Louis Coblitz

Louis Coblitz (* 8. Juni 1814 in Mannheim; â 19. April 1863 ebenda) war ein deutscher Maler und Zeichner.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vĂ€terliche Familie stammt ursprĂŒnglich aus St. Goar im Mittelrheintal und ĂŒbersiedelte Anfang des 18. Jahrhunderts nach Mannheim. Louis Coblitz wurde geboren als Sohn des MehlhĂ€ndlers Andreas Coblitz (1783â1851) und dessen Gattin Elisabeth geborene Schadt, deren Vater aus GroĂ-Gerau kam.
Schon frĂŒh zeigte sich die kĂŒnstlerische Begabung des Jungen. Er erhielt Unterricht durch den in Mannheim ansĂ€ssigen Hofmaler Theodor Leopold Weller (1802â1880). Unter dessen Anleitung schuf Coblitz erste PortrĂ€ts und Genrebilder. Weller verschaffte ihm 1835 ein kleines Stipendium des badischen GroĂherzogs Leopold zum Besuch der Kunstakademie MĂŒnchen, wo er sich im November des Jahres einschrieb und fĂŒr ein Jahr blieb.
1837 kehrte Louis Coblitz in seine Heimatstadt zurĂŒck und lieĂ sich dort im Quadrat R 3, 1 nieder. Hier arbeitete er vornehmlich als PortrĂ€tist. Eine besondere Freundschaft verband ihn mit dem Ă€lteren Malerkollegen und Architekten Jakob Friedrich Dyckerhoff (1774â1845), der auch einer der ersten deutschen Daguerreotypisten war und Coblitz mit dieser Technik bekannt machte. 1841 ging Coblitz zur Fortbildung nach Paris, 1845 nach London, von wo er 1847 nach Mannheim zurĂŒckkehrte. 1856 reiste er nach Italien. 1861 und 1862 hielt sich der Maler bei seinem Freund Gideon von Camuzi[1] in Dirmstein (Pfalz) auf. Bei diesen Besuchen fertigte er â auch von den dortigen Englischen GĂ€rten â diverse Landschaftsbilder, u. a. das regional bedeutsame GemĂ€lde âAnsicht von Dirmstein in der Pfalz mit dem von Camuziâschen SchloĂâ.
Ende 1861 ĂŒberlieĂ GroĂherzog Friedrich I. dem bereits krĂ€nkelnden KĂŒnstler eine Wohnung und AtelierrĂ€ume im WestflĂŒgel des Mannheimer Schlosses. Hier zog er mit seinen beiden Schwestern ein und lebte dort bis zu seinem Tod im April 1863. Er starb an einem Lungenleiden und wurde im Familiengrab auf dem Hauptfriedhof Mannheim beigesetzt, wo man ihm 1984 ein neues Grabdenkmal errichtete.
Von Louis Coblitz haben sich viele PortrÀts der damaligen gehobenen Mannheimer Gesellschaft erhalten, ebenso Landschaftsbilder, Genrebilder und Zeichnungen.
- Von Coblitz geschaffene Bilder
- Jacob Friedrich Dyckerhoff, 1840
- Caroline Bassermann und Kinder, 1848
- Maria Lamey aus Mannheim (1852)[2]
- Ehepaar Friedrich Ludwig und Wilhelmine Bassermann (1854)[3]
- Die Eltern des Malers, 1854
- Familie in Italien, nach 1855
- Junge Frau in lÀndlicher Tracht, 1858
- Altrheinlandschaft, um 1860
- Ansicht von Dirmstein, 1862
- Zum Vergleich: Schloss in Dirmstein, Foto 2008
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reiss-Museum Mannheim (Hrsg.): Coblitz, GemÀlde und Zeichnungen. Ausstellungskatalog (mit Biografie). Mannheim 1984.
- Förderkreis historischer GrabstÀtten in Mannheim e. V. (Hrsg.): Die Friedhöfe in Mannheim. Mannheim 1992, ISBN 3-87804-213-2, S. 120.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise und Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Gideon von Camuzi wurde spĂ€ter BĂŒrgermeister von Dirmstein.
- â Maria Katharina Lamey war die Tochter von Jacob Friedrich Dyckerhoff und die Ehefrau von August Lamey.
- â Friedrich und Wilhelmine Bassermann geb. Reinhardt waren die Eltern von Friedrich Daniel Bassermann.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Coblitz, Louis |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | 8. Juni 1814 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 19. April 1863 |
| STERBEORT | Mannheim |