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ZĂŒrcher Ressourcen Modell

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Das ZĂŒrcher Ressourcen Modell (ZRM) ist ein psychoedukatives Selbstmanagement-Training das auf dem Rubikonmodell der Handlungsphasen basiert und diesem eine weitere Phase vorschaltet. Innerhalb des ZRM kommen unterschiedliche Anwendungen zum Einsatz, wie systemische Beratung, Coaching, Wissensvermittlung und Selbsthilfetechniken in der Gruppe oder im Einzelsetting. Das ZRM soll Menschen in diesem Entwicklungsprozess systematisch auf der intellektuellen/kognitiven, emotionalen/emotiven und körperlichen/physiologischen Ebene ansprechen. Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich ĂŒber eigene (Lebens-)Themen klar werden, Ziele entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und FĂ€higkeiten erlangen, um nötige psychotherapeutische Ressourcen zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen. Dies soll zur Entwicklung und Erweiterung der eigenen SelbstmanagementfĂ€higkeiten fĂŒhren.

Das ZRM wurde von Maja Storch und Frank Krause in den 1990er-Jahren fĂŒr die UniversitĂ€t ZĂŒrich entwickelt und wird nun von der ISMZ GmbH vertrieben.

Das ZĂŒrcher Ressourcen Modell entstand am Lehrstuhl fĂŒr PĂ€dagogische Psychologie und Didaktik im Institut fĂŒr Erziehungswissenschaft der UniversitĂ€t ZĂŒrich mit dem Ziel, angehenden LehrkrĂ€ften zur Burnout-Prophylaxe eine Sammlung von Selbstmanagement-Methoden an die Hand zu geben, die sowohl praxisorientiert als auch theoretisch abgesichert sein sollten.

Auf der Basis ihrer bisherigen beruflichen TĂ€tigkeiten setzten sich die Entwickler mit der Kontroverse zwischen psychologischen und psychoanalytischen Schulen auseinander. Maja Storch brachte Ausbildungskenntnisse ein aus dem Bereich Verhaltenstherapie, Psychodrama und der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung, Frank Krause aus dem Bereich Klientenzentrierter Psychotherapie nach Carl Rogers und Psychodrama sowie Erfahrungen als Trainer, Supervisor und Coach als auch Erfahrungen aus einem Forschungsprojekt an der UniversitĂ€t Konstanz. Integriert werden Erkenntnisse aus Psychoanalyse und Motivationspsychologie ĂŒber das menschliche Lernen und Handeln sowie aus den Veröffentlichungen des Neurobiologen Gerhard Roth.[1]

Sie beabsichtigten, in ihrem Trainingsmodell unterschiedliche AnsĂ€tze zu integrieren und nicht auf einer spezifischen Schulrichtung aufzubauen. Die Integrationsbestrebungen stĂŒtzen sich auch auf Fachpublikationen, die zeitgleich zur Entwicklung des ZĂŒrcher Ressourcen Modells erschienen und ebenfalls integrative AnsĂ€tze vertreten. Antonio Damasio beschreibt beispielsweise in seinen BĂŒchern integrativ den Zusammenhang von GefĂŒhl und der psychologischen Sicht des Verstandes auf neurowissenschaftlicher Basis. Klaus Grawe legt 1998 mit seiner „Psychologischen Therapie“ einen Schulen-integrativen Entwurf fĂŒr Psychotherapie vor und Julius Kuhl 2001 ein integratives Modell menschlicher Persönlichkeit in seinem Werk „Motivation und Persönlichkeit“.

„Wir haben ein allgemeinpsychologisches Modell und ein entsprechendes Training entwickelt, das fĂŒr die klinische Psychologie genauso nĂŒtzlich sein kann wie fĂŒr die Beratungsarbeit, fĂŒr die Erwachsenenbildung ebenso wie fĂŒr die PĂ€dagogik. Wir glauben, dass das ZĂŒrcher Ressourcen Modell fĂŒr alle Fachpersonen, die anderen Menschen dabei helfen wollen, selbstbestimmt zu handeln, eine Orientierung sein kann. (...) Das Training mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell versteht sich als Psychoedukation im Sinne einer Anleitung fĂŒr die Hilfe zur Selbsthilfe. Im Rahmen der Vorstellung von einer gestuften PrĂ€vention, (...) ist das ZRM-Training auf der niederschwelligen Eingangsstufe anzusiedeln.“[2]

Grundprinzipien

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Rubikon-Prozess

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Der Ausdruck „den Rubikon ĂŒberschreiten“ steht als Metapher dafĂŒr, sich unwiderruflich auf eine riskante Handlung einzulassen.

