HĂ€resiographie
Eine HĂ€resiographie ist eine Abhandlung, die HĂ€resien beschreibt. Der Begriff ist nicht zu verwechseln mit HĂ€resiologie, der Lehre von HĂ€resien. HĂ€resiographien sind aus dem Christentum und aus dem Islam bekannt.
Viele HĂ€resiographien waren polemisch abgefasst. Andererseits sind gerade HĂ€resiographien aus der Antike eine unverzichtbare Quelle fĂŒr das Leben und die Lehren, derer, die sie beschreiben. So ist beispielsweise die grundlegende GlaubwĂŒrdigkeit von IrenĂ€us von Lyon bezĂŒglich der gnostischen Lehren durch die Funde in Nag Hammadi weitgehend erhĂ€rtet worden.[1] Auch enthalten HĂ€resiographien oft Zitate von Autoren, deren Werke verloren gegangen sind.
Vergleichbare Werke der islamischen Literatur werden der Gattung Milal wa-Nihal (Literatur ĂŒber Religionen und Sekten) zugeordnet.[2]
Im Christentum gibt es HĂ€resiographien aus der Antike, aus dem Mittelalter und auch von Protestanten und Katholiken aus der Zeit nach der Reformation.
Beispiele von HĂ€resiographien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- IrenÀus von Lyon: Adversus Haereses (2. Jahrhundert)
- Epiphanius von Salamis: Panarion (ca. 374â377)
- Johannes von Damaskus: Betreffend HĂ€resien (Î áœČÏÎč αጱÏΔÏáœČÏΜ) (8. Jahrhundert)
- Abu Tammam: BÄb asch-SchaitÄn in KitÄb asch-Schadschara (10. Jahrhundert)
- Ibn Hazm: al-Fasl fÄ« l-Milal wa-l-AhwÄâ wa-n-Nihal (Unterscheiden zwischen Religionen, Ideologien und Sekten) (11. Jahrhundert)
- Ephraim Pagitt: Heresiography - Or a Description of the Heretickes and Sectaries Sprang Up in These Latter Times, 1645
- Gottfried Arnold: Unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie, 1699
- Johann Lorenz von Mosheim: Ketzer-Geschichte, 1748