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Le Cid (Oper)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Operndaten
Titel: Le Cid

Poster der UrauffĂŒhrung

Form: Oper in vier Akten und zehn Szenen
Originalsprache: Französisch
Musik: Jules Massenet
Libretto: Louis Gallet, Édouard Blau, Adolphe d’Ennery
Literarische Vorlage: Pierre Corneille: Le Cid,
Guillén de Castro:
Las mocedades del Cid
UrauffĂŒhrung: 30. November 1885
Ort der UrauffĂŒhrung: Palais Garnier der Pariser Oper
Spieldauer: ca. 2 Œ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Spanien, 2. HÀlfte des 11. Jahrhunderts
Personen
  • ChimĂšne, Jimena DĂ­az (dramatischer Sopran)
  • Die Infantin, Urraca von Zamora (Sopran)
  • Rodrigue, Rodrigo DĂ­az de Vivar, genannt El Cid (Tenor)
  • Don DiĂšgue, Vater Rodrigues (Bass)
  • Der König, Ferdinand I. (Bariton)
  • Der Graf von Gormas (hoher Bass)
  • Saint Jacques, Erscheinung des Heiligen Jakobus (Bariton)
  • Der maurische Gesandte (hoher Bass)
  • Don Arias (Tenor)
  • Don Alonzo (Bass)
  • Herren und Damen des Hofs, Bischöfe, Priester, Mönche, Hauptleute, Soldaten, Volk, Pagen, Diener, Gefolge des maurischen Gesandten, maurische Musikanten, Gefangene (Chor und Statisten)
  • Ballett im zweiten und dritten Akt

Le Cid ist eine Oper in vier Akten und zehn Bildern von Jules Massenet (Musik) mit einem Libretto von Louis Gallet, Édouard Blau und Adolphe d’Ennery nach der Tragikomödie Le Cid (1637) von Pierre Corneille und dem Schauspiel Las mocedades del Cid (1618) von GuillĂ©n de Castro. Die UrauffĂŒhrung fand am 30. November 1885 im Palais Garnier der Pariser Oper statt.

Die Oper handelt von Rodrigue (Rodrigo DĂ­az de Vivar, genannt El Cid), dem spanischen Helden der Maurenkriege, und dessen Liebesbeziehung zu ChimĂšne (Jimena DĂ­az), der Tochter des Grafen von Gormas. Rodrigue wird vom König zum Ritter geschlagen. Gormas hofft auf eine Ernennung zum Erzieher des Infanten, doch der König entscheidet sich fĂŒr Rodrigues Vater DiĂšgue. Außer sich vor Zorn schlĂ€gt Gormas DiĂšgue. Da dieser aufgrund seines Alters nicht selbst in der Lage ist, seine Ehre wiederherzustellen, bittet er seinen Sohn darum. Rodrigue tötet Gormas im Zweikampf – im Bewusstsein, dass er nun seine Hoffnung auf dessen Tochter ChimĂšne aufgeben muss. Eine KriegserklĂ€rung der Mauren verhindert ChimĂšnes Wunsch nach königlicher Vergeltung, denn Rodrigue muss als neuer HeerfĂŒhrer in den Kampf ziehen. Am Vorabend der Schlacht verheißt ihm eine Vision des Heiligen Jakobus den Sieg. Nach der Schlacht und einer Falschmeldung ĂŒber seinen Tod zieht Rodrigue im letzten Akt triumphal in die Stadt ein. Der König verspricht, ihm zum Lohn einen Wunsch zu erfĂŒllen – doch Rodrigues einziges Sehnen gilt der Vergebung ChimĂšnes. Nachdem sie ihren Gewissenskonflikt ĂŒberwunden und ihren toten Vater um Verzeihung gebeten hat, gibt ChimĂšne nach. Das Paar wird glĂŒcklich vereint.

Erstes Bild. Saal im Haus des Grafen von Gormas in Burgos

1. Bild. Szenenmodell
(EugĂšne Carpezat)

Im Hintergrund ein großes Fenster mit Blick auf eine Straße mit beflaggten HĂ€usern. Fanfaren in der Ferne.

Szene 1. Der Graf von Gormas, Don Alonzo, Don Arias und weitere Edelleute unterhalten sich darĂŒber, dass der König Don Rodrigue trotz seines jungen Alters zum Ritter schlagen will. Gormas selbst macht sich Hoffnung, zum Erzieher des Prinzen ernannt zu werden.

