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Trierer Weststrecke

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Weststrecke
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):3140 Ehrang–Igel
3141 Ehrang–Biewer
Kursbuchstrecke (DB):693.1 und 693.2
Kursbuchstrecke:627 (bis 1983)

263g (vor 1970)

263f (Ehrang – Igel 1946)
248r (Trier West – Igel 1946)
StreckenlÀnge:19 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zweigleisigkeit:durchgehend
Strecke
Moselstrecke von Koblenz
Strecke von rechtsStrecke
Eifelstrecke von HĂŒrth-Kalscheuren
Dienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhofDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhof
0,0 Ehrang (PV bis 2025)
Strecke
StreckeDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhofDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhof
106,100 Ehrang Nord (Gbf, Bft)
StreckeDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhofBlockstelle
107,000 Ehrang Mitte (Gbf) / Ost (Bft)
Haltepunkt / Haltestelle
Trier Hafenstraße
StreckeBlockstelleStrecke
Ehrang SĂŒd (Bft)
Abzweig ehemals geradeaus und nach linksKreuzung geradeaus unten und linksAbzweig quer und nach links
Moselstrecke nach Trier Hbf
BahnĂŒbergang (Strecke außer Betrieb)Strecke
MĂ€usheckerweg
Strecke nach links (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
3,0
3,3
Biewer
Strecke mit StraßenbrĂŒcke
Bundesstraße 53
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
5,8 Pallien
Haltepunkt / Haltestelle
Trier-Pallien
BahnĂŒbergang
Bundesstraße 51
Bahnhof
7,7 Trier West
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
vom Ausbesserungswerk Trier
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Anschluss der frz. Armee
BahnĂŒbergang
Eisenbahnstraße (Halbschranke)
Haltepunkt / Haltestelle
10,5 Trier-Euren
BahnĂŒbergang
Zeppelinweg (Anrufschranke)
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
zum Industriegebiet Trier-Euren
BahnĂŒbergang
Kantstraße (Halbschranke)
Haltepunkt / Haltestelle
12,6 Trier-Zewen
BahnĂŒbergang
Feldweg (Anrufschranke)
Strecke mit StraßenbrĂŒcke
Bundesstraße 49
Abzweig geradeaus, nach links und von links
14,2 zur Konzer MoselbrĂŒcke
Abzweig geradeaus und ehemals von links
ehem. von der HindenburgbrĂŒcke (1912–1945)
Bahnhof
15,6 Igel
Strecke mit StraßenbrĂŒcke
B49
Überleitstelle / Spurwechsel
17,9 Igel West
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
ehem. nach Bitburg (bis 1969)
Grenze auf BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
19,2 Igel Grenze Sauer
Strecke
Strecke nach Luxemburg

Als Weststrecke wird eine 19 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Trier-Ehrang ĂŒber Trier West zur Staatsgrenze bei Igel bezeichnet. Die Verbindung wurde im Wesentlichen zwischen 1860 und 1871, damals als Teil anderer Strecken, erbaut. Der 14 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Ehrang und der Konzer MoselbrĂŒcke diente von 1983 bis 2025 ausschließlich dem GĂŒterverkehr und bildete hierfĂŒr eine Umgehungsbahn fĂŒr den Eisenbahnknoten Trier Hauptbahnhof. Seit der Reaktivierung der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr auf der gesamten LĂ€nge seit dem 3. MĂ€rz 2025[1] wird sie von zwei Regionalbahnlinien zwischen Wittlich und Luxemburg sowie Trier Hafenstraße und Konz bzw. Saarburg genutzt.