Motivationspsychologisch stĂŒtzt sich das ZĂŒrcher Ressourcen Modell auf das Rubikonmodell der Handlungsphasen, allerdings nicht in dessen ursprĂŒnglicher Form mit vier Phasen, wie es von Heinz Heckhausen und Peter M. Gollwitzer entwickelt worden war, sondern in einer von Klaus Grawe vorgelegten Weiterentwicklung, welche die psychoanalytischen Theorien zum Unbewussten durch eine vorgeschaltete weitere Phase berĂŒcksichtigt.

Der Rubikon-Prozess – so genannt zur Unterscheidung vom ursprĂŒnglichen vierphasigen Rubikonmodell – beschreibt zum Entstehen einer Handlung folgende fĂŒnf Phasen:

BedĂŒrfnis (unbewusst)
Ein BedĂŒrfnis ist im Rubikon-Prozess immer unbewusst. Im unbewussten Teil unseres Gehirns sind ganz viele unterschiedliche BedĂŒrfnisse nebeneinander vorhanden. Wenn ein BedĂŒrfnis nicht befriedigt ist, dann baut es im innerpsychischen System eine Spannung auf und wird bewusst (Motiv). Personen in diesem Feld, können ihr BedĂŒrfnis nicht in Sprache fassen, spĂŒren aber, dass sie etwas Ă€ndern möchten.
Motiv (bewusst)
Hier können Menschen darĂŒber Auskunft geben, was sie gerne machen wĂŒrden, was sie gerne hĂ€tten, wie sie gerne wĂ€ren und sich fĂŒhlen möchten. Hier finden AbwĂ€geprozesse statt.
Rubikon
Zwischen dem Motiv und der Intention liegt der Rubikon. Der Rubikon hat dem Modell den Namen gegeben und ist eine Metapher fĂŒr den Wechsel von einer AbwĂ€gephase zu einer klaren Absicht. Es fĂŒhlt sich anders an, ob man sich vor oder nach dem Rubikon befindet.
Intention
Hier hat die Person eine klare Absicht, das unbewusste BedĂŒrfnis und das bewusste Motiv sind miteinander ein Einklang. Die Person sagt nicht nur „das mach ich jetzt!“ oder „ja, das will ich!“, sondern fĂŒhlt dieses Wollen auch.
PrÀaktionale Vorbereitung
Sich selbst in die Lage versetzen, zielorientiert zu handeln. „Ich will und ich kann!“ Die PrĂ€aktionale Vorbereitung ist bei sĂ€mtlichen Themen wichtig, bei denen unerwĂŒnschte, der Intention in die Quere kommende, alte Automatismen vorhanden sind. Hier werden Vorbereitungen getroffen, um die Handlung auszufĂŒhren.
Handlung
Hier wird entsprechend der Intention gehandelt.

FĂŒr das ZRM Einzelsetting wurde der Rubikon-Prozess um ein weiteres Feld (Auswertung) erweitert und wird dort Rubikon-Zirkel genannt.[3]

Die Zwei-System-Theorien sind in der Kognitionspsychologie und Entscheidungsforschung weit verbreitete Modelle, die beschreiben, wie Menschen denken und Entscheidungen treffen. Die bekannteste dieser Theorien wurde von dem Psychologen Daniel Kahneman populĂ€r gemacht. Im ZRM werden fĂŒr die zwei Systeme die Begriffe «der Verstand» und «das Unbewusste» verwendet. Diese beiden Systeme unterscheiden sich stark in ihren Arbeitsweisen, die auf ihren hirnanatomisch verschiedenen Strukturen und Lagen beruhen (Joseph LeDoux, Gerhard Roth).

