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Realphilosophie

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Der Begriff Realphilosophie geht auf Hegel zurĂŒck. Seine Jenaer Realphilosophie von 1805/1806 enthĂ€lt Vorlesungen „zur Philosophie der Natur und des Geistes“. Hegel stellt die Realphilosophie der reinen Logik gegenĂŒber: die Realphilosophie ist also ein Denken auf empirischer Grundlage.

Der Philosoph Hegel beschĂ€ftigte sich in seinen realphilosophischen Vorlesungen u. a. mit PhĂ€nomenen der Astronomie und der Biologie, mit Überlegungen zu Intelligenz, dem freien Willen, Kunst, Religion und Wissenschaft. GegenĂŒber einer reinen Naturphilosophie zeichnet sich die Realphilosophie jedoch dadurch aus, dass sie auch gesellschaftliche und kulturelle PhĂ€nomene einbezieht. Sie umfasst somit sowohl Naturphilosophie als auch Kulturphilosophie.

In jĂŒngerer Zeit erfĂ€hrt der Begriff eine Renaissance. Der Publizist GĂĄbor PaĂĄl verweist auf Parallelen zwischen dem Begriff der Realphilosophie und dem vom US-amerikanischen Literaturagenten John Brockman formulierten Anspruch einer „Dritten Kultur“ in der Wissenschaft.[1][2] Realphilosophie bewege sich „an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Philosophie. Sie stĂŒtzt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und fragt dort weiter, wo die empirische Forschung an ihre Grenzen stĂ¶ĂŸt“. Die Idee einer Realphilosophie sei auch deshalb aktuell, da die Grenzen zwischen Natur-, Geistes- und Kulturphilosophie verschwimmen. „Das Geistige ist lĂ€ngst zum Gegenstand empirischer Naturwissenschaft geworden; die Natur und Technik zum Gegenstand von Philosophie und Geisteswissenschaften.“[3]

  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Jenaer Realphilosophie. Vorlesungsmanuskripte zur Philosophie der Natur und des Geistes von 1805–1806. Akademie, Berlin 1969.
  • GĂĄbor PaĂĄl: Was ist schön? Die Ästhetik in allem, WĂŒrzburg 2020.
  • Pirmin Stekeler: Hegels Realphilosophie. Ein dialogischer Kommentar zur Idee der Natur und des Geistes in der »EnzyklopĂ€die der philosophischen Wissenschaften« (= Philosophische Bibliothek. Band 762). 1. Auflage. Felix Meiner, Hamburg 2023, ISBN 978-3-7873-4239-6.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Paál, 285 ff.
  2. ↑ FachĂŒbergreifende Kooperationen (Memento vom 29. Oktober 2009 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung, 22. Oktober 2009
  3. ↑ Paál, 284