GnRH-Analogon
GnRH-Analoga, veraltet auch LHRH-Analoga, sind synthetische Analoga des Neurohormons Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), die als Arzneistoffe zur kĂŒnstlichen Absenkung des Testosteron- oder Ăstrogen-Spiegels im Blut eingesetzt werden. Einsatzbereiche sind im Wesentlichen operativ nicht mehr behandelbare Formen des Prostatakrebses, des Mammakarzinoms (Brustkrebses) und der Endometriose. Ferner werden sie eingesetzt zur Behandlung der idiopathischen Pubertas praecox, bei der sie als sogenannte Super-Agonisten die AusschĂŒttung von Gonadotropinen vermindern. Bei der In-vitro-Fertilisation werden sie zur Festlegung des Ovulationszeitpunktes eingesetzt. Auch in der veterinĂ€rmedizinischen Reproduktionsmedizin finden sie vielfach Anwendung.
Der Einsatz von GnRH-Agonisten als sogenannte PubertĂ€tsblocker ist fĂŒr Kinder mit Geschlechtsinkongruenz umstritten.
Pharmakologie der GnRH-Analoga
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Physiologisch wird GnRH vom Hypothalamus pulsatil abgegeben. Beim Mann erfolgt die Abgabe etwa alle 120 Minuten. Bei der Frau ist das Intervall abhĂ€ngig von der Zyklusphase: in der Follikelphase erfolgt eine Abgabe etwa alle 90 Minuten, in der Lutealphase verlĂ€ngern sich die Intervalle.[1] GnRH regt die Hypophyse zur AusschĂŒttung von Follikelstimulierendem Hormon (FSH) und Luteinisierendem Hormon (LH) an, die wiederum die Synthese von Ăstrogen und Testosteron in den KeimdrĂŒsen (Hoden bzw. Ovar) anregen. FSH und LH werden auch als Gonadotropine bezeichnet.
GnRH-Analoga können pharmakologisch je nach Applikationsart und -dauer dazu eingesetzt werden, die AusschĂŒttung von Gonadotropinen zu steigern oder zu erniedrigen. Eine Steigerung der Gonadotropin-Sekretion wird durch eine einmalige oder eine pulsatile Gabe von GnRH-Agonisten erreicht. Eine kontinuierliche Verabreichung von Agonisten fĂŒhrt dagegen zunĂ€chst zu einem initialen Anstieg der Gonadotropin-Freisetzung. Innerhalb von zwei bis drei Wochen kommt es jedoch zu einer Down-Regulation der GnRH-Rezeptoren in der HirnanhangsdrĂŒse, wodurch diese die Freisetzung von FSH und LH einstellt. Antagonisten senken dagegen die Freisetzung von FSH und LH unmittelbar, wodurch die Wirkung auf die Hormonfreisetzung aus den KeimdrĂŒsen schneller eintritt.[1]
Da es sich bei den GnRH-Analoga um EiweiĂverbindungen handelt, können sie nicht peroral verabreicht werden, da sie im Magen-Darm-Trakt verdaut wĂŒrden. Aus diesem Grund werden sie meist durch intramuskulĂ€re oder subkutane Injektion verabreicht.[2] In der Humanmedizin gibt es auch Zubereitungen zur Applikation ĂŒber die Nasenschleimhaut.[1] Die meisten der PrĂ€parate werden inzwischen als Ein-, Drei- oder Sechsmonats-Depot verabreicht. Eine neuere Entwicklung ist die Ein- bzw. Dreimonatsspritze, die ein subkutanes Depot in Form eines Gelkissens anlegt. Auch in der VeterinĂ€rmedizin finden neben Injektionen DepotprĂ€parate in Form von sogenannten Hormonchips Anwendung.
Je nach Wirkung der jeweiligen Substanz an den GnRH-Rezeptoren der Hypophyse unterscheidet man bei den GnRH-Analoga zwischen GnRH-Agonisten und GnRH-Antagonisten.
