Mediendesign
Mediendesign ist die Praxis und Wissenschaft des konkreten Ausgestaltens von Medienangeboten, bezogen auf unterschiedlichste Medientypen, im Hinblick auf deren Aussehen, Àsthetische Formgestaltung und auf Gestaltaspekte wie die statische und dynamische Anwendung von Form, Farbe, Muster, Texturen, ebene bzw. rÀumliche Anordnung, VirtualitÀt, statischer bzw. dynamischer Einsatz von Schriften, Bildern, akustischen Signalen usw. in einfachen bis hin zu komplexen Gestaltungsszenarien. Als solches wird Mediendesign als untergeordneter Begriff zu Mediengestaltung verstanden.
Weitere Bereiche sind Medienberatung, Medienoperating und Medientechnik. Mediendesigner mĂŒssen als Designer medialer Kommunikation sowohl ĂŒber kĂŒnstlerische als auch technische Kompetenzen verfĂŒgen und die Gestaltungs- und Produktionsprozesse in beiden Bereichen managen können.
Neben Film, Fernsehen, Video, Games und World Wide Web werden auch alle Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Visitenkarten, Verpackungen usw.) im Mediendesign einbezogen.
Studium
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mediendesign ist als akademische Disziplin im tertiĂ€ren Bildungsbereich vertreten. OriginĂ€re Hochschul-StudiengĂ€nge mit Diplom- oder Bachelor-/MasterabschlĂŒssen zum Mediendesign werden von einigen Hochschulen angeboten. Die StudiengĂ€nge beziehen je nach Ausrichtung die fĂŒr Leitungsaufgaben notwendigen Aspekte ein: Management- und WirtschaftsfĂ€cher, Kommunikations- und Designtheorie, Konzeptionsmethodik und Projektmanagement etc. sowie wissenschaftliche Methodik. Sie sind oft fachlich breiter angelegt als DesignstudiengĂ€nge, die sich meist fĂŒr besondere Ausrichtungen spezialisieren, und unterscheiden sich wesentlich von der Ausbildungskonzeption zum Mediengestalter.
Ein Mediendesign-Studium bietet eine konzeptorientierte Ausbildung. Das Ausbildungsspektrum erstreckt sich dabei von Print- und Webgestaltung ĂŒber Interaction Design und Interfacedesign, Editorial Design, Corporate Design, Fotografie, Audiovisuelle Medien bis zu Informationsvisualisierung. DarĂŒber hinaus werden im Studium medienĂŒbergreifende FunktionalitĂ€ten, wie z.âB. Interaktion oder User Experience Design und deren inhaltliche Kontexte gelehrt. Eingebettet wird die gestalterische Ausbildung mit Themen zur Analyse- und Strategieentwicklung wie beispielsweise Designmethodik, Gestaltungstheorie, Usability, Projektmanagement und Marketing.
Im Gegensatz zu StudiengĂ€ngen fĂŒr Kommunikationsdesign bzw. Visuelle Kommunikation verweist ein Mediendesign-Studiengang bereits in der Bezeichnung, dass er sich grundsĂ€tzlich und somit mit allen Varianten von analogen wie digitalen Medien befasst und seine Lehre nicht nur auf die Visualisierung und die Kommunikation mit Medien konzentriert, sondern ebenso die Gestaltung und die theoretische Auseinandersetzung mit Information und Interaktion mit einbezieht. Kommunikationsdesign konzentriert sich auf die Ă€uĂere Wirkung, analysiert dabei die Anwenderreaktion, um z.âB. die Werbewirkung zu optimieren und orientiert sich so verstĂ€rkt an den Interessen der Auftraggeber. Mediendesign hingegen ist am Anwender, am Endverbraucher ausgerichtet und ermöglicht dem Auftraggeber so ĂŒber die fĂŒr den Anwender spĂŒrbare QualitĂ€t den gewĂŒnschten Erfolg. Zum Mediendesign gehört ebenso die Einbeziehung von Interaktion und aktueller Usability-Strategien, als auch die BerĂŒcksichtigung des Erlebens am Produkt, um so User Experience Design bzw. Servicedesign zu schaffen.
StudiengÀnge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Deutschland, Ăsterreich und in der Schweiz werden hochschulische StudiengĂ€nge des Mediendesigns an verschiedene Standorten angeboten. Mehrere deutsche Hochschulen bieten Mediendesign als grundstĂ€ndigen,[1] wie auch als weiterfĂŒhrenden Studiengang[2] an.
Betriebliche und Schulische Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der dem Fachgebiet Mediendesign zugeordnete, in der Regel 3-jĂ€hrige (jedoch unter bestimmten Bedingungen auch verkĂŒrzt auf 2,5 bzw. 2 Jahre) Ausbildungsberuf (IHK-PrĂŒfung) heiĂt âMediengestalter Digital und Printâ. Dieser Beruf wird in Unternehmen der Medien- und Kommunikationsbranche in den folgenden Fachrichtungen ausgebildet: Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung sowie Gestaltung und Technik. Hauptarbeitsmittel ist ein Computer mit Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungssoftware. Die Berufsbezeichnung nach abgeschlossener Ausbildung lautet âMediengestalter Digital und Printâ im Fachbereich âMediendesignâ.
Daneben gibt es Berufsfachschulen, die zum geprĂŒften oder staatlich anerkannten Mediendesigner ausbilden.
Eine Aufstiegsweiterbildung zum staatlich geprĂŒften Gestalter/Designer Fachrichtung Mediendesign kann an einer staatlichen Fachschule absolviert werden.
Seit 2023 gibt es den staatlich anerkannten Ausbildungsberuf (IHK-PrĂŒfung) zum Gestalter fĂŒr immersive Medien, welcher ebenfalls dem Mediendesign zugeordnet wird, sich aber auf die Konzeption und Gestaltung von 3D und XR Anwendungen fokussiert.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Hochschulkompass: Studium â Suche â Profisuche â Trefferliste. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. November 2016; abgerufen am 20. Januar 2011: âStudientyp: grundstĂ€ndig â Fachsuche: Mediendesignâ
- â Hochschulkompass: Studium â Suche â Profisuche â Trefferliste. Ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 20. Januar 2011: âStudientyp: weiterfĂŒhrend â Fachsuche: Mediendesignâ
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Studieren und promovieren in Deutschland
- Mediendesign als Ausbildungsberuf beim BERUFENET der Bundesagentur fĂŒr Arbeit
- Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien: Mediengestalter/-in Digital und Print: Neue Ausbildungsverordnung von 2013
- Designer/in (Hochschule) â Mediendesign im Berufenet der Bundesagentur fĂŒr Arbeit