Personen- und GĂŒterverkehr (1860–1983)

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1856 entschied das Land Preußen, eine Bahnstrecke zwischen SaarbrĂŒcken und Trier sowie Luxemburg zu errichten. Es sprachen hierfĂŒr militĂ€rische Gesichtspunkte, da die Garnison in Trier und die preußische Bundesfeste Luxemburg an die 1849 eröffnete PfĂ€lzische Ludwigsbahn angeschlossen wurden; außerdem gab es wirtschaftliche GrĂŒnde fĂŒr den Bau, denn der internationale Bahnverkehr sollte nicht ĂŒber die im Bau befindliche französische Bahnlinie Metz–Thionville–Luxemburg laufen. Ferner war beabsichtigt, fĂŒr den saarlĂ€ndischen Kohlebergbau, die Dillinger HĂŒtte und die Steingutfabrik Boch in Mettlach neue Absatzwege zu schaffen. Die Gesamtkosten wurden mit rund 5,6 Millionen Talern veranschlagt.[2]

Baubeginn der Strecke war am 25. Juni 1856. Der erste Teilabschnitt von SaarbrĂŒcken bis Merzig, d. h. ein Teil der heutigen Saarstrecke, wurde am 16. Dezember 1858 eröffnet; das TeilstĂŒck nach Trier folgte am 25. Mai 1860.[3] Der Trierer Bahnhof befand sich auf der linken Moselseite im Bereich des heutigen Bahnhofs Trier West. Damit war zwischen der Zewener Seite der Konzer EisenbahnbrĂŒcke und dem Trierer Bahnhof der erste Teil der heutigen Weststrecke entstanden. Grund fĂŒr die Standortwahl fĂŒr den Trierer Bahnhof war neben topographischen ErwĂ€gungen der geplante Streckenausbau nach Köln und Koblenz von hier aus, sowie der Anschluss an einen geplanten Hafen an der Mosel,[4] der aber nicht verwirklicht wurde.

ZunĂ€chst verkehrten ein Schnellzug, drei PersonenzĂŒge und zwei GĂŒterzĂŒge am Tag. Am 29. August 1861 wurde mit der Eröffnung der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahn[5] die angedachte Anbindung der Stadt Luxemburg verwirklicht und in diesem Zuge die Strecke westlich von Zewen ab Höhe der Konzer MoselbrĂŒcke erbaut.

Aus militĂ€rischen GrĂŒnden zwang der Staat Preußen bis 1864 die private Rheinische Eisenbahngesellschaft, eine Bahnlinie von Kall nach Trier durch die Eifel zu errichten. Das TeilstĂŒck dieser Eifelstrecke zwischen Gerolstein und Trier wurde am 1. Juli 1871 eröffnet (MilitĂ€rtransporte fuhren bereits einen Monat frĂŒher).[6] Damit war die spĂ€tere Trierer Weststrecke komplett.

Mit dem Bau der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier, die am 15. Mai 1879 eröffnet wurde, verlor sie jedoch den grĂ¶ĂŸten Teil des Personenverkehrs. Diese fĂŒhrte ab Ehrang bei Pfalzel ĂŒber die Mosel zum neuen Bahnhof rechts der Mosel – dem heutigen Trierer Hauptbahnhof – und dann weiter nach Konz-Karthaus, wo Anschluss an die Strecken nach SaarbrĂŒcken, Metz und Luxemburg bestand.

Französische Truppen verlassen Trier West im Juni 1930

Ein neues TeilstĂŒck der Trierer Weststrecke, das GĂŒterzuggleis Ehrang–Biewer, wurde am 1. Oktober 1925 fĂŒr den Verkehr freigegeben. Es wurde im Zuge des Baus des heute stillgelegten Ehranger Rangierbahnhofs und des zugehörigen Bahnbetriebswerks Ehrang gebaut. Hierbei wurde am Bahnhof Biewer eine ÜberfĂŒhrung gebaut, auf der das Richtungsgleis Ehrang die zweigleisige GĂŒterzugstrecke ĂŒberquerte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke nur an zwei Stellen ein wenig beschĂ€digt[Quelle fehlt] und nach der TrĂŒmmerbeseitigung bereits am 10. MĂ€rz 1945, acht Tage nach dem Einmarsch von US-amerikanischen Truppen in diesem Gebiet, wieder von der luxemburgischen Eisenbahn befahren.[7]

