Kobelwagen

Ein Kobel oder Koben (mittelhochdt.: Verschlag, Stall) ist einer der Ă€ltesten mittelalterlichen Reisewagen, der bis ins 16. Jahrhundert hinein benutzt wurde und fast ausschlieĂlich den Damen vorbehalten war. TypenmĂ€Ăig ist der Kobelwagen verwandt mit dem Coche.
Der lĂ€ngliche Kasten besaĂ halbhohe SeitenwĂ€nde und ein halbrundes einfaches Tuchverdeck, vergleichbar mit dem spĂ€teren Planwagen. Vier Ketten oder auch Seile, die an starren Holzkipfen befestigt waren, dienten als AufhĂ€ngung. Das Fahrwerk bestand aus vier hohen, gleich groĂen RĂ€dern, hatte einen Langbaum und eine einfache Reibschemellenkung. Auf Grund der fehlenden Unterschneidung des Kastens war der Wendekreis dieses Wagens sehr beschrĂ€nkt.
Im 16. Jahrhundert wurde dieser Planwagentypus von einem Oberwagen abgelöst, der sich hauptsÀchlich durch gerade Pfosten oder SÀulen und ein gewölbtes Baldachindach vom Kobel unterschied.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert Sallemann: Kutschenlexikon. Huber, Frauenfeld 1994, ISBN 3-7193-1100-7.