Hermannsfeste
| Hermannsfeste | ||
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Die Hermannsfeste im Frühjahr | ||
| Staat | Estland | |
| Ort | Narva | |
| Entstehungszeit | Mitte 13. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Niederungsburg | |
| Erhaltungszustand | Erhalten oder wesentliche Teile erhalten | |
| Geographische Lage | 59° 23′ N, 28° 12′ O | |
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Die Hermannsfeste (estnisch Hermanni linnus) ist eine mittelalterliche Festung in Narva, Estland. Sie liegt am Ufer des Flusses Narva.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits während des Mesolithikums um 7.000 bis 6.000 v. Chr. ließen sich mit Stämmen aus der Schwarzmeerregion erste Menschen an den Ufern der Narva nieder. Diese Siedlungen wurden später als Kunda-Kultur bezeichnet, zu welchen auch die Siedlung Narva gehörte. Zwischen 5.000 und 3.000 v. Chr. siedelten hier Angehörige der Narva-Kultur, die ab 3.000 v. Chr. von indogermanischen Völkern wie Balten, Slawen und finno-ugrischen Stämmen verdrängt wurden.
Im 10. und 11. Jahrhundert war das Land häufig Ziel von Wikinger-Überfällen.
Narva fand möglicherweise bereits 1172 erstmals in der Nowgoroder Chronik Erwähnung, wobei jedoch nicht geklärt ist, ob damit Fluss oder Siedlung gemeint waren. Gesichert ist hingegen die erstmalig schriftliche Nennung als Siedlung im Jahre 1240. Im dänischen „Waldemar-Erdbuch“ (lateinisch: Liber Census Daniæ) wurde Narva noch nicht als Stadt, sondern als kleines Dorf beschrieben.
Die Festung wurde gegen Mitte des 13. Jahrhunderts von den Dänen gegründet. 1345 wurde sie von den Dänen mitsamt Narva und Ostestland an den Deutschen Orden verkauft. Nach dessen Auflösung war sie von 1558 bis 1704 in schwedischem, danach in russischem Besitz. Wie der Großteil Narvas wurde sie im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. In der inzwischen restaurierten Festung befindet sich heute ein Museum.
Narva war die östlichste Burg des Deutschen Ordens. Direkt gegenüber, am anderen Ufer des Flusses, liegt die russische Festung Iwangorod.
- Detail des Turms
- Hermannsfeste, die Brücke nach Russland und die Festung Iwangorod
Seit 1993 stand die ursprünglich 1957 auf dem Peetri-Platz errichtete Narvaer Leninstatue im Hof der Hermannsfeste. Es handelte sich um die letzte Leninstatue im öffentlichen Raum des Baltikums. Im Dezember 2022 wurde diese im Zuge von Umbauarbeiten demontiert und nach Tallinn verbracht.[1][2]
- Leninstatue vor der Feste
- Einer der Innenräume der Feste
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christian Nowak, Peter Hirth: Baltikum Estland, Lettland, Litauen. DuMont Mediengruppe, Ostfildern 2017, ISBN 3-7701-9450-0, S. 157 ff.
- Christofer Herrmann: Burgen in Livland – Mittelalterliche Wehrbauten in Estland und Lettland. Michael Imhof Verlag, ISBN 3-7319-1405-0, S. 171–174.
- Karl von Löwis of Menar: Burgenlexikon für Alt-Livland. Walters und Rapa, Riga 1922, S. 84.
- Armin Tuulse: Die Burgen in Estland und Lettland (= Verhandlungen der Estnischen gelehrten Gesellschaft. Band 33). Õpetatud Eesti Seltsi Toimetused, 1942, S. 176–179.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetpräsenz des Museums in der Hermannsfeste
- Hermannsburg. Abgerufen am 17. Februar 2016.
- Renāta Rimša: Замок Нарва (Narwa) и городские укрепления (Burg Narva und Stadtbefestigungen). In: www.castle.lv/est/narva.html. Abgerufen am 4. November 2026 (russisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lenin-Statue im estnischen Narva demontiert und verlegt. 21.12.2022 - 16:53:04. NARVA (dpa-AFX).
- ↑ Elke Pressler: Das sowjetische Trauma - Estland auf der Suche nach sich selbst. In: WDR 3 Kulturfeature. WDR, 3. September 2022, abgerufen am 21. Dezember 2022.