Nach dem Krieg wurde die Personenzugstrecke teilweise auf ein Gleis zurĂŒckgebaut, die ÜberfĂŒhrung in Biewer entfernt und durch eine Kreuzungsweiche ersetzt. 1966 verkehrten zwischen Igel und Trier West 13 Nahverkehrszug-Paare, von denen nur vier bis Ehrang durchfuhren. Pallien und Biewer wurden ab 1966 nicht mehr bedient. Seit 1973 wird die Strecke elektrisch betrieben.[8] Anfang der 1970er Jahre begann der Niedergang des Personenverkehrs. ZunĂ€chst wurden die PersonenzĂŒge am spĂ€teren Abend und an den Wochenenden eingestellt und durch Bahnbusse ersetzt. Die noch verkehrenden restlichen ZĂŒge erhielten zunehmend „Konkurrenz“ durch parallel verkehrende Bahnbusse, was schließlich zu einer immer grĂ¶ĂŸeren AusdĂŒnnung des Zugangebotes fĂŒhrte. 1983 wurde der Personenverkehr eingestellt, nachdem bereits zwei Jahre lang nur ein einziger Zug pro Tag („Alibi-Zug“) verkehrt war. Nicht von der Einstellung des Personenverkehrs betroffen war der Streckenabschnitt Konzer MoselbrĂŒcke–Wasserbillig als Verbindung der Saarstrecke mit Luxemburg.

Ausschließlich GĂŒterverkehr zwischen Ehrang und Konzer MoselbrĂŒcke (1983–2025)

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GĂŒterverkehr

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Im Jahre 1983 verkehrten pro Werktag ca. 40 GĂŒterzĂŒge auf der Strecke. Nach der Einstellung des Personenverkehrs 1983 wurde am Personenzuggleis Ehrang–Biewer die Oberleitung abgebaut und die technische Sicherung des BahnĂŒbergangs MĂ€usheckerweg (Halbschranke mit Blinklichtanlage) entfernt. Ende der 1980er Jahre begann die zunehmende Verlagerung der GĂŒterzĂŒge auf die teilweise parallel fĂŒhrende Saar- und Moselstrecke. Hierdurch wurden die Betriebszeiten der Weststrecke eingeschrĂ€nkt.

In den 1990er Jahren wurde die Strecke nur noch fĂŒr die Bedienfahrten zum Industriegebiet Euren genutzt, womit der Streckenteil ab dem Abzweig Industriegebiet Euren ĂŒber Zewen in Richtung Igel ohne planmĂ€ĂŸigen Zugverkehr war. Es war beabsichtigt, die Strecke auf ein Gleis zurĂŒckzubauen, sowie die komplette Oberleitung zu entfernen. Das verbleibende Gleis sollte als Industrieanschluss betrieben werden, um das Industriegebiet Euren bedienen zu können. Aus diesem Grund wurde die Stilllegung der kompletten Weststrecke beantragt. Die Stilllegung wurde am 14. November 1997 genehmigt, jedoch nie vollzogen. Ende der 1990er Jahre wurden die Weichen des ehemaligen Personenzuggleises in Ehrang und Biewer entfernt und die Strecke wurde wieder fĂŒr den DurchgangsgĂŒterverkehr in Betrieb genommen.

Inzwischen wird die Strecke wieder, je nach Auslastung der Saar- und Moselstrecke, intensiv fĂŒr den durchgehenden GĂŒterverkehr genutzt. Das Industriegleis im Industriegebiet Euren/Zewen wird Montag bis Freitag um die Mittagszeit von einer Übergabe bedient, welche regelmĂ€ĂŸig von Ehrang aus ĂŒber Trier West und Euren verkehrt. Weitere ZĂŒge, z. B. Weinanlieferungen zur Sektkellerei Schloss Wachenheim, verkehren bei Bedarf.