GnRH-Agonisten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirkmechanismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Agonist wird in der Pharmakologie ein Wirkstoff bezeichnet, der durch die Bindung an einen Rezeptor die gleiche Wirkung wie der körpereigene Ligand entfaltet. GnRH-Agonisten binden entsprechend an die GnRH-Rezeptoren in der Hypophyse. Der Wirkmechanismus liegt in einer vollstĂ€ndigen Down-Regulation der hypophysĂ€ren Rezeptoren, der â nach einem anfĂ€nglichen kurzen Anstieg der Gonadotropin- und damit der Geschlechtshormonsekretion â innerhalb von ca. zwei bis drei Wochen zu einer vollstĂ€ndigen Hemmung der Sekretion der Geschlechtshormone fĂŒhrt.[1]
Der Einsatz von D-AminosÀuren an Position 6 verleiht dem entsprechenden GnRH-Analogon eine höhere StabilitÀt und damit eine lÀngere Wirkdauer.[1]
Einsatz in der Humanmedizin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Indikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pharmakologisch werden GnRH-Agonisten vor allem eingesetzt, um eine vollstĂ€ndige UnterdrĂŒckung der Sekretion der Geschlechtshormone zu erreichen. Eine wichtige Indikation dafĂŒr besteht in der Hemmung des hormonabhĂ€ngigen Wachstums von Tumoren. So werden GnRH-Agonisten beim Mann zur palliativen Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms und bei der Frau des metastasierten Mammakarzinoms eingesetzt. Bei Frauen werden GnRH-Agonisten auĂerdem zur Behandlung der Endometriose sowie zur Verkleinerung von GebĂ€rmuttermyomen vor einer geplanten chirurgischen Entfernung eingesetzt.[1]
Bei einem vorzeitigen Eintritt der PubertĂ€t (Pubertas praecox) kann durch die Gabe von GnRH-Agonisten die Sekretion von Sexualhormonen durch die KeimdrĂŒsen unterdrĂŒckt und ein vorzeitiger Abschluss des GröĂenwachstums verhindert werden.[1] In diesem Kontext werden GnRH-Agonisten auch als PubertĂ€tsblocker bezeichnet.
GnRH-Antagonisten werden auch bei Kindern mit Geschlechtsdysphorie eingesetzt, um den Eintritt der PubertĂ€t reversibel[3] zu verzögern. Hierdurch erhalten die Kinder und ihre Familien Zeit, mögliche weitere Schritte wie geschlechtsangleichende MaĂnahmen zu ĂŒberdenken. Ob der Einsatz von PubertĂ€tsblockern mit niedrigerer SuizidalitĂ€t und positiven psychosozialen Effekten einhergeht, ist umstritten.[4] Mögliche negative Auswirkungen betreffen das Körperwachstum sowie die Knochendichte.[5] Die erste Anwendung der Medikamente an genderinkongruenten, zwischen 12 und 16 Jahre alten Jugendlichen erfolgte in den 1990er Jahren in den Niederlanden.[6] Das sogenannte âDutch Protocolâ, das auf dieser Studie basierte, wurde 2006 im European Journal of Endocrinology veröffentlicht und bildete seitdem die Grundlage fĂŒr die Behandlung von ĂŒber 12 Jahre alten Personen mit GnRH-Analoga. Die erhebliche Zunahme solcher Behandlungen fĂŒhrte aber zu Zweifeln an der wissenschaftlichen Fundiertheit des Protokolls aufgrund verschiedener FĂ€lle von erheblichen Langzeitnebenwirkungen, dem Fehlen reprĂ€sentativer Forschungsergebnisse sowie Bedenken an der Art und Auswahl der damaligen Probandengewinnung[7]. In verschiedenen LĂ€ndern mehren sich die Zweifel, ob ausreichende Evidenzen fĂŒr den Einsatz von PubertĂ€tsblockern und Cross-Sex-Hormon-Behandlungen vorhanden sind.[8]
Die meisten der PrĂ€parate werden inzwischen als Ein-, Drei- oder Sechsmonats-Depot verabreicht. Bei der In-vitro-Fertilisation werden GnRH-Agonisten eingesetzt, um die körpereigene Regulation der Follikelreifung zu unterdrĂŒcken.[1]
Nebenwirkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alle Nebenwirkungen, die bei der Verabreichung von GnRH-Agonisten auftreten können, beruhen auf der UnterdrĂŒckung der Sekretion der Sexualhormone. Dazu gehören klimakterische Beschwerden, wie Störungen der GefĂ€Ăregulation und Libidoverlust, sowie Ădeme. Eine langfristige Verabreichung kann zu Osteoporose fĂŒhren, weshalb die Langzeittherapie mit GnRH-Agonisten nur bei lebensbedrohlichen Erkrankungen indiziert ist.[1] Einzelstudien deuten auf ein zunehmendes Risiko fĂŒr Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen, die ReversibilitĂ€t der Medikation sei nicht hinreichend belegt[7].
BehandlungseinschrÀnkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erhebliche Zunahme von Genderinkongruenz bei Jugendlichen fĂŒhrte zu einer Steigerung der Nachfrage nach GnRH-Analoga, damit aber auch zu Zweifeln, ob und wie sehr das pharmakologische Anhalten der pubertĂ€ren Entwicklung durch sogenannte PubertĂ€tsblocker angesichts der wachsenden Zahl der Kinder, die dies wĂŒnschen, einen medizinisch sicheren und geeigneten Therapieansatz darstellt.[9] In GroĂbritannien beschloss der NHS im Sommer 2023, GnRH-Analoga nur noch im Rahmen klinischer Studien zu verordnen[10]. Nach der Veröffentlichung der Endfassung des Cass-Reports erklĂ€rte der NHS England, dass Zugang zu PubertĂ€tsblockern im Rahmen des gender services fĂŒr Kinder und Jugendliche kĂŒnftig routinemĂ€Ăig nicht mehr gewĂ€hrt wird[11]. In Finnland und Schweden wurde die Abgabe von GnRH-Analoga durch die verabreichenden Kliniken stark eingeschrĂ€nkt. In Frankreich, Irland und Ăsterreich ist die Vergabe von GnRH-Analoga mit EinschrĂ€nkungen wie etwa der Verpflichtung zu einem vorherigen Gutachten zulĂ€ssig[7]. In den USA wurde die Verabreichung der Medikamente durch die FDA 1993 zugelassen, jedoch ausschlieĂlich fĂŒr die Behandlung von Prostatakrebs, Endometriose, bestimmter Arten von Unfruchtbarkeit und einer seltenen Kinderkrankheit, die durch eine genetische Mutation verursacht wird, eine Zulassung zur Behandlung von Geschlechtsdysphorie ist nie erfolgt. In der Folge wurden und werden diese Medikamente âoff-labelâ verschrieben, also ohne eine umfassende ĂberprĂŒfung der Sicherheit und Wirksamkeit durch die FDA. Die American Academy of Pediactrics (AAP), der fĂŒhrende Verband der KinderĂ€rzte in den USA, plant derzeit eine Ăberarbeitung der bisherigen AAP-Richtlinie von 2018 zur geschlechtsbestĂ€tigenden medizinischen Versorgung, einschlieĂlich der Verwendung von PubertĂ€tsblockern[7]. In den US-Bundesstaaten Georgia, Idaho, Iowa, Kentucky, Louisiana, Mississippi, Missouri, Nebraska, North Carolina, North Dakota, South Dakota, Tennessee, Texas, Utah und West Virginia ist die Vergabe dieser Medikamente seit 2023 verboten oder nur noch in AusnahmefĂ€llen erlaubt, in Arizona gilt dies bereits seit 2022[7].
Wirkstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Strukturformel | Wirkstoff | Indikation | Halbwertszeit |
|---|---|---|---|
| Buserelin | Endometriose, In-vitro-Fertilisation | 1 â 2 h | |
| Goserelin | Endometriose, Myome | 2 â 3 h | |
| Leuprorelin | Endometriose, Myome, Mammakarzinom | 3 h | |
| Nafarelin | Endometriose, In-vitro-Fertilisation | 4 h | |
| Triptorelin | Myome, Endometriose, In-vitro-Fertilisation | 20 min | |
Einsatz in der VeterinÀrmedizin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Indikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der VeterinÀrmedizin werden GnRH-Agonisten bei verschiedenen Tierarten und mit unterschiedlichen Indikationen eingesetzt.