Szene 2. Gormas’ Tochter ChimĂšne kommt gut gelaunt hinzu. Sie liebt Rodrigue, und Gormas gibt gern sein EinverstĂ€ndnis zur Ehe. Gormas und seine Freunde machen sich auf den Weg zur Zeremonie.

Szene 3. WĂ€hrend ChimĂšne jubiliert, geleiten Pagen die melancholisch gestimmte Infantin herein. Sie gesteht ChimĂšne, dass sie ebenfalls Rodrigue liebt, sich aber aufgrund ihres Standes keine Hoffnung auf ihn machen kann. Sie ĂŒberlasse ihn daher ChimĂšne (Duett ChimĂšne/Infantin: „Laissez le doute dans mon Ăąme“).

Zweites Bild. Eine Galerie, die vom Palast zu einem der EingĂ€nge der Kathedrale fĂŒhrt

2. Bild. Szenenmodell
(EugĂšne Carpezat)

In der Mitte auf einer SÀule ein Standbild des Heiligen Jakobus. Zwischen den SÀulen sieht man die Stadt in hellem Sonnenlicht. GlockengelÀut.

Szene 1. Die Infantin, ChimĂšne, der König, DiĂšgue, Gormas, Arias, Alonzo, die Damen der Infantin, Priester, Edelleute und Volk preisen den Heiligen Jakobus fĂŒr seine UnterstĂŒtzung in der letzten Schlacht gegen die Mauren. Als der König seinen Pagen befiehlt, Rodrigue zu holen, fĂŒhlt sich dessen Vater Don DiĂšgue so geehrt, dass er niederknien will. Der König unterbindet dies und fordert ihn auf, sich zu ihm zu setzen.

Szene 2. Die Pagen fĂŒhren Rodrigue herein, der sich ehrfurchtsvoll vor dem König verneigt. Alle sind beeindruckt von seiner Erscheinung. Rodrigue schwört dem König seine Treue und erhĂ€lt von diesem den Ritterschlag. Anschließend bittet er den Heiligen Jakobus um Beistand (Arie Rodrigue: „Ô noble lame Ă©tincelante“). Dann fĂ€llt sein Blick auf ChimĂšne, in der er eine himmlische Erscheinung erblickt, und gelobt ihr seine ewige Verbundenheit. Alle außer dem König, DiĂšgue, Gormas und dessen Freunden betreten die Kathedrale, in der Rodrigue den Schwur wiederholen soll. Der König ernennt nun DiĂšgue zum Erzieher seines Sohnes. Gormas reagiert mit einem heftigen Zornesausbruch und wird vom König zurechtgewiesen, bevor sich dieser in seinen Palast zurĂŒckzieht.

Szene 3. DiĂšgue versucht, mit Gormas die Ehe ihrer Kinder Rodrigue und ChimĂšne zu verabreden – doch Gormas reagiert gereizt, beleidigt DiĂšgue und schlĂ€gt ihm den Handschuh ins Gesicht, worauf die beiden die Klingen kreuzen. Gormas schlĂ€gt dem alten DiĂšgue schnell den Degen aus der Hand und geht. Die Freunde des Grafen verabschieden sich spöttisch.

Szene 4. WĂ€hrend aus der Kathedrale Rodrigues Schwur erklingt, ĂŒberlĂ€sst sich DiĂšgue seiner Verzweiflung ĂŒber die erlittene Schmach (Arie DiĂšgue: „Ô rage! ĂŽ dĂ©sespoir!“).

Szene 5. Als Rodrigue strahlend auf der Schwelle der KirchentĂŒr erscheint, lĂ€sst sein Vater ihn schwören, seine Ehre wiederherzustellen (Duett Rodrigue/DiĂšgue: „Rodrigue, as-tu du cƓur?“). Rodrigue erkennt, dass er nun keine Möglichkeit mehr hat, mit ChimĂšne vereint zu werden.

Drittes Bild. Eine Straße in Burgos

3. Bild. Szenenmodell
(Henri Robecchi und Amable)
3. Bild. Der Tod des Grafen

Nacht bei schwachem Mondlicht. Rechts der Palast des Grafen, links ein Madonnenbild mit ewiger Lampe.