Bei einem Treffen der Verkehrsminister Claude Wiseler und Peter Ramsauer am 7. Oktober 2011 wurde bekannt gegeben, dass die Strecke zwischen dem Bahnhof Igel und Igel West mit einem Kostenaufwand von 19,6 Millionen Euro wieder zweigleisig ausgebaut wird. Acht Millionen Euro hiervon trug das Großherzogtum Luxemburg.[9] Im Mai 2014 wurde hierzu die BrĂŒcke, die zwischen Ortsausgang Igel, Richtung Luxemburg und Löwener MĂŒhle als ÜberfĂŒhrung der Bundesstraße 49 ĂŒber die Bahnstrecke dient, abgerissen und in erweiterter Form neu gebaut.[10] Der Ausbau dieses 1,8 Kilometer langen Engpasses wurde bis Dezember 2014 abgeschlossen, was eine Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h sowie einen Stundentakt zwischen Trier und Luxemburg ermöglichte.[11] Wegen der Klage eines Anwohners ging das zweite Gleis zwischen Igel und Wasserbillig nicht mit dem Fahrplanwechsel, sondern erst im Januar 2015 in Betrieb.[12]

Planungen und Maßnahmen zur Reaktivierung des Personenverkehrs

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Seit 1992 gab es BemĂŒhungen, die Strecke fĂŒr den Personenverkehr zu reaktivieren. Um dies zu erreichen, fĂŒhrte der Verkehrsclub Deutschland 1996, 2008[13] und 2009[14] Sonderfahrten durch.

Der Zweckverband SPNV-Nord des Landes Rheinland-Pfalz formulierte 2008 als Ziel fĂŒr den Rheinland-Pfalz-Takt 2015, dass die Strecke reaktiviert werden soll, um vor allem dem gestiegenen Verkehrsaufkommen in der Region Rechnung zu tragen.[15][16] Geplant wurden zwei neue, jeweils stĂŒndlich verkehrende Regionalbahnlinien, die zwischen Wittlich und Luxemburg bzw. dem neuen Bahnhof Hafenstraße und Konz (teilweise Saarburg) fahren sollten.

Die Finanzierung, vor allem fĂŒr den Bau von insgesamt vier Haltepunkten, erfolgte in erster Linie durch das Land. Eine zweite Ausbaustufe sieht drei weitere Haltepunkten vor: Biewer, Pallien (in Höhe des derzeitigen BahnĂŒbergangs) und am Messepark.[17] Am 22. Oktober 2018 wurde das Planfeststellungsverfahren fĂŒr die Trierer Weststrecke vom Landesbetrieb MobilitĂ€t Rheinland-Pfalz eröffnet.[18] Im November 2019 wurde bekanntgegeben, dass die ersten PersonenzĂŒge nicht vor Ende 2024 auf der Weststrecke rollen werden.[19] Die Fertigstellung sollte eigentlich schon wesentlich frĂŒher erfolgen.[20] Die fĂŒr die Weststrecke geplante Linie RB 83 wurde dennoch Mitte Dezember 2019 in Betrieb genommen und fuhr bis zur erfolgten Reaktivierung der Weststrecke ĂŒber den Trierer Hauptbahnhof.[21][22] Am 18. Mai 2021 erfolgte der Planfeststellungsbeschluss durch das Eisenbahn-Bundesamt. Die Ausschreibungen fĂŒr die Baumaßnahmen sind 2022 erfolgt.[23]

Im Herbst 2024 wurde mitgeteilt, dass die Inbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr aufgrund von fehlenden AbnahmeprĂŒfern noch nicht wie geplant zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2024 erfolgen wird.[24]

RB 84 Richtung Saarburg im Bahnhof Trier West am ersten Betriebstag der reaktivierten Strecke

Erneuter Personen- und GĂŒterverkehr (seit 2025)

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Der Personenverkehr wurde am 3. MĂ€rz 2025 wieder aufgenommen. Die reaktivierte Strecke wird durch die Linien RB 83 und 84 bedient. Auf dem entsprechenden Abschnitt zwischen Trier Hafenstraße und der MoselbrĂŒcke Konz im Streckennetz wird durch die alternierende RB-Linien ein angenĂ€herter Halbstundentakt erreicht. Die Linie RB 83 fĂŒhrt von dort weiter nach Luxemburg, wĂ€hrend die Linie RB 84 Richtung Saarburg fĂ€hrt.