Um bei mĂ€nnlichen Tieren vorĂŒbergehend die Sekretion des Sexualhormons Testosteron zu unterdrĂŒcken und damit eine vorĂŒbergehende Kastration zu induzieren, wird ein sogenannter Hormonchip implantiert, aus dem der Wirkstoff kontinuierlich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum in kleinen Mengen freigesetzt wird. Nach einer anfĂ€nglichen Stimulation der Testosteronsekretion wird nach ca. 2 Wochen die Spermatogenese unterdrĂŒckt. Eine vollstĂ€ndige Unfruchtbarkeit wird innerhalb von ca. 6 Wochen erreicht.[12] Je nach applizierter Wirkstoffmenge hĂ€lt die Wirkung zwischen 6 oder 12 Monate[13] an. Ein DepotprĂ€parat ist fĂŒr die Anwendung bei mĂ€nnlichen Hunden und Frettchen zugelassen. Neben der Unfruchtbarmachung wird der Wirkstoff bei Hunden auch zur Behandlung der Prostatahyperplasie sowie von sexuell-motiviertem Aggressionsverhalten eingesetzt, wenn eine chirurgische Kastration und die damit verbundene dauerhafte Unfruchtbarmachung nicht gewĂŒnscht wird.[14] Bei der Nebennierenerkrankung die bei kastrierten mĂ€nnlichen und weiblichen Frettchen durch eine unkontrollierte LH-Freisetzung verursacht wird, kann die LH-Sekretion durch die Implantation eines solchen Hormonchips unterdrĂŒckt werden.[15]
Bei rossigen Stuten wird ein Kurzzeitimplantat mit dem gleichen Wirkstoff zur Induktion einer Ovulation verwendet, um den Zeitpunkt der Bedeckung bestimmen zu können. 3 bis 6 Stunden nach der Implantation werden bereits maximale Wirkstoffkonzentrationen erreicht, die innerhalb von 24 Stunden wieder den Blutspiegel vor der Implantation erreichen. Durch den kurzfristigen Anstieg der FSH- und LH-Sekretion wird innerhalb von 48 Stunden die Ovulation induziert.[16]
GnRH-Analoga werden in der Reproduktionsmedizin bei Rindern und Schweinen fĂŒr verschiedene Indikationen eingesetzt. Mit Hilfe der verschiedenen fĂŒr den veterinĂ€rmedizinischen Gebrauch zugelassenen Wirkstoffe kann eine Brunstinduktion und -synchronisation sowie eine Induktion der Ovulation erfolgen. Weiterhin werden sie zur Behandlung der Azyklie sowie von Follikelzyten beim Rind eingesetzt.[17]
Wirkstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Strukturformel | Wirkstoff | Tierart | Indikation | Applikationsart | Beleg |
|---|---|---|---|---|---|
| Buserelin | Rind, Pferd, Kaninchen | Behandlung der Azyklie, Ovulationsinduktion, Verbesserung der Konzeptionsrate | Injektion (i.m., S.c., i.v.) | [17] | |
| Deslorelin | Pferd | Ovulationsinduktion | Implantat | [17] | |
| Hund, Frettchen | vorĂŒbergehende Unfruchtbarmachung (chemische Kastration) von RĂŒden | Implantat | [17] | ||
| Lecirelin | Rind | Azyklie, Ovulationsinduktion, Verbesserung der Konzeptionsrate, Follikelzysten | Injektion (i.m., s.c.) | [17] | |
| Kaninchen | Ovulationsinduktion, Verbesserung der Konzeptionsrate | Injektion (i.m., s.c.) | [17] | ||
| Peforelin | Schwein | Brunststimulation | Injektion (i.m., s.c.) | [17] | |
| Nafarelin | Fische (Lachsartige) | Induktion und Synchronisation der Ovulation zur Produktion von Fischeiern (in der EU nicht mehr zugelassen) | Injektion (i.p.) | [18] | |
