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Stammapostel

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Stammapostel ist die höchste Amtsstufe der Neuapostolischen Kirche (NAK). Er steht dem Kreis der Apostel weltweit vor und leitet mit ihnen die Kirche. Er ist in Glaubensfragen letzte Instanz und setzt Lehraussagen nach Abstimmung mit den Bezirksaposteln fest. In der Regel fĂŒhrt er die Ordination der Apostel durch. Er ist oberster ReprĂ€sentant der Neuapostolischen Kirche. Seit Pfingsten 2013 hatte der Franzose Jean-Luc Schneider dieses Amt inne, welches er im Pfingstgottesdienst 2026 in Kapstadt an Helge Mutschler weitergegeben hat. GemĂ€ĂŸ den Ordinationsrichtlinien der NAK konnten bis zum 1. Januar 2023 nur MĂ€nner in ein geistliches Amt ordiniert werden, weshalb das Amt des Stammapostels bisher ein Mann bekleiden musste.

Auch innerhalb der Glaubensgemeinschaft Apostelamt Jesu Christi gab es dieses Amt bis 1981.

Aufgabenbereiche

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Als oberste geistliche AutoritĂ€t aller neuapostolischen Gebietskirchen der Erde leitet der Stammapostel die Gesamtkirche in allen religiösen Angelegenheiten. Er hat vornehmlich den Auftrag, die Lehre Christi bestĂ€ndig und gewissenhaft zu verkĂŒndigen und rein zu halten. Er beruft und ordiniert die Bezirksapostel, Apostel und Bischöfe, setzt sie zur Ruhe oder ruft sie ab. Er legt die Grenzen der Gebietskirchen fest, bildet neue Bezirksapostelbereiche und teilt den Gebietskirchen Arbeitsbereiche zur Betreuung zu. Auch legt er das Jahresbudget der NAK fest, entscheidet ĂŒber Ausgaben und Verwaltung des Vermögens, spricht mit den Bezirksaposteln den an die NAK zu leistenden finanziellen Beitrag ab und erlĂ€sst Regelungen und Weisungen in Angelegenheiten der Gesamtkirche. Anordnungen des Stammapostels sind vorbehaltlich entgegenstehender gesetzlicher Bestimmungen fĂŒr alle Gebietskirchen und deren Organe verbindlich.

Amtszeit und Berufung

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Der Stammapostel wird von seinem jeweiligen VorgĂ€nger berufen. Dies ist auch dann so, wenn der VorgĂ€nger erkrankt oder einen Unfall erleidet, aber noch handlungsfĂ€hig ist. FĂŒr den Fall einer plötzlichen Erkrankung oder eines Unfalls, wodurch der Stammapostel handlungsunfĂ€hig werden könnte, kann der Stammapostel die Berufung seines Nachfolgers schriftlich hinterlegen. Fehlt eine solche Berufung, so wird der Nachfolger durch die Bezirksapostelversammlung oder die Apostelversammlung aus dem Kreis der Bezirksapostel, Bezirksapostelhelfer und Apostel geheim gewĂ€hlt. Sein Amt beginnt mit seiner Ordination, die durch den in den Ruhestand tretenden Stammapostel oder den dienstĂ€ltesten Bezirksapostel erfolgt. Der Amtswechsel wird sĂ€mtlichen neuapostolischen Gemeinden unverzĂŒglich zur Kenntnis gebracht.

Mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres steht dem Stammapostel der Ruhestand zu. LĂ€ngstens soll er seine AmtstĂ€tigkeit bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres ausĂŒben. Zur Berufung seines Nachfolgers und zur Regelung fĂŒr den Fall einer vorĂŒbergehenden oder definitiven Verhinderung an der AmtsausĂŒbung kann der Stammapostel im Tresor der NAK entsprechende Dokumente hinterlegen. BestĂ€tigen zwei unabhĂ€ngige Ärzte eine vorĂŒbergehende Verhinderung, so öffnen die drei dienstĂ€ltesten Bezirksapostel das entsprechende Dokument; stirbt der Stammapostel oder wird seine definitive Verhinderung festgestellt, ist innerhalb von sieben Tagen eine Bezirksapostelversammlung einzuberufen, die das VermĂ€chtnis des Stammapostels zur Kenntnis nimmt und unverzĂŒglich umsetzt.