Somatische Marker

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Ein somatischer Marker ist ein Körpersignal. Es gibt positive Marker wie Schmetterlinge im Bauch und negative Marker wie verspannter Nacken oder Kloß im Hals. Sie haben oft auch eine GefĂŒhlskomponente und werden daher auch Somato-affektive Marker genannt. Der Begriff wurde von Antonio Damasio eingefĂŒhrt und beschreibt ein körpereigenes System zur Bewertung von Vorhersagen. Innerhalb des ZRM wird durchgehend mit somatischen Markern gearbeitet. Negative Marker können unbewusst wie ein Alarmsignal wirken und Handlungen auslösen. Positive somatische Marker, können unbewusste BedĂŒrfnisse ans Licht holen, die Motivation steigern und die Lernwirkung intensivieren.

FĂŒr den Schritt ĂŒber den Rubikon ist motivational ein starker positiver somatischer Marker nötig. Das ZRM schult die Personen darauf, auf positive somatische Marker bei sich selbst zu achten, damit soll der Schritt ĂŒber den Rubikon erleichtert werden.

Bilder als Projektionsmittel

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Im ersten Schritt des Rubikon-Prozess kommen Bilder als Projektionsmittel fĂŒr das unbewusste System zum Einsatz (Krause & Storch, 2018). Es wird ein Bild gewĂ€hlt, das ein gutes starkes GefĂŒhl, einen positiven somatischen Marker auslöst.

Der Ideenkorb ist ein Gruppenverfahren, welches im ZRM entwickelt wurde, um das eigene Unbewusste expertenunabhĂ€ngig zu explorieren. Der Ideenkorb wurde entwickelt, um mit einfachen Regeln auch Laien die konstruktivistische Erkenntnistheorie nahezubringen. Der Ideenkorb kommt im ZRM an verschiedenen Stellen zum Einsatz. Im Ideenkorb werden sogenannte Fremdgehirne (andere Menschen) genutzt, welche Assoziationen und Ideen spenden und möglichst reichhaltiges Material fĂŒr den Ideenkorb der Person zu produzieren. Auch hier wird die Ressourcenperspektive konsequent beibehalten. Die Auswertung der Ideen obliegt der besitzenden Person, welche den Ideenkorb mittels der somatischen Marker auswertet.

Auf der Affektbilanz können die eigenen somatischen Marker zu einem Thema oder zu Worten visualisiert werden. Die Affektbilanz besteht aus einer Skala fĂŒr positiven Affekt und einer Skala fĂŒr negativen Affekt. Die Affektbilanz wird im ZRM fĂŒr die Auswertung der Ideenkörbe und der ÜberprĂŒfung der Ressourcen eingesetzt. Bei der Affektbilanz handelt es sich um eine visuelle Analogskala.

Die Motto-Ziele wurden im Rahmen des ZĂŒrcher Ressourcen Modells entwickelt und sollen es ermöglichen, Verstand und Unbewusstes zu synchronisieren. Ein Motto-Ziel hat drei Kennzeichen und muss drei Kriterien erfĂŒllen (Storch, Krause & Weber, 2022, S. 153-168).

Drei Kennzeichen von Motto-Zielen:

  • Ein Motto-Ziel beschreibt eine Haltung.
  • Ein Motto-Ziel ist im PrĂ€sens formuliert.
  • Ein Motto-Ziel nutzt eine bildhafte Sprache.

Drei Kernkriterien von Motto-Zielen:

  1. Ein Motto-Ziel ist als AnnĂ€herungsziel (kein Vermeidungsziel) formuliert: Im Motto-Ziel dĂŒrfen keine Formulierungen wie „nicht“/ „kein“/ „ohne“ enthalten sein und es dĂŒrfen auch keine versteckten Vermeidungsziele wie beispielsweise „unerschrocken“/„angstfrei“/„schwerelos“ enthalten sein.
  2. Ein Motto-Ziel muss 100 Prozent unter der eigenen Kontrolle sein: Beim Motto-Ziel geht es um die Formulierung einer Haltung, die eine EinstellungsĂ€nderung herbeifĂŒhrt. Diese Haltung muss unabhĂ€ngig von anderen Menschen eingenommen und aktiviert werden können.
  3. Ein Motto-Ziel hat eine Affektbilanz von 0 minus und mindestens 70 plus, erzeugt einen ausschließlich positiven somatischen Marker.

Neuronale PlastizitÀt

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Das ZRM hat einen neurobiologischen Lernbegriff und das Motto-Ziel wird als neues neuronales Netz angesehen. Die Neuronale PlastizitÀt erklÀrt, wie das Erlernen von neuen, auch psychologischen Kompetenzen gelingen kann. Wichtig dabei ist die Multicodierung des Motto-Zieles auf möglichst vielen Ebenen im Gehirn.

Aufbauend auf dem Motto-Ziel werden im Ressourcenpool im Sinne der neuronalen PlastizitĂ€t und der Multicodierung verschiedene Ressourcen aufgebaut. Das ZRM hat einen neurobiologischen Ressourcenbegriff: Als Ressource gilt alles, was das neue erwĂŒnschte neuronale Netz aktiviert und stĂ€rkt. Bei den ZRM Aufbaukursen und im ZRM Einzelcoaching können weitere Ressourcen hinzu kommen.

Priming mit Erinnerungshilfen

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Erinnerungshilfen sind GegenstÀnde, die in direktem Zusammenhang mit dem erarbeiteten Motto-Ziel stehen und die neu in der Umgebung installiert werden. Erinnerungshilfen können entweder bewusst als Zielauslöser eingesetzt werden, um das Netz in einem konkreten Moment zu aktivieren. Sie können aber auch unbewusst als Priming genutzt werden. Im Gegensatz zum herkömmlichen Priming, wie es in der Forschung eingesetzt wird, wird Priming im ZRM idiosynkratisch (selbstbestimmt) und chronisch (durch Installation in der Umwelt) eingesetzt.

Embodiment beschreibt die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche. Im ZRM wird das Motto-Ziel mit Embodiment verkörpert. Die Makroversion ist eine große Bewegung / Bewegungsabfolge passend zum Motto-Ziel, welche fĂŒr den Privatgebrauch gedacht ist. Das Micro-Movement wird von der Makroversion abgeleitet und besteht aus einer kleinen Bewegung, mit der das Motto-Ziel in der Öffentlichkeit aktiviert werden kann. Auch die Arbeit mit dem Embodiment ist idiosynkratisch und ganz individuell.[4]

Wenn-Dann-PlÀne

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Die Arbeit mit den Wenn-Dann-PlĂ€nen von Peter Gollwitzer wird im ZRM eingesetzt, um aus einem unerwĂŒnschten Automatismus einen erwĂŒnschten Sofortautomatismus zu erstellen.[5] Diese dienen im ZRM der zusĂ€tzlichen Aktivierung, StĂ€rkung und Absicherung des Motto-Ziels.

Situationstypen ABC

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Mit Blick auf die Umsetzung des Motto-Ziels – im Rubikon-Prozess die Handlung – werden im ZRM drei Situationstypen unterschieden:

  • Situationstyp A: Situationen, in denen die Verwirklichung des Motto-Ziel einfach und automatisch gelingt.
  • Situationstyp B: Situationen, in denen die Verwirklichung des Motto-Ziels schwierig ist, die jedoch vorhergesehen und darum vorbereitet werden können.
  • Situationstyp C: Situationen, in denen die Verwirklichung des Motto-Ziels schwierig ist und die außerdem ĂŒberraschen eintreten und darum nicht vorbereitet werden können.

Methodische Besonderheiten

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Theorie-Information

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Im Rahmen eines ZRM-Trainings werden auch die theoretischen HintergrĂŒnde des Trainingsmodells thematisiert. Damit will das Training Transparenz schaffen, Manipulation vermeiden und das Selbstmanagement stĂ€rken. ZRM geht von der Überzeugung aus, dass es fĂŒr die Teilnehmenden motivierend wirkt, wenn sie ĂŒber die theoretische Basis, die hinter einem bestimmten Arbeitsschritt steht, Bescheid wissen.

Ressourcenaktivierung

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Im ZĂŒrcher Ressourcenmodell werden „Ressourcen“ im neurowissenschaftlichen Sinn verstanden als die Gesamtheit derjenigen neuronalen Verbindungen, die eine Person in einen Zustand versetzen, im Sinne des Motto-Ziels wirksam werden können.

Durch die Arbeit mit der ZRM Bildkartei (Krause & Storch, 2018) – gleich zu Beginn des Trainings/Coaching – soll sichergestellt werden, dass von Anfang an Ressourcen aktiviert werden. Es geht darum herauszufinden, was eine Person in ihrer derzeitigen Lebenssituation am meisten braucht (offene Bildwahl) bzw. was eine Person fĂŒr ein bestimmtes Thema (themenspezifische Bildwahl) braucht. Hierzu wird im ZRM Prozess ein Motto-Ziel gebildet und ein neues neuronales Netz aufgebaut. Im ZRM Training und Coaching soll eine neue Kompetenz aufgebaut werden, die die Person in ihrer derzeitigen Lebenssituation bzw. fĂŒr das Thema braucht.

Hebammen-Haltung

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Die Hebammen-Haltung stammt aus der humanistischen Psychologie und geht davon aus, dass der Mensch die meisten Ressourcen, die er zur Lösung seiner Probleme benötigt, in sich selbst trÀgt und beinhaltet den festen Glauben an das positive VerÀnderungspotenzial im Menschen.

Der ZRM-Coach, ZRM-Trainer oder die ZRM-Trainerin und die anderen Kursteilnehmenden helfen dabei, diese Ressourcen zu entdecken und zu entwickeln, sie sind Wegbegleiter / Hebammen / Prozesshelfende. Diese Haltung schreibt der Person selbst ein großes VerĂ€nderungspotential zu.[6] Eine wichtige Methode fĂŒr die Umsetzung der Hebammen-Haltung im ZRM ist der Ideenkorb.

Transfereffizienz

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Mit dem Begriff Transfer wird die Übertragung dessen, was im Rahmen einer Maßnahme der Erwachsenenbildung gelernt wurde, auf die berufliche und/oder private Alltagssituation bezeichnet. Im ZRM soll der Transfer in den Alltag folgendermaßen unterstĂŒtzt werden:[7]

