TK GrĂŒn-Weiss Mannheim
| Tennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V. | |
|---|---|
| Landesverband: | |
| GrĂŒndung: | 1900 |
| Vereinsfarben: | GrĂŒn-Weiss |
| Kontakt: | Tennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V. Neckarplatt 11 68259 Mannheim |
| Webseite: | https://www.gruen-weiss-mannheim.de/ |
| Vorstand: | |
| Anzahl PlÀtze: | Insgesamt: 21 FreiplÀtze: 18 (Sand) HallenplÀtze: 3 |
| ZuschauerkapazitÀt: | Center Court: 3600 PlÀtze Court 1: 1200 PlÀtze Court 10: 1200 PlÀtze |
| Mitglieder: | 900 Stand: September 2016 |
| Spielbetrieb: | Herren: 1. Tennis-Bundesliga 2019 Damen:Badenliga 2019
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Der Tennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V. ist ein Tennisverein aus Mannheim, dessen erste Herrenmannschaft der 1. Tennis-Bundesliga angehört und 2021 bereits zum neunten Mal den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters erringen konnte.
Der Verein entstand 1948 aus der Fusion der beiden Traditionsvereine Lawn-Tennisklub Mannheim (am Friedrichsring, gegrĂŒndet 1900) und des Tennis- und Turnierklubs GrĂŒn-Weiss Mannheim (am Neckarplatt, gegrĂŒndet 1928). Er ist mit ca. 1000 Mitgliedern der gröĂte Tennisverein in Baden und als Mitglied der Leading Tennis Clubs of Germany einer der traditionsreichsten Tennisclubs in Deutschland. Zu den prominentesten Mitgliedern zĂ€hlen Steffi Graf und Boris Becker. Auf ĂŒber 50.000 Quadratmetern stehen dem Verein 18 SandplĂ€tze, drei HallenplĂ€tze, ein Freischwimmbad, ein Klubhaus mit Gastronomie, eine GeschĂ€ftsstelle sowie GrĂŒnflĂ€chen zur VerfĂŒgung.[1]
Neben der ersten Herrenmannschaft sind auch mehrere Seniorenmannschaften in den höchsten deutschen Spielklassen vertreten. Insgesamt nehmen derzeit (Stand: 2019) 35 Mannschaften in diversen Altersklassen an den Verbandsspielen teil, darunter elf Jugendmannschaften.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1900â1919
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im FrĂŒhjahr des Jahres 1900 erschien in einer Mannheimer Zeitung eine Anzeige. Gesucht wurden auf diesem Weg âDamen und Herren mit groĂem Unternehmungsgeist zur GrĂŒndung des ersten Mannheimer Tennisvereinsâ. Man war sich aber mit allen anderen in dem Wunsch einig, den weiĂen Sport in Gemeinschaft und in groĂem Rahmen zu betreiben. So wurde am 14. Juli 1900 der Lawn-Tennis Klub Mannheim gegrĂŒndet, dessen erste SpielstĂ€tte sich am Friedrichsring befand, wo heute das Nationaltheater steht. Der Jahresbeitrag wurde auf zwanzig Mark festgelegt.
Da manche LTK-Mitglieder schon frĂŒh die enge Verbindung zwischen Tennis und Hockey pflegten, wurde 1905 auf den Rennwiesen das erste Spiel mit dem Krummstock ausgetragen und 1907 der Mannheimer Hockey Club gegrĂŒndet, der 1915 auf dem GelĂ€nde des Lawn-Tennis-Klubs ein Spielfeld erhielt.
1920â1932
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang der 1920er Jahre reifte der LTK neben dem TC Blau-Weiss Berlin zu einer der fĂŒhrenden Adressen im damaligen Tennissport. Bereits 1921 erreichte das Herren-Team die Vorschlussrunde der Deutschen Vereinsmeisterschaft; es musste sich dann aber dem Leipziger Sportclub geschlagen geben. Ein Jahr spĂ€ter, 1922, gewann der LTK Mannheim mit einem 7:2-Sieg im Endspiel gegen den LTC DĂŒsseldorf die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zwei Jahre spĂ€ter wurde der zweite Platz erreicht; der Klub unterlag im Finale dem Berliner SC mit 7:2.
1925 legte der LTK das âLawnâ ab und firmierte fortan als âTennisklub Mannheimâ. 16 Spielfelder, in zwei langen Fluchten angeordnet, darunter zwei MeisterschaftsplĂ€tze, erlaubten einen geordneten Sportbetrieb. Der Verein zĂ€hlte inzwischen ĂŒber 500 Mitglieder.
