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Utz Maas

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Utz Maas (* 24. November 1942 in Bonn) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler. Er lehrte von 1976 bis 2009 als Professor fĂŒr Allgemeine und Romanische bzw. Germanische Sprachwissenschaft an der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck.

Maas studierte Romanistik, Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft und Philosophie und promovierte im Jahr 1968 an der UniversitĂ€t Freiburg im Breisgau mit Untersuchungen zur Phonologie und Phonetik der (okzitanischen) Mundart von Couzou im französischen DĂ©partement Lot. Maas war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, wo er sich 1971 habilitierte (Allgemeine Linguistik und Romanische Sprachwissenschaft).

1975 wurde er Professor fĂŒr Textwissenschaft an der UniversitĂ€t Roskilde in DĂ€nemark. Seit 1976 war er Professor fĂŒr Allgemeine und Romanische Sprachwissenschaft an der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck (seit 1979 Allgemeine und Germanische Sprachwissenschaft). Maas war mehrfach Gastprofessor in Frankreich, Marokko und Ägypten. Er hat seit 2007 eine Honorarprofessur am Institut fĂŒr Sprachwissenschaft an der Karl-Franzens-UniversitĂ€t Graz inne. Maas war in OsnabrĂŒck Mitglied des Instituts fĂŒr Migrationsforschung und Interkulturelle Studien. 2009 wurde er emeritiert. Seitdem forscht und lehrt er in Graz.

Utz Maas veröffentlichte zahlreiche BĂŒcher und AufsĂ€tze zu vielen Themen der Sprachlehre/SprachpĂ€dagogik, Orthografie, Phonologie, Sprachgeschichte. Im Kontext der 1968 noch aktuellen Entnazifizierungaufgabe befasste er sich auch mit der Geschichte der Sprachwissenschaft und Sprachpolitik in der Zeit des Nationalsozialismus, was ihn zu fachhistorischen Arbeiten (Biografien verfolgter Sprachwissenschaftler im Dritten Reich) und zur allgemeineren Erforschung der Sprache im Exil fĂŒhrte. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Sprachtypologie, wo er umfassende Studien zum Arabischen vorlegte. Sein „Lebenswerk“ ist die 2010 vorgelegte Dokumentation Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945, die seit 2018 als Onlinewerk weitergefĂŒhrt wird.

Schriften (Auswahl)

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  • „Als der Geist der Gemeinschaft eine Sprache fand“. Sprache im Nationalsozialismus. Versuch einer historischen Argumentationsanalyse. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-11661-4.
  • Sprachpolitik und politische Sprachwissenschaft. 7 Studien (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. 799). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-518-28399-5.
  • GrundzĂŒge der deutschen Orthographie (= Reihe Germanistische Linguistik. 120). Niemeyer, TĂŒbingen 1992, ISBN 3-484-31120-7.
  • Phonologie. EinfĂŒhrung in die funktionale Phonetik des Deutschen (= StudienbĂŒcher zur Linguistik. 2). Westdeutscher Verlag, Opladen u. a. 1999, ISBN 3-531-12874-4.
  • mit El-Sayed Selmy und Mostafa Ahmed: Perspektiven eines typologisch orientierten Sprachvergleichs Deutsch–Arabisch/Arabisch–Deutsch. Echnaton, Kairo 2000, ISBN 977-5939-02-X.
  • Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945. 2 BĂ€nde (Bd. 1: Dokumentation. Biobibliographische Daten A–Z. Bd. 2: Auswertungen. Verfolgung – Auswanderung – Fachgeschichte – Konsequenzen.). Stauffenburg, TĂŒbingen 2010, ISBN 978-3-86057-016-6 (Auch als CD-Rom) (Rezension in H-Soz-Kult).[1] Ab 2018 vom ZFL als Datenbank, die weiter verbessert wird, Online gestellt:
Leibniz-Zentrum fĂŒr Literatur und Kulturforschung, Onlinedatenbank: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945. BegrĂŒndet von Utz Maas.
  • als Hg.: Orat und Literat (= Grazer linguistische Studien. Heft 73, ISSN 1015-0498). Institut fĂŒr Sprachwissenschaft der UniversitĂ€t Graz, Graz 2010.
  • Marokkanisches Arabisch. Die Grundstrukturen (= LINCOM-SprachlehrbĂŒcher. 04). LINCOM Europa, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-89586-427-8.
  • als Hg. mit Stephan ProchĂĄzka: Moroccan Arabic in typological perspective (= STUF. Language Typology and Universals. Bd. 65, Nr. 4, ISSN 1867-8319). Akademie-Verlag, Berlin 2012.
  • Was ist Deutsch? Die Entwicklung der sprachlichen VerhĂ€ltnisse in Deutschland. Unter Mitarbeit von Solvejg Schulz. Fink, MĂŒnchen u. a. 2012, ISBN 978-3-7705-5272-6 (2., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage (= UTB. 8560). Ebenda 2014, ISBN 978-3-8252-8560-9).
  • als Hg. mit Abderrahmane Assini: Marokkanisch arabische Texte (= Languages of the World. Text Collections. 33). Unter Mitarbeit von Sandra Ziagos. LINCOM Europa, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-86288-515-2.
  • Wilfried KĂŒrschner (Hg.): Linguisten-Handbuch. Biographische und bibliographische Daten deutschsprachiger Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler der Gegenwart. Band 2: M – Z und Register. Narr, TĂŒbingen 1994, ISBN 3-8233-5000-5, S. 575.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Dirk Naguschewski: . 8. April 2011