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Digitales Kamerasystem

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Einige Komponenten eines digitalen Kamerasystems (von links oben nach rechts unten): Portraitobjektiv, Telezoomobjektiv, Superzoomobjektiv, Weitwinkelobjektiv, Standardzoomobjektiv, KameragehĂ€use mit schwenkbarem elektronischen Sucher, KameragehĂ€use mit festem elektronischen Sucher, SystemblitzgerĂ€t, Aufsteckblitz, Dreiersatz Zwischenringe, mechanischer Bajonettadapter fĂŒr anderes Kamerasystem, Polfilter, Lochblendenobjektiv, Makro-Motorzoom-Objektiv

Digitale Kamerasysteme sind Kamerasysteme, in denen digitale Bildsensoren zur Bildgebung eingesetzt werden.

FĂŒr viele bereits in der analogen Fotografie verbreiteten Mittelformatkameras, Spiegelreflexkameras und Messsucherkameras gibt es digitale Varianten, bei denen die Objektive und das Anschlussbajonett unverĂ€ndert oder zum verkleinerten Bildkreis kompatibel geblieben sind. In einigen FĂ€llen wurden auch die fĂŒr die Analogfotografie entwickelten KameragehĂ€use beibehalten, die mit einer digitalen KamerarĂŒckwand ausgestattet wurden.

Ferner wurden neue, meist spiegellose digitale Systemkameras entwickelt, bei denen dem Fotografen das Motiv im Live-View auf einem Monitor oder mit Hilfe eines elektronischen Suchers angezeigt wird. In diesen elektronischen Bildern können mittels erweiterter RealitĂ€t Hilfsmittel fĂŒr die Belichtung, Ausrichtung oder Scharfstellung von Motiven angezeigt werden, wie zum Beispiel ein Histogramm mit den Belichtungswerten, eine Softwarelupe zur VergrĂ¶ĂŸerung von Details, Fokus-Peaking zur Kennzeichnung von scharf gestellten Objektkanten, lotrechte, rechtwinklige oder parallele Hilfslinien sowie automatisch erkannte Gesichter.

Die digitale Elektronik von KameragehĂ€usen kann die Messwerte von Sensoren, wie zum Beispiel fĂŒr Belichtungswerte, Kamerabewegungen, Motivbewegungen, Objektivbrennweiten oder Objektweiten, aber auch identifizierte Motive sowie manuelle Vorgaben des Fotografen automatisch auswerten. Mit dieser Information können Belichtungsparameter wie zum Beispiel der Weißabgleich, die Belichtungszeit, die Blendenzahl, der Belichtungsindex oder die Belichtungskorrektur gesteuert werden, um ein möglichst gutes digitales Bild aufnehmen und mit Hilfe der internen Datenverarbeitung speichern zu können.

Bei vielen Kamerasystemen können von den Objektiven auch der Aufnahmesituation entsprechende Daten zur automatischen Kompensation von geometrischen Abbildungsfehlern, wie Verzeichnung, Vignettierung (inklusive Randlichtabfall) oder Farbquerfehler an das KameragehĂ€use ĂŒbertragen werden.[1][2] Dadurch wird es beim optischen Design der Objektive möglich, zu Gunsten der optischen Korrektur der axialen Abbildungsfehler, namentlich der sphĂ€rischen Aberration und des FarblĂ€ngsfehlers, die digital kompensierbaren lateralen Abbildungsfehler in Kauf zu nehmen, um insgesamt und ĂŒber den gesamten Bildkreis ein höheres Auflösungsvermögen erreichen zu können.[3]

Die zu den Aufnahmen gehörenden Metadaten können zusammen mit den komprimierten Bilddaten, wie zum Beispiel in EXIF-DatensÀtzen, oder zusammen mit den unkomprimierten Rohdaten gespeichert werden, wie zum Beispiel als standardisiertes digitales Negativ.

