Great Pilgrimage

Die Great Pilgrimage (deutsch: GroĂe Pilgerschaft) von 1913 war eine Art Sternmarsch der Suffragetten in GroĂbritannien, die auf gewaltfreie Art fĂŒr das Frauenwahlrecht werben wollten. Organisiert wurde er durch die National Union of Womenâs Suffrage Societies (NUWSS). Frauen marschierten aus ganz England und Wales nach London und rund 50.000 Personen nahmen am 26. Juli an einer Kundgebung im Hyde Park teil.[1]
Vorgeschichte
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Die Idee fĂŒr den Sternmarsch wurde wĂ€hrend eines Unterkomitee-Treffens am 17. April 1913 in London von Katherine Harley entwickelt. PlĂ€ne dafĂŒr wurden schnell ausgearbeitet und durch die Zeitschrift Common Cause der NUWSS veröffentlicht. Es gab sechs Routen, die die Marschierenden nach London fĂŒhren sollten, zu einer Kundgebung im Hyde Park am 16. Juli 1913. Es gab die groĂe Nordroute von Newcastle upon Tyne und East Anglia, die Watling-Street-Route von Carlisle, Manchester und Nordwales, die Westcountry-Route von Landâs End und SĂŒdwales, die Bournemouth-Route, die Portsmouth-Route und den âKentischen Pilgerwegâ.
Der Sternmarsch
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Die ersten Marschiererinnen machten sich am 18. Juni auf den Weg, sie wollten in sechs Wochen von Carlisle und Newcastle nach London wandern. Jede Abordnung hatte Banner dabei, die erklÀrten, dass der Marsch gesetzestreu und friedlich sei. Damit sollte die Einstellung der NUWSS im Gegensatz zur Militanz der WSPU klargemacht werden. Frauen aller StÀnde schlossen sich dem Marsch an.

Der Marsch war bis ins Detail organisiert. Vorinformationen versorgten die Marschierenden mit genauen Wegbeschreibungen und mit Einzelheiten ĂŒber Unterkunfts- und Versorgungsmöglichkeiten. Ein einziges GepĂ€ckstĂŒck pro Person konnte transportiert werden. Es gab tĂ€gliche Anwesenheitskontrollen und die Marschierenden wurden gebeten, Rosetten in GrĂŒn, WeiĂ und Rot zu tragen â nicht den Purpur der Suffragetten. Einige Marschierende hatten von Pferden gezogene Caravans dabei, damit sie unterwegs versorgt waren, wieder andere wohnten bei örtlichen UnterstĂŒtzern oder in anderen UnterkĂŒnften. Teilnehmer durften sich dem jeweiligen Marsch anschlieĂen, so lange sie wollten und konnten. WĂ€hrend einige Frauen sechs Wochen lang wanderten, konnten andere nur fĂŒr kurze Zeit mitmachen. Auch öffentliche Veranstaltungen wurden entlang der Marschroute organisiert,

In einigen FĂ€llen wurde den Frauen auf unfreundliche oder sogar gewaltsame Weise begegnet. In Ripon wurden sie von Betrunkenen angegriffen, die gerade wĂ€hrend einer örtlichen Landwirtschaftsschau feierten. Und in Thame gab es einen Versuch, den Wohnwagen einer Marschierenden in Brand zu setzen, wĂ€hrend sie darin schlief. Ein ernster Zwischenfall ereignete sich auch drei Tage vor dem Ende eines Marsches in East Grinstead. Man warf Erdbrocken, Tomaten und faule Eier auf eine kleine Frauengruppe, die durch eine Menge von rund 1500 Leuten in der HauptstraĂe des Ortes zu laufen hatte.[2]
Trotz solcher ZwischenfĂ€lle verkĂŒndete der Common Cause, dass die Great Pilgrimage ein groĂer Erfolg gewesen sei:
âThe result was nothing less than a revelation, to those who doubted it, of the almost universal sympathy given to the Non-militant Suffrage Cause once it is understood.â[3]
(deutsch: âDas Ergebnis war nichts weniger als eine Erleuchtung fĂŒr diejenigen, die noch zweifelten: Es besteht eine fast allgemeine Sympathie fĂŒr die friedliche Wahlrechtsangelegenheit, wenn man sie verstanden hat.â)
Millicent Garrett Fawcett, 1913 war sie 66 Jahre alt, nahm sehr aktiv an der Great Pilgrimage teil, sie marschierte mit den Pilgerninnen aus East Anglia mit, sprach aber zwischendurch auf anderen Veranstaltungen und bei anderen Marschierenden.[4]
Zusammenkunft im Hyde Park
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Am Samstag, 26. Juli 1913 kamen die Marschierer im Londoner Hyde Park zu einer Veranstaltung zusammen. Sie versammelten sich an vorbestimmten SammelplĂ€tzen, um dann zum Park zu marschieren, wo 78 Sprecher die Versammelten von 19 Rednerpodien aus ansprachen, ein Podium fĂŒr jede Organisation in der NUWSS. Es sollten nach Aussage der Times rund 50.000 Personen an dieser Kundgebung teilgenommen haben.[5]
Jahrhundertfeier
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2013 wurde eine Reihe von GedenkmĂ€rschen abgehalten, um an den hundertsten Geburtstag der âPilgrimageâ zu erinnern. Natalie McGrath schrieb dazu ein TheaterstĂŒck âOxygenâ, das von der KĂŒnstlerorganisation âDreadnought South Westâ an Veranstaltungsorten entlang der Marschroute aufgefĂŒhrt wurde.[6]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website von âDreadnought Southwestâ, abgerufen am 19. November 2018.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jane Robinson: Hearts And Minds: The Untold Story of the Great Pilgrimage and How Women Won the Vote. Doubleday 2018. ISBN 978-0857523914.
- Women's Pilgrimage auf Spartacus Educational, abgerufen am 23. November 2018.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â âGreat Pilgrimageâ auf der Website von Spartacus Educational, abgerufen am 19. November 2018.
- â Women's Pilgrimage auf der Website von âSpartacus Educationalâ, abgerufen am 19. November 2018.
- â Women's Pilgrimage auf der Website von âSpartacus Educationalâ, abgerufen am 19. November 2018.
- â Women's Pilgrimage auf der Website von âSpartacus Educationalâ
- â Women's Pilgrimage auf der Website von âSpartacus Educationalâ, abgerufen am 19. November 2018.
- â RĂŒckblick auf die Pilgrimage 2013 und âOxygenâ, abgerufen am 19. November 2018.