Tesa
| tesa SE | |
|---|---|
| Rechtsform | Societas Europaea |
| GrĂŒndung | 2001 |
| Sitz | Norderstedt, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 4716 (2021)[3] |
| Umsatz | 1,67 Mrd. Euro (2022)[4] |
| Branche | Chemische Industrie |
| Website | tesa.de |




Die Tesa SE (Eigenschreibweise: tesa) ist ein deutscher Hersteller von KlebebĂ€ndern mit Sitz in Norderstedt. Das Unternehmen ist ein Tochterunternehmen der Beiersdorf AG, das einen unabhĂ€ngig gefĂŒhrten Teilkonzern bildet.
Gleichzeitig ist Tesa der Markenname (Eigenschreibung tesa; auch Tesafilm) der als Dachmarke fĂŒr KlebebĂ€nder und andere Klebematerialien fĂŒr Verbraucher und die Industrie verwendet wird. Das Wort Tesafilm ist als Markenname in den Duden aufgenommen worden. In Ăsterreich ist hingegen Tixo die bekannteste Marke fĂŒr KlebebĂ€nder. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Markennamen, an dem die Beiersdorf AG die Rechte besitzt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name Tesa ist ein Kunstwort, kreiert 1906 von Elsa Tesmer, die bis zu ihrer Hochzeit 1908 (dann verh. Karlau) als Kontoristin bzw. Leiterin der Schreibstube bei Beiersdorf arbeitete. Aus den zwei Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den zwei Endbuchstaben ihres Vornamens setzte sie bei einem Markennamenwettbewerb den Begriff âTesaâ zusammen.[5]
Das Unternehmen fertigte zunĂ€chst Zahnpastatuben, der neu gefundene Name wurde daher fĂŒr die bei Beiersdorf entwickelte Patent-Tube der Zahnpasta âPebecoâ eingesetzt. Das TubengeschĂ€ft war wenig erfolgreich und aus diesem Grund wurde 1926 der Markenname einem neu entwickelten Produkt zugewiesen. Das Unternehmen gab einer neuartigen Tauchmasse zum ĂberhĂ€uten von Wurstwaren den Namen, jedoch blieb auch dieses Produkt weitgehend erfolglos.[5]
1935 entwickelte die Beiersdorf AG einen transparenten Klebefilm, der zunĂ€chst unter dem Namen Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm in den Handel gelangte und nur geringe UmsĂ€tze erzielte. Der Beiersdorf-Mitarbeiter Hugo Kirchberg kam deshalb auf die Idee, dem Produkt den Namen âTESAâ zu geben. In einem Brief von 1936 spricht Kirchberg erstmals vom âtesa-Klebefilmâ. Neben diesem Einfall besaĂ der Kaufmann weitere Vermarktungsideen. So entwickelte er einen Tischabroller, welcher dem Verbraucher als Verarbeitungshilfe fĂŒr das Klebeband dient.[6]
Die EinfĂŒhrung von Tesa als Dachname fĂŒr alle produzierten KlebebĂ€nder von Beiersdorf steigerte ab 1941 die Bedeutung der Marke in hohem MaĂe. Insgesamt gibt es heute rund 7000 verschiedene Tesa-Produkte fĂŒr Industriekunden und Endverbraucher. 2001 wurde die Tesa SE als eigenstĂ€ndiges Unternehmen (damals als Aktiengesellschaft Tesa AG) aus der Beiersdorf AG ausgegrĂŒndet. Der Jahresumsatz lag 2014 bei rund 1.076 Mio. Euro.
Das Stammwerk Hamburg fertigt ĂŒberwiegend Produkte fĂŒr die Automobil- und Elektroindustrie. Den Tesafilm und andere Produkte fĂŒr den Endverbraucher produziert das Tesa-Werk Offenburg.
In Ăsterreich ĂŒbernahm das Unternehmen von dem ehemaligen Hersteller Kores die Marke TIXO, einen Markennamen, der in Ăsterreich eine ebenso groĂe Bekanntheit besitzt wie Tesa in Deutschland.
Seit dem 30. MĂ€rz 2009 firmiert das Unternehmen als Tesa SE, das heiĂt als EuropĂ€ische Gesellschaft.[7] 2011 erfolgte mit der Zulassung von Pflastern, die ĂŒber die Haut medizinische Wirkstoffe an den Körper abgeben können, der Einstieg in den Pharmamarkt.[8]
Im Oktober 2015 verlegte Tesa seinen Sitz von Hamburg nach Norderstedt-Garstedt ins Gewerbegebiet Nettelkrögen.[9]
Unternehmensdaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Tesa SE ist eine 100-prozentige Tochter der Beiersdorf AG und direkt beziehungsweise indirekt Muttergesellschaft der 53 Tesa-Tochtergesellschaften. Das Unternehmen ist in mehr als 100 LĂ€ndern aktiv. 1993 befand sich die damalige Tesa-Sparte des Beiersdorf Konzerns in einer Krise. Die Innovationsrate, d. h. der Anteil der Produkte am Umsatz, die in den letzten fĂŒnf Jahren entwickelt worden waren, betrug lediglich 9,5 %. Nach erfolgreicher Restrukturierung des Bereichs und AusgrĂŒndung als Tesa SE war dieser Wert bis 2006 auf 47 % gestiegen.
