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Métairie

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Métairie d'Evilard (Les Prés d'Orvin)

Eine MĂ©tairie ist ein Bauernhof mit einer GaststĂ€tte in den HöhenzĂŒgen des Schweizer Juras, insbesondere in der Region des Berner Juras, aber auch in den Neuenburger Bergen und im Kanton Jura.[1]

Eine MĂ©tairie ist ein abgelegener Bergbauernhof, der einen Restaurantbetrieb anbietet. In der Regel wird das Restaurant einer MĂ©tairie von der Bauernfamilie neben dem landwirtschaftlichen Betrieb gefĂŒhrt, stellt aber nicht ihre HauptbeschĂ€ftigung dar.

2023 wurden die MĂ©tairies in die Liste lebendiger Traditionen des Bundesamts fĂŒr Kultur BAK aufgenommen.

UrsprĂŒnglich wurden die MĂ©tairies von den BĂŒrgerschaften nahe gelegener Gemeinden auf den Bergen errichtet, um das Vieh fĂŒr den Sommer dorthin bringen zu können. Eine oder mehrere Personen verbrachten die Sommermonate dort, um sich um das Vieh zu kĂŒmmern. Im Frankreich des 12. Jahrhunderts waren die PĂ€chter verpflichtet, die HĂ€lfte der EinkĂŒnfte des von ihnen bewirtschafteten Landgutes an den EigentĂŒmer abzuliefern.[2] Es ist möglich, dass das Wort FarmpĂ€chter oder NaturalpĂ€chter (frz. MĂ©tayer) im Schweizer Jura den Begriff MĂ©tairie hervorgebracht hat, ein Begriff, der insbesondere in der Region Chasseral verwendet wird. Die Gemeinden, denen die GĂŒter gehörten, gaben ihnen oft ihren Namen, wie z. B. MĂ©tairie de GlĂ©resse, MĂ©tairie de Nidau, MĂ©tairie de PrĂȘles oder MĂ©tairie d'Aarberg. Namensgeber waren aber auch lokale Besonderheiten, wie die MĂ©tairie de Pierrefeu, welche noch heute im Besitz der Burgergemeinde Biel ist, auf Grund der reichlich vorhandenen Feuersteine in der Umgebung.[3]

Heute gibt es noch viele MĂ©tairies, die aktiv bewirtschaftet werden. Die angebotenen MenĂŒs reichen von lokal produziertem KĂ€se[4] ĂŒber Rösti bis hin zum Fondue. Es gibt mehrere FĂŒhrer, in denen die MĂ©tairies zusammengefasst sind. Sie sind vor allem bei den TourismusbĂŒros der Region erhĂ€ltlich.[5]

  • JĂŒrg Leibundgut: Die MĂ©tairies: BerggĂŒter mit angeeignetem Vokabular. In: . 56. Jahrgang, Heft 9. September 1994, S. 135 (online).
  • Klaus-JĂŒrgen Grosse: Bergwirtschaften im Schweizer Jura = MĂ©tairies de montagne du Jura Suisse, 5. Auflage, Emmendingen : Grosse, 2013, 167 S.
  • Jura bernois: mĂ©tairies et auberges de campagne = Jura bernois: Berg- und Landgasthöfe = Jura bernois: farm restaurants and country inns, Moutier, Jura bernois tourisme, 2017
  • Beatrice Engel: Berner Rösti in pastoraler Idylle - MĂ©tairies rund um den Chasseral, Neue ZĂŒrcher Zeitung, 4. Juli 2002

Einzelnachweise

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  1. ↑ JĂŒrg Leibundgut: Die MĂ©tairies: BerggĂŒter mit angeeignetem Vokabular. In: JurablĂ€tter: Monatsschrift fĂŒr Heimat- und Volkskunde. 56. Jahrgang, Heft 9. Habegger AG Druck und Verlag, Derendingen September 1994, S. 135 (e-periodica.ch).
  2. ↑ mĂ©tairie. In: Dictionnaire de l' AcadĂ©mie française, 9e Ă©dition. AcadĂ©mie française, abgerufen am 23. Januar 2022 (französisch).
  3. ↑ Eva und Peter Schneiter-Krattiger: Geschichten vom Feuerstein (MĂ©tairie de Pierrefeu). In: Arbeitsausschuss Bieler Jahrbuch (Hrsg.): Bieler Jahrbuch 2011. ISSN 1423-7091, S. 89.
  4. ↑ KĂ€sen wie vor 300 Jahren. Bieler Tagblatt, 7. Juli 2003, abgerufen am 23. Januar 2022.
  5. ↑ Berggasthöfe. In: Jura und drei Seen Land. Schweiz Tourismus, abgerufen am 23. Januar 2022.