Elektrische Schnittstellen

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KameragehĂ€useseitiger Bajonettanschluss zum Anschließen von Objektiven. Die elf vergoldeten Kontakte dienen zur EnergieĂŒbertragung an das Objektiv und zum digitalen Informationsaustausch zwischen KameragehĂ€use und Objektiv. In der Mitte ist der rechteckige Bildsensor zu sehen. Der rote Punkt dient zur Orientierung beim lagerichtigen EinfĂŒhren des Objektivs in den Anschluss, bevor es durch Drehung im Uhrzeigersinn im mechanischen Bajonett arretiert wird.
Drei Buchsen an einer digitalen Systemkamera fĂŒr verschiedene elektrische Schnittstellen: fĂŒr Micro-HDMI (Typ D), fĂŒr analoge ("AV OUT" = Composite Video) und digitale BildĂŒbertragung ("DIGITAL" = USB mit Kabeladapter) zu Bildschirmen, Computern oder Druckern sowie eine Klinkenbuchse fĂŒr Kabelfernbedienung ("REMOTE") oder fĂŒr externes Mikrofon ("MIC").

Innerhalb des Kamerasystems kommunizieren die Systemkomponenten in der Regel ĂŒber proprietĂ€re Schnittstellen. Hierzu zĂ€hlen BajonettanschlĂŒsse fĂŒr Objektive oder Zubehörschuhe fĂŒr BlitzgerĂ€te, Mikrophone oder Videoleuchten, aber es gibt zum Beispiel auch Infrarot-Fernbedienungen oder Adapter fĂŒr das Geotagging.

Viele Kamerasysteme können auch ĂŒber standardisierte digitale Schnittstellen mit GerĂ€ten außerhalb des Kamerasystems kommunizieren. Hierzu werden vor allem Speicherkarten, USB-AnschlĂŒsse (Universal Serial Bus), HDMI-AnschlĂŒsse (High Definition Multimedia Interface), aber auch Funknetze wie Wireless Local Area Network (WLAN), Near Field Communication (NFC) und Bluetooth eingesetzt.[4]

VerbraucherschĂŒtzer weisen darauf hin, dass der Einsatz von mobilen Apps fĂŒr Kameras mit drahtlosen Datenschnittstellen dazu fĂŒhren kann, dass sogar abgeschaltete Kameras von Dieben aufgespĂŒrt werden können[5] oder dass teilweise sogar sensible Daten an Server im Internet ĂŒbertragen werden, die fĂŒr die Kommunikation zwischen MobilgerĂ€t und Kamera gar nicht erforderlich sind.[6]

Systemkomponenten

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Typische Systemkomponenten von digitalen Kamerasystemen sind:

Akkumulatoren, BalgengerĂ€te, Batteriegriffe, BlitzgerĂ€te, EmpfĂ€nger fĂŒr globale Navigationssatellitensysteme (GNSS), Fernauslöser, KameragehĂ€use, Kopfhörer, LadegerĂ€te, Mikrofone, Monitore, Nahlinsen, Neigungssensoren, Neutraldichtefilter, Objektive, Polarisationsfilter, Remote-Apps, Speicherkarten, SpeicherkartenlesegerĂ€te, aufsteckbare Sucher, Telekonverter, Televorsatzlinsen, Tethering-Hard- und -Software, Tilt-und-Shift-Objektive, Umkehradapter fĂŒr Nahaufnahmen, UnterwassergehĂ€use, Telekompressoren, Wireless File Transmitter, Zwischenringe.

Erweiterung bestehender Systeme

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Spiegelreflextechnik

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Die ersten digitalen Kamerasysteme basierten auf einigen bereits in der Fotografie mit Film etablierten BajonettanschlĂŒssen, so dass aufgrund der unverĂ€nderten Auflagemaße und den Anforderungen an die Bildkreisdurchmesser die bereits verfĂŒgbaren Objektive ohne mechanische Anpassungen verwendet werden konnten.