Der Umsatz betrug 2006 805Â Mio. Euro (2007: 856Â Mio. Euro; 2008: 860Â Mio. Euro; 2009: 747Â Mio. Euro; 2010: 882Â Mio. Euro; 2011:Â 947Â Mio. Euro; 2012:Â 1.000Â Mio. Euro; 2013:Â 1.039Â Mio. Euro; 2014:Â 1.076Â Mio. Euro).
Tesa als Datenspeicher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die beiden Physiker Steffen Noehte und der damalige Diplomand Matthias Gerspach entdeckten im MĂ€rz 1998 an der UniversitĂ€t Mannheim kurz vor einer CeBIT-PrĂ€sentation durch Zufall, dass sich ĂŒblicher Tesafilm besonders gut zum Einbrennen von Strukturen mit Lasern und somit auch als Datenspeicher nutzen lĂ€sst.[10] Eine erste Förderung erfuhr das Forscherduo durch das frĂŒhere SAP-Vorstandsmitglied Klaus Tschira in dessen European Media Laboratory (EML). Die Tesa SE griff diese Grundlagenforschung auf und startete mit den Forschern zunĂ€chst eine Entwicklungskooperation. Im Dezember 2001 grĂŒndeten sie gemeinsam die Tesa Scribos GmbH in Heidelberg, an der die Forscher zu 25 %, die Tesa SE zu 75 % beteiligt sind. Im Jahr 2007 ĂŒbernahm allerdings die Tesa SE die Anteile der ĂŒbrigen Gesellschafter und wurde Alleingesellschafter. In der gegrĂŒndeten Gesellschaft konnte das Team die Erfindung im eigenen Labor weiterentwickeln. ZunĂ€chst konzentrierte man sich allerdings auf ein System zur Produktverfolgung und fĂŒr den FĂ€lschungsschutz von Markenprodukten. Das so genannte Tesa Holospot-System ist seit 2003 auf dem Markt.[11] Bislang wird Tesafilm also nicht als Massendatenspeicher verwendet.
FĂ€lschungssicherung durch Miniatur-Hologramme
KernstĂŒck der Tesa-Holospot-Technik ist ein kleines Etikett aus einem speziellen Polymermaterial, auf dem sich ein 1 mmÂČ groĂes Datenfeld befindet. Darauf lassen sich Informationen wie Bilder, Logos oder Texte im Umfang von 1 kB speichern. Die Information kann in Form von Mikroschrift oder am Computer erzeugten, digitalen Hologrammen, auf Wunsch auch verschlĂŒsselt, auf dem Holospot fĂ€lschungssicher abgelegt werden. Die Informationen lassen sich, je nach angestrebter Sicherheitsstufe, mit einer Lupe oder mit analogen oder digitalen LesegerĂ€ten auslesen. Dies ermöglicht die individuelle Kennzeichnung jedes Einzelprodukts und damit dessen Authentisierung oder RĂŒckverfolgung.[12]
Dieser als tesa scribos gefĂŒhrte GeschĂ€ftsbereich wurde zum 1. September 2021 von Leonhard Kurz ĂŒbernommen.[13]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Katrin Cura: Vom medizinischen Heftpflaster zum technischen Klebeband â 70 Jahre Tesa. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. 59 Jg., Nr. 12, 2006, ISSN 0028-1050, S. 654â656.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- tesa.de
- Tesafilm und Abroller im Wandel der Zeit im tesa-Archiv
- tesa-Exponate im Deutschen Kunststoff-Museum in Oberhausen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Impressum. Abgerufen am 6. Januar 2026.
- â Vorstand und Aufsichtsrat. Abgerufen am 22. November 2024.
- â Menschen, Zahlen & Fakten. Abgerufen am 18. Januar 2022.
- â GeschĂ€ftsentwicklung â ⊠Abgerufen am 8. November 2023.
- 1 2 Unsere Geschichte. tesa, abgerufen am 24. April 2021.
- â Patent DE661115: Behaelter fuer mit Trockenklebstoff versehene Klebestreifenrollen. Veröffentlicht am 11. Juni 1938, Anmelder: Beiersdorf & Co. AG.â
- â tesa SE: Die tesa Unternehmensgeschichte. In: Website der tesa SE. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 10. April 2008; abgerufen am 24. April 2021.
- â CHEManager 7-8, 2011, S. 2
- â Tesa: Umzug der Unternehmenszentrale abgeschlossen. In: Nachrichten Branche. KunststoffWeb, 2. Oktober 2015. Auf KunststoffWeb.de, abgerufen am 29. Oktober 2024.
- â Sascha Ott: Kein Tesa als PC-Speicher. Deutschlandfunk, 4. Mai 2004, abgerufen am 23. September 2015.
- â Christian Burgdorf: Gigabytes von der Rolle. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 21. August 2004, abgerufen am 23. September 2015.
- â Peter Saueressig: Spin-off mit der tesa-Rolle, Pressemitteilung der European Media Laboratory GmbH auf idw-online.de vom 4. Februar 2002, abgerufen am 27. Juli 2021.
- â Leonhard Kurz macht Produktpiraten das Leben schwer auf der Webseite von MM Logistik vom 15. Juli 2021, abgerufen am 27. Juli 2021.
Koordinaten: 53° 39âČ 19,1âłÂ N, 9° 59âČ 1,3âłÂ O
