Musikexpress
Erscheinungsbild
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| Musikexpress | |
|---|---|
| Beschreibung | Musikzeitschrift |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Mediahouse Berlin GmbH (Deutschland) |
| Hauptsitz | Berlin |
| Erstausgabe | 1969 |
| Erscheinungsweise | monatlich |
| Verkaufte Auflage | 51.836 Exemplare |
| (IVWÂ Q4/2018) | |
| Chefredakteur | Sebastian Zabel |
| GeschĂ€ftsfĂŒhrer | Petra Kalb |
| Weblink | musikexpress.de |
| ISSN (Print) | 1618-5129 |

Der Musikexpress ist eine monatlich erscheinende deutsche Zeitschrift, die hauptsĂ€chlich Rock- und Popmusik behandelt. Neben ausfĂŒhrlichen Interviews und Artikeln ĂŒber bedeutende Musiker aus dem Rock, Electro, Hip-Hop, Pop und Independent-Bereich erscheinen Rezensionen von TontrĂ€gern, Konzertberichte sowie Artikel ĂŒber Popliteratur, Pop Art, Kinofilme und DVDs. Jedem Heft (auĂer 11â2024 und 02â-2026) liegt auĂerdem eine die Themen der jeweiligen Ausgabe begleitende CD bei. Seit April 2021 wird die CD nur noch fĂŒr Abonnenten postalisch mit dem Heft geliefert. In unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden erscheint das Heft auch mit Extras wie 7-Inch-Vinylsingles, BĂŒchern, Kalendern und DVDs.
Die Zeitschrift erschien seit dem Umzug der Redaktion von MĂŒnchen nach Berlin im Jahr 2010 beim Axel Springer Mediahouse Berlin. Im Juni 2023 trat Axel Springer die Mehrheitsanteile ab. Der Musikexpress erscheint seitdem, weiterhin neben der deutschsprachigen Ausgabe des Rolling Stone und dem Metal Hammer, im Mediahouse Berlin. Verlags- und Redaktionssitz ist in Berlin-Kreuzberg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Januar 1956 wurde der Musikexpress als Muziek Expres in Den Haag gegrĂŒndet, um Konzertveranstaltungen des hollĂ€ndischen Veranstalters Paul Acket zu bewerben. Anfang der 1960er Jahre wurde in der Zeitschrift das Programm des illegalen Senders Radio Veronica abgedruckt, was zu einer Auflagensteigerung fĂŒhrte. 1969 bezog eine deutsche Redaktion BĂŒros in Köln und veröffentlichte seit Juli 1969 eine eigenstĂ€ndige deutschsprachige Version. Es begann mit der Heft-Nummer 163 zum Preis von 1,50 DM, die sich aus einem der hollĂ€ndischen Druckversion zuvor beigelegten deutschen Textblatt entwickelt hatte.[1] AnlĂ€sslich des 50-jĂ€hrigen JubilĂ€ums im Jahre 2019 war der Ausgabe 09/19 ein Reprint der deutschen Erstausgabe beigefĂŒgt. Seit 1971 erscheint der Musikexpress monatlich in Deutschland.[2]
1974 verkaufte Acket das niederlÀndische Unternehmen Muziek Expres mit den Marken Muziek Expres und Popfoto an die VNU (Verenigde Nederlandse Uitgeversbedrijven).[3]
Bis 1975 wurde die deutsche Redaktion in den Niederlanden durchgefĂŒhrt,[4] ab MĂ€rz/April 1975 wurde Jörg Troska Chefredakteur der deutschen Ausgaben von Popfoto und Musik Express in Köln.[4] Im selben Jahr wurden Musik Express und Popfoto von VNU an Claus Grötzschel und Wolfgang Schrader verkauft.[3] Beide waren geschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafter der Hamburger Sounds-Verlag GmbH, in der die Zeitschrift Sounds erschien.[3] Diese grĂŒndeten im November 1975 gemeinsam mit Christian KĂŒmmer den Christian KrĂŒmmer Verlag, die dann Musik Express und Popfoto verlegten.[3] Die Redaktionen zogen daher von Köln nach Hamburg zu der Sounds-Redaktion.[3] Ab 1976 gehörten dann beide Zeitschriften zu dem neu gegrĂŒndeten M + P Zeitschriftenverlag an dem Schrader und Grötzschel jeweils mit 40 % beteiligt waren.[5]