Szene 1. Rodrigue grĂŒbelt verzweifelt ĂŒber sein Schicksal nach. Die Rache gebietet es, mit dem Vater ChimĂšnes sein eigenes GlĂŒck zu töten (Stances Rodrigue: „PercĂ© jusques au fond du cƓur“).

Szene 2. Als der Graf auf der Schwelle zum Palast erscheint, fordert Rodrigue ihn zum Kampf heraus (Duett Rodrigue/Gormas: „A moi, Comte, deux mots!“). Gormas weist ihn zunĂ€chst hochmĂŒtig zurĂŒck, zieht dann aber ebenfalls seinen Degen. Rodrigue tötet ihn und ĂŒberlĂ€sst sich anschließend seiner Verzweiflung.

Szene 3. Durch den LĂ€rm aufgeschreckt, strömt von allen Seiten Volk herbei. DiĂšgue kommt mit seinen Freunden und umarmt seinen Sohn dankbar, da er seine Ehre gerettet hat. Rodrigue aber trauert um sein verlorenes GlĂŒck. Diener tragen den Leichnam des Grafen in den Palast.

Szene 4. ChimĂšne erscheint in der TĂŒr des Palasts und schwört dem Mörder den Tod. Nachdem sie die Umstehenden befragt hat, erkennt sie zu ihrem Schrecken in Rodrigue den Schuldigen.

Viertes Bild. Hauptplatz von Burgos

4. Bild. Szenenmodell
(Henri Robecchi und Amable)
4. Bild. Ballett
4. Bild. Der Gesandte Boabdils erklÀrt dem König den Krieg

Links der Königspalast. FrĂŒhlingsfeier. Heller Sonnenschein. Buntes Volkstreiben. TĂ€nze.

Szene 1. Die Infantin verteilt Almosen unter dem fröhlich singenden Volk (Arie der Infantin: „Plus de tourments
 et plus de peine“). Es folgt ein Ballett.

Szene 2. Der König erscheint zusammen mit Rodrigue und weiteren Edelleuten in der TĂŒr des Palasts und wird vom Volk und der Infantin begrĂŒĂŸt. ChimĂšne stĂŒrzt herbei und fordert Gerechtigkeit fĂŒr den Tod ihres Vaters (Arie ChimĂšne: „Lorsque j’irai dans l’ombre“).

Szene 3. DiĂšgue tritt wĂ€hrend der letzten Worte ChimĂšnes hinzu und erklĂ€rt, dass sein Sohn lediglich seine Ehre verteidigt habe. Es kommt zu einem kurzen Tumult zwischen den AnhĂ€ngern beider Parteien, bis der König Stillschweigen gebietet und DiĂšgue sprechen lĂ€sst (Arie DiĂšgue: „Qu’on est digne d’envie“). Der König kann sich nicht zu einem Urteil entschließen, sondern verweist auf die Gerechtigkeit Gottes. ChimĂšne lĂ€sst sich jedoch nicht so einfach besĂ€nftigen. Plötzlich erklingen hinter der Szene Trompeten. Ein maurischer Bote erscheint mit seinem Gefolge und erklĂ€rt dem König im Namen seines Herrschers Boabdil den Krieg. Da der bisherige HeerfĂŒhrer Gormas tot ist, akzeptiert der König den Vorschlag DiĂšgues, Rodrigue zum neuen Feldherrn zu ernennen. Der ist gern bereit, sein Leben fĂŒr die Sache aufs Spiel zu setzen. ChimĂšnes muss ihre Rache aufschieben.

FĂŒnftes Bild. ChimĂšnes Zimmer

5. Bild. Nr. 10. Arie Chimùne: „Pleurez, pleurez, mes yeux“ (Marguerita Sylva 1910)
5. Bild. Rodrigue verabschiedet sich von ChimĂšne

Szene 1. Chimùne beklagt den Schicksalsschlag (Arie Chimùne: „Pleurez, pleurez mes yeux!“).

