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Weizenbaum-Institut

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Weizenbaum-Institut
Weizenbaum-Institut
Aufnahme der HĂ€userfront mit Logo des Weizenbaum-Instituts in Berlin, Hardenbergstraße 32.
Kategorie: Forschungsinstitut
Bestehen: seit 2017
Rechtsform des TrÀgers: Eingetragener Verein
Standort der Einrichtung: Berlin
Art der Forschung: interdisziplinÀre und problemorientierte Grundlagenforschung
Grundfinanzierung: BMBF (ca. 90 %) und Land Berlin (ca. 10 %) (2022–2025)
Leitung: Wissenschaftlicher GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Christoph Neuberger; Administrative GeschĂ€ftsfĂŒhrerin: Ricarda Opitz
Website: www.weizenbaum-institut.de

Das Weizenbaum-Institut ist ein vom Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt. Es wurde 2017 mit Sitz in Berlin gegrĂŒndet.[1] Dem Verbund gehören an: die Freie UniversitĂ€t Berlin, die Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin, die Technische UniversitĂ€t Berlin, die UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin, die UniversitĂ€t Potsdam, das Fraunhofer-Institut fĂŒr Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB).[2] Die zentrale Administration und rechtsgeschĂ€ftliche Vertretung des Instituts obliegt seit 2019 dem Weizenbaum-Institut e. V.[2]

Die Aufgabe des nach dem Informatiker Joseph Weizenbaum benannten Instituts ist es, aktuelle gesellschaftliche VerĂ€nderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu untersuchen und kĂŒnftige politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen zu entwickeln. Das Institut soll unabhĂ€ngig und interdisziplinĂ€r den digitalen Wandel einschließlich der rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen der Digitalen Gesellschaft erforschen.[2] Die ĂŒbergreifende Fragestellung des Instituts lautet: „Wie lassen sich die Ziele individueller und gesellschaftlicher Selbstbestimmung in einer von digital vermittelten Transformations- und Entgrenzungsprozessen geprĂ€gten Welt realisieren und welche Rahmenbedingungen und Ressourcen sind fĂŒr ihre Verwirklichung notwendig?“[3]

Das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung unter Johanna Wanka gab am 23. Mai 2017 die Gewinner des Wettbewerbs zur GrĂŒndung des Deutschen Internet-Instituts bekannt. Das Konsortium aus den UniversitĂ€ten FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin, UdK Berlin, UniversitĂ€t Potsdam sowie das Fraunhofer-Institut fĂŒr Offene Kommunikationssysteme und das Wissenschaftszentrum Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB) haben sich dabei in einem seit September 2015 laufenden zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt. Beim Start der Aufbauphase war geplant, dem Institut zwischen 2017 und 2022 bis zu 50 Millionen Euro an Fördermitteln bereitzustellen.[4]

Mit der Arbeitsaufnahme des Instituts im September 2017 erfolgte eine Umbenennung in „Weizenbaum-Institut fĂŒr die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut“.

Im April 2019 wurde das GrĂŒndungsdirektorium, bestehend aus Martin Emmer, Axel Metzger und Ina Schieferdecker, verabschiedet und ein neues Direktorium konstituiert. Dieses setzt sich aus den fĂŒnf W3-Professuren der beteiligten UniversitĂ€ten sowie je einer Vertretung des Wissenschaftszentrums Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB) und des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Offene Kommunikationssysteme zusammen. GeschĂ€ftsfĂŒhrender Direktor ist Christoph Neuberger, seine Stellvertreter Sascha Friesike und Martin Krzywdzinski.[5]

Ende 2019 wurde der Weizenbaum-Institut e. V. gegrĂŒndet, der seit September 2020 die zentrale Administration und die rechtsgeschĂ€ftliche Vertretung des Instituts ĂŒbernommen hat. Er löste damit das Wissenschaftszentrums Berlin fĂŒr Sozialforschung als Koordinator des Verbunds ab. Der Verein ist TrĂ€ger der GeschĂ€ftsstelle und koordiniert den wissenschaftlichen Verbund, außerdem ist er fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit, den Wissenstransfer in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die Internationalisierung des Instituts und die Nachwuchsförderung verantwortlich.[6]

Im FrĂŒhjahr 2021 wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Weizenbaum-Institut, dem Bayerischen Forschungsinstitut fĂŒr Digitale Transformation (bidt) und dem Center for Advanced Internet Studies (CAIS) beschlossen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs besser zu fördern.[7]

