Stehkragen

Der Stehkragen ist ein Hemdenkragen, der um den Hals aufgestellt getragen wird. Er ist ein wesentliches Stilmerkmal des Hemdes im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Kragenform wurde etwa ab 1850 vorwiegend getragen. Heutzutage hat der Umlegekragen ihn fast vollstÀndig verdrÀngt.

Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Zeit seiner Entstehung wurden Kragen ĂŒblicherweise noch nicht am Hemd angenĂ€ht, sondern aufgeknöpft. Dies erleichterte das Reinigen und StĂ€rken der schneller verschmutzenden Teile. Der Vatermörder war eine frĂŒhe Form des Stehkragens. Derzeit sind Stehkragen bei Hemden kaum noch vorzufinden (2015). Nur bei festlichen AnlĂ€ssen tragen MĂ€nner zum Smoking, Frack und Cutaway ein Hemd mit KlĂ€ppchenkragen, einer modernen Variante des Vatermörders. Gelegentlich statten Hemdenhersteller ihre Hemden bei sehr modernen Schnitten mit einem Mandarinkragen aus, einem Stehkragen nach chinesischem Vorbild.
Stehbordkragen, Stehbundkragen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der weiche Stehbordkragen und der harte Stehbundkragen sind aus dem Zuschnitt von Uniformen ĂŒbernommene, an die Uniformjacke Litewka erinnernde Kragenformen. Sie haben einen zwei bis drei Zentimeter hoch stehenden Halsabschluss ohne Ecken. Die Kragenform findet sich an Blusen, Hemden und Jacken. Sie kann offen oder geschlossen getragen werden. Sie war das Kennzeichen des Modestils Mao-Look.[1]
Uniformkragen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Uniformen mit Stehkragen auf. Diese KrĂ€gen waren ursprĂŒnglich in Höhe des Adamsapfel aufgesetzt und mit starken Einlagen aus Leinen, vielfach auch MetallstĂ€bchen, fest eingearbeitet oder herausnehmbar, versehen. Die zeitweilig sehr hohen KrĂ€gen lieĂen ein Nicken des Kopfes nur eingeschrĂ€nkt zu und zwangen die TrĂ€ger zu einer âhochnĂ€sigenâ Kopfhaltung. In der Regel waren die KrĂ€gen in der Farbe der ĂrmelaufschlĂ€ge und Paspelierungen, abweichend vom Grundstoff gearbeitet. Bei Mannschaftsuniformen verzichtete man auf die Versteifungen, um sie feldtauglich zu machen. Da die Uniformen ohne Hemdkragen getragen werden konnten, aber dicht am Hals anlagen, waren sie innen mit einem Inlett versehen â meist in weiĂ, herausknöpfbar und waschbar.
Heutige StehkrĂ€gen sind bis zum Halsansatz geschnitten und reichen nicht viel höher als der Adamsapfel. Da man sie jetzt halbrund arbeitet, stehen sie nicht mehr ab. Stattdessen fallen sie nach innen zum Hals hin ab, was ihnen das gleiche Aussehen verleiht wie frĂŒher. Obwohl sie dadurch nicht mehr so einengend und unbequem sind, haben sie diesen schlechten Ruf jedoch noch nicht völlig verloren.[2]
Bei Uniformen mit einem Stehumfallkragen geht der Stehkragen in einen normalen, abfallenden Kragen ĂŒber.
- Joachim Murat, Frankreich, um 1808
- Antoine de Jomini
- USA
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kollar, vorne geschlossener Stehkragen von Priestern
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. 7. Auflage. Band 2, Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87150-518-8, Stichwort âStehbordkragen (hart), Stehbundkragen (weich)â.
- â Lexikon der Mode, Woldemar Klein Verlag, Baden-Baden 1950