LinieStreckeTakt
RB 83Wittlich – Trier Hafenstraße – Trier West – Wasserbillig – Luxemburg 60 min (Mo–Sa)
RB 84Trier Hafenstraße – Trier West – Konz – Saarburg (Bz Trier)60 min (Mo–So)

Streckenverlauf

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Die Strecke begann am Bahnhof Ehrang und erreichte nach drei Kilometern Biewer. Dieser Teil ist heute nicht mehr befahrbar und wurde auch bei der Reaktivierung nicht wiederhergestellt. Stattdessen ist Biewer ab Ehrang ĂŒber den GĂŒterbahnhof Ehrang und das GĂŒterzuggleis Ehrang–Biewer erreichbar. Bis zum ehemaligen Haltepunkt Pallien (km 5,8) fĂŒhrt die Strecke entlang des linken Moselufers, vorbei an den bis zu 80 Meter hohen Sandsteinfelsen des Joster- und des Fichtenberges. Danach weitet sich das Moseltal wieder und die Strecke fĂŒhrt ĂŒber Trier West (km 7,7), Euren bis Zewen.

Bis Ende der 1990er Jahre gab es zwischen Trier West und Euren noch einen Gleisanschluss der französischen Armee. Zwischen Euren und Zewen zweigt das Industriegleis zum Industriegebiet Trier-Euren ab, welches der Stadt Trier gehört. Es hat eine LĂ€nge von circa 4,1 Kilometer. Seit 2019 findet auf dem Industriestammgleis kein GĂŒterverkehr mehr statt. Bis dahin diente es vor allem als Anschluss des Werks von Japan Tobacco International, der Sektkellerei Schloss Wachenheim und einem Holzverladeplatz der DB.

WĂ€hrend das Gleis bei Zewen bis zu 1,5 Kilometer von der Mosel entfernt liegt, durchschneidet die Strecke zwischen Zewen und Igel den Heidenberg, wo die Mosel nur 200 Meter entfernt ist. Auf der Zewener Seite (linkes Moselufer) fĂŒhrt die Strecke weiter nach Igel–Wasserbillig (L), wo nach Passieren der Luxemburger Grenze auf der BrĂŒcke ĂŒber die Sauer bei WasserbilligerbrĂŒck die Strecke Wasserbillig-Luxemburg zum dortigen Bahnhof anschließt. Auf der Konzer Seite hingegen teilt sich die Strecke am Kreuz Konz in die Verbindung nach Karthaus/Trier Hauptbahnhof, nach Konz/SaarbrĂŒcken und nach Oberbillig/Metz (F).

Die Weststrecke bildete auch die VerlĂ€ngerung der Nims-Sauertalbahn von Bitburg-Erdorf ĂŒber Bitburg und Irrel nach Igel bis Trier West. Der Abzweig der Sauertalstrecke befand sich in Höhe der Löwener MĂŒhle (Igel West, zwischen Wasserbillig und Igel) bis zu deren Abbau Ende der 1960er Jahre.

Betriebsstellen

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Obwohl sich heute alle Bahnhöfe und Haltepunkte außer Igel auf dem Gebiet der Stadt Trier befinden, trugen sie auch spĂ€ter bahnseitig ihre Ursprungsbezeichnung aus der Zeit, als die Stadtteile noch nicht zu Trier gehörten. Pallien wurde 1912 eingemeindet, Euren und Biewer 1930, Ehrang und Zewen 1969. Einzig der Bahnhof Trier West (anfangs Trier, spĂ€ter Trier links der Mosel) trug Trier stets im Namen. Inzwischen enthalten alle Trierer Haltepunkte der Weststrecke die Stadt auch in der Bezeichnung.

Der Bahnhof Ehrang wurde 1870 eröffnet. Es handelte sich dabei um einen Personenbahnhof sowie ehemaligen Rangierbahnhof, der mit reduzierten Gleisanlagen als GĂŒterbahnhof weiter benĂŒtzt wird.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr wurde der Personenbahnhof Ehrang geschlossen und durch den neuen Haltepunkt Trier Hafenstraße (siehe unten) ersetzt. Betreffend den GĂŒterbahnhof ergab sich hierdurch keine Änderung.

