Zum Inhalt springen

Carl AltmĂŒller

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Sammlung deutscher Lieder, Kassel/Göttingen 1867 (Titelseite)

Carl AltmĂŒller (* 1. Januar 1833 in Hersfeld; † 23. September 1880 in Kassel) war ein deutscher Bibliothekar, Archivar und Autor.

AltmĂŒller war der Sohn eines Geistlichen, der als Pfarrer in Hersfeld und spĂ€ter als Metropolitan in Melsungen tĂ€tig war. Er besuchte das Friedrichsgymnasium in Kassel. Anschließend studierte er zunĂ€chst Medizin, danach Jura, Philosophie und Literatur in Marburg, Berlin und MĂŒnchen. 1857 wurde er zum Dr. jur. promoviert. 1859 und 1860 gab er in Kassel die literarische Wochenzeitschrift Der Telegraph heraus. Kurzzeitig war er als Kaufmann in Leipzig tĂ€tig, bevor er seinen juristischen Vorbereitungsdienst am Obergericht Kassel leistete.

AltmĂŒller war VolontĂ€r bei der Leipziger Agentur F.C. Gottlieb, arbeitete als Schriftleiter und publizierte ab 1861 als Theaterkritiker und Kulturjournalist in Kassel. Nach den Preußischen Annexionen fand er Anstellung im Staatsdienst und war von 1866 bis 1871 fĂŒr das hessische bzw. preußische Staatsarchiv Kassel (ab 1870 Marburg) als ArchivsekretĂ€r tĂ€tig. Von 1871 bis 1880 war er 1. Bibliothekar und Vorstand der Murhardschen Bibliothek in Kassel.

Daneben arbeitete AltmĂŒller als Dramaturg am Hoftheater Kassel. Auch verfasste er Gedichte, Novellen und ErzĂ€hlungen mit autobiografischem Bezug. Bekanntheit erlangte sein Hessenlied („Ich weiss ein teuerwertes Land“). 1868 ĂŒbersetzte er Robinson Crusoe ins Deutsche.

In der Nacht vom 22. zum 23. September 1880 starb AltmĂŒller im Alter von 47 Jahren unerwartet an einem Herzinfarkt. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Kassel.[1]

Commons: Carl AltmĂŒller – Sammlung von Bildern
Wikisource: Carl AltmĂŒller – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Joachim Diefenbach u. a. (Bearb.): Stadtgeschichte in Lebensgeschichten – Die EhrengrĂ€ber der Stadt Kassel: Biografien – PortrĂ€ts – GrabstĂ€tten. Stiftung Zentralinstitut und Museum fĂŒr Sepulkralkultur, Kassel 2013, ISBN 978-3-924447-52-6, S. 34f.