1982 wurden Musik Express und Sounds an die MĂŒnchener Marquard Media Gruppe verkauft und im Januar 1983 unter dem Namen Musikexpress/Sounds zusammengefĂŒhrt.[1] In Musikexpress/Sounds kam eher das traditionellere Musik- und JournalismusverstĂ€ndnis des Musikexpress zum Ausdruck als die in ihren letzten Jahren sehr progressive Gestaltung der Sounds.[6] 1984 erreichte Musikexpress/Sounds mit 181.327 die bislang höchste Auflage.[7] 1989 erschien die letzte Ausgabe des hollĂ€ndischen Muziek Expres.[1] 2000 ĂŒbernahm der Axel-Springer-Verlag die Zeitschrift neben anderen Titeln der Marquard Medien[8] und grĂŒndete dafĂŒr die Axel Springer Mediahouse MĂŒnchen GmbH.[9] Mit der September-Ausgabe des gleichen Jahres wurde der Beiname Sounds abgelegt.[10] Zum Jahreswechsel 2009/2010 zog der Musikexpress zusammen mit den anderen Musiktiteln des Axel Springer Verlages (Rolling Stone und Metal Hammer) nach Berlin um, wo er im Axel Springer Mediahouse Berlin verlegt wurde.[11] Seit Juli 2023 firmiert die Verlagsgruppe unter Mediahouse Berlin. GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Petra Kalb ĂŒbernahm die Mehrheitsanteile der Axel Springer SE.[12]
Musikexpress ist eine der Ă€ltesten deutschen Musikzeitschriften. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Schwerpunkte und Erscheinungsbild gewandelt. Heute beschĂ€ftigt sich die Redaktion vor allem mit der popkulturellen Gegenwart, mit Musik aus den Bereichen Pop, Elektronik, HipHop und Indie-Rock, aber auch angrenzenden Themen wie Filme, Serien oder Lifestyle. GeprĂ€gt wurde das Magazin in den vergangenen Jahren vor allem von Albert Koch, der seit 1994 Redakteur und zuletzt Chefredakteur des Musikexpress war. Aber auch Autoren und Redakteure wie Ingeborg Schober, Gabriele Meierding, Harald InhĂŒlsen, Uwe Schleifenbaum, Oliver Götz, Stephan Rehm Rozanes, Jochen Overbeck, Annett Scheffel und Josef Winkler prĂ€gten die Zeitschrift.
Auflage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Musikexpress hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebĂŒĂt. Die verkaufte Auflage sank von 90.227 Exemplaren im ersten Quartal 1998 auf 51.836 Exemplare im vierten Quartal 2018, ein Minus von 42,6 Prozent.[13] Seitdem werden die Auflagenzahlen nicht mehr an die IVW gemeldet.
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Weitere AktivitÀten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Februar 2004 erschien eine Sonderausgabe zu den Beatles,[16] im August 2004 eine zu Led Zeppelin.[17] Die 2001 veröffentlichte Liste der 50 besten deutschen Platten wurde unter dem Namen Made in Germany. Die 100 besten deutschen Platten auch als Buch publiziert.[18][19] Den Ausgaben 1/2012 und 2/2012 lagen BĂŒcher mit allen Besprechungen der Platten des Monats von 1973 bis 2009 bei, den Ausgaben 10/2020 und 12/2020 jeweils BĂŒcher mit Originalrezensionen aus den 70er- bzw. 90er-Jahren. Zudem sorgte Musikexpress mit dem Heft beigelegten Vinyl-Singles von u. a. The Strokes (3/2011), Depeche Mode (4/2017), Kraftwerk (8/2017), Prince (10/2019) und den Pet Shop Boys (1/2020). Zum 50-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Musikexpress veranstaltete das Magazin gemeinsam mit FKP Scorpio ein Indoor-Festival mit Tama Impala, Blood Orange und Yeasayer in Berlin.
musikexpress.de
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Website des Musikexpress finden sich neben News, Reviews und Features Videos der sogenannten ME-Sessions, exklusive Studioauftritten verschiedener Bands. Schriftstellerin Paula Irmschler, Popjournalist Linus Volkmann und Journalistin Aida Baghernejad treten dort mit exklusiven Kolumnen in Erscheinung. Die Heftkolumnen von Tocotronic-Bassist Jan MĂŒller, Josef Winker und Jan Kedves lassen sich online ebenfalls nachlesen. Zudem unterhĂ€lt Musikexpress eigene Facebook-, X- und Instagram-Accounts.
me.Style
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 2010 bis 2018 erschien halbjĂ€hrlich me.Style, das Mode-Magazin des Musikexpress. Mit einer Druckauflage von 40.000 Exemplaren zeigte me.style jeweils die modischen Highlights der FrĂŒhjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Saison. Seit 2005 verleiht der Musikexpress jĂ€hrlich den Style Award, eine Auszeichnung, mit der Medienschaffende und Modelabels geehrt werden, die die Liaison von Musik und Mode deutlich machen. Weitere Ableger des Musikexpress waren ME.Urban (2015/2016) und me.movies (2013 bis 2018).
Musikexpress Klubtour
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2010 veranstaltet der Musikexpress in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden die âMusikexpress Klubtourâ, die jeweils durch die Clubs mehrerer deutscher StĂ€dte fĂŒhrt. Sie ist aus einer Partyreihe des Musikexpress in MĂŒnchen hervorgegangen. Bei diesen ClubnĂ€chten treten DJs und Bands auf, in den vergangenen Jahren waren u. a. Bonaparte, Isolation Berlin, Schnipo Schranke, Haiyti, DJ Hell und Juan Atkins dabei.[20]
Podcast
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2020 produzierten Managing Editor Stephan Rehm Rozanes und der ehemalige Online-Redaktionsleiter Fabian Soethof bisher zwei Staffeln mit 27 Folgen des Podcasts âNever Forgetâ, der sich um die Popkultur der 90er-Jahre dreht und auf allen gĂ€ngigen Streaming-Plattformen zu hören ist. Als GĂ€ste begrĂŒĂten Rehm Rozanes und Soethof darin unter anderem Thorsten Nagelschmidt, BlĂŒmchen, Joachim Hentschel, Anja RĂŒtzel, Luci van Org, Henning Wehland und Judith âT-Sevenâ Hildebrandt (Mr. President). Ăber Staffel 1 schrieb Marcus Engert auf Ăbermedien.de: âEin Podcast, der sich auf die Musikgeschichte der 90er fokussiert, auf den niemand gewartet hat, der nicht eine Antwort auf die drĂ€ngenden Fragen unserer Zeit gibt, schierer Eskapismus â zum GlĂŒck!â[21]
Resonanz in den Medien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Frankfurter Rundschau warf dem Musikexpress vor, sich seit spĂ€testens Mitte der 1970er unentschlossen zu Ă€uĂern und dabei mal seine Zuneigung zu alternativen und mal zu kommerziell erfolgreichen KĂŒnstlern zu zeigen. Es sei kein Plan erkennbar gewesen, was in den achtziger Jahren mangels Konkurrenz kein Problem gewesen sei.[22] In einem 1999 im Buch Journalismus als Eiertanz publizierten Artikel wurde unterstellt, dass die KĂ€ufer des Musikexpress aus jenen Leuten bestĂŒnden, âdie sich ĂŒberhaupt nicht fĂŒr Musik interessieren.â (Michael Rudolf : Strictly verkehrt herum. MĂŒnchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS[23]) Die neue Ausrichtung von Inhalt und Aussehen mit der April-Ausgabe 2002 wurde in der Frankfurter Rundschau skeptisch kommentiert: âDer neue Musikexpress gibt sich rebellisch. Allerdings nur ein bisschen.â (Adam Olschewski : Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand[22]) Mit dem erneuten Relaunch im MĂ€rz 2009 sollen vermehrt mode- und szeneaffine Themen sowie internetbezogene Inhalte in das Heft integrieren.[24] Dabei gab es optische VerĂ€nderungen hin zu klareren Strukturen.[25]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als ein Artikel in Musikexpress/Sounds Thomas Anders, den SĂ€nger von Modern Talking, als âhöhensonnengegerbte Sangesschwuchtel und SchoĂhĂŒndchen an der gĂŒldenen Kette seiner Frau Noraâ[26] bezeichnete, wurde der Autor Martin Brem von Anders erfolgreich auf 25.000 DM Schadensersatz verklagt.[27][28]
In der JubilÀumsausgabe 09/19 (S. 34) wurde das Love-and-Peace-Festival auf die Nordseeinsel Fehmarn verlegt.