Trier Hafenstraße

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Ein gĂ€nzlich neu angelegter Haltepunkt Trier Hafenstraße wurde bei der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr eröffnet. Er liegt sowohl an der Weststrecke als auch an den Strecken aus Richtung Eifel und aus Richtung Mosel nach Trier Hauptbahnhof.[17]

Biewer besaß ursprĂŒnglich ein zweistöckiges BahnhofsgebĂ€ude (wegen der ÜberfĂŒhrung des Ehranger Gleises ĂŒber die GĂŒterzugstrecke). Über Treppen konnte von der Ortslage Biewer der Bahnsteig fĂŒr das Richtungsgleis Ehrang erreicht werden. Nach Abriss der ÜberfĂŒhrung wurde auch der Bahnhof umgebaut. Nun diente lediglich noch ein kleines WartehĂ€uschen an der Bahnsteigkante als Bahnhof. Aufgrund dieses HĂ€uschens erhielt der Bahnhof seinen in Biewer gelĂ€ufigen Namen „Bud“ (fĂŒr Bude). 2008 lassen sich nur noch Bahnsteigreste unter der Vegetation erahnen. Etwa 1963 wurde die Bedienung von Biewer eingestellt.[25] In einem Gutachten aus dem Jahr 2013 im Vorfeld der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr wurde die Einrichtung eines Haltepunkts in Biewer nur als „weitere (zukĂŒnftige) Option“ bewertet[26] und dementsprechend auch nicht in die weitere Planung aufgenommen.

Trier-Pallien (ehem. Pallien)

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Maschinenschuppen in Trier-West aus den 1860er Jahren

Vom ehemaligen Haltepunkt Pallien ist nichts mehr erhalten. Er lag etwa 300 Meter nördlich der 1913 errichteten Kaiser-Wilhelm-BrĂŒcke und bestand aus einem Bahnsteig am Richtungsgleis Zewen und einem Bahnsteig zwischen den Gleisen. Erhalten blieb die ehemalige BahnhofsgaststĂ€tte, leicht erkennbar als einziger Fachwerkbau. Die Bedienung wurde circa 1961 eingestellt.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr wurde ein gĂ€nzlich neuer, nunmehr unmittelbar sĂŒdlich der Kaiser-Wilhelm-BrĂŒcke gelegener Haltepunkt Pallien eröffnet. Der neue Haltepunkt hat zwei Außenbahnsteige, wovon der westliche direkt von der parallel verlaufenden Bonner Straße zugĂ€nglich ist. Der östliche Bahnsteig liegt hingegen zwischen den Streckengleisen und der Mosel, so dass er von der Kaiser-Wilhelm-BrĂŒcke erschlossen werden musste. ZunĂ€chst steht nur eine Treppe zur VerfĂŒgung; ein Aufzug sollte im Juli 2025[veraltet] in Betrieb genommen werden. Die Bushaltestelle Bitburger Straße, die von mehreren Linien der Stadtwerke Trier bedient wird, liegt direkt auf Höhe des neuen Haltepunkts am Kopf der Kaiser-Wilhelm-BrĂŒcke.[17]

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Bahnhof Trier West 1994

Der erste Trierer Bahnhof ist nicht mehr erhalten. Das GebĂ€ude lag sĂŒdlich des heutigen Bahnsteigs. Grund fĂŒr den Bau an dieser Stelle war zum einen der geplante Anschluss an die Eifelstrecke. Zum anderen befanden sich bis 1919 in unmittelbarer BahnhofsnĂ€he ausgedehnte Kasernen, die nach Ende des Ersten Weltkrieges und der Entmilitarisierung des Rheinlandes als Sozialwohnungen genutzt wurden. Zwischen 1878 und 1903 trug der Bahnhof den Namen „Trier links der Mosel (Trier l.d.M.)“, wĂ€hrend der heutige Hauptbahnhof „Trier rechts der Mosel (Trier r.d.M.)“ hieß. 1905 wurde der Bahnhof in „Trier West“ umbenannt. Das heute noch erhaltene GebĂ€ude stammt von 1914/16. Der alte Bahnhof wurde von der Bahn noch als DienstgebĂ€ude benutzt und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Der Bahnsteig am Richtungsgleis Ehrang ist noch vorhanden, der am Richtungsgleis Zewen wurde entfernt. Das an den Bahnhof angegliederte Stellwerk ist noch besetzt, der Bahnhof selbst wurde verkauft und in eine Unterkunft fĂŒr wohnsitzlose MĂ€nner, das „Benedikt-Labre-Haus“, umgewandelt. Die umfangreichen Gleisanlagen wurden im FrĂŒhjahr 2013 bis auf die beiden Streckengleise sowie ein Ausweichgleis zurĂŒckgebaut.