Im November 2021 ging das Weizenbaum-Institut mit der ersten Ausgabe der neu gegrĂŒndeten Open-Access-Zeitschrift Weizenbaum Journal of the Digital Society (WJDS) online. Das Journal widmet sich der interdisziplinĂ€ren Digitalisierungsforschung und soll eine LĂŒcke in der Publikationslandschaft schließen.[8]

Am 15. September 2022 begann fĂŒr das Weizenbaum-Institut eine zweite Förderphase (Etablierungsphase). DafĂŒr wurde das Forschungsprogramm des Verbundprojektes neu aufgestellt, um den interdisziplinĂ€ren Charakter der Digitalisierungsforschung zu stĂ€rken.[9] Nach Konzept- und Etablierungsphase gab es 2024 eine abschließende Evaluation, die positiv fĂŒr das Projekt ausfiel.[10] Seitdem wird das Projekt zu einem festen Institut verstetigt. Laut Lobbyregister stockte die Verstetigung 2026 aufgrund der Haushaltslage und vorgezogener Neuwahlen.[11]

Forschungsschwerpunkte und Forschungsgruppen

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In der Aufbauphase war die Forschung am Institut in 4 Bereiche mit insgesamt 21 Forschungsgruppen gegliedert:[3] „Mensch – Arbeit – Wissen“, „Markt – Wettbewerb – Ungleichheit“, „Demokratie – Partizipation – Öffentlichkeit“ und „Verantwortung – Vertrauen – Governance“. ZusĂ€tzlich zu den 4 Forschungsbereichen gab es 3 begleitende Querschnittsformate, die sich auf ĂŒbergreifende Fragen der Ethik und politischen Gestaltung des VerhĂ€ltnisses von Technik und Gesellschaft konzentrierten.

Die Forschung des Instituts ist in vier interdisziplinĂ€ren Forschungsschwerpunkten mit insgesamt 16 Forschungsgruppen organisiert: „Digitale Technologien in der Gesellschaft“, „Digitale MĂ€rkte und Öffentlichkeiten auf Plattformen“, „Organisation von Wissen“ und „Digitale Infrastrukturen in der Demokratie“. Daneben gibt es die Forschungseinheiten des Weizenbaum Digital Science Center: Metaforschung, Forschungssynthesen, Weizenbaum-Panel und Methodenlab.[12]

In der Förderphase 2022–2025 wird das Institut vom Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung mit rund 36 Millionen Euro sowie vom Land Berlin mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.[13] Zum Jahr 2025 waren es 13 Millionen Euro vom Bundesministerium und eine Million Euro vom Land Berlin.[11]

Commons: Weizenbaum-Institut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Das Deutsche Internet-Institut nimmt seine Arbeit auf | WZB. Abgerufen am 14. August 2018.
  2. 1 2 3 Über das Weizenbaum-Institut. Weizenbaum Institut, abgerufen am 15. Juli 2025.
  3. 1 2 Forschung fĂŒr die vernetzte Gesellschaft. Weizenbaum-Institut, abgerufen am 15. Juli 2025.
  4. ↑ Das Deutsche Internet-Institut entsteht in Berlin. In: bmbf.de. 23. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  5. ↑ Direktorium. Weizenbaum Institut, abgerufen am 15. Juli 2025.
  6. ↑ Jahresbericht 2019. Abgerufen am 19. Juli 2021.
  7. ↑ Pressemitteilung: Kompetenzen bĂŒndeln, Talente fördern. In: Weizenbaum-Institut. 19. April 2021, abgerufen am 21. April 2021.
  8. ↑ Pressemitteilung: Weizenbaum-Institut launcht Open-Access-Fachzeitschrift. Weizenbaum-Institut, abgerufen am 15. November 2021.
  9. ↑ Das Weizenbaum-Institut startet mit einem aktualisierten Forschungsprogramm in die Etablierungsphase. 2022, abgerufen am 20. Juni 2026.
  10. ↑ Der Weizenbaum Report 2025. In: bildung-forschung.digital. Bundesministerium fĂŒr Forschung, Technologie und Raumfahrt, 5. Juni 2025, abgerufen am 20. Juni 2026.
  11. 1 2 Das Weizenbaum-Institut. In: lobbyregister.bundestag.de. Abgerufen am 20. Juni 2026.
  12. ↑ Weizenbaum Digital Science Center. Abgerufen am 8. Februar 2023.
  13. ↑ Mikiya Heise: Das Weizenbaum-Institut startet mit einem aktualisierten Forschungsprogramm in die Etablierungsphase. Abgerufen am 8. Februar 2023.

Koordinaten: 52° 30â€Č 29,4″ N, 13° 19â€Č 47,1″ O