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Lettrétage

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Haus Lindenberg, in dem die Lettrétage bis 2013 untergebracht war

Die Lettrétage ist ein Berliner Literaturhaus und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und GedenkstÀtten.

Die LettrĂ©tage wurde im September 2006 von dem Autor Tom Bresemann, der Komparatistin Katharina Deloglu und dem Germanisten, Übersetzer und Lektor Moritz Malsch in der GrĂŒnderzeit­villa Haus Lindenberg am Rand des Viktoriaparks im Berliner Ortsteil Kreuzberg gegrĂŒndet. Seit Oktober 2007 bietet der gemeinnĂŒtzige Verein LettrĂ©tage einerseits den institutionellen Rahmen und andererseits auch die Möglichkeit, die Arbeit als Freund und Förderer zu unterstĂŒtzen.

Die LettrĂ©tage bezeichnete sich zwischen 2006 und 2017 als „junges“ Literaturhaus. Aber auch Autoren wie der damals 82-jĂ€hrige Giwi Margwelaschwili lasen bereits dort. Das programmatische Spektrum reicht von Klassiker-Lesungen, die in der Regel von ausgebildeten Schauspielern (unter anderem von Denis Abrahams und Elisabeth SutterlĂŒty) bestritten werden, ĂŒber Lesungen von Autoren der Gegenwart bis hin zu Kunstausstellungen sowie kleinen Theaterprojekten und crossmedialen Performances.

Seit 2014 erkundet das Literaturhaus andere Wege der Literaturvermittlung bei Veranstaltungen, Projekte wie die Lesereihe CON_TEXT[1] zeugen davon. Zur Programmatik gehört die Vernetzung der Literaturen Europas. Im Jahr 2014 wurde das internationale Literaturfestival SOUNDOUT! veranstaltet, auf dem zahlreiche europĂ€ische und deutschsprachige Autoren und KĂŒnstler lasen und KĂŒnstler wie beispielsweise Robert Stadlober auftraten. Seit 2014 widmet sich die LettrĂ©tage auch verstĂ€rkt der kulturellen Bildung. WĂ€hrend des Projekts ÂżComment! erarbeitete das Literaturhaus zusammen mit Autoren und SchĂŒlern einer Berliner Schule und neue ZugĂ€nge zu zeitgenössischer fremdsprachiger Literatur.

Seit 2018 erhĂ€lt die LettrĂ©tage als eine Ankerinstitution fĂŒr die freie Literaturszene[2] eine Basisförderung der Stadt Berlin. Sie bietet in ihrer Funktion als Ankerinstitution eine Anlaufstelle fĂŒr alle freien Literaturschaffenden der Stadt und steht mit ihrer Infrastruktur Autoren, Übersetzern, Literaturzeitschriften, unabhĂ€ngigen kleinen Verlagen und Veranstaltern der freien Literaturszene zur Seite.

Das Literaturhaus fördert die junge deutschsprachige Lyrik und Prosa mit eigenen Projekten (beispielsweise Neues vom Jetzt, Datenschreiber) und Buchpremieren verschiedener Verlage. Auch literarischen Zeitschriften wie die Edit, BELLA triste und randnummer bietet die LettrĂ©tage regelmĂ€ĂŸig ein Podium fĂŒr Lesungen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf internationalen Autoren, wobei Begegnung und Vernetzung im Mittelpunkt stehen. Dazu zÀhlen Projekte wie die Konferenz Schriftproben, die nordische und deutsche Autoren zusammenbrachte und Projekte zur Migrations­literatur.

Projekte des Hauses wurden u. a. unterstĂŒtzt durch das Förderprogramm Creative Europe der EuropĂ€ischen Union, die Lottostiftung Berlin Brandenburg, das Kulturamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, den Senat von Berlin, den Hauptstadtkulturfonds, die Kulturstiftung des Bundes, die Stiftung Preußische Seehandlung sowie durch die Botschaften Uruguays, Spaniens, Argentiniens, Luxemburgs, Islands, DĂ€nemarks und Schwedens.

Seit 2021 finden die Veranstaltungen der LettrĂ©tage in der Veteranenstraße in Berlin-Mitte statt.

Die LettrĂ©tage war TrĂ€ger des Projektes WiSU – Wirtschaftliche StĂ€rkung der Urheber*innen in der freien Literaturszene Berlin, das seit 2019 unter dem Titel Schreiben und Leben (2019–2023) bzw. schreiben&lebenPLUS (2023–2026) fortgesetzt wird.[3] Hier können Autoren, Lektoren, Literaturveranstalter, LiteraturĂŒbersetzer und Kleinverleger beruflich kooperieren, einander unterstĂŒtzen oder zusammen neue Ideen entwickeln. Es bietet Einzelberatung fĂŒr Freiberufler des Literaturwesens, Möglichkeiten zur Raumnutzung fĂŒr Freiberufler der Branche, einen jĂ€hrlichen Branchentreff Literatur und gemeinsame Organisation von Ticketverkauf oder Marketing.[4]

Aus einer LettrĂ©tage-Lesung entstand das Autoren-Schreibprojekt Covering Onetti, bei dem diverse Autoren Texte von Juan Carlos Onetti als Vorlage fĂŒr eigene Texte nahmen. Die Ergebnisse wurden im eigens neugegrĂŒndeten Verlag LettrĂ©tage als Buch veröffentlicht. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf deutscher und spanischsprachiger Gegenwartsliteratur. So erschienen bislang etwa eine von Timo Berger herausgegebene Anthologie mit dem Titel Neues vom Fluss, die junge Literatur aus Uruguay, Paraguay und Argentinien vorstellt, und die Weihnachts-Anthologie Im HeiligkeitsgedrĂ€nge mit Gedichten von Kurt Drawert, Hendrik Jackson, Björn Kuhligk, Katharina Schultens und Alexander Gumz. Ansprechpartner fĂŒr die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist Philipp Böhm.

Die LettrĂ©tage bekam den Hartmut-Vogel-Preis fĂŒr Literaturvermittlung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und GedenkstĂ€tten (ALG) fĂŒr 2014 verliehen.[5] Die LettrĂ©tage ist PreistrĂ€ger des Preises fĂŒr ProjektrĂ€ume der Stadt Berlin.[6]

Einzelnachweise

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  1. ↑ CON_TEXT
  2. ↑ Was macht eigentlich eine Ankerinstitution?
  3. ↑ Schreiben und Leben
  4. ↑ Website (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  5. ↑ Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (Memento des Originals vom 7. Januar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Preise zur Auszeichnung kĂŒnstlerischer ProjektrĂ€ume und -initiativen 2016 vergeben.