Am 14. Juli 1928 wurde der Tennis- und Turnierklub GrĂŒn-Weiss e. V. am Mannheimer Neckarplatt gegrĂŒndet. Die Anlage umfasste 11 AllwetterplĂ€tze, darunter einen tiefgelegenen Meisterschaftsplatz, der etwa 2000 Zuschauern Platz bot. Zum Tennisklub am Goetheplatz bestand eine freundschaftliche RivalitĂ€t. 1936 wurde das GelĂ€nde um ein Schwimmbad â zum groĂen Teil aus Spenden finanziert â erweitert.
1933â1946
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Rassenpolitik der neuen Machtinhaber traf beide Tennisklubs 1933 hart. Die Diskriminierung der jĂŒdischen Mitglieder konnte nicht verhindert werden. Jede Sportgemeinschaft musste laut Gesetz den Arierparagraphen in die Satzung aufnehmen. Kurzgefasst: Ausschluss aller jĂŒdischen Mitglieder aus den Leitungsgremien und Turniermannschaften. Die Zeit von 1939 bis 1945 fĂŒgte dem Mannheimer Tennis insgesamt groĂen Schaden zu, da zusĂ€tzlich zum Ausschluss der jĂŒdischen Mitglieder viele andere dem Krieg zum Opfer fielen.
Obwohl nach Ende des Krieges durch Beschluss der BesatzungsmĂ€chte alle Vereine als aufgelöst galten, lieĂen sich private Initiativen nicht verbieten. Bereits im Februar 1946 traf sich eine kleine Schar ehemaliger Mitglieder beider Klubs, um eine eventuelle NeugrĂŒndung zu besprechen. Die erste Bestandsaufnahme war jedoch nicht sehr positiv â der alte Tennisklub stand ohne Platz da. Daher wich man zunĂ€chst aus zu âBlau-Weissâ, dem 1933 auf der Sellweide gegrĂŒndeten Nachbarn, wo 1946 schon wieder BĂ€lle geschlagen werden konnten.
1946â1959
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FĂŒr die Weiterentwicklung des Mannheimer Tennis nach dem Krieg war eine sportliche Fusion vonnöten. Nach VorgesprĂ€chen und âkleinenâ Mitgliederversammlungen im Tennisklub und bei GrĂŒn-Weiss waren beide geneigt, angesichts der besonderen Situation die sportliche Zukunft gemeinsam zu gestalten. Am 24. Juni 1948 beschlossen 25 Mitglieder im Restaurant Arkadenhof den Zusammenschluss beider Vereine, um auch auf frĂŒhere Traditionen aufzubauen. Man entschied sich fĂŒr den Namen âTennis- und Turnierklub e. V. Mannheimâ. Der Klub zĂ€hlte 70 Mitglieder, der Jahresbeitrag betrug 60 DM.
Im MĂ€rz 1956 wurde auf der ordentlichen Mitgliederversammlung die Umbenennung in âTennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V.â beschlossen â eine Namensverbindung des frĂŒheren âTennis-Klub Mannheimâ am Friedrichsring und dem ehemaligen âGrĂŒn-Weissâ. Der Klub zĂ€hlte bereits ĂŒber 500 Mitglieder, darunter 200 Jugendliche.
1960â1979
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den folgenden Jahren ging die sportliche Entwicklung stetig bergauf und schlug sich in zahlreichen Badischen Meisterschaften in den unterschiedlichsten Altersklassen nieder. Im Jahr 1965 erreichte die 1. Herrenmannschaft auf eigener Anlage sogar einen dritten Platz bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Vereinssportlich ist zudem das Jahr 1974 hervorzuheben, als die erste Herrenmannschaft in die Bundesliga aufgestiegen ist.
1980â1999
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1983 stand der Deutsche Jugendmeister Boris Becker im Alter von 16 Jahren bereits auf der Bundesliga-Meldeliste des Klubs. Er spielte fĂŒr GrĂŒn-Weiss beim Wiederaufstieg in die Bundesliga und ein Jahr spĂ€ter beim Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Halle. Boris Becker erhielt 1987 die Ehrenmitgliedschaft im GrĂŒn-Weiss und war in dem Jahr zudem an Punkt 1 des Klubs gemeldet. Mit Patrik KĂŒhnen und ihm standen zwei GrĂŒn-Weiss-Spieler im Daviscup-Team, das 1988, erstmals in der deutschen Tennisgeschichte, den Silberpokal gewann â in Göteborg wurde Schweden mit 4:1 besiegt.