Die Ämter der KAG, eine Übersicht

Die Neuapostolische Kirche leitet dieses Amt heute – Ă€hnlich wie die Römisch-katholische Kirche – von der besonderen Stellung des Apostels Petrus im JĂŒngerkreis ab. Bereits die katholisch-apostolischen Gemeinden, aus denen sich die Neuapostolische Glaubensgemeinschaft ab 1878 entwickelte, kannten die Bezeichnung „Stammapostel“. Dieses Amt bezeichnete hier jedoch die FĂŒhrungsgewalt ĂŒber einen der sogenannten „12 StĂ€mme Israels“, wobei mit „Stamm“ jeweils eine bestimmte Weltregion bezeichnet wurde. Der erstberufene Apostel der katholisch-apostolischen Gemeinden, John Bate Cardale, wurde auch Pfeilerapostel genannt. Ebenso gab es fĂŒr die anderen charismatischen Ämter (Prophet, Hirte, Evangelist) jeweils ein Pfeileramt. Mit diesem Pfeileramt waren jedoch keine besonderen Vollmachten verbunden.

Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm Schwarz 1895 stellten sich die Apostel mehr und mehr unter die FĂŒhrung von Friedrich Krebs. Er entwickelte 1895 allmĂ€hlich das Konzept des Stammapostels als oberste AutoritĂ€t innerhalb der Apostel und wurde damit laut dem Historiker Helmut Obst zum eigentlichen GrĂŒnder der modernen NAK[1]. Die geistliche BegrĂŒndung fiel dabei pragmatisch aus: Um die Notwendigkeit einer einheitlichen FĂŒhrung zu verdeutlichen, verwies der damalige Apostel Niehaus auf den Einzigartigkeitsanspruch Gottes im ersten der zehn Gebote sowie auf die patriarchale Stellung des Mannes in der Familie.[2] War der Begriff Stamm aus der katholisch-apostolischen Gebietsaufteilung bekannt, versinnbildlichte er von nun an das Primat des Stammapostels ĂŒber die weiteren Apostel mittels des metaphorischen VerhĂ€ltnisses von Baum zu Ast. Der erste Gottesdienst, in dem die Funktion des Kirchenoberhaupts proklamiert wurde, fand zu Pfingsten 1897 in Berlin statt[3].

Stammapostelkult

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Unter dem ersten AmtstrĂ€ger Friedrich Krebs entwickelte sich ein ausgeprĂ€gter Verehrungskult um das Amt. Begriffe wie „Vater“ oder „Einheitsvater“ waren noch einige Jahre lang ĂŒblicher als der Begriff „Stammapostel“. Der spĂ€tere Amtsinhaber Hermann Niehaus schrieb ĂŒber seinen VorgĂ€nger Krebs, er sei nicht wĂŒrdig, ihn als seinen „Bruder“ zu sehen, sondern nannte ihn seinen „Herr[n] und Meister“[4]. Krebs selbst bekrĂ€ftigte diesen Kult, indem er sich beispielsweise mit Aussagen bei einer Feier des Heiligen Abendmahls selbst als Jesus Christus bezeichnete:

„Das ist mein Fleisch, denn ich habe die Welt ĂŒberwunden, obwohl ich noch lebe.“[5]