Die erste digitale Spiegelreflexkamera Kodak DCS 100 basierend auf dem KleinbildkameragehÀuse Nikon F3

Kodak bot 1991 Kodak DCS 100 die erste digitale Spiegelreflexkamera an, die aus einer adaptierten Nikon F3 mit digitaler KamerarĂŒckwand besteht, sie verfĂŒgte ĂŒber eine Bildauflösung von 1,3 Megapixeln. 1995 fĂŒhrten Nikon und Fujifilm mit Nikon E2 und E2S sowie Fujix DS-505 und DS-515 Digitalkameras ein, die erstmals nicht auf Adaptierung oder Umbau von Kleinbildkameras basierten, sondern ein neu konstruiertes GehĂ€use mit Nikon-F-Bajonett verwendeten. Obwohl der Sensor nur eine GrĂ¶ĂŸe von 2/3 Zoll hatte, war bei diesen Kameras aufgrund eines eingebauten optischen Systems kein Formatfaktor zu berĂŒcksichtigen. Mit der Dimage RD-3000 stellte Minolta 1999 die erste Kamera vor, deren Sensorformat exakt dem Bildkreis des Systems entspricht. Diese Kamera verwendet einen Sensor in GrĂ¶ĂŸe des APS-Filmformats (nicht zu verwechseln mit den heutigen Sensoren, die von einigen Herstellern als „APS-C“ bezeichnet werden und deutlich kleiner sind) und ist Teil des Minolta-Vectis-Systems. 1999 fĂŒhrte Nikon mit der Nikon D1 die Basis seines heutigen digitalen Kamerasystems vor, und ein Jahr spĂ€ter folgte Canon mit seiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera EOS D30, an das Objektive mit dem verbreiteten Canon-EF-Bajonett angeschlossen werden konnten.[7]

Sigma stellte sein erstes digitales SpiegelreflexgehĂ€use Sigma SD9 mit dem alten Sigma-SA-Bajonett vor, das als Besonderheit ĂŒber einen Foveon-X3-Bildsensor verfĂŒgte, und ebenfalls auf den zuvor schon angebotenen KleinbildkameragehĂ€usen basierte. Konica Minolta entwickelte mit der Konica Minolta Dynax 7D (2004) das erste KameragehĂ€use mit Bildstabilisierung, in dem der beweglich gelagerte Bildsensor Verwacklungen der Kamera passend zur jeweils verwendeten Brennweite der Objektive des Minolta-A-Bajonettanschlusses ausgleichen konnte. Minolta hatte bereits zuvor die MS-C1100 (1992) und RD-175 (1995) mit eher experimenteller Ausrichtung angeboten. 2006 ĂŒbernahm Sony das Minolta-A-Bajonett, stellte die Spiegelreflexkameras mit diesem Anschluss aber bis 2012 zugunsten der 2010 Kameras der SLT-Reihe mit gleichem Anschluss und elektronischem Sucher ein.

Das erste Canon-KameragehÀuse mit Bildsensor im Vollformat: das Modell EOS-1Ds mit 50-Millimeter-Normalbrennweitenobjektiv

2002 fĂŒhrte Contax das auf einem analogen KameragehĂ€use fĂŒr Kleinbildfilm basierende Modell N digital ein mit Vollformatsensor ein, und im Herbst 2002 folgte Canon mit seinem ersten Spiegelreflexmodell EOS 1Ds mit einem Vollformatsensor.

2003 folgte Pentax der Marktentwicklung mit einem digitalen SpiegelreflexkameragehĂ€use, dem Pentax *ist D, das den aus der Kleinbildfotografie bekannten Pentax-K-Bajonettanschluss mit Autofokus-FunktionalitĂ€t (KAF) verwendete, jedoch mit einem Bildsensor mit Formatfaktor 1,5 ausgestattet war, der kleiner ist als der Kleinbildfilm, fĂŒr den das KAF-Bajonett entwickelt wurde. Teilweise wurden diese Kameras geringfĂŒgig modifiziert ab 2008 von Samsung angeboten.[8]

Leica Camera bot 2005 ein digitales RĂŒckteil fĂŒr seine analogen SpiegelreflexgehĂ€use R8 und R9 an, das gegen die RĂŒckwand der analogen Kameras ausgetauscht werden musste, um die Kameras zu Digitalkameras aufzurĂŒsten.[9]

Im November 2007 bot als zweiter Anbieter auch Nikon mit dem Spiegelreflexmodell D3 ein KameragehÀuse mit einem Vollformatsensor an.

