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Pentacon Six

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(Weitergeleitet von Praktisix)
Mittelformatkamera Pentacon Six mit Fisheye Arsat 30 mm
Pentacon Six mit TTL-Belichtungsmesser und Sonnar 1:2,8/180 mm
"Praktisix"-Spiegelreflexkamera, 6 × 6 cm Rollfilm, mit Prismenaufsatz und Zeiss Sonnar 2,8/180, VEB Kamerawerke Niedersedlitz, Dresden 1956 im Deutschen Fotomuseum

Die Pentacon Six ist eine klassische einĂ€ugige Spiegelreflexkamera fĂŒr das Mittelformat (6 × 6), die von Pentacon in den Jahren 1966 bis 1969 gebaut wurde. Von 1969 bis 1990 wurde die besser ausgestattete Pentacon Six TL hergestellt.

Praktisix – die VorlĂ€uferin

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VorlĂ€uferin der Pentacon Six ist die vom VEB Kamera-Werke Niedersedlitz entwickelte und hergestellte, zur Pentacon Six weitgehend baugleiche Praktisix. An der Entwicklung war der Konstrukteur der ersten Praktica, Siegfried Böhm, beteiligt.[1] Die Praktisix wurde anlĂ€sslich der photokina 1956 eingefĂŒhrt und in ihrer ersten Version von 1957 bis 1964 produziert. Bis 1959 fĂŒhrten die Kameras das „KW“-Logo der Kamera-Werke. Die Praktisix war die erste einĂ€ugige 6×6 Reflexkamera, die in ihren Objektiven eine automatische Springblende aufwies.[2] Die ersten Standardobjektive der Praktisix von Meyer-Optik Primotar und Zeiss (Tessar, Biometar) hatten noch keine MehrfachvergĂŒtung.[3]

Im Jahr 1964 kam die leicht verbesserte Praktisix II auf den Markt. Zwei Jahre spĂ€ter, 1966, erschienen gleich zwei neue Versionen. Als auffĂ€lligste optische Änderung hatte die Praktisix IIA nun herausziehbare Spulengegenlager, die nicht in das GehĂ€use der Kamera integriert waren. Blitzanschluss, BildzĂ€hlwerk, Sucherarretierung und die Konstruktion der FilmbĂŒhne sind ebenfalls bereits wie bei der Pentacon Six gestaltet. Es wurden nur wenige Exemplare gebaut, da 1966 auch die Pentacon Six selbst auf den Markt gebracht wurde.[3]

Gestaltung und Technik

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AuffĂ€llig ist das im Wesentlichen von der Praktisix ĂŒbernommene Design der Pentacon Six, das an eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera erinnert und sich so von den wĂŒrfelförmigen GehĂ€usen der Konkurrenz unterscheidet.

Im Vergleich zur Praktisix verfĂŒgt die Pentacon Six ĂŒber ein neues BildzĂ€hlwerk und eine Messwalze fĂŒr den Filmtransport. Als Filmformat kann daher Rollfilm nicht nur der Konfektionierung 120, sondern auch 220 verwendet werden. Dies ergibt beim quadratischen Negativformat von 56 × 56 mm 12 bzw. 24 Aufnahmen. In Australien wurde die Kamera als Hanimex 66 verkauft.[3]

Neben dem Lichtschachtsucher können ein Prismenaufsatz und ein Lupensucher verwendet werden. Die Pentacon Six hat einen Schlitzverschluss mit Verschlusszeiten von 1/1000 bis 1 s. Der Auslöser befindet sich ergonomisch gĂŒnstig an der Vorderseite der Kamera. Kameraseitig wird eine automatische Springblende unterstĂŒtzt.

