SAP Process Integration
| SAP Process Integration | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | SAP SE |
| Aktuelle Version | 7.5 |
| Betriebssystem | diverse |
| Kategorie | Integrationssystem |
| deutschsprachig | ja |
| www.sap.com | |
Die SAP Process Integration (SAP PI, Weiterentwicklung von Exchange Infrastructure SAP XI) ist eine proprietÀre SOA-Implementierung in Form eines Software-Pakets, das den Datenaustausch zwischen SAP und fremden Systemen ermöglicht. Es ist als Bestandteil des SAP NetWeaver eine Middleware-Komponente, welche als Enterprise Application Integration-Plattform dient.
Dabei unterstĂŒtzt PI/XI ab Version 3.0, die seit Ende 2004 verfĂŒgbar ist, auch eine Prozess-Integration, welche grafisch dargestellt werden kann und WS-Business Process Execution Language nutzt.
Neben der Verbindung von Anwendungen verschiedener Unternehmen unterstĂŒtzt PI auch ein Message Queueing, wie es klassische Middleware-Produkte anderer Hersteller (beispielsweise IBM-MQSeries) auch bieten, welches die Nachrichten persistiert und z. B. bei SystemausfĂ€llen einen Datenverlust verhindert.
In der SAP Cloud Platform gibt es diverse Produkte fĂŒr spezifische AnwendungsfĂ€lle u. a. die SAP Cloud Platform Integration (CPI).
Technischer Aufbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Technisch basiert die XI/PI ab Version 3.0 auf dem SAP Web Application Server 6.40, welcher eine ABAP- und eine JEE-Laufzeitumgebung miteinander vereint. Bestimmte Teile der XI laufen in der Java-Laufzeitumgebung, andere in der ABAP-Laufzeitumgebung. Auch zukĂŒnftige XI-Versionen (PI) werden beide Laufzeitumgebungen beinhalten. FĂŒr das Monitoring sind Tools aus beiden Laufzeitumgebungen zu benutzen.
Intern arbeitet SAP PI weitgehend auf der Basis von XML-Technologien, auch in den FĂ€llen, bei denen Eingangs- und Ausgangsnachrichten nicht in XML-Format sind. Um die gröĂten Performance-Nachteile bei Intermediate Document (IDoc) zu vermeiden, kann ein IDoc auch ohne XML-Transformation nur ĂŒber PI geroutet werden (dann ist aber kein Mapping, keine Konvertierung und keine Prozessverarbeitung möglich).
SAP PI versucht, möglichst viele Web-Standards zu verwenden, auch wenn diese zurzeit nicht fĂŒr SAP PI in ausreichender Detailtiefe spezifiziert sind. SAP erweitert hierzu gelegentlich die offenen Webstandards um proprietĂ€re Elemente, wie beispielsweise beim SOAP XI, bei dem SAP das Protokoll SOAP unter anderem um Funktionen aus Remote Function Call ergĂ€nzt hat. Im Vergleich zur XI 3.0 wurden als auffĂ€lligstes Merkmal die Admin-GUIs denen des EP angepasst. Der Sprung von 3.0 auf 7.0 wurde mit der Gleichbenennung der ReleasestĂ€nde aller NetWeaver-Komponenten (z. B. BI 7.0) begrĂŒndet. Die derzeit aktuelle Version ist PI 7.50, Teil von SAP Netweaver 7.50.
Ab PI 7.3 kann das System auch als reine Java-Version verwendet werden, ein ABAP-Stack ist nicht mehr zwingend notwendig. Der Funktionsumfang war jedoch eingeschrÀnkt. Ab Version 7.50 gilt diese EinschrÀnkung jedoch nicht mehr.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jens Stumpe, Joachim Orb: SAP Exchange Infrastructure SAP PRESS, 2004, ISBN 3-89842-437-5
- Valentin Nicolescu, Burkhardt Funk, Peter Niemeyer: Entwicklerbuch SAP Exchange Infrastructure SAP PRESS, 2006, ISBN 3-89842-810-9
- Marcus Banner, Halil-Cem GĂŒrsoy, Heinzpeter Klein: Praxisleitfaden SAP XI - Programmierung SAP PRESS, 2007, ISBN 3-89842-971-7
- RenĂ© de Daniel, Hermann Steinrötter: Enterprise Integration Patterns fĂŒr SAP NetWeaver PI SAP PRESS, 2008, ISBN 978-3-89842-987-0