2016 brachte schließlich Ricoh mit dem Modell Pentax K-1 sein erstes digitales SpiegelreflexgehĂ€use mit einem Vollformatsensor heraus, dessen Bajonettanschluss KAF4 zum ersten Mal auch eine elektronische Blendensteuerung erlaubt. Das KameragehĂ€use kann mithilfe integrierter Positionsbestimmung, Neigungs- sowie Richtungssensoren und dem beweglich gelagerten Bildsensor nicht nur die Bildstabilisierung, sondern auch die Astro-Tracer-Funktion realisieren. Mit dieser Funktion können bei langen Belichtungszeiten die sich gegenĂŒber dem Horizont scheinbar bewegenden Sterne mitverfolgt und nicht als Strichspuren, sondern als Punkte aufgenommen werden.[10]

Im September 2018 gab Sigma bekannt, keine weiteren KameragehĂ€use fĂŒr sein auf der Spiegelreflextechnik beruhendes SA-Bajonett zu bauen.[11]

Spiegellose Technik

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Die erste digitale Messsucherkamera Epson R-D1 mit 50-Millimeter-Objektiv

2005 kam von Epson die erste digitale Messsucherkamera R-D1 auf den Markt.[12] Das KameragehĂ€use verfĂŒgte ĂŒber einen Leica-M-Bajonettanschluss, der im Folgejahr auch von Leica selbst mit der digitalen Leica M8 verwendet wurde.

Anfang 2012 kam als spiegellose Variante der SpiegelreflexkameragehÀuse mit Pentax-KAF-Bajonett das Modell Pentax K-01 auf den Markt.

Neuentwicklungen

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Spiegelreflextechnik

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Die erste Kamera des Kamerasystems Four-Thirds Olympus E-1 mit Standardzoomobjektiv 14-54 mm f/2,8-3,5

Das erste vollstĂ€ndig fĂŒr digitalen Einsatz konstruierte System war das 2000 eingefĂŒhrte Contax-N-System.[13] Die anfangs angekĂŒndigte Contax N digital kam jedoch erst 2002 auf den Markt. Im Contax-N-System konnten aufgrund der Auslegung auf Vollformat auch Kameras zur Verwendung mit Kleinbildfilm realisiert werden.

2003 wurde von Kodak und Olympus das erste vollstĂ€ndig fĂŒr die Anforderungen digitaler Bilderfassung entwickelte Kamerasystem Four Thirds fĂŒr Spiegelreflexkameras mit deutlich geringerem Bildkreisdurchmesser und kleinerem Auflagemaß vorgestellt, das die halbe Bildsensordiagonale des Vollformats hat. 2004 schlossen sich auch Panasonic und Sigma diesem Standard an. Bei diesem Standard konnten Objektive erstmals Informationen zur digitalen Bildkorrektur an das KameragehĂ€use ĂŒbermitteln. Panasonic stieg 2006 mit seinem ersten digitalen Four-Thirds-SystemkameragehĂ€use Lumix DMC-L1 in diesen Markt ein.[14] Dieses Modell wurde bauĂ€hnlich auch von Leica unter der Bezeichnung Digilux 3 angeboten. Mit der Olympus E-330 wurde 2006 in diesem Kamerasystem die erste Systemkamera mit klapp- und schwenkbarem Monitor fĂŒr Aufnahmen im Live-View und von SelbstportrĂ€ts angeboten.[15]

Leica startete 2008 mit seinem ersten digitalen Spiegelreflexsystem S im Mittelformat.[16]

2017 wurde die Produktion von Four-Thirds-Komponenten eingestellt, da sich seit der MarkteinfĂŒhrung das spiegellose Nachfolgesystem Micro-Four-Thirds etabliert hatte.[17]

