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Responsion

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Responsion (lateinisch responsio „Antwort“, „Erwiderung“) bezeichnet in der Verslehre Wiederholung und Korrespondenzen entsprechender Elemente im Gedicht. Im Bereich der antiken Verslehre wurde der Begriff von Paul Maas eingefĂŒhrt. In seiner Untersuchung zur griechischen Metrik[1] unterschied er nach innerer Responsion (metrische RegelmĂ€ĂŸigkeiten innerhalb eines Verses; „Wiederholung metrischer Elementargruppen“) und Ă€ußerer Responsion (metrische RegelmĂ€ĂŸigkeiten zwischen Versen; „Wiederholung des metrischen Ganzen“). Die Feststellung solcher im konkreten Werk vorhandenen Responsionen sollte Maas zufolge die alleinige Grundlage metrischer Untersuchungen bilden.

Auf der untersten Ebene spricht man von der Responsion einzelner metrischer Elemente mit ihrer konkreten AusprĂ€gung als LĂ€nge und KĂŒrze im Vers. Zum Beispiel respondiert das Elementum anceps (im Versschema notiert als ×) sowohl mit LĂ€nge (—) als auch mit KĂŒrze (◡). Diese Mehrdeutigkeit metrischer Elemente kann auch als metrische Ambivalenz bezeichnet werden.

Erich Schmidt wandte den Begriff auf Korrespondenzen zwischen Strophen in mittelhochdeutscher Dichtung und Meistersang an.[2] Man spricht bei den dort hĂ€ufig auftretenden, ĂŒber das Reimschema hinausgehenden klanglichen Entsprechungen zwischen Strophen von Reimresponsionen bzw. im Fall der Wiederholung von Reimworten (identischer Reim) von Reimwort-Responsionen.

In der Rhetorik bezeichnet Responsion die (antithetische) Antwort auf eine selbstgestellte Frage („Sollen wir kapitulieren? Nein, niemals werden wir 
“ etc.).

Einzelnachweise

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  1. ↑ Paul Maas: Griechische Metrik. Teubner, Leipzig 1929.
  2. ↑ Erich Schmidt: Reinmar von Hagenau und Heinrich von Rugge. Eine litterarhistorische Untersuchung. TrĂŒbner, Strassburg 1874.