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Hans-Werner Hunziker

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Hans-Werner Hunziker

Hans-Werner Hunziker (* 3. Juni 1934 in St. Gallen; † 20. Juli 2011 in Thalwil[1]) war ein Schweizer Psychologe und Entwickler von Sprachlern-Computerprogrammen.

Hunzikers Vorfahren waren Bauern aus dem Schweizer Mittelland und Seiler aus Toggenburg. Sein Vater, Werner Hunziker, von Beruf Zollbeamter, wurde 1939 nach ZĂŒrich versetzt. In St. Georgen, einem lĂ€ndlichen Vorort von St. Gallen, besuchte Hans-Werner Hunziker die Primarschule, u. a. bei einem Lehrer, der SchĂŒler schlug; so war er froh, dass er diese Schule verlassen und die Kantonsschule St. Gallen besuchen durfte. 1950 ĂŒbersiedelte die Familie nach Bern.

1953 bestand Hunziker die MaturitĂ€t am StĂ€dtischen Gymnasium Kirchenfeld in Bern. Er begann mit dem Psychologiestudium an der UniversitĂ€t Bern und belegte Vorlesungen und Praktika fĂŒr die Ausbildung zum Sekundarlehrer fĂŒr Sprachen. Im Wintersemester 1954/55 studierte er an der Sorbonne.

1956 fĂŒhrte er in einem Musical der Pfadfinderabteilung Regie. Im gleichen Jahr erhielt er das Diplom als Sekundarlehrer. 1957 trat er eine Stelle als Sekundarlehrer in Herzogenbuchsee an. Wenige Monate spĂ€ter erhielt er ein Stipendium der Miami University, Ohio. Dort wurde das Stipendium in eine halbe Assistentenstelle umgewandelt. Hunziker studierte nun Psychologie, PĂ€dagogik und Englische Literatur an der UniversitĂ€t Bern. Er doktorierte 1963 bei Richard Meili. In seiner Dissertation PlastizitĂ€t als Faktor der SpannungsĂŒberwindung in Denkaufgaben verglich er die Intelligenzfaktoren mit Hilfe der Faktorenanalyse.

Nach einigen Jahren als Fremdsprachenlehrer (Englisch, Deutsch und Französisch an der Sekundarschule) und Forschungsarbeiten ĂŒber die Bedeutung der Augenbewegungen beim Problemlösen wurde er von Philips Schweiz als Berater engagiert. Hunziker war Chefredaktor der Kundenzeitschrift Scola und organisierte Lehrerausbildungskurse ĂŒber die Verwendung von VideoausrĂŒstungen, Sprachlabors und anderer lerntechnologischer Hardware. 1968 erwarb er fĂŒr Philips die Weltrechte der Language-Through-Pictures-FremdsprachenlehrgĂ€nge von I. A. Richards und produzierte neue Studioaufnahmen fĂŒr Compact Cassetten des Philips AAC-Sprachlernsystems. Daraus entwickelte sich eine eigenstĂ€ndige internationale AktivitĂ€t im Philips Konzern. Hunziker entwickelte fĂŒr dieses Programm weitere Fremdsprachenkurse fĂŒr das Selbststudium – von einfachen KurzlehrgĂ€ngen fĂŒr Touristen in 34 Sprachen bis zu LehrgĂ€ngen in 17 Sprachen mit bis zu sechs verschiedenen Sprachstufen. Sein erstes Buch wurde von Entwicklern interaktiver Lernprogramme als Referenzwerk benutzt. SpĂ€ter verfasste er BĂŒcher ĂŒber Lerntechnologie. Er war auch der Verfasser des nichtlinearen interaktiven Lernprogramms der Schweizer Armee und arbeitete als Berater fĂŒr eine Lehrmittelfirma. 1990 wurde er Direktor des Philips CD-i-Studios in ZĂŒrich, wo er sich auf die Entwicklung interaktiver FremdsprachenlehrgĂ€nge auf CD-i spezialisierte. FĂŒr Philips organisierte und leitete er Seminare fĂŒr Lehrerausbildung in verschiedenen LĂ€ndern: China, Indonesien, Australien, SĂŒdafrika und Japan.

1996 grĂŒndete er die Firma Hunziker Multimedia in Thalwil (Schweiz) zur Entwicklung interaktiver Lernprogramme auf CD-ROM. 1998 bis 2000 unterrichtete er Mediendidaktik und Wahrnehmungspsychologie an einem Lehrgang fĂŒr Multimedia-Koordinatoren in ZĂŒrich. 2002 bis 2004 war er Dozent an der Hochschule fĂŒr HeilpĂ€dagogik in ZĂŒrich (ComputergestĂŒtztes Wahrnehmungstraining).

  • Adlerauge. 1998/2000, ISBN 3-7266-0047-7 (visuelles Wahrnehmungstraining: Buchstaben, Symbole, Zeichnungen)
  • Supereule. 2000, ISBN 3-7266-0046-9 (auditives Wahrnehmungstraining: Töne, KlĂ€nge, Melodien, Silbenfolgen, GerĂ€usche)
  • Kalkmonster. 2001, ISBN 3-7266-0053-1 (visuelles und auditives Wahrnehmungstraining mit Zahlen und Mengen 1 bis 100)
  • Klein Adlerauge. 2003, ISBN 3-7266-0062-0 (visuelles Wahrnehmungstraining: Spielsachen, Tiere, Gesichter, Objekte)
  • Rennratte. 2005, ISBN 3-7266-0067-1 (visuelles Lesetraining: Test der Lesegeschwindigkeit und des TextverstĂ€ndnisses, Erkennen einzelner Buchstaben sowie von ĂŒber 1800 der hĂ€ufigsten deutschen Wörter)
  • SpassKid. 2006, ISBN 3-7266-0073-6 (interaktives Training von gesprochenem und geschriebenem Hochdeutsch aus dem Zusammenhang von Bildgeschichten)

Einzelnachweise

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  1. ↑ ZĂŒrichsee-Zeitung. 23. Juli 2011. (Memento des Originals vom 28. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. s. 4.