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Fachverlag

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Ein Fachverlag oder auch Fachbuchverlag ist ein Verlag, der vorwiegend oder ausschließlich FachbĂŒcher bzw. Fachliteratur verlegt,[1][2] die sich an „ein Fach­publikum meist mit Blick auf die professionelle Anwendung oder (wenn ein wissenschaftliches Buch) die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse“ richtet.[3]

Arten von Fachverlagen

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EinschlĂ€gige Fachverlage (der „Fachmarkt“) werden in geisteswissenschaftliche, „STM“- (scientific, technical and medical publishers. deutsch: Naturwissenschaften, Technik, Medizin) und „RWS“-Verlage (Recht, Wirtschaft, Steuern) eingeteilt. Diese sind nach Caroline Tovornik (2006) jeweils mehreren Klassen der allgemeinen Dezimalklassifikation der Deutschen Nationalbibliothek zuordenbar: Geisteswissenschaftliche Verlage entsprechen demnach in etwa DK 1 (Philosophie, Psychologie), DK 2 (Religion, Theologie – heute nur noch Religion benannt), DK 8 (Sprach- und Literaturwissenschaft, Belletristik – heute nur Sprache) und DK 9 (Geografie, Geschichte). STM-Verlage publizieren in DK 5 (Mathematik, Naturwissenschaften – heute nur Naturwissenschaften) und DK 6 (Angewandte Wissenschaften, Medizin, Technik – heute nur Technik). Die RWS-Verlage sind in DK 3 (Sozialwissenschaften) einzuordnen.[4][5] Spezialisierte Unternehmensformen eines Fachverlags sind im engeren oder weiteren Sinn z. B. UniversitĂ€tsverlage, Wissenschaftsverlage oder auch Unternehmensverlage.

Im Jahr 2018 haben die deutschen FachmedienhĂ€user einen Umsatz von 7,73 Milliarden Euro erzielt und diesen gegenĂŒber 2017 um 1,1 % gesteigert. RĂŒcklĂ€ufige Printerlöse konnten durch digitale GeschĂ€fte kompensiert werden.[6]

Auch im Fachbuchmarkt findet wie bei allen Verlagen die Konzentration auf wenige große Verlagsgruppen statt. Zahlreiche bekannte Fachverlage die unter ihrem Namen weitergefĂŒhrt werden, gehören heute zu grĂ¶ĂŸeren Verlagsgruppen.[7][8]

Siehe Wissenschaftsverlag, Abschnitt: Kritik und Predatory Publishing gibt es aber auch Fachverlage mit kritik- und sogar betrĂŒgerischen GeschĂ€ftsmodellen.

Verlagsprogramme

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Das Verlagsprogramm eines Fach- oder Fachbuchverlags kann neben FachbĂŒchern auch Fachinformationen in weiteren Fachmedien, wie Zeitschriften, Loseblattwerke, Formulare, Newsletter, Software, CD-ROMs, DVDs, E-Books, Online-Angebote und Seminare umfassen.

WĂ€hrend einige Fachbuchverlage auch Bestseller im Verlagsprogramm haben,[9] mĂŒssen andere Fach- oder Fachbuchverlage im Gegensatz zu einem Publikumsverlag per se einkalkulieren, dass die von ihnen verlegten Werke meist nur in einer geringen Auflagenhöhe produziert werden können.[10] Ein Gewinn kann somit nicht allein durch einen den Produktionskosten entsprechend hohen Verkauf von Exemplaren eines Fachbuchs erzielt werden, sondern bedarf einer Absatzgarantie durch Abonnenten[11] oder – vor allem in Deutschland – in Form von DruckkostenzuschĂŒssen, d. h. durch eine Beteiligung der Autoren an den Kosten.

Der Verein Deutsche Fachpresse vertritt die Interessen der Fachmedien-Anbieter in Deutschland und reprÀsentiert rund 350 Mitgliedsverlage.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Duden: Fachverlag, online unter duden.de
  2. ↑ Duden: Fachbuchverlag, online unter duden.de
  3. ↑ Sigrid Pohl, Konrad Umlauf: Warenkunde Buch. Strukturen, Inhalte und Tendenzen des deutschsprachigen Buchmarkts der Gegenwart. 2., erneuerte Auflage. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-447-05622-9, S. 117 ff. (345 S., eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 18. April 2013] broschiert).
  4. ↑ Carolin Tovornik: Fachbuchverlage in Berlin 1989–2004. s. S. 10. In der Reihe: Alles Buch – Studien der Erlanger Buchwissenschaft XVII, herausgegeben von Ursula Rautenberg u. Volker Titel. Buchwissenschaft, UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg 2006. ISBN 3-9809664-7-X.
  5. ↑ Zehn Hauptklassen der Dewey-Dezimalklassifikation laut aktueller Homepage der DNB. Die heutigen Benennungen beziehen sich darauf.
  6. ↑ David Hein: Fachverlage wachsen dank digitaler Medien, Meldung vom 8. Mai 2019, online unter horizont.net
  7. ↑ Buchmarktexperte: „Wird fĂŒr kleinere Verlage nicht einfacher“ Holger Heimann im GesprĂ€ch mit Antje Allroggen Deutschlandfunk vom 18. Dezember 2019
  8. ↑ Zuordnung einzelner Fachverlage zu Firmengruppen in der Firmendatenbank "wer-zu-wem.de"
  9. ↑ Ranking 2019 der Top 10 Fachverlage mit den höchsten BruttowerbeumsĂ€tzen der 150 grĂ¶ĂŸten Titel auf statista.com.
  10. ↑ Gemma Pörzgen: Doktor Digital – Die eigene Dissertation in einem Verlag unterzubringen, verschafft ihr Prestige. Doch das Internet ist preiswerter und schneller. Digitales Publizieren hĂ€ngt auch vom Fach ab. online in Der Tagesspiegel vom 18. Februar 2014.
  11. ↑ Bettina Wonschik: Kundenorientierung: Bedeutung und Realisation in Fachverlagen. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1994. Siehe S. 34. (Volltext in der Google-Buchsuche) ISBN 978-3-447-03517-0.