Bis 1986 war hier der GĂŒterbahnhof Trier und die Zufahrt zum ebenfalls 1986 geschlossenen Ausbesserungswerk Trier. Nördlich und sĂŒdlich des Bahnhofs sind noch einige BahngebĂ€ude aus den 1850er bis 1870er Jahren, welche teils unter Denkmalschutz stehen, erhalten.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr kann auch der Bahnhof Trier West wieder von Reisenden genutzt werden.[17]

Trier-Euren (ehem. Euren)

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Ehemaliger Gleisanschluss der französischen Armee in Euren

Der Haltepunkt Euren liegt am BahnĂŒbergang der Eisenbahnstraße am sĂŒdlichen Ortsende von Trier-Euren. UrsprĂŒnglich besaß Euren ein kleines Bahnhofs-/SchrankenwĂ€rtergebĂ€ude. Dieses befand sich unmittelbar am Richtungsbahnsteig Zewen, wurde jedoch nach Inbetriebnahme der automatischen Halbschrankenanlage Anfang der 1970er Jahre abgerissen.

Seit der Wiederinbetriebnahme der Weststrecke fĂŒr den Personenverkehr wird auch dieser Haltepunkt wieder von Reisenden genutzt.[17]

Trier-Zewen (ehem. Zewen, Kr. Trier)

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Sonderzug 1996 in Zewen

Der Haltepunkt Zewen (Kr Trier) hat seit der Wiederinbetriebnahme zwei neue Außenbahnsteige im Bereich des BahnĂŒberganges. Das Beton-WartehĂ€uschen am Richtungsbahnsteig Trier West wurde im Zuge der Neubaumaßnahmen entfernt. Das ehemalige BahnhofsgebĂ€ude ist noch vorhanden, befindet sich jedoch in Privatbesitz und beherbergte bis zum 24. Dezember 2015 ein Juwelier-GeschĂ€ft.

Bis Anfang der 1970er Jahre war der Bahnhof Zewen besetzt und verfĂŒgte ĂŒber einen Außen- und einen Mittelbahnsteig. In Zewen existierte bis zu diesem Zeitpunkt ein Ladegleis an der Stelle des heutigen Richtungsbahnsteiges Igel. In vergangenen Jahrzehnten wurden hier saisonal Obstverladungen, vor allem Erdbeeren, vorgenommen. Mit der Inbetriebnahme des Stellwerks in Trier West 1973,[27] von dem aus die gesamte Strecke ĂŒberwacht wird, und der Inbetriebnahme der automatischen Halbschrankenanlage wurde das Personal abgezogen.