GnRH-Antagonisten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirkmechanismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Antagonist ist ein Wirkstoff, der an einen Rezeptor bindet, ohne an diesem die physiologische Reaktion auslösen zu können. Der Rezeptor wird so fĂŒr die Bindung des körpereigenen Liganden blockiert, der mit den antagonistisch wirkenden MolekĂŒlen um die Rezeptor-Bindungsstellen konkurrieren muss.[1]
GnRH-Antagonisten entstehen durch eine stĂ€rkere Modifikation der MolekĂŒlstruktur. Dabei werden oft zusĂ€tzlich zu den AminosĂ€uren an den Positionen 6 und 10, die bei der Entwicklung von Agonisten ausgetauscht werden, die AminosĂ€uren an den Positionen 1 bis 3 ausgetauscht, oft durch D-AminosĂ€uren. Damit kann eine deutliche VerlĂ€ngerung der Plasmahalbwertszeit erreicht werden.[1]
In der Wirkung unterscheiden sich die Antagonisten von den Agonisten durch eine schnellere UnterdrĂŒckung der Gonadotropin-Sekretion, ohne den Nachteil der von den Agonisten ausgelöste initiale Sekretionssteigerung zu haben.[1]
Einsatz in der Humanmedizin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Indikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der In-vitro-Fertilisation werden GnRH-Antagonisten eingesetzt, um einen vorzeitigen LH-Anstieg bei einer kontrollierten ovariellen Hyperstimulation zu vermeiden. Die Antagonisten werden dabei zusammen mit FSH verabreicht, so dass ein schnelleres Wachstum der Follikel und einer VerkĂŒrzung der Behandlung bis zu Eizellentnahme erreicht werden kann.[1]
Beim Mann werden die GnRH-Antagonisten zur palliativen Therapie von Prostatakarzinomen eingesetzt, deren Wachstum hormonabhÀngig ist.[1]
In der VeterinÀrmedizin werden derzeit keine GnRH-Antagonisten eingesetzt.[2]
Wirkstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Strukturformel | Wirkstoff | Indikation | Halbwertszeit |
|---|---|---|---|
| Cetrorelix | Vermeidung eines vorzeitigen LH-Anstiegs bei der In-vitro-Fertilisation | 12 -30 h | |
| Ganirelix | Vermeidung eines vorzeitigen LH-Anstiegs bei der In-vitro-Fertilisation | 13 h | |
| Abarelix | Prostatakarzinom | 13 â 16 Tage | |
| Degarelix | Prostatakarzinom | 28 â 43 Tage | |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Claudia Dellas: Crashkurs Pharmakologie. Urban und Fischer, 2006 MĂŒnchen ISBN 978-3-437-43181-4. S. 185
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Regulation der Bildung von Sexualhormonen; Struktur und Funktion von Gonadotropin-Releasinghormon und Gonadotropinen. In: Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen: Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie. 10., vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2013, S. 404â408.
- 1 2 C Gobello: Effects of GnRH Antagonists vs Agonists in Domestic Carnivores, a Review. In: Reproduction of Domestic Animals. Volume 47 (Suppl. 6), 2012, S. 373â376, doi:10.1111/rda.12025.
- â Wylie C Hembree, Peggy T Cohen-Kettenis, Louis Gooren, Sabine E Hannema, Walter J Meyer, M Hassan Murad, Stephen M Rosenthal, Joshua D Safer, Vin Tangpricha, Guy G TâSjoen: Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons: An Endocrine Society* Clinical Practice Guideline. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. Band 102, Nr. 11, 13. September 2017, ISSN 0021-972X, S. 3869â3903, doi:10.1210/jc.2017-01658 (oup.com [abgerufen am 17. September 2024]).
