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Christophe Gomart

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Christophe Gomart (2024)

Christophe Gomart (* 20. Juni 1960 in Saumur) ist ein französischer MilitĂ€roffizier und Politiker (LR). Er war in französischen Armee aktiv und kommandierte dort das 13e rĂ©giment de dragons parachutistes. In seiner militĂ€rischen Karriere erreichte er den Grad des GĂ©nĂ©ral de corps d’armĂ©e und war von 2011 bis 2013 Kommandant des Commandement des opĂ©rations spĂ©ciales und von 2013 bis 2017 Direktor des Direction du Renseignement Militaire.

Er ist seit 2024 fĂŒr die Partei Les RĂ©publicains Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments.

Gomart wurde 1960 in Saumur als Sohn des Generals Philippe Gomart geboren. Er ging mit spĂ€teren Persönlichkeiten wie Denis Favier auf die École spĂ©ciale militaire de Saint-Cyr und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung 1983 dort Teil der Arme blindĂ©e et cavalerie des französischen Heeres.[1] Er absolvierte hierbei die École de cavalerie de Saumur, bevor in das 13e RĂ©giment de dragons parachutistes eingeteilt wurde.[2]

MilitÀrische Karriere

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1988 ĂŒbernahm er einen Posten als Ausbilder an der École spĂ©ciale militaire de Saint-Cyr.[3] Wie bereits sein Vater vor ihm wurde Gomart 2003 zum Kommandanten des 13e rĂ©giment de dragons parachutistes, einer Fallschirm-FernspĂ€hregiment der Forces spĂ©ciales.[4] Er behielt diesen Posten bis 2005, als er Stabsoffizier bei der Inspection gĂ©nĂ©rale des armĂ©es wurde. Anschließend war er von 2006 bis 2007 Teilnehmer der 18. nationalen Session des Institut national des hautes Ă©tudes de sĂ©curitĂ© und war bis 2008 Leiter des BĂŒros fĂŒr vertrauliche Angelegenheiten des Verteidigungsministers.

Gomart im Jahr 2015

Am 1. August 2011 wurde Gomart zum Kommandanten des Commandement des opĂ©rations spĂ©ciales ernannt. Unter ihm wurden unter anderem EinsĂ€tze im BĂŒrgerkrieg in Libyen und die OpĂ©ration Serval durchgefĂŒhrt.[5] Er soll dem damaligen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian nahegestanden haben.

2013 ĂŒbernahm Gomart den Posten des Direktors des militĂ€rischen Nachrichtendiensts. Am 11. Mai 2016 reiste er nach Washington, um an der ersten Sitzung des „Lafayette-Ausschusses“ teilzunehmen, dessen Ziel es ist, den Austausch von „Geheimdienstinformationen und operativen militĂ€rischen Informationen“ zwischen den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland und Frankreich zu fördern.[6]

Im Jahr 2017 verließ er die französische Armee um sich dem Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco-Westfield als Leiter fĂŒr Sicherheit und GebĂ€udetechnik anzuschließen.[7]

Christophe Gomart war Mitglied des Strategieausschusses des CF2R, eines von Éric DenĂ©cĂ© geleiteten Thinktanks, welchen er 2022 verließ, da er mit der dort vertretenen Position zur russischen Invasion in der Ukraine nicht einverstanden war: „Ich kann diese Haltung absolut nicht gutheißen. In diesem Krieg gibt es einen Angreifer und einen Angegriffenen. Ich werde mich nicht auf die Seite des Angreifers stellen und Putin unterstĂŒtzen“.[8]

Politische Karriere

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Bei den Europawahlen 2024 kandidierte Gomart auf dem dritten Listenplatz der konservativen Partei Les RĂ©publicains.[9] Das Bildmaterial der Wahlwerbung, nĂ€mlich ein Foto des Generals in MilitĂ€runiform, löste eine Kontroverse aus, da ein Teil der politischen Klasse darin einen Verstoß gegen den Erlass vom 14. Dezember 2007 sah, der das Tragen von Uniformen zu politischen Zwecken verbietet.[10][11]

Gomart wurde am 9. Juni 2024 ins EuropĂ€ische Parlament gewĂ€hlt, wo er stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss fĂŒr Sicherheit und Verteidigung ist. Er gehört ebenfalls dem Ausschuss fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten und der Delegation fĂŒr die Beziehungen zu den Maschrik-LĂ€ndern an.

