Rautenschach
Unter dem Namen DIAMOND CHESS veröffentlichte im MĂ€rz 1886 âThe British Chess Magazineâ eine Schachvariante von Porterfield Rynd, bei dem das normale Schachbrett wie eine Raute auf die weiĂfeldrige Spitze von h1 gestellt wird. Derart verkantet liegt es mit je einer weiĂfeldrigen Spitze vor den beiden Spielern.
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| 8 | 8 | ||||||||
| 7 | 7 | ||||||||
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Besonderheiten beim Ziehen der Figuren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Figuren ziehen wie ĂŒblich. Nur die Bauern bewegen sich diagonal (in LĂ€uferrichtung) auf das gegnerische Lager zu. Schlagen können sie aber Ă€hnlich dem Turm â nach links, und rechts; jedoch nur auf das entsprechende Nachbarfeld. Rochade ist logischerweise nicht möglich; ĂŒber das Schlagen en passant oder den Bauerndoppelzug beim ersten Setzen ist nichts bekannt, Letzteres erscheint auch in den meisten FĂ€llen unlogisch bzw. ist bei den Zentrumsbauern sogar unmöglich.
Die Bauernumwandlung erfolgt auf einem der gegenĂŒberliegenden Randfelder: fĂŒr Schwarz a1. ⊠h1. ⊠h8 bzw. fĂŒr WeiĂ a1. ⊠a8. ⊠h8.
Reiz des Spiels
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Umkehrung der normalen Zugweise des Bauern gibt dem Spiel eine originelle Note und bietet neue Kombinationsmöglichkeiten, die vom Erfinder sogar als "höher als bei Normalschach" eingeschĂ€tzt wurden, was allerdings ĂŒbertrieben erscheint. Zwei auf benachbarten Diagonalen verbundene Bauern können sich Zug um Zug vorwĂ€rts bewegen, so dass nach jedem Zug der eine den anderen schĂŒtzt, was beim Normalschach nicht möglich ist, weil es nur eine Zugmöglichkeit bei zwei Schlagmöglichkeiten gibt.
Die Anzahl der ZĂŒge, die bis zum Erreichen eines Umwandlungsfeldes benötigt werden, schwankt erheblich und belĂ€uft sich auf mindestens vier, aber höchstens zehn. Beim orthodoxen Schach kann ein Bauer das Umwandlungsfeld in fĂŒnf bis sechs ZĂŒgen erreichen.
Varianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weitere Abarten des Diagonalschachs mit mehr oder weniger geringfĂŒgigen Abweichungen schufen 1913 in Frankreich I. Legan sowie 1943 in England J. A. Lewis, wĂ€hrend der Berliner Edmund Nebermann 1926 die Idee einer "umgekehrten Bauernbewegung" in seinem "Berolina-Schach" aufgriff. Er war auch Autor eines Radio-Schach-Programms in den 1920er Jahren.[1]
Musterpartie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WeiĂ: P. Rynd
Schwarz: T. B. Rowland
1. d3 c4 2. Le2 e6 3. d4 c4xd4 4. e4xd4 Ld7 5. e4 b4 6. Lf3 e7 7. d2 Tg8 8. Tc1 f6 9. c3 f5 10. c4 b4xc4 11. c3xc4 d5xd4 12. e4xd4 f5xf4 13. Sxf4 Sb5 14. Se4 Tf8 15. c4xc5 Lxc5 16. SxL SxS 17. Df1 (falls 17. TxS, dann gewinnt 17. ⊠Ta1+ die Dame) 17. ⊠Sb3 18. c5! SxT 19. DxSc1 Sd4 20. Tb2 Sb3 21. Db1 Ta3 (falls 21. ⊠Ta1, droht 22. Ta2+ TxT 23. DxTâ Kb8 24. Sd3 Lxd6+) 22. Sd3 g5 23. f5 Txf5 24. Lg2 Da6 25. Sb4 Da4 26. Sc2 Dg4 27. SxT DxL 28. TxS Dxh4+ 29. Lh3 Dh8 30. Sc4 Tf1+ 31. DxT h4D 32. Sb4+ Kb7 33. Sd5+ Kc8 (falls Ka7, Matt in 4 ZĂŒgen) 34. Da6+ Kd8 35. Tb8+ Lc8 36. DxLâ â
Quelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- DDR-Jugendzeitung Junge Welt, Artikel "Brettspiele"; vorgestellt und erlÀutert von Heinz Machatscheck, Ausgabe ca. 1975
FuĂnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Edmund Nebermann: Radio-Schach. LeichtfaĂliches Lehrbuch fĂŒr Funkhörer. Mit Schachspiel. Walter de Gruyter & Co., Berlin/Leipzig 1926.