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Joseph Brettauer

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Joseph Brettauer (* 8. Dezember 1835 in Ancona; † 11. Juli 1905 in Triest, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Mediziner und MĂŒnzsammler.

Leben und Wirken

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Brettauer als Mediziner

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Joseph Brettauer studierte an der Prager und Wiener UniversitĂ€t Medizin, wo er 1859 promovierte. Im Allgemeinen Krankenhaus in Wien machte er die Facharztausbildung fĂŒr Augenheilkunde bei Carl Ferdinand von Arlt. Nachdem er mit seinen Eltern 1861 nach Triest ĂŒbersiedelte, wurde er im Triestiner Krankenhaus Leiter der Augenabteilung. Diese Position behielt er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904. In Ärztekreisen galt er bis ins hohe Alter als guter Diagnostiker und geschickter Operateur. Wissenschaftliche Publikationen existieren jedoch kaum.

Brettauer als Numismatiker

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Er blieb das ganze Leben Junggeselle. Neben seiner medizinischen TĂ€tigkeit war er ein begeisterter Sammler von MĂŒnzen, Medaillen und anderen numismatischen Objekten. Dabei setzte er erhebliche finanzielle Mittel ein und brachte zwei riesige Sammlungen von MĂŒnzen, Medaillen etc. zustande: eine mit Objekten mit Bezug auf die Stadt Triest und die MEDICINA in NUMMIS. Diese Sammlung (mit 5557 Katalognummern) dokumentiert Medizinisches, Hygienische, Volkswohlfahrt, Hunger und Pest, bedeutende Personen, Einrichtungen, Erfindungen und BĂ€der, Katastrophen und Antialkoholikerbewegungen, Auszeichnungen und Ehrungen aus dem gesamten europĂ€ischen Raum. Zeitlich beginnt die Sammlung mit griechischen MĂŒnzen des 5. Jahrhunderts vor Christus und reicht bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts.

Neben den weit mehr als 7.000 MĂŒnzen, Medaillen etc. die er zum Zeitpunkt seines Todes besaß, verfĂŒgte er auch ĂŒber ein Spezialwissen auf diesem Gebiet, sodass er als einer der bedeutendsten Numismatiker des 19. Jahrhunderts zĂ€hlte.

Nach seinem Tod

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Brettauer vermachte den gesamten Sammlungsteil „Medicinia in Nummis“ testamentarisch mit einer zusĂ€tzlichen Stiftung von 10.000 Kronen der UniversitĂ€t Wien mit der Auflage, die Sammlung zu katalogisieren und fĂŒr Studienzwecke zur VerfĂŒgung zu stellen. Da dies der UniversitĂ€t nicht möglich war, wurde die Sammlung in das MĂŒnzkabinett im Kunsthistorischen Museum verlagert. Wegen der finanziellen Schwierigkeiten (Inflation der Ersten Republik) wurde der Sammlungskatalog erst 1937 publiziert, der 1989 in einem Reprint als Band 28 der Veröffentlichungen der Numismatischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erschienen konnte.

UnabhĂ€ngig davon bestand an der UniversitĂ€t Wien seit 1774 die Ă€lteste Lehrkanzel der Welt fĂŒr Numismatik. Diese war aber seit 1863 verwaist. Nachdem die Lehrkanzel 1965 wieder aktiviert wurde, konnte man die Sammlung „Medicina in Nummis“ wieder zur UniversitĂ€t zurĂŒckholen. Seit 1988 wird die Brettauersammlung am Institut fĂŒr Numismatik und Geldgeschichte der UniversitĂ€t Wien (im GebĂ€ude der ehemaligen Hochschule fĂŒr Welthandel) verwahrt, betreut, im Unterricht eingesetzt und auch in Teilen ausgestellt.

Seine MĂŒnzsammlung, die Bezug auf Triest hatte, vermachte er dem stĂ€dtischen Museum in Triest.

Commons: Josef Brettauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien