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Yamaguchi Seishi

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Yamaguchi Seishi

Yamaguchi Seishi (japanisch ć±±ćŁ èȘ“歐; * 3. November 1901 in Kyƍto; † 26. MĂ€rz 1994), eigentlich Yamaguchi Chikahiko (ć±±ćŁ æ–°æŻ”ć€), war ein japanischer Haiku-Dichter der Taishƍ- und Shƍwa-Zeit.

Yamaguchi Seishi wurde als Ă€ltester Sohn von Yamaguchi Shinsuke (ć±±ćŁ æ–°ćŠ©) und dessen Frau Mineko (ćȑ歐) geboren. Seit seiner frĂŒhen Kindheit jedoch wurde er von seinem Großvater mĂŒtterlicherseits, Wakita Kaichi (脇田 昉侀), großgezogen und lebte abwechselnd in Kyƍto, Tokio, auf Sachalin, damals Teil des japanischen Verwaltungsgebietes, und wieder in Kyƍto. Nachdem er die Erste Mittelschule in Kyƍto besucht hatte, wurde er in die Dritte Oberschule eingeschult. Durch die Teilnahme an der dortigen Haiku-Gemeinschaft begann er, ernsthafte Haiku zu schreiben.

1922 schrieb er sich fĂŒr ein Studium an der juristischen FakultĂ€t der Kaiserlichen UniversitĂ€t Tokio ein. Auch dort nahm er an der Haiku-Gemeinschaft teil und wurde von Takahama Kyoshi persönlich unterwiesen. 1926 beendete er das Studium und arbeitete fĂŒr die Sumitomo KG in Osaka. Zwei Jahre darauf, 1928, heiratete er Asai Umeko (æ”…äș• æą…ć­), besser bekannt unter dem Pseudonym Yamaguchi Hatsujo. Bei der Sumitomo KG oblagen Seishi hauptsĂ€chlich Aufgaben im Personalbereich, doch wegen eines Lungenleidens, das ihn bereits seit der Studienzeit plagte, wurde er 1940 beurlaubt und gab die Arbeit 1942 schließlich ganz auf, als auch ein Kuraufenthalt seinen Zustand nicht verbesserte. Er widmete sich daraufhin der Literatur.

Bereits zu Beginn der Shƍwa-Zeit war er bei der von Takahama Kyoshi, seinem Lehrer, herausgegebenen Haiku-Zeitschrift Hototogisu aktiv geworden und wurde zusammen mit Awano Seiho, Mizuhara ShĆ«Ćshi und Takano SujĆ« zu den „vier S“ gezĂ€hlt worden. Er verwendete oft moderne Themen und befĂŒrwortete, wie auch Kyoshi, die objektive (Natur-)Skizze als Darstellungsmittel. In der sogenannten Shinkƍ-Haiku-Bewegung spielte er eine der leitenden Rollen, jedoch grenzte er sich stets scharf von Haiku ohne Jahreszeitenwörter ab. 1935 beteiligte er sich als Mitherausgeber an der Haiku-Zeitschrift Ashibi und vertrat, gemeinsam mit Mizuhara ShĆ«Ćshi und einigen anderen, eine feste Form des Haiku mit Jahreszeitenwörtern.

1948 grĂŒndete er die Zeitschrift Tenrƍ (ć€©ç‹Œ, dt. „Sirius“, wörtl. „Himmelswolf“), die er selbst leitete, und versammelte zahlreiche befreundete Haikuisten und SchĂŒler um sich, womit er einen bedeutenden Beitrag zur WiederblĂŒte des Haiku nach dem Kriege leistete. 1976 erhielt er den Orden des Heiligen Schatzes dritter Klasse, 1987 den Preis der Kunstakademie und ein Jahr spĂ€ter den Asahi-Preis. 1992 wurde er öffentlich wegen großer kultureller Verdienste gewĂŒrdigt.

Als Haikuist schrieb Seishi zahlreiche bedeutende Werke. Seine ungefĂ€hr 20.000 BĂ€nde umfassende Bibliothek stiftete er dem Seminar fĂŒr Japanologie der UniversitĂ€t Kƍbe, wofĂŒr er am 16. Juni 1988 als erster mit der EhrendoktorwĂŒrde der UniversitĂ€t ausgezeichnet wurde.

  • S. Noma (Hrsg.): Yamaguchi Seishi. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1728.