Zum 80. Geburtstag und 60-jĂ€hrigen AmtsjubilĂ€um von Niehaus als spĂ€terem Stammapostel wurde vom Apostelkollegium das Buch Der GrĂ¶ĂŸte unter ihnen herausgegeben. Bereits zum Amtsantritt nach dem Tod von Krebs herrschte innerhalb der neuapostolischen Gemeinde auch die spiritistische Vorstellung vor, dass Niehaus als „TrĂ€ger des Geistes“ des verstorbenen Stammapostels seine geistlichen Vollmachten aus ebendiesem beziehe und der erste Stammapostel folglich in seinem Nachfolger weiterwirke.[6] Aus Niehaus’ Amtszeit gibt es weiterhin Beispiele von Gemeinden, in deren Kirchsaal ein Bild des Stammapostels ĂŒber dem Altar platziert wurde[7] Im Lied Nummer 509 des neuapostolischen Gesangbuches von 1912 hieß es[8]:

„Ja nirgends auf dem Erdenrund fĂŒhltÂŽ ich mich frei so von Beschwerde,
als an der Brust von Vater Krebs, das war mein Himmel auf der Erde
Verloren gehet von uns keiner, so wir uns klammern an die Hand in seinem Sohne Niehaus heute.
An dieser Brust wird weiter blĂŒhn fĂŒr uns der Himmel auf der Erde.
“

Seinen Höhepunkt erreichte der Stammapostelkult unter J.G. Bischoff. Beim „Botschafts“-Gottesdienst in Gießen am 24. Dezember 1951 nannte Bezirksapostel Rockenfelder ihn den „GrĂ¶ĂŸten, nebst Jesus, [den] die Erde je getragen hat“.[9] Ein Jahr spĂ€ter wurden die AmtstrĂ€ger der Kirche ĂŒber das sogenannte Amtsblatt ermahnt:

„Der Stammapostel allein ist die geoffenbarte Liebe Gottes. Wer sich von ihm trennt, hat sein eigenes Todesurteil unterschrieben [
].“[10]

Gerade in dieser Übergangsphase der Nachkriegszeit wurde die Stellung des Stammapostelamts innerhalb des Apostelkollegiums jedoch auch stark in Frage gestellt.[11] SpĂ€ter wurde die kirchenpolitische Stellung des Stammapostels mit einer Verpflichtung der Apostel zur LoyalitĂ€t in den Statuten der NAK International gefestigt; ein Passus, der bis heute gilt.[12] Noch 1997 merkte der schweizerische Religionswissenschaftler Georg Schmid zahlreiche Elemente der „Huldigung“ in zeitgenössischen NAK-Predigten an.[13]

Erst unter Stammapostel Richard Fehr wurde die Stellung des Stammapostels in der neuapostolischen Lehre abgeschwĂ€cht[14] und die Amtsverehrung zurĂŒckgefahren. WĂ€hrend der Stammapostel in der offiziellen Literatur bis 1992 noch als „Haupt der Kirche Jesu Christi“ und dessen „ReprĂ€sentant auf Erden“ bezeichnet wurde,[15] spricht die NAK heute vom Nachfolger des Apostels Petrus. Eine weitere Änderung erfolgte 2001, als Fehr die SchlĂŒsselgewalt des Stammapostels abschaffte, nachdem seit 1958 gelehrt worden war, dass nur ein einleitendes Gebet des Stammapostels den Zugang zum Jenseits öffnen und dadurch die Vermittlung von göttlichem Heil an Verstorbene ermöglichen könne[16] (siehe Entschlafenenwesen der Neuapostolischen Kirche). Zuvor beendete Fehr zu Pfingsten 1997 auch den bereits jahrzehntealten Brauch, dem Stammapostel in einem Schlusspredigtbeitrag fĂŒr den gehaltenen Gottesdienst zu danken.[17] In einem Interview von 2006 stellte Stammapostel Wilhelm Leber die historisch durchaus verbreitete Auffassung, der Stammapostel sei unfehlbar, öffentlich in Abrede.[18]