Spiegellose Technik

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Digitale spiegellose Kamerasysteme seit 2008
Die erste Kamera des Kamerasystems Micro-Four-Thirds Panasonic Lumix DMC-G1 mit Standardzoomobjektiv 14-45 mm f/3,5-5,6

Panasonic stellte 2008 das erste SystemkameragehÀuse Lumix DMC-G1 mit elektronischem Sucher im aus dem Four-Thirds-System weiterentwickelten und aufwÀrtskompatiblem Micro-Four-Thirds-System (MFT) vor.[18]

Im Folgejahr bot auch Olympus ein erstes spiegelloses KameragehĂ€use, das Pen E-P1, fĂŒr dieses System an.[19] Beim Micro-Four-Thirds-System können individuelle Eigenschaften des Objektivs wie beispielsweise die Kenndaten der chromatischen Aberration oder der Verzeichnung an das KameragehĂ€use ĂŒbertragen werden, was eine automatisierte rechnerische Kompensation dieser Abbildungsfehler ermöglicht.[20]

Ricoh ging 2010 einen ganz anderen Weg und entwickelte das Kameramodulssystem GXR, bei dem die Bildsensoren nicht im KameragehĂ€use, sondern jeweils und mit unterschiedlichen SensorgrĂ¶ĂŸen in den Objektivmodulen untergebracht war.[21]

Samsung kĂŒndigte erste Produkte fĂŒr sein erstes spiegelloses NX-System mit Bildsensoren im APS-C-Format an. Die Weiterentwicklung fĂŒr dieses System wurde 2015 eingestellt.

Sony stellte das spiegellose Kamerasystem Sony NEX mit dem E-Bajonett vor, welches zunĂ€chst mit APS-C-Sensoren angeboten wurde, drei Jahre spĂ€ter jedoch fĂŒr Bildsensoren im Vollformat erweitert wurde.

Panasonic fĂŒhrte mit dem Modell Lumix DMC-G2 das erste SystemkameragehĂ€use mit berĂŒhrungsempfindlichem Bildschirm ein.[22]

Nikon startete 2011 mit Bildsensoren in der Ein-Zoll-Sensorklasse mit ersten Produkten seines ersten digitalen spiegellosen Kamerasystems Nikon 1. 2017 wurde die Produktion[23] und 2018 wurde das Angebot der Komponenten des Nikon-1-Systems eingestellt.[24]

Es kamen die ersten Kameras auf, bei denen zur UnterstĂŒtzung der manuellen Entfernungseinstellung nicht nur eine Softwarelupe, sondern auch das Fokus-Peaking eingesetzt werden kann.

Im Jahr 2012 bot Ricoh unter der Marke Pentax ein digitales spiegelloses Kamerasystem Q an, das ĂŒber eine sehr kleine Bilddiagonale verfĂŒgt und bereits nach wenigen Jahren nicht weiterverfolgt wurde.

Fujifilm startete mit ersten Produkten seines ersten digitalen spiegellosen Kamerasystems Fujifilm X und Canon mit ersten sucherlosen Produkten seines ersten digitalen spiegellosen Kamerasystems Canon EOS M, die beide mit Bildsensoren der APS-C-Klasse arbeiten.

Olympus brachte mit dem Modell OM-D E-M5 sein erstes SystemkameragehÀuse mit elektronischem Sucher heraus.[25]

Sony stellte mit dem Modell NEX-5R die erste Systemkamera vor, die beim Autofokus mithilfe einer Phasenvergleichsmessung auf dem Bildsensor die Entfernung besonders schnell einstellen konnte.[26]

Sony's erstes spiegelloses KameragehÀuse mit Bildsensor im Vollformat: alpha 7

Das E-System von Sony wurde 2013 auf das grĂ¶ĂŸere FE-System im Vollformat erweitert, dessen KameragehĂ€use zur Sony-alpha-7-Serie gehören.[27]