1993 war das Jahr, in dem der Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters nach 1922 zum zweiten Mal in die Quadratestadt ging. Der Favorit und neunfache Sieger in vorangegangenen Finalrunden BW Neuss wurde in den beiden Endspielen mit 5:4 und 5:1 besiegt. Des Weiteren stieg die Mitgliederzahl in diesem Jahr erstmals auf ĂŒber tausend an, und der 2. Herren-Mannschaft gelang der Aufstieg in die höchste badische Spielklasse (Oberliga). Das Bundesligateam nahm als Vertreter Deutschlands am Europacup der Landesmeister teil, verlor dort aber in der ersten Runde gegen Toulon. 1996 wurde der Klub zum dritten Mal Vereinsmeister in Deutschland. In den beiden Endspielen wurde ETuF Essen vor insgesamt ĂŒber 8.000 Zuschauern mit 6:3 und 5:1 besiegt. Nach diesem Erfolg beendete Helmut LĂŒthy nach ĂŒber 15 Jahren sein Engagement als Trainer der Bundesligamannschaft. Gerald Marzenell ĂŒbernahm seine Nachfolge. 1999 gewann GrĂŒn-Weiss die Deutsche Vizemeisterschaft nach einer Finalniederlage gegen Essen und wurde zudem von der Stadt Mannheim mit der Auszeichnung âMannschaft des Jahres 1999â ausgezeichnet.
Seit 2000
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Im Jahr 2000 feierte der Tennisklub unter dem Motto â100 Jahre Tennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V. ⊠eine erfolgreiche Geschichte mit Zukunft âŠâ sein groĂes JubilĂ€um. 2002 stieg die Mannschaft erstmals seit 1985 aus der höchsten Spielklasse ab. Ein Jahr spĂ€ter gelang allerdings mit nahezu unverĂ€ndertem Kader ungeschlagen der Gruppensieg in der 2. Bundesliga SĂŒd und somit der direkte Wiederaufstieg. Gleichzeitig sorgte auch die 1. Damenmannschaft fĂŒr ein Novum, da sie ebenso ungeschlagen in die 1. Bundesliga aufstieg, womit sich erstmals beide Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse wiederfanden. Die 1. Damen des Klubs stiegen 2004 wieder in die 2. Bundesliga ab. In den Jahren 2011 bis 2013 beendete das Herren-Bundesligateam die Saison jeweils mit Platz 4, von 2014 bis 2016 wurde das Team jeweils Dritter. 2016 feierte der Klub sein 40-jĂ€hriges Bundesliga-JubilĂ€um. 2008 und 2017 wurde die 1. Herrenmannschaft jeweils Deutscher Vizemeister. In den Jahren 2005, 2007, 2010 und 2018 holte das Team erneut den Meistertitel nach Mannheim. Am 11. August 2019 gewann das Bundesligateam von GrĂŒn-Weiss Mannheim mit Teamchef Gerald Marzenell zum 8. Mal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Highlights mit Rekord-Zuschauerzahlen am Feudenheimer Neckarplatt waren die Auftritte von Tommy Haas in den Jahren 2012, 2013 und 2017 sowie von Dominic Thiem im Jahr 2018.
Titel und Erfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutscher Mannschaftsmeister: 1922, 1993, 1996, 2005, 2007, 2010, 2018, 2019 und 2021
- Deutscher Vizemeister: 1924, 1999, 2008 und 2023
- Deutscher Hallenmeister: 1984
- Meistermannschaft 1993
- Meistermannschaft 2005
- Meistermannschaft 2007
- Meistermannschaft 2010
Bundesliga
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]AushĂ€ngeschild des Klubs ist die 1. Herrenmannschaft, die im Sommer 2014 bereits ihre 38. Saison in der 1. Bundesliga spielte und damit alleiniger Rekordhalter in Sachen Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga ist. Ăber 2.500 Zuschauer besuchen regelmĂ€Ăig die Heimspiele auf der Anlage am Neckarplatt. Die Mannschaft wird an den Spieltagen, an denen vier Einzel und zwei Doppel gespielt werden, von Teamchef Gerald Marzenell und dem Trainer Dirk Dier gecoacht.
Aktueller Kader 1. Herrenmannschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kader Bundesliga 2018[3] | |||||||
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| Position | Spieler | ||||||
| 1 | |||||||
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Ehemalige Spieler
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Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â TK GrĂŒn-Weiss Mannheim â Der Klub, www.gruen-weiss-mannheim.de (abgerufen am 4. Mai 2019)
- â nuLiga â Tennisklub GrĂŒn-Weiss Mannheim e. V. â Mannschaften, https://baden.liga.nu/ (abgerufen am 4. Mai 2019)
- â Bundesligakader TK GrĂŒn Weiss Mannheim 2018, auf tennis-Point--Bundesliga.de
- â Roland Bode: Marzenell Rekordspieler. Mannheimer Morgen 30. Juni 2010, Seite 10.