Friedrich Krebs

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Als erster neuapostolischer Stammapostel gilt der Bahnbeamte Friedrich Krebs. Nach dem Tod des einflussreichen niederlĂ€ndischen Apostels Friedrich Wilhelm Schwarz ĂŒbernahm Krebs die Leitung der noch jungen Religionsgemeinschaft und fĂŒhrte die eher lose verbundenen Apostel und Gemeinden zusammen. Er wurde daher auch Einheitsvater Krebs genannt. 1902 kam es zwischen seinem BezirksĂ€ltesten Julius Fischer (1867–1923) und ihm zu einem Lehrkonflikt ĂŒber die Wiederkunft Christi. Es entstand das Apostelamt Juda, von dem sich dann 1923 das Apostelamt Jesu Christi lossagte.

Krebs lehrte die Gleichrangigkeit der neuen Apostel mit den biblischen. Die Bibel selbst war ihm dabei „vertrocknetes Heu aus der Vergangenheit“ und „altes schmutziges Grubenwasser“. Dagegen stand fĂŒr ihn das Wort der neuen Apostel: das „frische GrĂŒnfutter“ und das „frische, lebendige Quellwasser“ (dieses Zitat wird einer im November 1896 erschienenen neuapostolischen Kirchenzeitschrift zugeschrieben. Aus dem Datum geht hervor, dass es sich um die WĂ€chterstimmen aus Ephraim gehandelt haben mĂŒsste). Im selben Jahr erhielt Krebs das Amt des Stammapostels, das er bis zu seinem Tod innehatte.

Hermann Niehaus

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Krebsâ€Č Nachfolger wurde 1905 Hermann Niehaus, ein Landwirt aus Westfalen, der 1848 in Steinhagen bei Bielefeld geboren worden war. Er wurde 1872 zum Evangelisten und 1896 zum Apostel ordiniert. Als er die Leitung der Kirche ĂŒbernahm, gab es 488 Gemeinden, kurz vor seinem Tod zĂ€hlte man 1931 bereits 1800. Er wurde innerhalb der Kirche als Vater Niehaus bezeichnet. Er Ă€nderte ab 1906/07 den bis dahin gebrĂ€uchlichen Namen Neuapostolische Gemeinde in Neuapostolische Kirche. Er verstarb 1932 an den Folgen eines Treppensturzes. WĂ€hrend seiner Amtszeit war es zu zwei wichtigen Spaltungen gekommen. In Australien wehrte sich der dortige Apostel Hermann Niemeyer gegen die MachtansprĂŒche des Stammapostels und wurde von diesem nach einer Konferenz auf dem RĂŒckweg nach Australien ausgeschlossen. Er grĂŒndete daraufhin 1911 die Apostolic Church of Queensland. In Sachsen und ThĂŒringen kam es zu einer Spaltung unter dem Apostel Carl August BrĂŒckner, der ebenfalls dem Machtanspruch des Stammapostels entgegentrat und dessen – zunehmend von TrĂ€umen und Visionen geprĂ€gter – FĂŒhrung ein liberales und aufgeklĂ€rtes GlaubensverstĂ€ndnis entgegenzusetzen suchte. Es entstand der Reformiert-Apostolische Gemeindebund. Interessant ist, dass die Positionen BrĂŒckners, der ursprĂŒnglich der Favorit fĂŒr die Stammapostelnachfolge gewesen war, seinerzeit von Apostel J. G. Bischoff geteilt wurden.