  • Motivation: Eine wesentliche Bedingung dafĂŒr, dass Menschen das, was sie im Training/Coaching lernen, danach auch anwenden, ist ihre Motivation. Durch den konsequenten Einbezug des Unbewussten und die stetige Synchronisation mit dem Verstand soll dies im ZRM sichergestellt werden.
  • Ressourcen: FĂŒr den Transfer des entwickelten Motto-Ziels werden verschiedene Ressourcen aufgebaut, auf welche die Personen im Alltag leicht Zugriff haben sollen.
  • Soziale Ressourcen: WĂ€hrend dem ZRM Prozess werden soziale Ressourcen in der Außenwelt ausgewĂ€hlt, die die soziale UnterstĂŒtzung bei der Umsetzung des Motto-Ziels sichern sollen.
  • ExpertenunabhĂ€ngigkeit: Durch die Vermittlung der wissenschaftlichen Theorien und Methoden (Zugang zu Expertenwissen), die Hebammen-Haltung und die Lernerfahrung der Teilnehmenden, dass sie die Methoden bereits im Training/Coaching anwenden können, soll eine grĂ¶ĂŸtmögliche ExpertenunabhĂ€ngigkeit erzeugt werden. Nach Abschluss des ZRM Prozesses sollen die Personen zum einen ein wichtiges Thema fĂŒr sich persönlich erarbeitet, zum anderen aber auch konkretes Wissen ĂŒber psychologische VorgĂ€nge erworben haben, das ihnen dabei helfen soll, problematische Situationen eigenstĂ€ndig zu analysieren und zu bewĂ€ltigen.
  • Storch, M., Krause, F. & Weber, J. (2022). Selbstmanagement – ressourcenorientiert. Grundlagen und Trainingsmanual fĂŒr die Arbeit mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell. 7., ĂŒberarb. Auflage. Bern: Hogrefe: ISBN 978-3-456-86214-9.
  • Krause, F. & Storch, M. (2018). Ressourcen aktivieren mit dem Unbewussten. Manual und ZRM Bildkartei. 2., ĂŒberarb. u. erw. Auflage. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85863-0.
  • Meier, R., Weber, J., Eisenbart, U., Faude-Koivisto, T. & Diedrichs, A. (2021). Ressourcenorientiertes Einzelcoaching nach ZRM. Theoretische Grundlagen und Coachingmanual fĂŒr die Arbeit mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86060-2.
  • Storch, M., Eilers, G., Adlmaier-Herbst, G. & Tischhauser, C. (2024). From Vision to Motivation. Visionen zum Leben erwecken. Motivieren mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell. Klett-Cotta, ISBN 978-3-608-20682-1.
  • Schneider T. & Weber, J. (2024). Meine Schwangerschaft – so individuell wie ich! Mit den ZRM-Coaching-Methoden zu mehr Gelassenheit und Wohlbefinden. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86271-2.
  • Weber, J. (2023). Ich fĂŒhle, was ich will. Wie Sie Ihre GefĂŒhle besser wahrnehmen und selbstbestimmt steuern. 2., aktual. Auflage. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86296-5.
  • Storch, M., Cantieni, B., HĂŒther, G & Tschacher, W. (2022). Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86218-7.
  • BĂŒrgi, V., Storch, M. & Lautz, S. (2022). Mensch, Hund! Der ZRM-ReisefĂŒhrer fĂŒr beste Freunde. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86180-7.
  • Storch, M. & Roth, G. (2021). Das schlechte Gewissen – QuĂ€lgeist oder Ressource? Neurobiologische Grundlagen und praktische Abhilfe. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-86134-0.
  • Frank, G. & Storch, M. (2021). Die Mañana-Kompetenz. Wer Pausen macht, hat mehr vom Leben. Piper Verlag, ISBN 978-3-492-06245-9.
  • Storch, M., JĂ€ger, E.M. & Klöckner, S. (2021). Spirituelles Embodiment. Stimme und Körper als SchlĂŒssel zu unserem wahren Selbst. Arkana Verlag, ISBN 978-3-442-34271-6.
  • Weber, J. & Berthold, D. (2020). Am Lebensende zu sich selbst finden. Methoden zur StĂ€rkung des Selbstzugangs von Schwerstkranken, Angehörigen und Begleitern. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85972-9.
  • Storch, M. & Storch, J. (2019). Schluss mit dem Hintenrumgerede! Die 15-Minuten-Wurmkurs fĂŒr ehrliche Kommunikation. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85957-6.
  • Riedener Nussbaum, A. & Storch, M. (2018). Ich packs! – Selbstmanagement fĂŒr Jugendliche. Ein Trainingsmanual fĂŒr die Arbeit mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell. 4., unverĂ€nd. Auflage. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85872-2.
  • Adlmaier-Herbst, G., Storch, M., Storch, J. & Breitner, A. (2018). Change-Management – so klappt's! Die vier ZRM-Innovationen fĂŒr den erfolgreichen Wandel. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-95871-2.