Nikon stellte mit dem Modell Nikon 1 AW1 ein wasserdichtes SystemkameragehÀuse vor, das mit zwei entsprechenden, ebenfalls wasserdichten Nikkor-Objektiven kombiniert werden kann.[28]

2013 wurde mit dem Panasonic Leica DG Nocticron mit 42,5 Millimeter Brennweite das erste Objektiv eines digitalen Kamerasystems mit einer minimalen Blendenzahl von 1,2 und Autofokus vorgestellt. Zudem verfĂŒgt das mit asphĂ€rischen Linsen optisch korrigierte Objektiv ĂŒber einen optomechatronischen Bildstabilisator. Ferner wurde mit der Panasonic Lumix DMC-GM1 die kleinste digitale Systemkamera vorgestellt.[29]

Leica Camera bietet 2014 sein erstes digitales spiegelloses Kamerasystem im APS-C-Format Leica T an[30] und kĂŒndigte 2015 sein erstes spiegelloses Kamerasystem Leica SL im Vollformat und mit L-Bajonett an, das zum kleineren Leica-T-System kompatibel ist.[31]

Mit dem KameragehĂ€use Panasonic Lumix DMC-GH4 wurde die hochauflösende Videoaufzeichnung im 4K-Videomodus mit digitalen Systemkameras eingefĂŒhrt.[25]

Ricoh bot fĂŒr einige Zeit spiegellose KameragehĂ€use fĂŒr das Spiegelreflexsystem Pentax K an.

2015 brachte Olympus mit dem Modell OM-D E-M5 Mark II ein KameragehĂ€use auf den Markt, bei dem der eigentlich fĂŒr die Bildstabilisierung beweglich gelagerte Bildsensor bei mehreren aufeinanderfolgenden Einzelaufnahmen eines unbewegten Objektes geringfĂŒgig verschoben werden kann (Pixel-Shift), um daraus eine höher aufgelöste Gesamtaufnahme zusammenzustellen.[32]

Im gleichen Jahr wurden mit der Sony A7 II und der Panasonic Lumix DMC-GX8 erste KameragehÀuse vorgestellt, bei denen die Bildstabilisierung im KameragehÀuse mit der Bildstabilisierung in Objektiven kombiniert werden kann. Bei Sony werden die verschiedenen zu stabilisierenden Achsen automatisch zwischen Objektiv und KameragehÀuse aufgeteilt, wohingegen bei Panasonic ("Dual-IS") sowie seit 2016 auch bei Olympus ("Sync-IS") alle vorhandenen Stabilisatoren sogar synchronisiert werden.[33]

Vorderansicht des Quadrokopters Inspire 1 Pro Zenmuse X5 von DJI Innovations mit Systemkamera

Von DJI Innovations wurde mit den Modellen Zenmuse X5 und X5R und von Yuneec mit dem Modell CGO4 (Drohnen) mit integrierten spiegellosen SystemkameragehÀusen ebenfalls 2015 vorgestellt.[34][35]

Ende 2015 wurde von Samsung mitgeteilt, dass der Vertrieb des 2010 eingefĂŒhrten NX-Systems in Deutschland eingestellt wird.[36]

2016 stellte das schwedische Unternehmen Hasselblad mit dem System X das erste spiegellose Kamerasystem mit Autofokusobjektiven vor, das einen Bildsensor verwendet, der grĂ¶ĂŸer ist als das Kleinbildformat. Der Bildsensor im BildseitenverhĂ€ltnis 4 zu 3 hat eine Bilddiagonale von 54,78 Millimetern, die Normalbrennweite des X-Systems betrĂ€gt entsprechend rund 64 Millimeter.[37][25]

Auf der Messe photokina stellte auch Fujifilm Mitte September mit seinem GFX-System mit dem Fujifilm G-Bajonett ein neues spiegelloses Kamerasystem im Mittelformat vor.[38]

Sigma stellte mit der Modellreihe sd Quattro eine spiegellose Variante seiner SystemkameragehĂ€use vor, die mit dem Sigma SA-Bajonett aus der Zeit der analogen Spiegelreflexfotografie kompatibel ist und dasselbe Auflagemaß verwendet.[39]

