Gesine Manuwald
Gesine Manuwald (* 13. Juni 1974 in SaarbrĂŒcken) ist eine deutsche Klassische Philologin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Manuwald wurde als Ă€lteste Tochter des Altphilologen Bernd Manuwald geboren, der damals Wissenschaftlicher Assistent an der UniversitĂ€t des Saarlandes war. Ihre Mutter ist die Altphilologin Anke Manuwald, geborene Ullner. Ihre Schwester ist die Germanistin Henrike Manuwald. Ab 1984 besuchte sie das Gymnasium in Neuss und DĂŒsseldorf. 1992 gewann sie als ersten Preis beim nordrhein-westfĂ€lischen SchĂŒlerwettbewerb âAlte Sprachen â antike Kulturenâ ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1993 legte sie am Görres-Gymnasium DĂŒsseldorf das Abitur ab.
Ihr Studium der FĂ€cher Latein, Griechisch und Englisch begann sie 1993 an der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t Freiburg. 1995â1997 war sie dort als studentische Hilfskraft tĂ€tig, unterbrochen von einem Studienjahr am University College London (1995/1996). 1997 legte sie in Freiburg das Erste Staatsexamen und das PĂ€dagogikum ab. Schon seit dem 1. Juli 1997 war sie wissenschaftliche Angestellte am Sonderforschungsprojekt âKonstitution und Konstruktion von IdentitĂ€t und AlteritĂ€t in der Tragödie der Römischen Republikâ. 1998 legte sie das Rigorosum in Latein, Griechisch und Englisch ab und wurde in Latinistik promoviert. Seit dem Sommersemester 1998 war sie als Lehrbeauftragte am Freiburger Seminar fĂŒr Klassische Philologie tĂ€tig. Im Wintersemester 1998/1999 und im Sommersemester 1999 vertrat sie eine Assistentenstelle in der Latinistik. Bereits im Juni 2000 habilitierte sie sich fĂŒr Klassische Philologie und erhielt im Oktober den Förderpreis der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t âfĂŒr die jĂŒngste Habilitation seit vielen Jahren in Anerkennung der damit erbrachten hervorragenden wissenschaftlichen Leistungâ.[1]
Von 2003 bis 2008 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2006 wurde sie in Freiburg zur auĂerplanmĂ€Ăigen Professorin ernannt. Seit 2008 lehrt und forscht sie am University College London, zunĂ€chst als Senior Lecturer in Latin Language and Literature, seit 2012 als Professor of Latin.
Manuwald beschĂ€ftigt sich besonders mit den Argonautica des Gaius Valerius Flaccus, an die sie auch ihre Dissertation knĂŒpfte. Ein zweiter Forschungsschwerpunkt ist der Bereich der republikanischen Dramendichtung, vor allem aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. Neben dem Komödiendichter Plautus behandelt sie auch wesentliche PrĂ€texte dieser Epoche.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2000: Förderpreis der Albert-Ludwigs-UniversitÀt
- 2001: Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft
- 2014: Mitglied der Academia Europaea[2]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Cyzicus-Episode und ihre Funktion in den Argonautica des Valerius Flaccus (= Hypomnemata. Untersuchungen zur Antike und zu ihrem Nachleben. Heft 127). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-25224-2 (Dissertation; Digitalisat).
- Fabulae praetextae. Spuren einer literarischen Gattung der Römer (= Zetemata. Heft 108). C. H. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-406-48160-4 (Habilitationsschrift)
- Pacuvius, summus tragicus poeta. Zum dramatischen Profil seiner Tragödien (= BeitrĂ€ge zur Altertumskunde. Band 191). Saur, MĂŒnchen/Leipzig 2003, ISBN 3-598-77803-1.
- Cicero, Philippics 3â9. Edited with introduction, translation and commentary (= Texte und Kommentare. Band 30). Zwei BĂ€nde, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-019325-1.
- Tragicorum Romanorum fragmenta. Band 2: Ennius. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-25029-7 (2., ĂŒberarbeitete Auflage 2023).
- Nero in opera. Librettos as transformations of ancient sources (= Transformationen der Antike. Band 24). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-11-031713-8.
- Römisches Theater. Von den AnfĂ€ngen bis zur frĂŒhen Kaiserzeit. A. Francke, TĂŒbingen 2016, ISBN 978-3-8252-4581-8.
Herausgeberschaft
- IdentitĂ€t und AlteritĂ€t in der frĂŒhrömischen Tragödie. WĂŒrzburg 2000
- Der Satiriker Lucilius und seine Zeit (= Zetemata. Heft 110). MĂŒnchen 2001
- mit Astrid Voigt: Flavian epic interactions. Berlin/Boston 2013
- mit CĂ©dric Scheidegger LĂ€mmle: Cicero â Opera omnia. Ed. Andreas Cratander, Basel 1528. Reproduktion des Exemplars der Basler UniversitĂ€tsbibliothek. Basel 2022
- mit CĂ©dric Scheidegger LĂ€mmle (Hrsg.): Cleophilusâ De Coetu Poetarum and Iustus Lipsiusâ Somnium: dreaming of the literary tradition(Bloomsbury Neo-Latin series: early modern texts and anthologies). Bloomsbury Academic, London 2026, ISBN 9781350468740.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von Gesine Manuwald im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gesine Manuwald beim UCL Department of Greek and Latin (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2001. ( vom 29. September 2007 im Internet Archive) DFG
- â Mitgliederverzeichnis: Gesine Manuwald. Academia Europaea, abgerufen am 3. Januar 2018 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Manuwald, Gesine |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Klassische Philologin |
| GEBURTSDATUM | 13. Juni 1974 |
| GEBURTSORT | SaarbrĂŒcken |