Er brachte wĂ€hrend seiner Amtszeit den umstrittenen Beschluss des EuropĂ€ischen Parlaments vom 18. Juni 2026 ein, in der die staatlichen Behörden in Burkina Faso kritisiert werden. Seiner Ansicht nach hĂ€tten diese den Menschen Freiheitsentzug auferlegt, wĂ€hrend im Bereich der Sicherheit nur geringe Erfolge erzielt worden seien. Dieser Beschluss fĂŒhrte am 26. Juni 202 zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Burkina Faso und Frankreich.[12]

Gomart im EU-Parlament

Gomart gilt als dem Vorsitzenden der Républicains und PrÀsidentschaftskandidaten Bruno Retailleau nahestehend und begleitete diesen auf seiner ersten Reise als Kandidat in die Ukraine.[13]

In internationalen Fragen vertritt er eine Linie, die als im Widerspruch zu der der anderen Verteidigungsexperten von Bruno Retailleau angesehen wird, insbesondere des Senators CĂ©dric Perrin und des Abgeordneten Jean-Louis ThiĂ©riot. Er ist der Ansicht, dass Afrika zugunsten der UnterstĂŒtzung der Ukraine vernachlĂ€ssigt wird, und bedauert den Abzug der französischen Truppen vom Kontinent. Was den russisch-ukrainischen Konflikt betrifft, Ă€ußerte er Zweifel an der FĂ€higkeit der Ukraine, den Konflikt zu gewinnen, und plĂ€diert fĂŒr einen Ansatz, den er als realistisch bezeichnet.[13]

In der Innenpolitik steht er Éric Ciotti nahe, dem Vorsitzenden der Union des droites pour la RĂ©publique, und ist ein vehementer Gegner des PrĂ€sidenten Emmanuel Macron. Im MĂ€rz 2026 unterstĂŒtzte er die Kandidatur von Ciotti bei den Kommunalwahlen in Nizza gegen den amtierenden BĂŒrgermeister Christian Estrosi, obwohl Les RĂ©publicains diesen im Rahmen einer Vereinbarung mit Horizons offiziell unterstĂŒtzten.

Sein Name regelmĂ€ĂŸig als möglicher Verteidigungsminister im Falle einer Regierung aus Les RĂ©publicains und dem RN genannt.[14]

  • Soldat de l'ombre: Au cƓur des forces spĂ©ciales, Tallandier, 2020
Commons: Christophe Gomart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Secret DĂ©fense Par Jean-Dominique Merchet: Le gĂ©nĂ©ral Christophe Gomart (DRM) quitte l’armĂ©e pour rejoindre le privĂ©. 22. Mai 2017, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  2. ↑ GĂ©nĂ©ral (2s) Christophe Gomart. 23. Januar 2021, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  3. ↑ Le gĂ©nĂ©ral Gomart quitte la direction du renseignement militaire et l’armĂ©e. Abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  4. ↑ Laurent Lagneau: Le gĂ©nĂ©ral Christophe Gomart nommĂ© Ă  la tĂȘte de la Direction du Renseignement Militaire. In: Zone Militaire. 19. Juni 2013, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  5. ↑ Le gĂ©nĂ©ral Christophe Gomart quitte l’armĂ©e. 22. Mai 2017, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  6. ↑ Laurent Lagneau: Paris et Washington veulent accĂ©lĂ©rer leurs Ă©changes dans le domaine du renseignement militaire. In: Zone Militaire. 12. Mai 2016, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  7. ↑ Batiactu: Unibail-Rodamco s'adapte Ă  la menace terroriste et recrute un gĂ©nĂ©ral 4 Ă©toiles. 24. Mai 2017, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  8. ↑ Le think tank des espions français prend l'accent russe - Challenges. In: Challenges. (challenges.fr [abgerufen am 10. September 2026]).
  9. ↑ EuropĂ©ennes : Les RĂ©publicains propulsent le gĂ©nĂ©ral Gomart dans leur bataille des europĂ©ennes. 19. MĂ€rz 2024, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  10. ↑ Pourquoi ce visuel des RĂ©publicains pose un (sĂ©rieux) problĂšme. 20. MĂ€rz 2024, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  11. ↑ Élections europĂ©ennes : la photo d’annonce d’un candidat LR portant un uniforme militaire fait polĂ©mique. 20. MĂ€rz 2024, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).
  12. ↑ Benjamin Roger: Le Burkina Faso rompt avec la France, aprĂšs l’adoption d’une rĂ©solution critique contre la junte au Parlement europĂ©en. In: Le Monde. 27. Juni 2026, ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 10. September 2026]).
  13. 1 2 Alexandre Pedro, Elise Vincent: Au sein de LR, le cas du général Gomart, révélateur des ambiguïtés de Bruno Retailleau. In: Le Monde. 6. Juli 2026, ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 10. September 2026]).
  14. ↑ Le gĂ©nĂ©ral Christophe Gomart, futur ministre des ArmĂ©es du RN ? "Si la proposition m’était faite, je la saisirais". 24. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026 (französisch).