GlassÀge


Die GlassÀge ist ein Rettungswerkzeug aus dem Feuerwehrbedarf zur technischen Hilfeleistung, das zum AufsÀgen von Verbund-Sicherheitsglas, zumeist Windschutzscheiben von Kraftfahrzeugen, verwendet wird. Das Werkzeug ist eine Kombination aus Hammer und SÀge, oftmals ist im Griff des Glasmasters noch ein Federkörner eingesteckt.
Anwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der hammerförmigen Seite der GlassĂ€ge wird zuerst ein Loch in die Scheibe geschlagen, um einen Zugang fĂŒr das SĂ€geblatt zu schaffen, oder es wird direkt ein vorhandener Spalt genutzt, der durch das Einschneiden der A-SĂ€ule entsteht. Danach wird mit dem SĂ€geblatt â mit rĂŒckwĂ€rtsgerichteten ZĂ€hnen, dadurch werden die Glassplitter nach auĂen geschleudert â die Scheibe zersĂ€gt. Der Federkörner dient zum sicheren Zerschlagen der Seitenscheiben.
In der Praxis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der wesentliche Nachteil der GlassĂ€ge besteht darin, dass bei ihrer Anwendung sehr feiner Glasstaub entsteht, welcher sehr leicht in Augen, Wunden und durch das Einatmen in die Lunge gelangen und dort SchĂ€den anrichten kann. Deshalb besteht bei einigen Feuerwehren inzwischen wieder die Tendenz, anstelle der GlassĂ€ge den BlechaufreiĂer zu verwenden, da dieser gröĂere Scherben verursacht, die leichter unter Kontrolle gehalten werden können. ZusĂ€tzlich sollte versucht werden so wenig Verbundglas wie möglich zu sĂ€gen. Durch alternative Rettungstechniken, wie die âgroĂe Seitenöffnungâ[1] oder das âTunnelnâ[2] durch das Heck, lĂ€sst sich die Dachentfernung (hĂ€ufigster Grund fĂŒr das SĂ€gen der Frontscheibe) vermeiden.
Auch PendelhubsĂ€gen (âSĂ€belsĂ€genâ) finden im Bereich der patientenorientierten Unfallrettung immer mehr Anwendung. Beim SĂ€gen von Verbundsicherheitsglas mit diesen sollte aber, wie oben schon erwĂ€hnt, unter UmstĂ€nden auf die Entstehung von Glasstaub geachtet und die EinsatzkrĂ€fte (Staubschutzmasken) sowie Patienten (Folie o. À.) adĂ€quat vor dieser Gefahr geschĂŒtzt werden. Der Glasstaub kann zusĂ€tzlich mit aufgetragenem Wasser oder Rasierschaum zu groĂen Teilen gebunden werden, dies befreit aber in keinem Fall von den SchutzmaĂnahmen.[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Glas-Master Website (englisch)
- Umgang mit der GlassÀge (deutsch)