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Fuhrpark

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Fuhrpark der Schloss-Quelle Mellis GmbH
Das Foto zeigt den Fuhrpark einer Freiwilligen Feuerwehr, bestehend aus einem VerkehrssicherungsanhÀnger und 4 Fahrzeugen
Der Fuhrpark einer Freiwilligen Feuerwehr

Fuhrpark (oder Wagenpark; umgangssprachlich auch Flotte; englisch fleet) ist die Sachgesamtheit der Fahrzeuge und Wagen von Organisationen wie Unternehmen, Behörden, Zirkussen oder militÀrischen Einheiten.

Mit einem Fuhrpark machen sich diese Organisationen von der Leistung von Speditionen oder öffentlichen Verkehrsmitteln unabhÀngig.[1] Die Fahrzeuge stehen unter einheitlichem Management (Fuhrparkmanagement) und werden einheitlich disponiert.[2]

Fuhrpark und Fahrbereitschaft sind komplementĂ€re Begriffe. Fahrbereitschaft bezeichnet nicht nur die Zahl der sofort einsatzfĂ€higen Fahrzeuge eines Fuhrparks, sondern auch die hierfĂŒr vorgesehene PersonalstĂ€rke (mit etwaigem Bereitschaftsdienst) an Fahrern.

Der Fahrzeugpark von Eisenbahngesellschaften wird auch als Rollmaterial (englisch rolling stock) bezeichnet und untergliedert sich meist in Triebfahrzeuge und Eisenbahnwagen. Bei S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen sind dagegen Triebwagen und TriebzĂŒge vorherrschend. Bei den Triebfahrzeugen ist nach der primĂ€ren Antriebsenergie, nach Dampflokomotiven, Diesellokomotiven und Elektrolokomotiven, zu unterscheiden. Der Fuhrpark einer Eisenbahn besteht meist aus Reisezugwagen und GĂŒterwagen. Bei den Personenwagen gibt es besondere Varianten: Doppelstockwagen, Schlafwagen, Salonwagen oder Speisewagen. Diese werden zur Zugbildung in sogenannten Wagenparks zusammengestellt.

Armeemotorfahrzeugpark in der Schweiz (2009)

Der Begriff des Wagenparks bezeichnete ursprĂŒnglich die Wagen einer Kolonne beim MilitĂ€r, die abends zu einer Wagenburg zusammengestellt werden.[3] Im Eisenbahnwesen wird der Begriff fĂŒr eine Zusammenstellung von Personenwagen zur Zugbildung verwendet. Der Wagenpark ergibt gemeinsam mit einem Triebfahrzeug einen Zug. Meist bleiben die Fahrzeuge eines Wagenparks ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum zusammengekuppelt und werden nur bei Defekten o. À. ausgetauscht, wĂ€hrend als Lokomotive unterschiedliche Fahrzeuge aus dem Fuhrpark zum Einsatz kommen. Gelegentlich schließt die Bezeichnung „Park“ das Triebfahrzeug auch mit ein, auch wenn in diesem Fall und bei der Zusammenstellung von Triebwagen eher von Garnitur die Rede ist.

Als Ersatzwagenpark wird ein Wagenpark bezeichnet, der nicht planmĂ€ĂŸig eingesetzt wird. Im Bahnverkehr kann beim Ausfall oder der VerspĂ€tung eines Zuges aus vorhandenem Rollmaterial eine Ersatzkomposition zusammengestellt werden. Auch bei Großveranstaltungen, umfangreichen Wartungsarbeiten oder durch Baumaßnahmen unterbrochenen FahrzeugumlĂ€ufen kann ein Ersatzwagenpark zum Einsatz kommen, beispielsweise als Entlastungszug. Oft werden hierfĂŒr Wagen einer rangniedrigeren Zuggattung eingesetzt, was zu Komforteinbußen und geringerer Reisegeschwindigkeit fĂŒhren kann. Ersatzwagenparks werden auch fĂŒr DispositionszĂŒge eingesetzt.

