Karlsruhe. Prestel, ISBN 3-7913-1878-0.
- Freiheit fĂŒr welche Gefangenen? In: Der Spiegel. Nr. 3, 1974, S. 56 (online).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Camera Silens: Das Phantasma der âVernichtungshaftâ (PDF; 113Â kB) â Artikel von Gerd Koenen, bei gerd-koenen.de, hrsg. von Wolfgang Kraushaar, Hamburg 2006, Bd. 2 S. 994â1010 (PDF-Datei; 113Â kB)
- Missbrauch der Hypnose und anderer Trancetechniken ( vom 11. Dezember 2008 im Internet Archive) â Artikel von Hans Ulrich Gresch (PDF 4,8Â MB ( vom 11. Dezember 2008 im Internet Archive)) beim Internet Archive
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â deutschland-im-mittelalter.de
- â labourhistory.net: Der Tod Ulrike Meinhofs. Bericht der Internationalen Untersuchungskommission ( vom 20. MĂ€rz 2012 im Internet Archive; PDF; 2,75Â MB, S. 11 f.) TĂŒbingen: iva, 1979, ISBN 3-88266-012-0; Neuauflage: MĂŒnster: Unrast, 2001, ISBN 3-89771-952-5