Szene 2. Rodrigue betritt ihr Zimmer, um sich vor der Schlacht von ihr zu verabschieden. Er hofft, dass sie ihre Liebe nie vergessen werde (Duett ChimĂšne/Rodrigue: „Ô jours de premiĂšre tendresse“). ChimĂšne versichert ihm, dass sie ihn nie hassen könnte. Sie sehne sich nach Rache und fĂŒrchte zugleich, dass sie komme. Sie fordert ihn auf, sich im Kampf stark zu zeigen, auf diese Weise das Schicksal zu versöhnen und als Sieger zurĂŒckzukehren. Rodrigue erkennt darin ein Zeichen ihrer Vergebung. ChimĂšne dagegen bereut ihre Worte und verlĂ€sst das Zimmer verwirrt.

Szene 3. Rodrigue kann in seinem Tatendrang die Schlacht kaum noch erwarten. Er will seiner Geliebten den Erdkreis zu FĂŒĂŸen legen.

Sechstes Bild. Rodrigues Feldlager

6. und 8. Bild. Szenenmodell
(Auguste Rubé, Philippe Chaperon, Marcel Jambon)
6. Bild. Das Ballett im Feldlager

Das Meer am Horizont. AbenddÀmmerung. Links hocken Gefangene beiderlei Geschlechts neben maurischen Musikanten. Malerische Unordnung.

Szene 1. Hauptleute und Soldaten zechen und singen (MĂ€nnerchor: „Vivons sans peur et sans remords!“). Auf einen Wink der Hauptleute erheben sich zwei Gefangene und tanzen zur Begleitung der Musikanten (Rapsodie mauresque).

Szene 2. Rodrigue fordert die Soldaten auf, sich zur bevorstehenden Schlacht zu rĂŒsten und auf den möglichen Tod vorzubereiten. Sie benötigen alle ihre Kraft, um sich dem an Zahl ĂŒberlegenen Gegner entgegenzustellen. WĂ€hrend ein Teil der MĂ€nner siegessicher ist, rĂ€t eine andere Gruppe zur Aufgabe angesichts ihrer Unterzahl. Rodrigue vertreibt die Feiglinge und verspricht den ĂŒbrigen, wĂ€hrend ihrer Ruhe fĂŒr sie zu wachen.

Siebtes Bild. Rodrigues Zelt

7. Bild. Szenenmodell
(Auguste Rubé, Philippe Chaperon, Marcel Jambon)
7. Bild. Nr. 13. Priùre Rodrigue: „Ô souverain, î juge, î pùre!“ (Enrico Caruso 1916)

Szene 1. Rodrigue bittet Gott um Beistand (Priùre Rodrigue: „Ô souverain, î juge, î pùre!“).

Szene 2. Über dem Boden des Zelts verbreitet sich zunehmende Helligkeit. Eine Erscheinung des Heiligen Jakobus verspricht Rodrigue den Sieg.

Achtes Bild. Das Feldlager

Tagesanbruch. Die Krieger kommen in Scharen herbei. Trompeten schmettern.

Einzige Szene. Siegesgewiss feuert Rodrigue seine Krieger zum Kampf an. Die Mauren stĂŒrmen ihnen entgegen. Die Schlacht beginnt.

Neuntes Bild. Saal im Königspalast von Granada

9. Bild. Szenenmodell
(Jean-Baptiste Lavastre)

Szene 1. Eine Gruppe von Soldaten ist aus der Schlacht geflohen und informiert DiĂšgue ĂŒber den Tod Rodrigues. DiĂšgue trauert um seinen Sohn, ist aber zugleich stolz auf ihn (Arie DiĂšgue: „Il a fait noblement ce que l’honneur conseille!“). Er wirft die Feiglinge zornig hinaus.

Szene 2. Die Infantin und ChimĂšne kommen hinzu. Auch sie haben von der Niederlage erfahren und stimmen in die Klage DiĂšgues ein (Terzett Infantin/ChimĂšne/DiĂšgue: „Ô cƓur deux fois blessĂ©!“).

Szene 3. In der Ferne schmettern Trompeten. Der König erscheint und wundert sich ĂŒber die traurige Stimmung der Anwesenden. Als zudem draußen das Volk den siegreichen Rodrigue bejubelt, erkennen ChimĂšne und die Infantin ihren Irrtum.