- â Martina Lenzen-Schulte: Genderdysphorie: Mehr ZurĂŒckhaltung bei der Therapie von Jugendlichen mit PubertĂ€tsblockern. In: Deutsches Ărzteblatt. 9. Oktober 2023, abgerufen am 27. MĂ€rz 2024.
- â Lynn Rew, Cara C. Young, Maria Monge, Roxanne Bogucka: Review: Puberty blockers for transgender and gender diverse youthâa critical review of the literature. In: Child and Adolescent Mental Health. Band 26, Nr. 1, 2021, S. 3â14, doi:10.1111/camh.12437.
- â Annelou L.C. de Vries MD, Thomas D. Steensma, MSc, Theo A.H. Doreleijers, MD, PhD, Peggy T. CohenâKettenis, PhD: Puberty Suppression in Adolescents With Gender Identity Disorder:. A Prospective FollowâUp Study. In: The Journal of Sexual Medicine. Elsevier, August 2011, S. 2276-2283, archiviert vom am 24. Dezember 2023; abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch, Ergebnisbericht der Studie).
- 1 2 3 4 5 Wissenschaftliche Dienste, Deutscher Bundestag: Gesetzliche Verbote von PubertÀtsblockern im Ausland. (PDF) Sachstand. In: WD 9 - 3000 - 064/23. WD 9: Gesundheit, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 18. Oktober 2023, S. 5 f., 8, 10 f., 13 ff., abgerufen am 29. Dezember 2023.
- â Martina Lenzen-Schulte: PubertĂ€tsblocker: Debatte um Transitionstherapie. In: Deutsches Ărzteblatt. 20. Oktober 2023, abgerufen am 13. MĂ€rz 2024.
- â Lenzen-Schulte, Martina: Transition bei Genderdysphorie:. Wenn die Pubertas gestoppt wird. In: Deutsches Ărzteblatt. 2. Dezember 2022, S. Dtsch Arztebl 2022; 119(48): A-2134 / B-1766, abgerufen am 29. Dezember 2023.
- â Deutsches Ărzteblatt: Genderdysphorie: England schrĂ€nkt Verordnung von PubertĂ€tsblockern ein. rme/aerzteblatt.de, 30. Juni 2023, abgerufen am 29. Dezember 2023.
- â John Stewart, Professor James Palmer: Implementing advice from the Cass Review. (html) NHS Englandâs Response to the Final Report of the Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People. National Health Service England, abgerufen am 2. Mai 2024 (englisch).
- â Datenblatt: Suprelorin 4,7 mg-Implantat fĂŒr Hunde auf der Homepage Pharmazie.com, abgerufen am 15. Juni 2016
- â Datenblatt: Suprelorin 9,4 mg-Implantat fĂŒr Hunde auf der Homepage Pharmazie.com, abgerufen am 15. Juni 2016
- â M. Renggli, I. Padrutt, E. Michel, I. M. Reichler: Benigne Prostatahyperplasie: Therapiemöglichkeiten beim Hund. In: Schweizer Archiv fĂŒr Tierheilkunde (152), S. 279â284
- â R. A. Wagner, C. A. PichĂ©, W. Jöchle, J. W. Oliver: Clinical and endocrine responses to treatment with deslorelin acetate implants in ferrets with adrenocortical disease. In: American Journal of Veterinary Research. Band 66, Nummer 5, Mai 2005, S. 910â914.
- â J. Handler, K. Arbeiter und W. Jöchle: The influence of breed, breeding management and veterinarian on the timing of ovulation and fertility in mares treated with a GnRH analogue, deslorelin (Ovuplant). In: Pferdeheilkunde 20 (2), 2004, S. 145â152.
- 1 2 3 4 5 6 7 S. Goericke-Pesch, A. Wehrend: GnRH-Agonisten in der Reproduktionsmedizin beim Kleintier â eine Ăbersicht. In: TierĂ€rztliche Praxis Kleintiere. Band 37 (6), 2009, S. 410â418.
- â Anhang I der Zusammenfassung der Produkteigenschaften fĂŒr Gonazon auf der Homepage der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA), abgerufen am 15. Juni 2016