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Spitex

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Die Bezeichnung Spitex, AbkĂŒrzung fĂŒr «spitalexterne Hilfe und Pflege», ist eine im deutschschweizerischen Sprachraum verwendete allgemeine Bezeichnung fĂŒr die Hilfe und Pflege zu Hause. Es entspricht dem Begriff ambulante Pflege in Deutschland. Spitex Schweiz ist der nationale Dachverband von Spitex-KantonalverbĂ€nden und weiteren Organisationen fĂŒr professionelle Pflege und UnterstĂŒtzung zu Hause.

Zum Grundangebot der Spitex gehören Gesundheitspflege, hauswirtschaftliche UnterstĂŒtzung sowie Beratung und sozialbetreuerische Begleitung. Weitere Angebote unterscheiden sich je nach lokaler Spitex-Organisation, zum Teil werden sie ergĂ€nzend von Partnerorganisationen erbracht. Kerndienstleistungen sind:

AbklĂ€rung, Beratung, Koordination (kassenpflichtige Leistungen gemĂ€ss KVG), Krankenpflege (kassenpflichtige Leistungen gemĂ€ss KVG), Körperpflege, Akut- und Übergangspflege (kassenpflichtige Leistungen gemĂ€ss KVG), Beratung in Gesundheitsfragen, PrĂ€vention, Hauswirtschaft (UnterstĂŒtzung im Haushalt), Betreuung, soziale Begleitung

In der Schweiz fördern, unterstĂŒtzen und ermöglichen Spitex-Organisationen mit ihren Dienstleistungen das Wohnen und Leben zu Hause fĂŒr Menschen aller Altersgruppen, die der Hilfe, Pflege, Betreuung, Begleitung und Beratung bedĂŒrfen. Die Idee ist, dass Personen bis zu einem gewissen Grad zu Hause im vertrauten Umfeld von ausgebildetem Krankenpflege- und Hauswirtschaftspersonal unterstĂŒtzt, betreut und versorgt werden können und so SelbstĂ€ndigkeit und UnabhĂ€ngigkeit betreuter Person gefördert werden. Ein Vorteil wird in der Kostenersparnis gegenĂŒber stationĂ€rer Versorgung im Pflegeheim gesehen. Kosten fĂŒr die Dienstleistungen werden zu einem Teil vom Patienten (bzw. von dessen Krankenkasse) getragen und zu einem Teil von der öffentlichen Hand (in der Regel von der Gemeinde) subventioniert.

Anbieter sind gemeinnĂŒtzige (Nonprofit-) und private Organisationen.

Nonprofit-Spitex (NPO-Spitex)

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Logo Spitex-Verband Schweiz

Die Nonprofit-Spitex wird im Auftrag der Gemeinde bzw. des Kantons tĂ€tig. Bevor die Betreuung einer Person aufgenommen wird, findet eine BedarfsabklĂ€rung fĂŒr Pflegeleistungen gemĂ€ss Krankenversicherungsgesetz (KVG) statt, damit die betroffene Person weder unter- noch ĂŒberversorgt wird. Dazu wird das AbklĂ€rungsinstrument RAI verwendet.[1] Basierend auf LeistungsvertrĂ€gen mit Kantonen und Gemeinden tragen neben der öffentlichen Hand die Kranken-, Unfall-, Invaliden- und MilitĂ€rversicherungen sowie die Klienten zur Finanzierung bei. Gesetzliche Auflagen verpflichten Spitex-Organisationen zu wirksamen, zweckmĂ€ssigen und wirtschaftlichen Pflegeleistungen. Wird die Pflege zu Hause im Vergleich zur stationĂ€ren Betreuung deutlich teurer, ist unter UmstĂ€nden ein Wechsel ins Heim nötig. NPO-Organisationen sind verpflichtet, Gewinne nicht auszuschĂŒtten, sondern in der Organisation zu belassen.[2]

Der Dachverband der Nonprofit-Spitex Spitex Schweiz mit Sitz in Bern wurde 1995 gegrĂŒndet.[3]