Zehntes Bild. Hof im Königspalast von Granada

10. Bild. Szenenmodell
(Jean-Baptiste Lavastre)
10. Bild. Rodrigues Triumph

Einzige Szene. Alle haben sich zum Empfang Rodrigues versammelt und bejubeln ihren Retter. Rodrigue marschiert an der Spitze der Krieger, Priester und Gefangenen ein (Marche du Cid) und ĂŒberreicht dem König seinen Degen. Der König gibt ihm den Ehrentitel „Cid“ (wie ihn die Mauren genannt hatten) und verspricht ihm als Lohn fĂŒr seine Treue die ErfĂŒllung eines Wunsches. Doch Rodrigues einziger Wunsch ist nicht vom König zu erfĂŒllen. Der König ĂŒberlĂ€sst die Entscheidung ChimĂšne. Diese erklĂ€rt der Versammlung ihren Gewissenskonflikt und zögert. ZunĂ€chst sieht es so aus, als könne sie Rodrigue nicht vergeben. Doch als dieser anbietet, sich selbst zu töten, um ihre Rache zu erfĂŒllen, bittet sie ihren Vater um Vergebung und erklĂ€rt dem König, dass sie Rodrigue liebe. Nach einem gegenseitigen Liebesschwur ChimĂšnes und Rodrigues bejubeln alle den Cid.

Instrumentation

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Die Orchesterbesetzung der Oper enthÀlt die folgenden Instrumente:[1]

Die Oper enthĂ€lt die folgenden MusikstĂŒcke (Nummerierung nach der bei Heugel in Paris herausgegebenen Table thĂ©matique des Morceaux):[2]

  • Ouverture

Erster Akt

  • Nr. 1. Duett (ChimĂšne, Infantin): „Laissez le doute dans mon Ăąme“ (1. Bild, Szene 3)
  • EntrĂ©e de Rodrigue – Auftritt Rodrigues (2. Bild, Szene 2)
  • Nr. 2. Arie (Rodrigue): „Ô noble lame Ă©tincelante“ (2. Bild, Szene 2)
  • Nr. 3. Arie (DiĂšgue): „Ô rage! ĂŽ dĂ©sespoir!“ (2. Bild, Szene 4)
  • Nr. 4. Duett (Rodrigue, DiĂšgue): „Rodrigue, as-tu du cƓur?“ (2. Bild, Szene 5)

Zweiter Akt

  • Nr. 5. Stances – Stanzen (Rodrigue): „PercĂ© jusques au fond du cƓur“ (3. Bild, Szene 1)
  • Nr. 6. Duett (Rodrigue, Gormas): „A moi, Comte, deux mots!“ (3. Bild, Szene 2)
  • Nr. 7. Arie (Infantin): „Plus de tourments
 et plus de peine“ (4. Bild, Szene 1)
  • Ballett: Castillane, Andalouse, Aragonaise, Aubade, Catalane, MadrilĂšne, Navarraise (4. Bild, nach Szene 1)
  • Nr. 8. Arie (ChimĂšne): „Lorsque j’irai dans l’ombre“ (4. Bild, Szene 2)
  • Nr. 9. Arie (DiĂšgue): „Qu’on est digne d’envie“ (4. Bild, Szene 3)

Dritter Akt

  • Entr’acte – Zwischenaktmusik
  • Nr. 10. Arie (ChimĂšne): „Pleurez, pleurez mes yeux!“ (5. Bild, Szene 1)
  • Nr. 11. Duett (ChimĂšne, Rodrigue): „Ô jours de premiĂšre tendresse“ (5. Bild, Szene 2)
  • Nr. 12. MĂ€nnerchor: „Vivons sans peur et sans remords!“ (6. Bild, Szene 1)
  • Rapsodie mauresque – Maurische Rhapsodie (6. Bild, nach Szene 1)
  • Nr. 13. PriĂšre / Gebet (Rodrigue): „Ô souverain, ĂŽ juge, ĂŽ pĂšre!“ (7. Bild, Szene 1)

Vierter Akt

  • Nr. 14. Arie (DiĂšgue): „Il a fait noblement ce que l’honneur conseille!“ (9. Bild, Szene 1)
  • Nr. 15. Terzett (Infantin, ChimĂšne, DiĂšgue): „Ô cƓur deux fois blessĂ©!“ (9. Bild, Szene 2)
  • Marche du Cid – Marsch des Cid (10. Bild)

