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Click and Collect

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Click and Collect bezeichnet einen Vorgang, bei dem eine Online-Bestellung in einem stationÀren EinzelhandelsgeschÀft abgeholt wird. Damit ist Click and Collect ein Teilbereich des Cross-Channel-Marketings.

Die Click-and-Collect-Funktion bietet Endkunden die Möglichkeit, die Produkte zunÀchst online zu recherchieren und zu kaufen. Die Abholung der Ware findet jedoch in einem stationÀren EinzelhandelsgeschÀft statt. Diese Funktion wird auf den Websites meist im Laufe des Bezahlvorgangs als gesonderte Option angeboten.

Vorteile gegenĂŒber reinen Onlinebestellungen

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Die Nutzeffekte von Click and Collect lassen sich nur schwer generalisieren, da es unterschiedliche Formen davon gibt. So verlangen einige Anbieter die Zahlung der Ware bereits im Zuge des Bestellvorgangs im Internet, wĂ€hrend andere eine Zahlung vor Ort ermöglichen. Kundenbefragungen zeigen jedoch die GrĂŒnde fĂŒr die Nutzung von Click and Collect und damit die wahrgenommenen Vorteile:

Versandkostenersparnis
Da die Ware vor Ort abgeholt wird, entfallen bei Click and Collect die beim Onlinehandel ĂŒblichen Versandkosten. Laut einer Studie von Bizrate Insights ist dies mit 55 Prozent der Nennungen der Hauptgrund fĂŒr die Nutzung des Service.[1]
Flexible Abholung
Besonders BerufstĂ€tige können die Postsendungen nicht immer persönlich in Empfang nehmen. GeschĂ€fte haben oft lĂ€ngere Öffnungszeiten als Postfilialen. Deswegen bietet es sich fĂŒr viele an, Pakete statt beim Servicepunkt der Versanddienstleister direkt im Laden abzuholen.
Schnelle VerfĂŒgbarkeit
Selbstabholung ist schneller als die meisten Versandoptionen; darĂŒber hinaus ist fĂŒr die Kunden sichergestellt, dass ein bestimmtes Produkt in der Filiale tatsĂ€chlich verfĂŒgbar ist.
Fachberatung vor Ort
WÀhrend beim Onlinehandel nur selten eine Beratung stattfindet, können bei Click and Collect sÀmtliche Fragen direkt vor Ort geklÀrt werden.
ZusÀtzlicher Service
Der Kunde hat bei Click and Collect die Möglichkeit, sich vor Ort ĂŒber zusĂ€tzliche Produkte und Dienstleistungen zu informieren und kann diese direkt in Anspruch nehmen.

Außerdem können je nach Anbieter folgende Vorteile hinzukommen:

Testen der Ware vor dem Kauf
Vor allem bei Produkten, die vorher anprobiert werden mĂŒssen, wie beispielsweise KleidungsstĂŒcke, bietet sich Click and Collect an. Aber auch Artikel aus anderen Bereichen, z. B. Mobiltelefone oder Kameras, können so vor dem Kauf ausgepackt und begutachtet werden.
Kostenfreie Retoure
Da die Ware vor Ort abgeholt wurde, obliegt es in der Regel dem HĂ€ndler, sich um RĂŒcksendungen zu kĂŒmmern.
Sichere Bezahlmöglichkeiten
Wie auch beim regulĂ€ren Offline-Einkauf stehen dem Kunden im Laden die ĂŒblichen Zahlungsmittel, beispielsweise Barzahlung, zur VerfĂŒgung.

Probleme mit Click and Collect

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Laut einer aktuellen Untersuchung der JDA Software Group kommt es bei etwa 50 Prozent der Click-and-Collect-Bestellungen[2] zu Problemen wie:

  • Die bestellte und bezahlte Ware ist zur Abholung im GeschĂ€ft nicht lagernd.
  • Ein anderer als der online bestellte Artikel wird zur Abholung an die Filiale geliefert.
  • Der Abholschalter ist im GeschĂ€ft nicht ausreichend gekennzeichnet oder Teil der normalen Kasse.
  • Lange Warteschlange bei der Abholung
  • In der Filiale ist niemand fĂŒr das Lösen von Problemen mit Click-and-Collect-Bestellungen zustĂ€ndig.[3]

Nutzung von Click and Collect

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Spielart von „Click & Collect“: „Call & Collect“. Angebot wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie.

