Hausgesess
Hausgesess (auch HausgesĂ€Ă) ist eine frĂŒhneuhochdeutsche Bezeichnung fĂŒr einen festen Wohnsitz in einem Haus oder einer Kate mit eigener Feuerstelle bzw. fĂŒr den gesamten dort wohnhaften Haushalt und hat somit die Bedeutung von âin einem Haus ansĂ€ssigâ. DemgemÀà ist ein Hausgesessener ein erwachsener mĂ€nnlicher Haushaltsvorstand und Bewohner eines Hauses oder einer Kate mit eigener Feuerstelle, ohne dass er unbedingt auch der EigentĂŒmer sein muss.
Wortherkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Begriff ist abgeleitet vom mittelhochdeutschen hĆ«s-gesĂ«zze, âHausâ + âWohnsitzâ[1] = âHausbewohnerâ bzw. die zum Haushalt gehörenden Personen.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis in das 18. Jahrhundert war es gebrĂ€uchlich, bei VolkszĂ€hlungen, SteuerbĂŒchern und Ăhnlichem in einer Ortschaft die Anzahl der Hausgesesse â âhausgesesseneâ MĂ€nner sowie Witwen mit eigenem Haus â zu erfassen und anzugeben, so dass es sich im Grunde um HaushaltszĂ€hlungen handelte. Frauen, Kinder, Dienstleute und sonstige bei Hausgesessenen einquartierte Beisassen wurden dabei nicht gezĂ€hlt.
Ab dem 18. Jahrhundert wurde allmĂ€hlich dazu ĂŒbergegangen, die tatsĂ€chliche Einwohnerzahl zu ermitteln, bis im 19. Jahrhundert schlieĂlich der Begriff der Hausgesesse an Bedeutung verlor und nicht mehr benutzt wurde.[3][4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 10, Sp. 667 bis 668: hausgesessen bis hausgott.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- HausgesĂ€Ăe Im Deutschen Rechtswörterbuch (DRW)
- hausgesessen Im Deutschen Rechtswörterbuch (DRW)
- Hausgesessene Im Deutschen Rechtswörterbuch (DRW)
- Charles Schmidt: Historisches Wörterbuch der elsĂ€ssischen Mundart. Heitz & MĂŒndel, Strassburg 1901, S. 166.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â PfĂ€lzisches Wörterbuch. Band 3, Sp. 239 ( vom 11. Februar 2015 im Internet Archive)
- â PfĂ€lzisches Wörterbuch. Band 3, Sp. 71 ( vom 11. Februar 2015 im Internet Archive)
- â RechtsAlterTĂŒmer, Uni Salzburg ( vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)
- â Gustav Winter (Hrsg.): Niederösterreichische WeistĂŒmer. Teil 4: NachtrĂ€ge und Register (= Ăsterreichische WeistĂŒmer 11). Wien/Leipzig 1913, S. 671 (Glossar).