Commons: Trierer Weststrecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Udo Kandler: Eisenbahnen im Moseltal. Band 1 (= Eisenbahn-Journal. Sonderausgabe 2). Merker, 1990, ISSN 0720-051X.
  • Udo Kandler: Eisenbahnen im Moseltal. Band 2 (= Eisenbahn-Journal. Sonderausgabe 8). Merker, 1991, ISBN 978-3-922404-26-2, ISSN 0720-051X.
  • Martin Kreckler, Wolfgang Kreckler: Eisenbahn in Ehrang. Nahtstelle von Saar-, Eifel- und Moselbahn. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-709-1.
  • Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Claudia MĂŒnchow: Reaktivierungsprojekt Weststrecke Trier: RegionalzĂŒge sollen ab 3. MĂ€rz 2025 ĂŒber die neue Infrastruktur rollen (Pressemitteilung). Deutsche Bahn AG, 22. November 2024, abgerufen am 22. November 2024.
  2. ↑ Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984, S. 7.
  3. ↑ Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984, S. 7.
  4. ↑ Die Bauanlagen der SaarbrĂŒcken–Trier–Luxemburger Eisenbahn. In: Zeitschrift fĂŒr Bauwesen. Jahrgang XIII, 1863, S. 45 (google.de).
  5. ↑ Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984, S. 9.
  6. ↑ Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984, S. 13.
  7. ↑ Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Deutsche Bundesbahn, Trier 1984, S. 43.
  8. ↑ Florian DĂŒrr: Reisezug-RĂŒckkehr. In: eisenbahn magazin. Nr. 5, 2025, S. 46.
  9. ↑ Heribert WaschbĂŒsch: Luxemburg-Trier ab Ende 2014 im Stundentakt. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch, abgerufen am 20. MĂ€rz 2015.
  10. ↑ Harald Jansen: Neue BrĂŒcke fĂŒr die Bahn, weite Umwege fĂŒr die Pendler. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch, abgerufen am 22. Januar 2012.
  11. ↑ Ausbau der Bahnstrecke zwischen Trier und Luxemburg bis 2015. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch, abgerufen am 10. Juli 2012.
  12. ↑ Bahn darf zweigleisigen Betrieb bei Igel aufnehmen. In: regioportal24.de. Archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 2. Januar 2015.
  13. ↑ Volksfreund: Stundentakt auf der Weststrecke. 16. September 2008, abgerufen am 7. Juli 2026.
  14. ↑ Volksfreund: Zugfahrt auf stillgelegter Strecke. 9. September 2009, abgerufen am 7. Juli 2026.
  15. ↑ Rheinland-Pfalz-Takt 2015 (nicht mehr aufrufbar)
  16. ↑ https://www.trier.de/media/www.trier.de/org/med_3339/4679_2024-05-17_weststrecke_trier_spnv-nord_red.pdf
  17. 1 2 3 4 5 Schienenverkehr – Projekt Westtrasse – FĂŒnf neue Regionalbahn-Stationen im Bau. In: trier.de. Stadt Trier, 2025, abgerufen am 2. MĂ€rz 2025.
  18. ↑ Trier; Bauliche Änderung der Weststrecke Trier fĂŒr den Schienenpersonennahverkehr. Landesbetrieb MobilitĂ€t Rheinland-Pfalz, 22. Oktober 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018.
  19. ↑ Rainer Neubert: Bahnverkehr: Alle wollen die Trierer Weststrecke, aber nur mit leisen ZĂŒgen. Abgerufen am 28. Februar 2020.
  20. ↑ Interessen der Trierer Buerger werden bei der Reaktivierung der Westtrasse beruecksichtigt auf volksfreund.de
  21. ↑ Katharina De Mos: Ab Dezember geht’s öfter nach Luxemburg. Trierischer Volksfreund, 19. November 2019, abgerufen am 5. Februar 2025.
  22. ↑ Bernd Wientjes: Bahn-Fahrplanwechsel: Diese Änderungen gibt es ab heute in der Region. Trierischer Volksfreund, 15. Dezember 2024, abgerufen am 5. Februar 2025.
  23. ↑ Reaktivierung der Trierer Weststrecke: Vorbereitende Arbeiten haben begonnen. In: busundbahn.de. 9. MĂ€rz 2023, abgerufen am 17. MĂ€rz 2023.
  24. ↑ Bernd Wientjes: Weststrecke startet spĂ€ter, ZĂŒge nach Frankreich fahren erst 2027. Trierischer Volksfreund, 1. Oktober 2024, abgerufen am 3. Oktober 2024.
  25. ↑ Ehemaliger Haltepunkt Biewer. Eintrag in der Datenbank der KulturgĂŒter in der Region Trier, abgerufen am 16. Juni 2025.
  26. ↑ Thomas Geyer: Projekt Weststrecke. In: trier.de. SPNV-Nord, 19. Juni 2013, abgerufen am 16. Juni 2025.
  27. ↑ https://stellwerke.info/stw/stw.php?id=167