Tortenguss


Tortenguss (auch Geleeguss genannt) ist ein verzehrfĂ€higer Ăberzug fĂŒr Fruchttorten. Er wird aus konzentrierten Zubereitungen oder Trockenmischungen durch Zugabe von FlĂŒssigkeit hergestellt. Allein im deutschen BĂ€ckerhandwerk werden von ihm jĂ€hrlich 5.900 Tonnen verwendet.[1]
Sorten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]HandelsĂŒblicher Tortenguss wird vom Lebensmitteleinzelhandel in den Sorten âklarâ oder ârotâ sowie âgezuckertâ oder âungezuckertâ fertig angemischt sowie als Mischung zum selbst AnrĂŒhren angeboten. Man kann ihn mit Fruchtsaft, Wasser, Zucker oder Zuckerersatzstoffen, SpeisestĂ€rke und eventuell etwas Zitronensaft oder Sirup auch selbst herstellen.
Geliermittel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtigster Bestandteil von Tortenguss ist das Geliermittel. Damit wird die FlĂŒssigkeit, in der Regel Wasser oder Fruchtsaft mit einer Zuckerart, gebunden. Meist verwendetes Geliermittel ist Carrageen sowie Agar Agar.[2]
Daneben werden SÀureregulatoren wie z. B. Kaliumtartrat verwendet. Als Farbstoff kommen in rotem Tortenguss Pflanzenextrakte, oder auch Karmin (E 120) zum Einsatz.
AuĂerdem werden hĂ€ufig pastöse Konzentrate verwendet, welche mit Wasser auf die gewĂŒnschte Konsistenz gebracht werden und zur Verarbeitung nur erhitzt werden mĂŒssen. Die Inhaltsstoffe entsprechen aber dabei den Trockenpulvern. Diese Variante wird ĂŒberwiegend im Handwerk und der Industrie verwendet.
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da die Geliermittel nur in der FlĂŒssigkeit gelöst werden, reicht ein Erhitzen auf 70â80 °C. LĂ€ngeres Erhitzen auf Temperaturen ĂŒber 100 °C zerstört die Strukturen und fĂŒhrt zum Verderb. Beim AbkĂŒhlen verfestigt sich der flĂŒssige Guss und bildet eine glĂ€nzende durchsichtige und mehr oder weniger stichfeste Masse, die die FrĂŒchte umschlieĂt.
Im Unterschied zur Glasur oder KuvertĂŒre bei Kuchen hat der Tortenguss neben der dekorativen und konservierenden auch eine formstabilisierende Funktion fĂŒr das Backwerk, indem er die feste Verbindung zwischen Tortenboden und Obstschicht herstellt und dadurch die Kombination von GebĂ€ck und rohem Obst ermöglicht. Dies ist bei Obsttorten erforderlich, da die FrĂŒchte in der Regel nicht mitgebacken, sondern erst nachtrĂ€glich lose aufgelegt werden. Das gilt insbesondere fĂŒr stark wasserhaltige FrĂŒchte wie Erdbeeren oder Himbeeren, die durch Erhitzen ihre Form, hĂ€ufig aber auch Farbe und Aroma verlieren wĂŒrden.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â kippconcept gmbh, Bonn: Wissensforum Backwaren â ĂberzĂŒge bei Obstkuchen. In: www.wissensforum-backwaren.de. Abgerufen am 2. Juli 2016.
- â Ist Tortenguss eigentlich vegan? Abgerufen am 21. Februar 2019.