Aus dem mittellateinischen parricus mit der Bedeutung eingeschlossener Bau, Gehege bildete sich im Französischen das Wort parc mit verschiedenen Bedeutungen, die als Park ins Deutsche ĂŒbernommen wurden. Neben einem Tiergehege (vgl. Tierpark, Wildpark, Wildgehege) konnte es auch einen (englischen) Landschaftsgarten, also einen Park im heutigen Sinne bezeichnen, aber auch einen vom MilitĂ€r zum Aufbewahren von GeschĂŒtzen, Wagen und anderer AusrĂŒstung verwendeten eingehegten Platz. (In Analogie zur letztgenannten Bedeutung bezeichnete es dann auch einen reservierten stĂ€dtischen Abstellplatz fĂŒr Fahrzeuge, woran sich das heutige Verb parken mit weiteren Ableitungen anschließt.)

Die Bedeutung von Park als Sammelplatz, Depot erscheint Anfang des 18. Jahrhunderts auch im Deutschen und wurde dann ĂŒber das MilitĂ€rische hinaus verallgemeinert. Sie ist inzwischen unĂŒblich geworden, hat aber in Zusammensetzungen ĂŒberdauert.[4][5]

Der Fuhrpark gehört bei der Bilanzierung zu den Betriebsmitteln, die nach § 266 Abs. 2 II Nr. 3 HGB im Sachanlagevermögen eines Unternehmens zusammengefasst werden. Seine Aktivierung erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Nutzungsdauer hÀngt von der Art des Transportmittels und von seinem Nutzungsgrad ab.

Wirtschaftliche Aspekte

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Fuhrpark-intensive Unternehmen sind insbesondere in der Absatzlogistik die Speditionen, Lieferdienste und der Charterverkehr (SchienengĂŒterverkehr wie DB Cargo, Frachtflugzeuge, Frachtschiffe) sowie die Autovermietung von Mietwagen oder auch Taxiunternehmen. Bei ihnen erreicht der Fuhrpark einen hohen Anteil an der Bilanzsumme. Auch in Parlamenten (Fahrdienst des Deutschen Bundestages), bei MilitĂ€r (BwFuhrparkService, Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung), Polizei und Rettungsdiensten spielt der Fuhrpark eine erhebliche Rolle.

Der Fuhrpark verursacht Kosten, und zwar Personalkosten (Fahrer, Disponenten), Abschreibungen auf die Fahrzeuge, Steuern, Kraftstoff, VersicherungsprĂ€mien und Wartungsaufwand.[6] Deshalb kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Fahrzeuge nicht selbst zu erwerben, sondern den Fuhrpark im Rahmen des Leasing zu organisieren. Dies verbietet sich nur dort, wo aus strategischen GrĂŒnden Eigentum am Fuhrpark erforderlich ist (etwa beim MilitĂ€r). Die notwendige Steigerung der Wirtschaftlichkeit eines Fuhrparks ergibt sich durch seine hohen Fixkosten, so dass ein hoher Auslastungsgrad erforderlich ist, bei dem das Transportproblem der Leerkosten zu optimieren ist und dadurch Kostensenkungen zu erwarten sind.

Fachzeitschrift

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Autoflotte ist eine Fachzeitschrift fĂŒr das Fuhrparkmanagement.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Gablers Wirtschafts-Lexikon. Band 2. Verlag Dr. Th. Gabler, 1984, Sp. 1624 f.
  2. ↑ Peter Klaus, Winfried Krieger (Hrsg.): Gabler Lexikon Logistik. 2000, S. 158; books.google.de
  3. ↑ Wagenpark. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 18: TĂŒrkisches Reich–Wechsler. Altenburg 1864, S. 744 (Digitalisat. zeno.org).
  4. ↑ Dudenredaktion (Hrsg.): Das Herkunftswörterbuch (= Duden. Band 7). 5. Auflage. Dudenverlag, Berlin/Mannheim/ZĂŒrich 2014, ISBN 978-3-411-04075-9, S. 616.
  5. ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Bd. 13. dtv, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-423-05945-1, S. 1462 (Nachdruck der Erstausgabe 1889)
  6. ↑ Peter Klaus, Winfried Krieger (Hrsg.): Gabler Lexikon Logistik. 2000, S. 479.