Johann Gottfried Bischoff

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Nachfolger von Niehaus wurde ebendieser Frankfurter Apostel Johann Gottfried Bischoff. Er gilt als die schillerndste Figur unter den Stammaposteln. Zum einen war er wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus um gute Beziehungen zum herrschenden Regime bemĂŒht. Zum anderen fĂ€llt in seine Amtszeit ab 1950 die sog. Botschaft, wonach der Stammapostel erklĂ€rte, noch zu seinen Lebzeiten werde Jesus Christus erscheinen und „sein Werk vollenden“. Er selbst sei der letzte Stammapostel; nach ihm komme keiner mehr. Sein einstimmig vom Apostelkollegium gewĂ€hlter und von Bischoff am 1. August 1948 eingesetzter Nachfolger im Stammapostelamt Peter Kuhlen erklĂ€rte daraufhin am 25. November 1950 seinen RĂŒcktritt. Die Dogmatisierung dieser Botschaft begann fĂŒr die Kirche nach dem Weihnachtsgottesdienst 1951, als Bischoff diese offiziell in Gießen verkĂŒndete. Dies und ihre VerknĂŒpfung mit der Aufnahme in die Kirche (Versiegelung) fĂŒhrte weltweit zu mehreren Abspaltungen von der Neuapostolischen Kirche. Die meisten davon schlossen sich 1956 zur Vereinigung Apostolischer Gemeinden zusammen.

Als Bischoff am 6. Juli 1960 starb, wurde am 10. Juli 1960 der Kaufmann und Bezirksapostel von Westfalen Walter Schmidt (1891–1981) sein Nachfolger. Er wurde einstimmig gewĂ€hlt, und die Apostelversammlung erklĂ€rte die nicht erfolgte Erscheinung Jesu mit der Behauptung, Gott habe aus unerforschlichen GrĂŒnden seinen Willen geĂ€ndert. Trotz der massiven Wirkungen der „Botschaft“ auf die neuapostolische Lehre fĂŒhrte sie und der Tod Bischoffs zwar zu einer Krise, jedoch nicht zum Zerfall der Kirche. Der Sitz der Kirche wurde von Frankfurt nach Dortmund verlegt.

Ernst Streckeisen

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Nachfolger von Walter Schmidt wurde am 23. Februar 1975 der Schweizer Ernst Streckeisen (1905–1978), der den Sitz der Neuapostolischen Kirche von Dortmund in die Schweiz verlegte.

Als Stammapostel Streckeisen 1978 plötzlich wĂ€hrend einer SĂŒdafrikareise verstarb, wĂ€hlte das Apostelkollegium am 18. November 1978 als seinen Nachfolger den Schweizer Hans Urwyler (1925–1994). Dieser wurde in Bern geboren und wurde 1969 zum Bischof und 1976 zum Bezirksapostel fĂŒr die Schweiz ordiniert. Er erkrankte im Juli 1987 schwer und bestimmte seinen Nachfolger.

Richard Fehr ĂŒbernahm am 22. Mai 1988 als siebenter Stammapostel die Leitung der Neuapostolischen Kirche. In seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl der Kirche weltweit auf ĂŒber 11 Millionen. Er fĂŒhrte eine vorsichtige Öffnung der Kirche gegenĂŒber den anderen apostolischen Gemeinschaften ein. Im Jahre 2001 lud er zu einem Treffen nach ZĂŒrich ein. Außerdem setzte er verschiedene Arbeitsgruppen ein, die die Lehre ĂŒberarbeiten und biblischer fundieren sollten. Zu Ostern 2005 wurde zudem das neue Gesangbuch fĂŒr den deutschsprachigen Raum ausgegeben; es ersetzt die bereits seit 1925 benutzte Ausgabe, die durch Änderungen in Lehre und Sprache nicht mehr aktuell war. Fehr hatte sein Amt bis zum 16. Mai 2005 inne.

An Pfingsten 2005 ĂŒbergab Richard Fehr das Amt des Stammapostels an Wilhelm Leber, den bisherigen Bezirksapostel fĂŒr Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen.[19] Genau drei Jahre nach seinem Amtsantritt fĂŒhrte er das „Unser Vater“-Gebet in der aktualisierten Version der Lutherbibel von 1984 ein.[20]

Jean-Luc Schneider

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An Pfingsten 2013 ĂŒbergab Wilhelm Leber nach achtjĂ€hriger AmtstĂ€tigkeit das Stammapostelamt an Jean-Luc Schneider. Schneider unterstĂŒtzte Leber in seiner TĂ€tigkeit bereits seit Mai 2012 als Stammapostelhelfer.

