Vorlage (Datenverarbeitung)
Eine Vorlage (englisch template) dient in der Datenverarbeitung zur Erstellung von Dokumenten oder Dokumentteilen. Sie stellt eine Art âGerĂŒstâ dar, das einen Teil des Inhaltes oder der Gestaltung des Dokumentes vorgibt. Durch Einsetzen der fehlenden Bestandteile wird die Vorlage zu einem vollstĂ€ndigen Dokument ergĂ€nzt. Sie werden hauptsĂ€chlich fĂŒr DTP- oder Textverarbeitungsprogramme und Webseiten genutzt.
Arbeiten mit Vorlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Dokumentvorlage selbst bleibt unberĂŒhrt, wenn sie aufgerufen oder angewendet wird. Dadurch kann sie immer wieder eingesetzt werden und liefert jedes Mal dasselbe Ergebnis. Eine Arbeitsdatei (die Datei, die den eigentlichen Text und eventuell auch Bilder aufnimmt, die also letztlich zur Veröffentlichung bestimmt ist) wird entweder auf der Basis einer Dokumentvorlage erstellt, oder die Dokumentvorlage wird der Arbeitsdatei spĂ€ter zugewiesen. In jedem Fall weist eine solche Arbeitsdatei alle formalen Merkmale der Dokumentvorlage auf.
Arten von Vorlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorlagen können Vorlagen fĂŒr komplette Dokumente oder fĂŒr Dokumentteile sein.
Neben Formatvorlagen fĂŒr bestimmte Absatz- und Zeichenformate enthĂ€lt eine Dokumentvorlage Angaben fĂŒr das Layout des Dokumentes (auch allgemein verwendbare Textteile und grafische Elemente), eventuell Textbausteine und Makros sowie ggf. spezielle Anpassungen in der BenutzeroberflĂ€che (z. B. Definitionen von MenĂŒs, Tastaturbelegungen usw.).
Vorlagen fĂŒr komplette Dokumente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorlagen fĂŒr komplette Dokumente können Abschnitte oder Felder vorgeben, die in jedem Dokument vorkommen sollen, sowie deren Reihenfolge. AuĂerdem können sie Aspekte der Gestaltung festlegen, die in jedem Dokument gleich sein sollen. So wird etwa hĂ€ufig in Vorlagen fĂŒr Quelldateien die Abfolge der Definitionen festgelegt, damit diese in einem Projekt in allen Quelldateien gleich sind.
Moderne Textverarbeitungsprogramme unterstĂŒtzen Vorlagen fĂŒr komplette Dokumente in Form von Dokumentvorlagen.
Bei Layout-Programmen sind Dokumentvorlagen meistens mehrstufig aufgebaut: Zwischen der Gesamtstruktur der Datei und den Absatz- und Schriftformatvorlagen steht noch die Ebene der Musterseiten. Typische Musterseitenelemente sind leere Textrahmen (oft mit mehreren Spalten), Kolumnentitel und Seitenzahlen.
Bei Microsoft Word ist die Dokumentvorlage eine Datei mit der Erweiterung .dot [in neueren Versionen .dotx bzw. .dotm], die in einem eigenen Ordner abgelegt wird. Die Standarddokumentvorlage trĂ€gt den Namen normal.dot [entsprechend normal.dotx bzw. normal.dotm]; alle dort definierten Formate sind global gĂŒltig, stehen also allen Dokumenten zur VerfĂŒgung. Unter OpenOffice.org 1.* trĂ€gt die Dokumentvorlage eines Textdokumentes anstelle der Dateiendung âdotâ das Suffix âstwâ. Unter LibreOffice und OpenOffice.org 2.* tragen die Dokumentvorlagen eines Textdokumentes die Dateiendung âottâ.
Bei Tabellenkalkulationen heiĂen die Dateiendungen von Dokumentvorlagen âxltâ bei Microsoft Excel und âstcâ bei OpenOffice.org 1.*. Unter LibreOffice und OpenOffice.org 2.* tragen die Dokumentvorlagen einer Tabelle die Dateiendung âotsâ.
Vorlagen fĂŒr Dokumentteile
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorlagen fĂŒr Dokumentteile können ebenfalls Bestandteile und deren Reihenfolge oder Gestaltung festlegen.
FĂŒr Quelltexte innerhalb eines Programmier-Projektes wird hĂ€ufig eine Vorlage fĂŒr Funktionsdefinitionen verwendet, mit der sichergestellt werden soll, dass bestimmte Kommentare zu jedem Unterprogramm vorhanden sind. (Beispielsweise Funktion des Unterprogramms, Bedeutung der Parameter, Vor- und Nachbedingungen fĂŒr den Aufruf, KomplexitĂ€t des verwendeten Algorithmus'.)
Vorlagen fĂŒr Dokumentteile finden sich auch in Form von Festlegungen, wie zitierte Literatur in Literaturverzeichnissen aufzufĂŒhren ist.
Moderne Textverarbeitungsprogramme unterstĂŒtzen Vorlagen fĂŒr Dokumentteile in Form von Formatvorlagen.
Vorlagen fĂŒr Quelldateien von Programmiersprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Vorlage fĂŒr Quelltext-Dateien gibt dem Entwickler eine sinnvolle Struktur und Reihenfolge fĂŒr die Anordnung der einzelnen immer wiederkehrenden Sprachelemente der Quelldatei vor. Dies erleichtert und beschleunigt das Erstellen neuer Module und trĂ€gt zur Einhaltung von Kodierrichtlinien bei.
Die Strukturierung der Quelltext-Datei und die Festlegung der Reihenfolge erleichtert das Finden von Informationen innerhalb der Datei. Zudem stellt eine sinnvolle Reihenfolge sicher, dass AbhĂ€ngigkeiten zwischen den Sprachelementen nicht zu Konflikten fĂŒhren.
Eine sinnvolle Struktur der Sprachelemente fĂŒr die Programmiersprache C ist:
FĂŒr die Quelldatei:
- Include-Dateien (z. B. #include <stdio.h>)
- Konstanten (z. B. #define MAX_USERS 10)
- Makros (z. B. #define GET_VALUE(data))
- Datentyp-Definitionen (z. B. typedefs)
- Prototypen fĂŒr Static-Funktionen
- Static-Variablen
- Funktionsdefinitionen
FĂŒr die Headerdatei:
- Include-Dateien (z. B. #include <stdio.h>)
- Konstanten (z. B. #define MAX_USERS 10)
- Makros (z. B. #define GET_VALUE(data))
- Datentyp-Definitionen (z. B. typedefs)
- Prototypen fĂŒr Extern-Funktionen des Moduls