Der Schwerpunkt der Oper liegt auf der Liebesbeziehung zwischen dem „Cid“ Rodrigue und ChimĂšne sowie dem Konflikt zwischen Moral und GefĂŒhl. Der historische Hintergrund tritt gegenĂŒber dem psychologischen Drama in den Hintergrund. Hinzu kommt mit der Erscheinung des Heiligen Jakobus ein Merkmal des Phantastischen. Die eigentliche Hauptfigur ist ChimĂšne. Deren dramatische Bedeutung verstĂ€rkte Massenet, indem er dem ursprĂŒnglichen Libretto die Szene Adolphe d’Ennerys hinzufĂŒgte, in der sie in Rodrigue den Mörder ihres Vaters erkennt. Die ĂŒbrigen Gestalten treten ihr gegenĂŒber zurĂŒck. Selbst die Titelfigur Rodrigue ist vorwiegend lediglich als „ritterlicher Held“ dargestellt.[1]

Formal hielt sich Massenet an die BedĂŒrfnisse der Pariser Oper. Le Cid steht daher in der Tradition der Grand opĂ©ra, wie sie von Giacomo Meyerbeer z. B. in dessen Oper Le prophĂšte geprĂ€gt wurde. Dieses Vorbild ist besonders in den ausdrucksstarken SolostĂŒcken, den großen Massenszenen sowie der Art der StimmfĂŒhrung, Melodiebildung und Instrumentation unverkennbar.[3] Die Oper enthĂ€lt Prozessionen, Ballette und eine Schlachtszene.[4] Bereits August Vitu, dem Rezensenten des Figaro am Folgetag der UrauffĂŒhrung, fiel auf, dass Massenet keine konventionellen Musiknummern mehr verwendete, sondern die Oper hauptsĂ€chlich in Akte und Bilder (Tableaux) aufteilte.[5.1]

Höhepunkte der Oper sind die in Sonatensatzform[6] gegliederte OuvertĂŒre, ChimĂšnes Arie „Pleurez mes yeux“ und die beiden Arien Rodrigues, „Ô noble lame Ă©tincelante“ und „Ô souverain, ĂŽ juge, ĂŽ pĂšre“.[4] Auch die Ballettmusik gilt „wegen der OriginalitĂ€t der Erfindung und der unerhörten koloristischen Brillanz zu den gelungensten der Zeit“ (Pipers EnzyklopĂ€die des Musiktheaters) und hielt sich auch noch im Programm, nachdem die Oper selbst aus dem Repertoire verschwunden war.[1]

Mit Le Cid gelang Massenet eine erfolgreiche RĂŒckkehr an die Pariser Oper, wo acht Jahre zuvor sein Le roi de Lahore aufgefĂŒhrt worden war. Im vorausgehenden Jahr hatte er in Paris bereits mit Manon an der OpĂ©ra-Comique und mit HĂ©rodiade am Théùtre-Italien Erfolge gefeiert.[6]

Die erste Fassung des Librettos erhielt Massenet von seinem Verleger Georges Hartmann. Es stammte von Louis Gallet und Édouard Blau und basierte auf der Tragikomödie Le Cid (1637) von Pierre Corneille. Massenet fĂŒhlte sich sofort angesprochen von dem Text. Kurz darauf erhielt er von Adolphe d’Ennery ein weiteres Libretto, aus dem er einen Abschnitt ĂŒbernahm. Die Idee zum Auftritt der Erscheinung des Heiligen Jakobus erhielt er nach einer LektĂŒre des Schauspiels Las mocedades del Cid (1618) von GuillĂ©n de Castro. FĂŒr die Ballettmusik nutzte er einige in Spanien gehörte TĂ€nze.[1] Zeitgenössischen Berichten zufolge modellierte Massenet jede der Rollen nach einer Person aus seinem Umkreis.[7]

Anfang 1885 arbeitete Massenet vorwiegend an der Orchestrierung von Le Cid – neben seinen ĂŒbrigen Arbeiten als Lehrer und Dirigaten einiger seiner frĂŒheren Opern. Am 5. Juni war die Arbeit „nahezu vollendet“, und am 23. Juni war die Gravur der Orchesterpartitur fertig.[5.2]

Der Stoff war vor Massenet bereits von ungefĂ€hr 20 anderen Komponisten verarbeitet worden,[1] darunter NiccolĂČ Piccinni (Il gran Cid, 1766)[8] und Giovanni Paisiello (Il gran Cid, 1775).[9][10]

