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Vorgebirge (Rheinland)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Villehang)

Das Vorgebirge (selten auch Villehang) ist eine langgestreckte und bis zu gut 165 mÂ ĂŒ. NHN hohe Anhöhe in Nordrhein-Westfalen. Sie bildet den Osthang des Höhenzuges der Ville und begrenzt westlich die Kölner Bucht zwischen Köln und Bonn sowie dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis.

Das Vorgebirge bezeichnet den Osthang der Ville zur Rheinebene zwischen dem Bonner Stadtteil Duisdorf und dem HĂŒrther Stadtteil Kendenich, reicht nach der naturrĂ€umlichen Gliederung allerdings im SĂŒden noch etwas weiter in die Duisdorfer Lössbucht[1][2] bis Witterschlick in der Gemeinde Alfter, wo es im Osten von der höher gelegenen Kottenforstterrasse begrenzt wird, sowie nach Norden in etwa bis Königsdorf, einem Stadtteil von Frechen.[3]

Im Unterschied zum geradlinigen Westrand der Ville ist ihr vom Vorgebirge gebildeter Ostrand nicht tektonisch bedingt, sondern stellt einen durch Tiefen- und Seitenerosion des hier frĂŒher entlangfĂŒhrenden Hauptarms des eiszeitlichen Rheins entstandenen Talhang dar.[4] Eine Besonderheit des Vorgebirges ist die im Lee der Ville erfolgte mĂ€chtige Ă€olische Lössablagerung aus dem QuartĂ€r, die sehr fruchtbar ist.

Im und am Vorgebirge liegen die StĂ€dte und Gemeinden Alfter, Bornheim, BrĂŒhl und HĂŒrth. Zum weiteren soziokulturellen Umkreis zĂ€hlen die StĂ€dte und Gemeinden Erftstadt, Swisttal, Weilerswist und Wesseling.

NaturrĂ€umlich entspricht das Vorgebirge dem Raum „552.2 Villehang“. In frĂŒheren Zeiten wurden die beiden Begriffe Vorgebirge und Ville oft synonym benutzt.

Video: Der Apfelanbau im Rheinland, 2000/04

Das Vorgebirge ist wegen seiner Böden und seiner Lage durch intensiven GemĂŒse- und Obstanbau, oft in Mischkultur, gekennzeichnet. Hier wurde 1896 von Otto Schmitz-HĂŒbsch auch das erste reine Obstgut Deutschlands gegrĂŒndet, das noch heute im Bornheimer Stadtteil Merten fortbesteht. Des Weiteren ist das Vorgebirge eines der grĂ¶ĂŸten deutschen Anbaugebiete fĂŒr Spargel (siehe Bornheimer Spargel). Bis ins 20. Jahrhundert und teils auch darĂŒber hinaus wurde im Vorgebirge, insbesondere rund um den Bornheimer Stadtteil Walberberg, auch Wein angebaut.[5]

Das Vorgebirge ist Teil des Naturparks Rheinland. Dessen GeschĂ€ftsstelle in Rheinbach und der Verein Voreifel-Touristik geben zahlreiche zum großen Teil auch kostenlose Materialien zum Wandern im Vorgebirge heraus. Ein Wanderweg ist der etwa neun Kilometer lange Panoramarundweg durch Brombeerplantagen und Obstwiesen, oberhalb des Bornheimer Stadtteils Roisdorf ab dem Restaurant Heimatblick. Seit das Restaurant geschlossen ist, ist der Weg, der ĂŒber das GelĂ€nde fĂŒhrt, jedoch nicht mehr zugĂ€nglich. Deshalb wurde die Heimatblickrunde angelegt.[6][7] Auch der Römerkanal-Wanderweg, der die römische Eifelwasserleitung nach Köln begleitet, fĂŒhrt in seinen mittleren Etappen durch das Vorgebirge. Zudem gibt es, inspiriert durch Wilhelm Maucher, den Wanderweg Rebellen op Jöck.[8]

Commons: Landschaftsaufnahmen des Vorgebirges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Karlheinz Paffen: Niederrheinische Bucht. In: Handbuch der naturrĂ€umlichen Gliederung Deutschlands, 6. Lieferung, 1959, S. 823–844 (hier: S. 835).
  2. ↑ Hermann Josef Roth: DuMont Kunst-ReisefĂŒhrer Bonn: von der römischen Garnison zur Bundeshauptstadt – Kunst und Natur zwischen Voreifel und Siebengebirge. DuMont, Köln 1988, ISBN 978-3-7701-1970-7, S. 291/292.
  3. ↑ Bundesforschungsanstalt fĂŒr Landeskunde und Raumordnung (Hrsg.); Ewald GlĂ€sser (Bearb.): Die naturrĂ€umlichen Einheiten auf Blatt 122/123. Selbstverlag, Bonn-Bad Godesberg 1978, ISBN 3-87994-328-1, S. 36. (=Geographische Landesaufnahme 1:200.000. NaturrĂ€umliche Gliederung Deutschlands)
  4. ↑ Jörg Grunert: Geomorphologische Entwicklung des Bonner Raums. In: Eberhard Mayer, Klaus Fehn, Peter-Wilhelm Höllermann (Hrsg.): Bonn – Stadt und Umland. Festschrift zum 75-jĂ€hrigen Bestehen der Gesellschaft fĂŒr Erd- und Völkerkunde zu Bonn (=Arbeiten zur Rheinischen Landeskunde, Heft 58). Ferdinand DĂŒmmlers Verlag, Bonn 1988, ISBN 978-3-427-71581-8, S. 165–180 (hier: S. 175).
  5. ↑ Stefan Hermes: Weinanbau im Vorgebirge hat eine lange Tradition. In: General-Anzeiger (Bonn). Abgerufen am 5. Dezember 2021.
  6. ↑ Stefan Hermes: Die Heimatblick-Runde bietet einen beeindruckenden Blick. In: General-Anzeiger (Bonn). 6. August 2017, abgerufen am 23. Juni 2018.
  7. ↑ Heimatblick-Runde. Zweckverband Naturpark Rheinland, abgerufen am 14. September 2023.
  8. ↑ Panoramarundweg „Rebellen op Jöck“. In: outdooractive. 17. September 2019, abgerufen am 5. Dezember 2021.

Koordinaten: 50° 45â€Č N, 6° 55â€Č O