Sublavio

Sublavio oder Sublabio ist der Name einer aus antiken Quellen bekannten römischen StraĂenstation an der via Raetia, die im Eisacktal in SĂŒdtirol â vielleicht im Gebiet der antiken Isarken â verortet wird. Die StraĂenstation ist in der Ablativ-Form Sublavione im Itinerarium Antonini vermerkt und erscheint in der Tabula Peutingeriana als Sublabione zwischen Pons Drusi im SĂŒden und Vipitenum im Norden. Ihre exakte Lage konnte noch nicht ermittelt werden, allerdings wird sie gemeinhin im Gebiet von Waidbruck und Kollmann vermutet.
Forschungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Beginn der geschichtswissenschaftlichen BeschĂ€ftigung mit Sublavio wurde die Ortschaft hĂ€ufig mit Klausen identifiziert, basierend auf der Annahme, dass der Ortsname in Wirklichkeit als Subsavione, Subsabiona o. À., ĂŒbersetzt also als âunter SĂ€benâ zu lesen sei. Diese These wird mitunter auch in jĂŒngerer Literatur vertreten, es scheint allerdings sehr unwahrscheinlich, dass beide antike Quellen, die sonst in zahllosen Angaben voneinander abweichen, ausgerechnet dieselbe Falschschreibung enthalten. Weiters passen auch die in der Tabula Peutingeriana notierten Entfernungsangaben nicht zu Klausen, sondern legen einen Standort weiter flussabwĂ€rts nahe.
1927 kam im Zuge von Bauarbeiten bei Kollmann, auf der orographisch rechten Seite des Eisack, eine römerzeitliche Siedlung zum Vorschein, die sofort als mit den antiken Quellen in Einklang zu bringende Reste von Sublavio gedeutet wurden.[1] Durch datierbare MĂŒnzfunde kann ein Bestehen der Siedlung vom frĂŒhen 2. bis mindestens ins spĂ€te 4. Jahrhundert angenommen werden.
In den 1980er Jahren und speziell bei archĂ€ologischen Ausgrabungen 2003â2004 wurden in Waidbruck, auf der orographisch linken Seite des Eisack wenige 100 Meter von Kollmann entfernt, ebenfalls römerzeitliche Kulturschichten und Siedlungsreste gefunden, die gut in das Bild einer römischen StraĂenstation passen und dementsprechend ebenfalls mit dem antiken Sublavio identifiziert wurden. Dies passt zur bereits frĂŒher formulierten Vermutung, dass der Name Sublavio als âunter Lajenâ zu deuten sei, wobei jedoch die RĂŒckfĂŒhrung des modernen Ortsnamens Lajen auf die unbelegte Ausgangsform *lavio oder *lavione, wie in Ladinisch Laion, hypothetisch bleibt.
Möglicherweise bestĂ€tigen die Funde aus beiden Ortschaften aber auch die bereits in Ă€lterer Literatur geĂ€uĂerte These, dass Sublavio eine Doppelsiedlung beiderseits des Eisack und in der NĂ€he einer den Fluss ĂŒberspannenden BrĂŒcke war.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Adrian Egger: La stazione romana «Sublavio» presso Colma. In: Archivio per l'Alto Adige 23, 1928, S. 73â91.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Reimo Lunz: ArchĂ€ologische StreifzĂŒge durch SĂŒdtirol: Pustertal und Eisacktal. Athesia, Bozen 2005, ISBN 978-88-8266-258-5, S. 348â354.
- Hanns Oberrauch: Die Römerzeit. In: Gemeinde Barbian (Hrsg.): Barbian â eine Gemeinde stellt sich vor. Barbian 2003, S. 30â36 (online).