  • Stoch, J. Morgenegg, C., Storch, M. & Kuhl, J. (2018). Now I Get It! Understand Yourself and Take Charge of Your Behavior. Bern: Hogrefe, ISBN 978-0-88937-541-3.
  • Stoch, J., Olbrich, D. & Storch, M. (2018). Burn-out, ade. Wie ein Strudelwurm den Weg aus der Stressfalle zeigt. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85803-6.
  • Storch, M. & Kuhl, J. (2017). Die Kraft aus dem Selbst. Sieben PsychoGyms fĂŒr das Unbewusste. 3., unverĂ€nd. Auflage. Bern: Hogrefe, ISBN 978-3-456-85775-6.
  • Fischer, E., MĂŒhlberger, C., Weber, J., Jonas, E., Kuhl, J. & Quirin, M. (2024). Personal Growth and Motto Goals: Strengthening Emotion Regulation Ability via Affirmatory Metaphors Coaching. Eur J Psychol.; 20(1): 25–40.
  • Tschacher, W. & Storch, M. (2024). Embodiment: Kraftvoll wie eine Linde. Deutsche Hebammenzeitschrift, 76 (3), 8-12.
  • Schneider, T., Weber, J. & Bauer, N.H. „Löwenstark in der Schwangerschaft!“ Ressourcenaktivierung und Stressreduktion mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell (ZRMÂź) – eine unkontrollierte Interventionsstudie. PrĂ€vention und Gesundheitsförderung (2023). doi:10.1007/s11553-023-01058-z.
  • Schmiedl, A. & Kauffeld, S. (2023). The positive effects of resource-oriented training on students’ perception and use of social support. Department of Industrial/Organizational and Social Psychology, Technische UniversitĂ€t Braunschweig, Braunschweig, Germany.
  • Dyllick, Th. & Storch, M. (2021). Die besseren Ziele. Selbstmotivation mit Mottos. managerSeminare, Heft 277, April 2021, S. 22–28.
  • Dyllick, Th., Weber, J. & Storch, M. (2020). Motto-Ziele – ein neuer Zieltyp fĂŒr das Unbewusste. systema 3, 34, S. 263–275.
  • Weber, J., Storch, M. (2019). Selbststeuerung – aber bitte richtig und gesund! Selbstregulation mit Motto-Zielen des ZĂŒrcher Ressourcen Modells. In: Rietmann, S., Deing, P. (eds) Psychologie der Selbststeuerung. Springer VS, Wiesbaden. doi:10.1007/978-3-658-24211-4_11.
  • Diedrichs, A. (2019). Durchstarten im Team: Wie das ZĂŒrcher Ressourcen Modell mit Motto-Zielen in der Teambildung zum Einsatz kommt. Organisationsberatung, Supervision, Coaching. 26:331-338 doi:10.1007/s11613-019-00611-0.
  • Weber, J., Storch, M. (2018). Motivation und Zielbindung mit Motto-Zielen im Coaching. In: Greif, S., Möller, H., Scholl, W. (eds) Handbuch SchlĂŒsselkonzepte im Coaching. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg. doi:10.1007/978-3-662-49483-7_44.
  • Storch, M. & Weber, J. (2018). Embodiment und seine Bedeutung fĂŒr das Coaching. In: Greif, S., Möller, H., Scholl, W. (eds) Handbuch SchlĂŒsselkonzepte im Coaching. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg. doi:10.1007/978-3-662-45119-9_10-1.
  • Storch M, Keller F, Weber J, Spindler A, Milos G. Psychoeducation in affect regulation for patients with eating disorders: a randomized controlled feasibility study. Am J Psychother. 2011;65(1):81-93. doi:10.1176/appi.psychotherapy.2011.65.1.81. PMID 21488521.
  • M. Storch, J. Gaab, Y. KĂŒttel, A. C. StĂŒssi, H. Fend: Psychoneuroendocrine effects of resource-activating stress management training. In: Health Psychology. Band 26, Nummer 4, Juli 2007, S. 456–463, ISSN 0278-6133. doi:10.1037/0278-6133.26.4.456. PMID 17605565.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Storch & Roth, 2021
  2. ↑ Maja Storch, Frank Krause, Julia Weber: Selbstmanagement – ressourcenorientiert: Theoretische Grundlagen und Trainingsmanual fĂŒr die Arbeit mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell (ZRMÂź). 7., ĂŒberarbeitete Auflage. Hogrefe, Bern 2022, ISBN 978-3-456-86214-9, S. 16 f.
  3. ↑ R. Meier, J. Weber, U. Eisenbart, T. Faude-Koivisto und A. Diedrichs (2021). Ressourcenorientiertes Einzelcoaching nach ZRM. Theoretische Grundlagen und Coachingmanual fĂŒr die Arbeit mit dem ZĂŒrcher Ressourcen Modell. Bern: Hogrefe
  4. ↑ Storch, Cantieni, HĂŒther und Tschacher, 2022
  5. ↑ P.M. Gollwitzer und P. Sheeran, (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes. Advances in Experimental Social Psychologie, 38, 69-119. Elsevier Academic Press. doi:10.1016/S0065-2601(06)38002-1)
  6. ↑ Storch, Krause & Weber, 2022, S. 22
  7. ↑ Storch, Krause & Weber, 2022, S. 24–27