Ylipe
Ylipe, eigentlich Philippe Labarthe (* 9. Januar 1936 in Bordeaux, DĂ©partement Gironde; â 8. Mai 2003 ebenda), war ein französischer Karikaturist und Maler (Surrealismus).
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ylipe wuchs in Bordeaux auf, absolvierte dort seine Schulzeit und begann dort auch Kunst zu studieren. SpĂ€ter wechselte er nach Paris und fand dort bald schon Anschluss an verschiedene KĂŒnstlergruppen. Ăber den Maler Philippe Lejeune (1924â2014) und dessen Ehefrau GeneviĂšve Dormann machte er die Bekanntschaft von Robert Barrat.
Da er gleich diesem die Kolonialpolitik seines Landes ablehnte und ein Gegner der französischen Doktrin (âAlgerienkrieg) war, gehörte Ylipe im September 1960 auch zu den Unterzeichnern des Manifests der 121. Interessiert am Surrealismus, gehörte er zu den Freunden AndrĂ© Bretons und arbeitete auch mit Robert Lapoujade und Jacques-Francis Rolland zusammen.
Durch Rollands Kontakte wurde Ylipe Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins LâExpress und er illustrierte auch Zeitschriften wie Les Lettres Nouvelles und Arts. Neben seinem Brotberuf entstand mit den Jahren ein beachtliches eigenstĂ€ndiges kĂŒnstlerisches Werk, das bald in Europa und den USA auf Ausstellungen zu sehen war.
Sein Pseudonym entstand, da Philippe Labarthe die erste Silbe seines Vornamens Phi durch den griechischen Buchstaben Ï ersetzte, also Ïlipe. Der Literaturkritiker Maurice Nadeau las unabsichtlich das Ï als y und Labarthe ĂŒbernahm fortan diese Schreibweise.
GröĂer werdende Gesundheitsproblem zwangen Ylipe ab 2000 nahezu mit dem Malen aufzuhören. Er verlegte sich nun auf das Schreiben und es entstanden mit viel schwarzem Humor viele Aphorismen. Dominique Noguez (1942â2019) beschrieb Ylipe einmal als âmisanthrope Ă©tincelantâ (Strahlender Misanthrop).[1]
Am 8. Mai 2003 starb Ylipe in Bordeaux an Lungenkrebs.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- BĂŒcher
- Mageloire de Paris. Paris 1961.
- Aqua toffana. Paris 1962.
- Leçons de chose. Paris 1965.
- Textes sans paroles. Paris 2001.
- Le BCD du peintre moderne. Paris 2002.
- Sexes sans paroles. Paris 2003.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georges Henein, Patrick Waldberg: Philippe Labarthe (= Mains & Merveilles, Band 2). De Rache, BrĂŒssel 1970.
- Roger Munier: Philippe Labarthe. Ăditions de la Claiserie, BrĂŒssel 1979, ISBN 2-87055-003-0.
- Gilbert Saada: Ă perte de vue (= Collection Passeport). Ăditions Fragments, Paris 1991, ISBN 2-908066-20-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nachruf von Ylipe. In: Le Monde vom 18. MĂ€rz 2003.
FuĂnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ylipe |
| ALTERNATIVNAMEN | Labarthe, Philippe (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Karikaturist und Maler |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1936 |
| GEBURTSORT | Bordeaux, Département Gironde |
| STERBEDATUM | 8. Mai 2003 |
| STERBEORT | Bordeaux, Département Gironde |