Album des Jahres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Leser des Musikexpress wÀhlen seit 1985 das Album des Jahres. Seit 1988 gibt es eine zweite Liste, in der nur die Autoren abstimmen. Im Jahr 1987 wurden die Alben des Jahres ohne feste Reihenfolge veröffentlicht, weshalb es keinen eindeutigen Gewinner gab.[29] Bisher wurden folgende Alben ausgezeichnet:[30]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Commons: Musikexpress â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Fragen an DAS GEHIRN ⊠auf musikexpress.de
- â Key Facts zu Musikexpress auf asmm.de
- 1 2 3 4 5 Kleiner Donnerschlag am Pop-Markt bei kress.de am 30. Oktober 1975, abgerufen am 26. April 2024
- 1 2 Rationalisierung en detail bei kress.de am 17. April 1975, abgerufen am 26. April 2024
- â Kurzer SpaĂ am Hamburger Jugendmarkt bei kress.de am 30. September 1976, abgerufen am 24. April 2024
- â EMERSON, LAKE & PALMER - ELP im SOUNDS ( vom 29. September 2008 im Internet Archive) auf emersonlakepalmer.de
- â Bei pz-online.de unter Auflagen der Publikumszeitschriften (IVW) zu finden
- â Springer ĂŒbernimmt Zeitschriften der Verlagsgruppe Marquard auf new-business.de
- â Historie auf asmm.de
- â Musikexpress - Backissues 2000 ( vom 1. Januar 2011 im Internet Archive) auf musikexpress.de
- â Axel Springer Musiktitel ziehen nach Berlin auf pop100.de
- â Axel Springer Mediahouse Berlin wird unternehmerisch eigenstĂ€ndig. In: Axel Springer. 19. Juni 2023, abgerufen am 16. Mai 2025.
- â Musikexpress ivw.de
- â laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
- â laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
- â Sonderheft Beatles ( vom 1. Januar 2011 im Internet Archive) auf musikexpress.de
- â Sonderheft Led Zeppelin ( vom 30. Dezember 2010 im Internet Archive) auf musikexpress.de
- â Made in Germany (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) bei hannibal.txt.de
- â Rezension zu Made in Germany auf bzw-bw.de
- â Musikexpress Klub ( vom 25. Oktober 2008 im Internet Archive) auf musikexpress.de
- â Marcus Engert: Kein Grund, sich zu schĂ€men: Ein Podcast ĂŒber die Musik der 90er Jahre. In: Ăbermedien. 26. Juli 2020, abgerufen am 16. Mai 2025.
- 1 2 Adam Olschewski: Revolutiönchen. Der Musikexpress verpackt alte Inhalte in neues Gewand. In: Frankfurter Rundschau, 4. April 2002 (vgl. Nachdruck (PDF; 37 kB) auf bodes-chor.de)
- â Michael Rudolf: Strictly verkehrt herum. MĂŒnchner Journalismus a la musikexpress/SOUNDS. In: JĂŒrgen Roth, Klaus Bittermann (Hrsg.): Journalismus als Eiertanz. ZweiundfĂŒnfzig Meditationen ĂŒber die Presse. Berlin 1999 (vgl. auch Kuttner zum ME ( vom 22. MĂ€rz 2006 im Internet Archive) auf hinternet.de)
- â David Hein: Axel Springer relauncht âMusikexpressâ. auf horizont.net
- â Lukas Heinser: Relaunch my fire. coffeeandtv.de
- â Musikexpress/Sounds, Nr. 4/1986
- â Musikexpress/Sounds, Nr. 1/1987
- â Klaus Walter: Ey, du ScheiĂopfer! taz.de
- â poplist.de: 1987
- â poplist.de