Christin Freitag
Christin Freitag (* 15. Mai 1984 in GrevesmĂŒhlen)[1] ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin von Spiel- und Dokumentarfilmen.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christin Freitag wurde an der Ostsee geboren und wuchs dort auf. WÀhrend ihrer Schulzeit drehte sie ihre ersten Kurzfilme und arbeitete als freie Journalistin und Fotografin bei der Ostsee-Zeitung. Nach ihrem Abitur 2003 arbeitete sie in Berlin als Regie- und Produktionsassistentin und studierte Theaterwissenschaften an der Freien UniversitÀt Berlin.[2]
Freitag ist Absolventin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.[3] Dort studierte sie ab 2008 Filmregie. Ihre fiktionalen und ihre dokumentarischen Arbeiten wurden mehrfach auf Festivals ausgezeichnet.[4]
2012 gewann sie mit ihrem ersten Dokumentarfilm FEIERTAGE den Deutschen Kurzfilmpreis â die LOLA in Gold.[5] Der Film portrĂ€tiert ihre GroĂeltern und erzĂ€hlt von den stoischen, humorvollen Eigenarten des Alters.[6] Die Jury begrĂŒndete die Auszeichnung wie folgt:
âDer Film fĂ€ngt wie nebenbei und mit leisem Humor viele Nuancen ein, die aus dieser Miniatur etwas viel GröĂeres machen: einen Film ĂŒber das Alter, das Zusammenleben, Familie, Heimat. Uns hat beeindruckt, dass âFeiertageâ sich traut, ohne groĂe Sensationen auszukommen und stattdessen die kleinen Sensationen dort aufspĂŒrt, wo wir kaum hinschauen, weil es uns zu vertraut ist â im ganz normalen Leben.â
Ihr erster Langfilm LET THE BELL RING, angesiedelt in der Boxsportszene Kaliforniens, wurde 2018 fĂŒr den deutschen Nachwuchspreis First Steps nominiert.[8] Eine ErzĂ€hlung ĂŒber den steinigen Weg des Nachwuchsboxers Malcolm, seines Trainers Jessie und der Lebensfreude einer ganzen Community.[9] Er feierte seine internationale Premiere auf dem ZĂŒricher Film Festival[10], gewann bei seiner deutschen Premiere auf dem Filmfestival Max OphĂŒls den Preis fĂŒr die beste Musik[11] und auf dem Filmkunstfestival MV den Preis fĂŒr den Besten Film[12]. Bei seiner amerikanischen Premiere auf dem DOC LA wurde er als Bester Film mit dem Student Award und fĂŒr die Beste Kamera ausgezeichnet und gewann den Publikumspreis[13].
âMan braucht kein Faible fĂŒr Boxsport, um sich von dieser minutiös komponierten, glĂ€nzend fotografierten Studie fesseln zu lassen, die erst auf der Leinwand ihre ganze Ă€sthetische Wucht entfaltet. Ein visueller Reigen aus SchweiĂregen, extremen Totalen, gleiĂendem Gegenlicht, Slowmotion â mal unterlegt von treibenden Sounds, dann wieder abgebremst zu szenischen Stillleben, die einzig dem Gesprochenen einen Altar bauen. [...] Freitags Film fĂ€ngt nicht nur die an Selbstfolter grenzender Schinderei ein. Ihr intimes Portrait der Boxstall-Crew, in der bereits Kinder anheuern, erzĂ€hlt auch viel ĂŒber den aktuellen Rassismus in den USA â der Gewalt gegenĂŒber Schwarzen und die Ausgeburten ihrer Ohnmacht, die sie sich von der Seele boxen.â
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Regie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2009: Einfach (Kurzspielfilm)
- 2012: Tourist (Kurzspielfilm)
- 2012: Feiertage (Kurzdokumentarfilm)
- 2013: Inner City Arts â It Will Be Great (Kurzdokumentarfilm)
- 2013: Jetzt Jetzt Jetzt (Kurzspielfilm / Mittellanger Spielfilm fĂŒr rbb)
- 2015: Serenata (Werbefilm)
- 2018: Let The Bell Ring (Kinodokumentarfilm)
- 2021: Stay Live (Serie, dokumentarisch, Ep.1 & 4)
- 2026: Schumacher '94 â Die Geburt einer Legende (Dokumentarfilm)
Drehbuch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2012: Tourist â Ko-Autorin mit Sebastian Köthe
- 2012: Feiertage â Ko-Autorin mit Hanna Mayser
- 2013: Inner City Arts â It Will Be Great â Ko-Autorin mit Hanna Mayser
- 2015: Serenata
- 2018: Let The Bell Ring
- 2020: Ich sehe was, was du nicht siehst
- 2021: Stay Live
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2018: Let The Bell Ring â Ko-Produzentin mit der Basis Berlin Filmproduktion
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2012: Deutscher Kurzfilmpreis â LOLA in Gold fĂŒr Feiertage
- 2015: Bamberger Kurzfilmtage â Bamberger Reiter fĂŒr den Besten Film fĂŒr Jetzt Jetzt Jetzt
- 2019: DOC LA â Publikumspreis fĂŒr Let The Bell Ring
- 2019: DOC LA â Bester Film in der Kategorie Student fĂŒr Let The Bell Ring
- 2019: Filmkunstfest MV â Bester Dokumentarfilm fĂŒr Let The Bell Ring
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Christin Freitag | filmportal.de. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â Jetzt Jetzt Jetzt. wendland-shorts.de. Abgerufen am 7. Juli 2021.
- â DFFB Alumni. In: DFFB. Abgerufen am 6. Juli 2021 (deutsch).
- â Christin Freitag. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â PreistrĂ€ger/Filme. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. Juli 2021; abgerufen am 6. Juli 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â lifePR (c) 2002-2021: Preisregen fĂŒr die DFFB, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH, Pressemitteilung - lifePR. Abgerufen am 6. Juli 2021 (deutsch).
- â Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat Deutschen Kurzfilmpreis 2012 vergeben. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. Juli 2021; abgerufen am 6. Juli 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Die Nominierungen fĂŒr die First Steps Awards 2018 | filmportal.de. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â LET THE BELL RING. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â Let the Bell Ring - Zurich Film Festival. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â PreistrĂ€ger·innen 2019 | Filmfestival Max OphĂŒls Preis. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â Preise und Auszeichnungen. Abgerufen am 6. Juli 2021.
- â 2019 DOC LA â Los Angeles Documentary Film Festival. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. Oktober 2019; abgerufen am 6. Juli 2021 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Christoph Schreiner: Erste Filme aus dem Doku-Wettbewerb: Illusionsmaschinerien â im Guten wie im Schlechten. 13. Januar 2019, abgerufen am 6. Juli 2021.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Freitag, Christin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin |
| GEBURTSDATUM | 15. Mai 1984 |
| GEBURTSORT | GrevesmĂŒhlen |