UrauffĂŒhrung

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Die Besetzung der UrauffĂŒhrung am 30. November 1885 im Palais Garnier der Pariser Oper war von Massenet selbst vorgeschlagen worden. Es sangen FidĂšs DevriĂšs (ChimĂšne), Rosa Bosman (Infantin), Jean de Reszke (Rodrigue), dessen Bruder Édouard de Reszke (Don DiĂšgue), LĂ©on MelchissĂ©dec (König), Pol Plançon (Graf von Gormas), Lambert (Saint Jacques), Balleroy (Gesandter), Alexander Girardi (Don Arias), Sentein (Don Alonzo). Die musikalische Leitung hatte Jules Garcin, die Regie stammte von Pierre Gailhard und die Choreographie von Louis MĂ©rante. Zu den TĂ€nzern zĂ€hlten außer letzterem Rosita Mauri und MĂ©lanie Hirsch.[11] Bei der AuffĂŒhrung war der französische StaatsprĂ€sident Jules GrĂ©vy anwesend – Massenet selbst dagegen fehlte, da er einer AuffĂŒhrung seiner Manon beiwohnte. Auf dem RĂŒckweg machte er einen Abstecher zur OpĂ©ra, wo er von seinem Triumph erfuhr.[5.3]

Von der UrauffĂŒhrungsproduktion von 1885 sind außer Szenenbildern und Modellen auch mehr als 120 KostĂŒmskizzen des Malers Ludovic-NapolĂ©on Lepic erhalten.[12]

Der große Erfolg der UrauffĂŒhrung hielt sich mehrere Jahrzehnte lang, woran die LoyalitĂ€t der De-Reske-BrĂŒder und Pol Plançons großen Anteil hatte.[6] Bis 1891 durchgehend, anschließend mit Unterbrechungen bis 1919 im Programm, wurde das Werk insgesamt 152 Mal vor der Neuproduktion 2015 an der Pariser Oper aufgefĂŒhrt.[5.1] Wichtige Interpreten der Hauptrollen in dieser Zeit waren:[1]

In der Fachwelt wurde das Werk unterschiedlich bewertet. Einige Kritiker hielten es fĂŒr altmodisch. Anerkennung fand es dagegen bei Johannes Weber, dem SekretĂ€r Meyerbeers in Paris, und dem Komponisten Ernest Reyer.[4] Arthur Pougin betrachtete es als „ein Werk voller Charme, Poesie, ZĂ€rtlichkeit und Leidenschaft, in dem Lebenskraft nicht ausgeschlossen ist, und das manchmal wahre GrĂ¶ĂŸe erreicht“ („une Ɠuvre pleine de charme, de poĂ©sie, de tendresse et de passion, dont la vigueur n'est pas exclue, et qui atteint parfois Ă  la vĂ©ritable grandeur“).[13][2]

Schon 1887 wurde Le Cid auch in Nantes,[5.4] Bordeaux,[5.5] Antwerpen und in einer deutschen Übersetzung Max Kalbecks in Frankfurt am Main und in Wien (dort nur Achtungserfolg) gespielt. In Rom wurde eine italienische Fassung von Angelo Zanardini aufgefĂŒhrt (mit Elena Teoderini, Franco Cardinali, Roberto Villani und Romano Nannetti),[1] und 1890 in Mailand[14] (mit Hariclea DarclĂ©e als ChimĂšne und Giuseppe Verdi im Publikum).[15] In die USA kam die Oper 1890 (New Orleans) und 1897 (New York, mit FĂ©lia Litvinne als ChimĂšne und den Mitwirkenden der UrauffĂŒhrung in den anderen Rollen, dennoch nur reservierte Aufnahme).[1]