Seit 1968 wurde ein passendes TTL-Prisma gefertigt. Ab 1969 gehörte es zur Standardausstattung der nun Pentacon Six TL genannten Kamera, die bis zur Liquidation von Pentacon 1990 vertrieben wurde.[3]

Die tschechoslowakische Polizei nutzte ab 1984 eine modifizierte Pentacon Six TL unter dem Namen Pentacon Six TLs fĂŒr 18 Aufnahmen im Format 38 mm × 45 mm auf 120er Film. Sie verfĂŒgte ĂŒber eine entsprechend verĂ€nderte Bildfeldlinse und Filmmaske sowie Filmtransport per Handrad.

Die Kamera selbst ist vollmechanisch und robust, leidet jedoch oft altersbedingt unter verkrustetem Schmiermittel. Es ist außerdem auf ein sehr exaktes Einlegen des Films zu achten, da es sonst konstruktionsbedingt leicht zu BildĂŒberlappungen kommen kann.

Die vom ukrainischen Hersteller Arsenal ehemals gefertigten Kameras Kiev 6C und Kiev 60 lehnen sich zwar an das Design der Pentacon Six an, sind jedoch nicht als Kopien zu bezeichnen.[4] Die Exakta 66 greift auf eine Reihe von Original-Grundbausteinen der Pentacon Six zurĂŒck, hat aber neben kosmetischen VerĂ€nderungen vor allem einen weiter entwickelten Objektivanschluss.

P6-Objektivanschluss

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Mit der Praktisix wurde ein neuer Bajonett-Anschluss fĂŒr Mittelformat-Objektive eingefĂŒhrt. Dieser Anschluss wird heute als P6-Bajonett, P6-Anschluss oder Pentacon-Six-Anschluss bezeichnet. Auch die speziellen Objektive fĂŒr die Exakta 66 sind zum P6-Anschluss abwĂ€rtskompatibel.

Das Auflagemaß (Abstand des Objektivanschlusses von der Bildebene) betrĂ€gt 74,10 mm.

Es handelt sich um ein Klemmbajonett, das nicht durch Drehen des Objektivs selbst, sondern durch das Drehen eines Klemmrings arretiert wird. Das P6-Bajonett wurde vom ukrainischen Kamerahersteller Arsenal fĂŒr eine Reihe zur Pentacon Six Ă€hnlicher Mittelformat-Kameras ĂŒbernommen. Adapter von P6 auf alle anderen gĂ€ngigen Kameratypen sind erhĂ€ltlich.

Objektive mit P6-Anschluss wurden von mehreren Herstellern produziert. Ältere Versionen verfĂŒgen noch nicht ĂŒber eine MehrfachvergĂŒtung („MC“).[5] Die meisten in Deutschland angebotenen Objektive stammen von Zeiss oder von Meyer-Optik, Görlitz.

  • Carl Zeiss Jena
  • Meyer-Optik Görlitz (spĂ€ter Pentacon)

Weitere Hersteller von Objektiven mit P6-Anschluss sind Arsenal und Heinz Kilfit. Es passen weiterhin – mit kleineren EinschrĂ€nkungen – Objektive fĂŒr die Exakta 66, z. B. von Schneider Bad Kreuznach.[6]

Commons: Pentacon Six – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ W. Mesow; H. Kuhn: Photographie. 150 Jahre Kameras aus Dresden. VEB Pentacon Dresden 1988, S. 27
  2. ↑ W. G. Heyde: Das Praktisix Buch. Fotokinoverlag Leipzig 1964, S. 22
  3. 1 2 3 4 Dresdner Kameras: Baureihen der Pentacon six
  4. ↑ siehe die Unterschiede bei Rolf-Dieter Baier fototechnik: Vergleich Pentacon Six und Ă€hnliche Kameras
  5. ↑ GĂŒnther Kadlubek; Rudolf Hillebrand: Kadlubeks Objektiv-Katalog. Über 6.000 Objektive und mehr als 600 Fotos – mit aktuellen Marktpreisen fĂŒr klassische und Second-Hand-Objektive der aktuellen Produktion aller original Kamera- und Fremdhersteller. Edition Photo-Deal, Neuss 2000, ISBN 3-89506-195-6, S. 52 f.
  6. ↑ Dresdner Kameras: Objektive fĂŒr die Pentacon six