Helge Mutschler

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Jean-Luc Schneider ernannte Helge Mutschler, den bisherigen Bezirksapostelhelfer fĂŒr Nord- und Ostdeutschland, im Pfingstgottesdienst 2025 zum Stammapostelhelfer.[21] Ein Jahr spĂ€ter, an Pfingsten 2026, ordinierte er diesen zu seinem Nachfolger.[22] Helge Mutschler ist damit der zehnte Stammapostel der Neuapostolischen Kirche.

Stammapostel beim Apostelamt Jesu Christi

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Das Apostelamt Jesu Christi besaß von 1947 bis 1981 ebenfalls das Stammapostelamt.

WĂ€hrend eines Gottesdienstes am 20. Februar 1947 wurde Apostel Albert Trubach prophetisch zum „Stammapostel Jesu Christi“ mit dem Auftrag berufen: „Veredle und vollende das Werk!“ Zwei Monate vor seinem Tod legte Apostel Trubach am 5. Juli 1980 sein Amt nieder und berief den Lehrer Hans-Joachim Preuß (1920–1981) aus Cottbus zu seinem Nachfolger als Stammapostel. Nach dessen Tod am 6. August 1981 wurde das Amt des Stammapostels nicht mehr erneuert. Die Gemeinschaft Apostelamt Jesu Christi verzichtete in der Folgezeit auf das Amt des Stammapostels und kehrte zum katholisch-apostolischen Prinzip der Gleichheit aller Apostel zurĂŒck.

  • Liborius Olaf Lumma: PĂ€pstlicher als der Papst? Das Amt des Stammapostels in der Neuapostolischen Kirche. In: Liborius Lumma/Wilhelm Rees/Andreas Vonach (Hrsg.): Religiöse AutoritĂ€ten. BeitrĂ€ge aus dem Innsbrucker Forschungszentrum „Synagoge und Kirchen“. Innsbruck 2022, S. 143–154.
  • Karl-Eugen Siegel: Der ReprĂ€sentant des Herrn, Das Stammapostelamt in der Neuapostolischen Kirche, mit Lebensbeschreibungen und Quelltexten. Stuttgart 1995, ISBN 3-9804076-2-4.
  • Helmut Obst: Neuapostolische Kirche – Die exklusive Endzeitkirche? Neukirchen-Vluyn 1996, ISBN 3-7615-4945-8.
  • Helmut Obst: Apostel und Propheten der Neuzeit – GrĂŒnder christlicher Religionsgemeinschaften des 19. und 20. Jahrhunderts. Göttingen 2000, ISBN 3-525-55438-9, S. 55–230.
  • Susanne Scheibler: Friedrich Krebs. Frankfurt am Main 1993, o. ISBN
  • Susanne Scheibler: Johann Gottfried Bischoff. Frankfurt am Main 1997, o. ISBN
  • Susanne Scheibler: Walter Schmidt. Frankfurt am Main, o. J., o. ISBN
  • Susanne Scheibler: Hans Urwyler. Frankfurt am Main, o. J., o. ISBN
  • Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden (Hrsg.): Der GrĂ¶ĂŸte unter ihnen, Kurze Lebensbeschreibung von Hermann Niehaus. Frankfurt am Main 1928, o. ISBN
  • Gottfried Rockenfelder: Geschichte der Neuapostolischen Kirche. Frankfurt am Main 1960, S. 98–143, o. ISBN