Das Interesse an Click and Collect ist auf Seiten der Konsumenten hoch, wird aber erst von einer kleinen Minderheit genutzt. Eine Untersuchung von Deloitte aus dem Jahr 2016 zeigt mit einem Anteil von 15 Prozent die höchste Nutzung in den USA. Die höchste Differenz zwischen Interesse und tatsĂ€chlicher Nutzung besteht mit 26 Prozent versus 8 Prozent in England. In Deutschland zeigen 13 Prozent der Befragten Interesse und 9 Prozent verwenden Click and Collect bereits tatsĂ€chlich.[4] WĂ€hrend auf Anbieterseite vor allem im englischsprachigen Ausland Click and Collect im Handel bereits gĂ€ngige Praxis ist, stellt diese Vertriebsform in Deutschland noch eine Besonderheit dar. In England sind es vor allem große Unternehmen mit einem breiten Filialnetz, wie das Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer[5] oder die Supermarktkette Tesco,[6] die in ihrem Onlineshop auch eine Abholung vor Ort anbieten.

Einige große Unternehmen bieten Click and Collect fĂŒr die eigenen Filialen an. Beispiele hierfĂŒr sind Karstadt[7] und C&A.[8] DarĂŒber hinaus gibt es auch unabhĂ€ngige Dienstleister wie StoreShip, welche als Plattform Herstellern ermöglichen, nicht nur das eigene Filialnetz als Abholstellen zu benutzen, sondern auch die selbststĂ€ndigen, stationĂ€ren EinzelhĂ€ndler einzubinden.[9] In Deutschland schuf atalanda regionale Online-MarktplĂ€tze, auf denen Kunden von stationĂ€ren EinzelhĂ€ndlern Waren bestellen können, die sie selbst abholen oder liefern lassen können.

Besondere Bedeutung erhielt Click & Collect wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie. In Deutschland wurde 2020/2021 Dienstleistern, denen ansonsten keinen Publikumsverkehr gestattet war, in einigen BundeslĂ€ndern das Click & Collect als eine Möglichkeit der Warenannahme bzw. -abholung gestattet.[10] Im Januar 2021 war dies in allen BundeslĂ€ndern außer Sachsen erlaubt, wenn auch mit unterschiedlichen Regelungen.[11]

Mittlerweile wird der Großteil der Kaufentscheidungen in zahlreichen Non-Food-Bereichen online gefĂ€llt, sprich die Konsumenten recherchieren im Internet, bevor sie offline, also in den Filialen, kaufen. Dieses PhĂ€nomen wird auch als „ROPO-Effekt“ bezeichnet. ROPO ist dabei ein Akronym von „research online, purchase offline“ (deutsch: „online recherchieren, offline kaufen“) und ist in bestimmten Bereichen, beispielsweise im Gesundheits-, Banken- und Tourismussektor, schon lĂ€nger zu beobachten. Laut einer Google-Studie informieren sich 38 Prozent aller Offline-KĂ€ufer online, bevor sie das Produkt im stationĂ€ren Fachhandel kaufen.[12]

Im Gegensatz dazu steht das Showrooming, bei dem Konsumenten Waren im Fachhandel ansehen, anfassen oder ausprobieren, sie aber dann online bestellen.

  • Kai Hudetz / Adrian Hotz / Sonja Strothmann: Von Multi-Channel zu Cross-Channel: Konsumentenverhalten im Wandel. Köln, IfH, 2011, ISBN 978-3-935546-45-4.
Commons: Click and Collect – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Omni-Channel Retail: "Click and Collect". NTS New Technology Systems GmbH, 15. September 2016, abgerufen am 7. Oktober 2016 (englisch).
  2. ↑ Buy online, pick up in store. Simple, right? Not this Christmas. The Washington Post, 20. Dezember 2015, abgerufen am 7. Oktober 2016 (englisch).
  3. ↑ Click and collect: A hat trick retailers can't pull off? Retail customer experience, 28. Dezember 2015, abgerufen am 7. Oktober 2016 (englisch).
  4. ↑ Shoppers are hesitating to try click-and-collect services for one main reason. Business Insider Inc., 29. MĂ€rz 2016, archiviert vom Original am 7. Oktober 2016; abgerufen am 7. Oktober 2016 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Click and Collect bei Marks & Spencer Offizieller Webauftritt von Marks & Spencer UK, engl.
  6. ↑ Click and Collect. bei Argos, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  7. ↑ Karstadt baut Multichannel-GeschĂ€ft aus Artikel in Der Handel vom 16. November 2012
  8. ↑ C&A lĂ€sst Onlinekunden Auslieferungsort wĂ€hlen Artikel in Der Handel vom 23. November 2012
  9. ↑ Click and Collect bei StoreShip. StoreShip, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 24. September 2020; abgerufen am 30. September 2025.
  10. ↑ Jan Schneider: Abholung im Einzelhandel – Wo ist "Click and Collect" erlaubt? In: zdf.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  11. ↑ Einkaufen in Corona-Zeiten: Wie funktioniert click & collect in den einzelnen BundeslĂ€ndern? In: mdr.de. 11. Januar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021.
  12. ↑ Metaanalyse ROPO - Research Online Purchase Offline im Branchenvergleich. Google, archiviert vom Original am 5. April 2014; abgerufen am 7. Oktober 2016.