Workflow Management Coalition
Die Workflow Management Coalition (WfMC) ist ein Verbund von mehr als 300 Herstellern, Nutzern, Beratern und Wissenschaftlern im Bereich des Workflow-Managements.
Ziele und Zweck
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel der WfMC ist die Förderung des Einsatzes von Workflow Management Systemen (WfMS) durch die Schaffung von Standards, die den Anwendern Investitionssicherheit geben sollen.
Geschichte und WfMC Standards
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Die WfMC wurde 1993 gegrĂŒndet. Die ersten Arbeiten befassten sich mit der Definition von Workflow Management, begleitet von einem Glossar in Englisch.
1995 wurde die erste Spezifikation, das Workflow Referenzmodell freigegeben. Sie beschreibt die Komponenten eines WMS sowie die Schnittstellen zwischen ihnen, insgesamt fĂŒnf an der Zahl.[1]
1997 begannen die Arbeiten an der Wf-XML Spezifikation, die inzwischen in der Version 2.0 mit einer auf SOAP-basierten Webservice-Schnittstelle aufgebaut ist. Sie beschreibt, wie eine Workflow-Engine eine andere Workflow-Engine beauftragen kann, den Prozessinstanz weiterzufĂŒhren und wie die RĂŒckgabe erfolgt.[2]
2002 wurde die erste weltweit akzeptierte Schnittstelle in der ersten Version freigegeben. Sie hat inzwischen fast 100 Implementierungen.[3] Es handelt sich dabei um die XML Process Definition Language (XPDL). Sie beschreibt die EntitĂ€ten und ihre Eigenschaften eines durch eine Workflow-Engine auszufĂŒhrenden Prozess und wie diese Parameter in einer XML-Strukturen gespeichert werden.[4][5]
2008 wurde die Draft-Spezifikation Business Process Analytics Format (BPAF) zum Review veröffentlicht. Diese Spezifikation beschreibt das XML-Format zur Speicherung von Informationen zu einem Prozess-Ereignis, das wĂ€hrend der AusfĂŒhrung einer Prozessinstanz eintritt, z. B. Weiterleitung von einer zur nĂ€chsten AktivitĂ€t, ZeitĂŒberschreitung, Eskalation, Wiederholung, Delegation, Wiedervorlage etc. Der Standard wird die Arbeiten der BPM-Analysten besser unterstĂŒtzen. Denn auf Basis des einheitlichen Formats sollen Hersteller von Business Intelligence Werkzeuge fĂŒr die Auswertung zur VerfĂŒgung stellen.[6]
2010 veröffentlicht die WfMC neben ihrer Definition von BPM eine weitere mit dem Akronym ACM, das fĂŒr Adaptive Case Management steht.[7] Dieser Begriff wurde wĂ€hrend eines WfMC-Treffens von BPM-Experten in Maidenhead im November 2009 besprochen und in einem Sammelband von 12 Artikeln dieser Experten im Detail dargestellt.[8] Seit Anfang 2009 wird von unterschiedlichen Analysten festgestellt, dass der ĂŒberwiegende Teil der Sachbearbeitung innerhalb von nicht vorhersagbaren, Wissens-basierenden Prozessen stattfindet. Diese Prozesse auf Basis adaptiver Konzepte zu beherrschen ist die Aufgabe der nĂ€chsten Jahre. Unter adaptiv wird einerseits das Verhalten der Sachbearbeiter selbst verstanden, die die jeweils nĂ€chsten Aktionen auf Basis ihrer Erfahrung durchfĂŒhren. Andererseits wird es Funktionen geben, die das Verhalten der Anwender mitzeichnen und beim nĂ€chsten Mal dem Sachbearbeiter entsprechende VorschlĂ€ge unterbreiten. WĂ€hlt er einen Vorschlag aus, wird dieser in seiner Relevanz erhöht, die anderen VorschlĂ€ge erniedrigt. So passt sich das System an das Verhalten der Sachbearbeiter an.[9]
Alternative ProzessausfĂŒhrungssprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die XPDL war lange Zeit das Austauschmodell fĂŒr die unterschiedlichen Workflow-Werkzeuge, von den Modellieren, ĂŒber Simulationswerkzeuge bis zur Workflow-Engine. Ab der Version 2.0 wurde ebenfalls die grafische Business Process Model and Notation (BPMN) unterstĂŒtzt. Ein Konkurrent der XPDL ist die Business Process Execution Language (BPEL). Diese wird vorrangig von Workflow-Engines zur Orchestrierung von Web-Services, also Computer-Programmen ohne menschliche Interaktion genutzt. XPDL wird hingegen von Workflow-Engines genutzt, die vorrangig Aufgaben steuern, die von Menschen erledigt werden.
Mit der Version 2.0 der BPMN kommt eine weitere ProzessausfĂŒhrungssprache hinzu. Ersetzte XPDL bisher die InteroperabilitĂ€t der grafischen Modelle mit anderen Tools, so bietet die neue BPMN 2.0 nun selbst die Speicherstruktur im XML-Format inklusive eines durch eine Workflow-Engine ausfĂŒhrbaren Teils.[10]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Workflow Reference Model der WfMC
- â Wf-XML Spezifikation der WfMC
- â Liste von Produkten mit einer XPDL-Implementierung
- â XPDL Spezifikation der WfMC
- â BPM, GPM, BAM, BPMN, BPEL, XPDL, EABPM, CMPM âŠ, Dr. Martin Bartonitz, 2. Fortsetzung von Artikeln zu Standards im GeschĂ€ftsprozessmanagement
- â BPAF-Spezifikation der WfMC
- â Definition von ACM der WfMC ( vom 7. Juli 2010 im Internet Archive)
- â Mastering the Unpredictable: How Adaptive Case Management Will Revolutionize the Way That Knowledge Workers Get Things Done, ISBN 0929652126, herausgegeben von Keith D. Swenson, WfMC Technical Committee Chairman, mit einem Vorwort von Connie More, BPM-Expertin bei Forrester Research
- â WfMCÂŽs Vordenker proklamierten Ende 2009 in Maidenhead die nĂ€chste BPM-Revolution mit Adaptive Case Management ( vom 26. MĂ€rz 2012 im Internet Archive), Dr. Martin Bartonitz, Artikel zur neuesten Entwicklung im BPM-Umfeld
- â Martin Bartonitz: GeschĂ€ftsprozessmodellierung: BPMN weiter auf dem Vormarsch! Auf Kosten von BPEL und XPDL? Es bleibt spannend ⊠( vom 21. Juni 2010 im Internet Archive)