Private Spitex-Organisationen

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PflegebedĂŒrftige können eine private Spitex-Organisation mit ihrer Versorgung beauftragen, doch werden nicht alle Dienstleistungen von der öffentlichen Hand subventioniert. Private Anbieter sind unter anderen Vereine, Stiftungen, GmbH oder Aktiengesellschaften. Die 2005 gegrĂŒndete Association Spitex privĂ©e Suisse (ASPS) vertritt 75 %[4] der privaten Spitex-Organisationen. Sie entwickelte ein eigenes GĂŒtesiegel.[5]

Die Spitex-Leistungen bilden einen wesentlichen Teil des schweizerischen Gesundheits- und Sozialwesens. GemĂ€ss Spitex-Statistik des Bundesamtes fĂŒr Statistik widmeten sich im Jahr 2022 in der Schweiz rund 61'100 Personen mit umgerechnet rund 28'056 Vollzeitstellen der Pflege und Betreuung von rund 459'000 Personen. 73 % der BeschĂ€ftigten und 76 % der Klienten entfallen auf 585 gemeinnĂŒtzige Organisationen (meist privatrechtlich-gemeinnĂŒtzige Vereine oder Stiftungen), die restlichen Marktanteile entfallen auf 401 erwerbswirtschaftliche Unternehmen und 1'479 selbstĂ€ndige Pflegefachpersonen.

37 % der Vollzeitstellen sind mit Pflegefachpersonen mit einem Diplom auf TertiĂ€rstufe besetzt (z. B. höhere Berufsbildung, Fachhochschule), weitere 28 % haben einen Abschluss auf Sekundarstufe II im Bereich Pflege und Betreuung, 8 % haben eine andere Ausbildung absolviert (z. B. eine kaufmĂ€nnische). Weitere 29 % sind Praktikanten, haben Pflege- und Betreuungskurse besucht oder sind ganz ohne spezifische Ausbildung im Bereich Pflege/Betreuung. Der Grade-Mix – die Zusammensetzung des eingesetzten Personals nach Stufe des höchsten Abschlusses – variiert stark nach Typ des Leistungserbringers. WĂ€hrend praktisch alle selbstĂ€ndigen Pflegefachpersonen einen Abschluss auf TertiĂ€rstufe haben, belĂ€uft sich dieser Anteil auf 38 % bei den gemeinnĂŒtzigen Unternehmen bzw. auf 26 % bei den erwerbswirtschaftlichen Unternehmen.[6]

  • Markus Lischer: Spitex. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Markus Reck: Spitex – zwischen Staat und Markt. Hogrefe-Verlag, Bern 2015, ISBN 978-3-456-85568-4.
  • Rahel GmĂŒr, Philip Steiner: Spitex. In: Gesundheitswesen Schweiz 2015–2017. Hogrefe, Bern 2015, ISBN 978-3-456-85552-3.
  • Robert Fluder, Sabine Hahn, Jonathan M. Bennett, Matthias Riedel, Thomas Schwarze: Ambulante Alterspflege und -betreuung. Zur Situation von pflege- und unterstĂŒtzungsbedĂŒrftigen Ă€lteren Menschen zu Hause. Seismo Verlag, ZĂŒrich 2012, ISBN 978-3-03777-125-9.
  • Pascale GmĂŒr: Puzzeln mit Ananas. Menschen der Spitex erzĂ€hlen. Verlag Hier und Jetzt, Baden 2019, ISBN 978-3-03919-477-3.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Instrumente zur Pflegebedarfsermittlung BESA QSys. Abgerufen am 7. November 2025.
  2. ↑ Einsatz der Spitex. Abgerufen am 11. Februar 2019.
  3. ↑ Unsere Geschichte. Spitex Schweiz.
  4. ↑ Vorteile private Spitex. In: spitexprivee.swiss.
  5. ↑ Ziele und Aufgaben. Association Spitex privĂ©e Suisse ASPS (Verband der privaten Spitex-Organisationen).
  6. ↑ Spitex-Statistik. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 18. Juni 2024.