Anschließend geriet die Oper u. a. aufgrund von Besetzungsproblemen[6] in Vergessenheit, bis sie 1976 konzertant in der New Yorker Carnegie Hall unter der Leitung von Eve Queler wieder gespielt wurde (Chimáș»ne: Grace Bumbry, Rodrigue: PlĂĄcido Domingo, DiĂšge: Paul Plishka; Audio-Mitschnitt verfĂŒgbar). An der Hamburgischen Staatsoper gab es 1979 eine weitere konzertante AuffĂŒhrung. Erst 1986 wurde die Oper in einer Koproduktion von LĂŒttich und Rouen wieder szenisch aufgefĂŒhrt (Dirigent: Roger Rosel, Regie: Christiane Isartel, Ausstattung: Georges und Jeanne WakhĂ©vitch; SĂ€nger: Dunja Vejzovic, AndrĂ© Jobin).[1] Weitere Produktionen gab es 1999 in Barcelona[10] und 2015 erneut in Paris (Dirigent: Michel Plasson, Regie: Charles Roubaud, BĂŒhnenbild: Emmanuelle Favre; ChimĂšne: Sonia Ganassi, Rodrigue: Roberto Alagna; Video-Mitschnitt verfĂŒgbar).[16] 2016 wurde Le Cid bei den 11. St. Galler Festspielen gegeben.[17]

Commons: Le Cid (Massenet) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Maurice Leblanc: Le Cid. In: Pipers EnzyklopĂ€die des Musiktheaters. Band 3: Werke. Henze – Massine. Piper, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1989, ISBN 3-492-02413-0, S. 749–751.
  2. 1 2 Cid. Werkinformationen auf artlyriquefr.fr, abgerufen am 22. Dezember 2016.
  3. ↑ Stefan Schmidl: Jules Massenet – Sein Leben, sein Werk, seine Zeit. Schott, Mainz 2012, ISBN 978-3-254-08310-4.
  4. 1 2 3 Nick Fuller: Jules Massenet – His Life and Works (PDF auf MusicWeb international), S. 12–13.
  5. Demar Irvine: Massenet. A Chronicle of His Life and Times. Amadeus Press, Portland 1994, ISBN 0-931340-63-2.
    1. 1 2 S. 148.
    2. ↑ S. 144.
    3. ↑ S. 147.
    4. ↑ S. 151.
    5. ↑ S. 152.
  6. 1 2 3 4 5 Rodney Milnes: Le Cid. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich)..
  7. ↑ Kurt Pahlen: Das neue Opern-Lexikon. Seehamer, Weyarn 2000, ISBN 3-934058-58-2, S. 387–388.
  8. ↑ Il gran Cid (NiccolĂČ Piccinni) im Corago-Informationssystem der UniversitĂ€t Bologna.
  9. ↑ Il gran Cid (Giovanni Paisiello) im Corago-Informationssystem der UniversitĂ€t Bologna.
  10. 1 2 Reclams Opernlexikon. Philipp Reclam jun., 2001. Digitale Bibliothek, Band 52, S. 449.
  11. ↑ 30. November 1885: „Le Cid“. In: L’Almanacco di Gherardo Casaglia
  12. ↑ Bilder von Le Cid bei Gallica.
  13. ↑ FĂ©lix ClĂ©ment: Dictionnaire des opĂ©ras. Anhang von Arthur Pougin. 1903.
  14. ↑ Le Cid (Jules Massenet) im Corago-Informationssystem der UniversitĂ€t Bologna.
  15. ↑ Arie d’Opera, Operetta e Napoletane Classiche d’Autore. DUO DARCLEE (Memento vom 18. Oktober 2017 im Internet Archive), abgerufen am 25. Dezember 2016.
  16. ↑ David Karlin: Nach einem Jahrhundert kehrt Massenets Oper Le Cid an ihren Geburtsort zurĂŒck. AuffĂŒhrungsrezension vom 31. MĂ€rz 2015 auf bachtrack.com, abgerufen am 25. Dezember 2015.
  17. ↑ Thomas Molke: Rache fĂŒr die VĂ€ter. AuffĂŒhrungsrezension im Online Musik Magazin, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  18. Jules Massenet. In: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen. Zeno.org, Band 20.
    1. ↑ S. 9442.
    2. ↑ S. 9443.
    3. ↑ S. 9444.
    4. ↑ S. 9445.
    5. ↑ S. 9446.
    6. ↑ S. 9447.
    7. ↑ S. 9448.
  19. ↑ Roberto Alagna chante Le Cid de Jules Massenet Ă  l'OpĂ©ra de Marseille (Memento vom 25. Dezember 2016 im Internet Archive) auf Mezzo TV, abgerufen am 22. Dezember 2016.
  20. ↑ Jules Massenet: Le Cid auf concertonet.com, abgerufen am 22. Dezember 2016.