Einzelnachweise

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  1. ↑ Text einer Diskussionsveranstaltung zum Thema: Neuapostolische Kirche. Manfred Gebhard, 9. Februar 1997, abgerufen am 24. November 2019.
  2. ↑ Der Herold, Juli 1897, S. 3–4.
  3. ↑ Dominik Schmolz: Kleine Geschichte der Neuapostolischen Kirche. 1. Auflage. Edition Punctum Saliens, Heidelberg 2013, S. 45–48.
  4. ↑ Kurt Hutten: Kurt Hutten, Seher / GrĂŒbler / Enthusiasten – Das Buch der Sekten. Hrsg.: Quell-Verlag der evang. Gesellschaft. 11. Auflage. Stuttgart 1968, S. 637.
  5. ↑ Nachruf „Sein letztes Wort“, 1905; zitiert in: Seher – GrĂŒbler – Enthusiasten: Das Buch der traditionellen Sekten und religiösen Sonderbewegungen von Kurt Hutten, 1982.
  6. ↑ H. Obst (1996). Neuapostolische Kirche: die exklusive Endzeitkirche? Friedrich Bahn Verlag, S. 42–43.
  7. ↑ Eine entsprechende Fotografie der Innenansicht einer neuapostolischen Kapelle in Riverleigh (Australien) fand sich in einer Ausgabe der Monatszeitschrift „WĂ€chterstimme“ von 1929 (Seite 34).
  8. ↑ Kurt Hutten: Seher, GrĂŒbler, Enthusiasten. Quell Verlag, Stuttgart 1950, S. 476–477.
  9. ↑ Gottfried Rockenfelder im Weihnachtsgottesdienst in Giessen 1951, zitiert nach: Karl-Eugen Siegel, Die Botschaft des J.G. Bischoff
  10. ↑ Amtsblatt, 15. Juni 1952, zitiert nach: Detlef Streich, Konstruktive Merkmale der Neuapostolischen Kirche, Aktualisierte Fassung, Göppingen, Mai 2006, S. 19.
  11. ↑ Die Neuapostolische Kirche in der Zeit von 1938–1955. Entwicklungen und Probleme, AG Geschichte der Neuapostolischen Kirche International, verfasst zum 6. November 2007
  12. ↑ NAK International: Neuapostolische Kirche International (NAKI) – Statuten. (PDF). In: nak.org, 29. September 2010, abgerufen am 25. August 2019 (TreuegelĂŒbde, Abschnitt 4.3).
  13. ↑ Georg Schmid: "Der Stammapostel offenbart in Wort und Tat den Willen des Sohnes.": Verbale Verbeugungen vor dem Stammapostel in der Neuapostolischen Kirche. In: relinfo.ch. Georg Schmid, 1997, abgerufen am 7. Dezember 2019.
  14. ↑ Michael Koch: Alte Fragen – neue Antworten. In: Evangelische Zentralstelle fĂŒr Weltanschauungsfragen (EZW). 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. August 2019; abgerufen am 24. November 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. ↑ Fragen und Antworten ĂŒber den neuapostolischen Glauben, Friedrich Bischoff-Verlag 1992, Frage 177
  16. ↑ Richard Fehr: S C H L Ü S S E L V O L L M A C H T. In: Leitgedanken zum Gottesdienst, Sondernummer 3, Jahrgang 75. MĂ€rz 2001, abgerufen am 22. November 2019.
  17. ↑ Olaf Stoffel: Angeklagt: Die Neuapostolische Kirche. GTB, GĂŒtersloh 1999, S. 109.
  18. ↑ ideaSpektrum: „Von anderen Kirchen können wir viel lernen“ (Memento des Originals vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. (PDF). In: ethikinstitut.de, 2006, abgerufen am 29. August 2019.
  19. ↑ Lebenslauf von Wilhelm Leber auf nak.org (PDF; 76 kB), abgerufen am 25. Februar 2011.
  20. ↑ Änderung ab Pfingsten: Neuapostolische Christen beten das „Unser Vater“ neu, abgerufen am 25. Februar 2011.
  21. ↑ nak.org/de: Stammapostel ernennt Nachfolger; abgerufen am 8. Juni 2025.
  22. ↑ nak.org/de: Wechsel in der weltweiten Leitung; abgerufen am 24. Mai 2026.