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Kugelstrahlen

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Kugelgestrahlte Aluminiumfassade (rechts)

Das Kugelstrahlen (engl. Shot peening) ist eine Anwendung des Strahlens mit kugeligem Strahlmittel, das zuvor in der inzwischen zurĂŒckgezogenen DIN 8200 geregelt wurde.[1]

Kugelstrahlen ist eine OberflĂ€chenbehandlung. Dabei werden mittels Schleuderrad-, Injektor-, Druckluft- oder Ultraschall-Strahlanlagen bei meist 2–7 bar oder einer Ultraschallschwingung mit 20Khz bei einer Amplitude von 0,025–0,12 mm kleine Strahlmittelkörner mit hoher Geschwindigkeit gegen die zu behandelnde OberflĂ€che (Strahlgut) geschleudert. Das Ziel dieser Behandlung ist die Verbesserung von OberflĂ€cheneigenschaften, beispielsweise erhöhte Lebensdauer bei ErmĂŒdungsbelastung, reduzierte Spannungsrisskorrosion und verbesserte WiderstandsfĂ€higkeit gegen Fretting (KorrosionsermĂŒdung).

Das Verfestigungsstrahlen wird schon lange in der Luftfahrtindustrie fĂŒr die SchaufelrĂ€der von Triebwerken genutzt, sowie in der Bautechnik und im Fassadenbau, hĂ€lt aber inzwischen auch in anderen Branchen Einzug, wie z. B. im Motoren- oder Getriebebau.[2]

Die ĂŒblichen Einsatzgebiete sind das Verfestigungs- bzw. Verdichtungsstrahlen, OberflĂ€chenveredelungsstrahlen, Strahlspanen, Reinigungs- sowie das Umformstrahlen.[3]

Im Bauwesen wird das Kugelstrahlen zur Reinigung und Vorbereitung von OberflÀchen eingesetzt. Schlecht haftende Schichten können von OberflÀchen entfernt werden, um mit einer nachfolgenden Beschichtung den erforderlichen Haftzugwert von > 1,5 N zu erreichen.

Verfestigungsstrahlen/Kugelstrahlverfestigen

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Durch das Auftreffen der Kugeln werden kĂŒnstlich Fehler (Fehlstellen) ins Atomgitter eingebracht, die wie bei der Autofrettage zu einer lokalen Verdichtung des Materials fĂŒhren und damit Druckeigenspannungen hervorrufen. (Es wird auf der Zugseite eines WerkstĂŒckes kugelgestrahlt, um Druckeigenspannungen zu erzeugen, die dann wiederum den Zugspannungen entgegenwirken).

Ein großer Nachteil dieses Verfahrens ist, dass durch falsche ProzessfĂŒhrung (z. B. zu hoher Druck, zu geringer Abstand vom Strahlgut) eine SchwĂ€chung des Bauteils hervorgerufen werden kann. Mögliche Folgen sind verringerte Dauerfestigkeit und Biegewechselfestigkeit des WerkstĂŒckes. Um diesem entgegenzuwirken, wurden seit Entwicklung des Verfahrens (ca. 1935) verschiedene PrĂŒfmechanismen wie z. B. AlmenintensitĂ€t, Deckungsgradkontrolle oder Peenscan (eine leuchtende Farbe, die unter ultraviolettem Licht sichtbar wird) eingefĂŒhrt.

Das Verfestigungsstrahlen wird schon lange in der Luftfahrtindustrie fĂŒr die SchaufelrĂ€der von Triebwerken genutzt, hĂ€lt aber inzwischen auch in anderen Branchen Einzug, wie z. B. im Motoren- oder Getriebebau.

Die Technik des Kugelstrahlverfestigens wurde inzwischen durch das Laser peening und HochfrequenzhĂ€mmern ergĂ€nzt. 2014 implementierte Starrag einen Hochfrequenz-HĂ€mmerprozess fĂŒr die Turbinenbearbeitung, der die Aufgaben des Kugelstrahlens erfĂŒllt und dieses somit ersetzt.[4]

Wichtig beim Kugelstrahlen ist eine sichere ProzessfĂŒhrung, um die positiven Eigenschaften der Druckeigenspannungen und reproduzierbare QualitĂ€ten zu erhalten. Bei der AlmenintensitĂ€tsmessung, dem derzeit gĂ€ngigen Verfahren zur Kontrolle des Strahlprozesses, wird ein kleines PlĂ€ttchen aus gehĂ€rtetem Stahl – das sogenannte AlmenplĂ€ttchen – mit dem Strahlmittel beschossen. Aus der KrĂŒmmung des PlĂ€ttchens kann man RĂŒckschlĂŒsse auf den Strahlprozess ziehen. Problematisch hierbei ist, dass fĂŒr diese Messung der eigentliche Strahlprozess unterbrochen werden muss. Bei einem neueren Verfahren, das von der Firma KSA Kugelstrahlzentrum Aachen GmbH entwickelt wurde, wird die Geschwindigkeit des Strahlmittels mittels einer Doppellichtschranke vor der StrahldĂŒse gemessen.[5]

Einzelnachweise

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  1. ↑ siehe Normenabgleich in: Federnverband.de bzw. DIN 8200 in: Standards.globalspec.com. Abgerufen im Februar 2022
  2. ↑ Die Vorteile von Shot Peening fĂŒr bessere Bauteile. Abgerufen am 5. Juli 2023.
  3. ↑ Industrielle Strahlanwendungen. In: strahlportal.de. strahlportal, 2007, abgerufen am 21. Februar 2022.
  4. ↑ Maschinenwerkzeug: HĂ€mmern mit High-Speed. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 8. Dezember 2015; abgerufen am 4. Dezember 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Patent DE102007013221B3: Verfahren zur Bestimmung des Abstandes zwischen zwei Erfassungsstellen einer Geschwindigkeitsmesseinrichtung fĂŒr Partikel. Angemeldet am 15. MĂ€rz 2007, veröffentlicht am 14. August 2008, Anmelder: KSA Kugelstrahlzentrum Aachen, Erfinder: Stefan Kittel.‌