Das Modell Olympus OM-D E-M1 II ermöglicht die Aufnahme von bis zu 18 Rohdatenaufnahmen pro Sekunde mit AutofokusnachfĂŒhrung.[40] Dieses Modell sowie mit aktualisierter Firmware auch das VorgĂ€ngermodell Olympus OM-D E-M1 und das KameragehĂ€use Lumix DMC-GX80 von Panasonic unterstĂŒtzen das automatische Fokus-Stacking in der Kamera.[41]

Das KameragehÀuse Panasonic Lumix DC-GH5 kann ultrahochaufgelöste Videos mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen

Ende MĂ€rz 2017 fĂŒhrte Panasonic mit dem Modell GH5 ein wetterfestes KameragehĂ€use ein, welches zeitlich unbegrenzte Ultra-HD-Aufnahmen mit 60 Vollbildern pro Sekunde, Videoaufnahmen mit einer Datenrate von bis zu 400 Megabit pro Sekunde und mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 mit 10 Bit Farbtiefe sowie Full-HD-Aufnahmen mit bis zu 180 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann. Es ist ferner das erste Modell mit einem 6k-Fotomodus, mit dem bis zu 30 18-Megapixel-Bilder pro Sekunde aufgezeichnet werden können.[42]

Des Weiteren kamen KameragehĂ€use auf den Markt, bei denen auch beim Fotografieren von Serienbildern ein kontinuierliches Sucherbild angezeigt werden kann.[43] Bei der Bildfolgefrequenz wurden mit automatischer SchĂ€rfenachfĂŒhrung und mit elektronischem Verschluss mittlerweile 20 Bilder pro Sekunde erreicht.[43][44]

Anfang 2018 wurde das KameragehÀuse Panasonic Lumix DC-GH5S in den Handel gebracht, mit dessen Multi-Aspect-Bildsensor zeitlich unbegrenzte Aufnahmen auch im Cinema-4K-Format (BildseitenverhÀltnis 17:9) bei Bildraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde sowie mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 gemacht werden können.[45]

Nachdem Produktion und Angebot fĂŒr das Kamerasystem Nikon 1 mit dem 1-Zoll-Bildsensorformat im eingestellt worden waren,[46][47] kĂŒndigte Nikon im August das spiegellose Kamerasystem Nikon Z mit Bildsensoren im Vollformat sowie mit dem Z-Bajonett mit vergleichsweise großem Durchmesser und kurzem Auflagemaß an.[48]

Kurz darauf kĂŒndigte auch Canon die Erweiterung seines EOS-Kamerasystems um eine spiegellose Variante mit Bildsensoren im Vollformat mit der Bezeichnung Canon EOS R und mit dem Canon RF-Bajonett an.[49]

Die Unternehmen Leica Camera, Panasonic und Sigma verkĂŒndeten im September 2018 die L-Bajonett-Allianz, in der seit 2019 von allen drei Herstellern kompatible KameragehĂ€use und Objektive im Vollformat angeboten werden (Panasonic Lumix DC-S1, -S1R und -S1H, Sigma fp und Leica SL und SL2).[50] Die Modelle von Panasonic verfĂŒgen ĂŒber stabilisierte Bildsensoren und unterstĂŒtzen als erste Systeme mit Bildsensoren im Vollformat eine mit den Bildstabilisatoren der entsprechenden Objektive synchronisierte Bildstabilisierung und können 4K-Videos mit einer Bildfolgefrequenz von 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen.[51]

Panasonic Leica DG Vario-Summilux 10-25 mm f/1,7 (H-X1025).

Im Sommer 2019 kam das bis dahin lichtstĂ€rkste Zoomobjektiv auf den Markt. Es handelt sich um das Panasonic Leica DG 10-25 mm, das vom Superweitwinkel bis zur Normalbrennweite ĂŒber eine durchgĂ€ngige LichtstĂ€rke von 1,7 verfĂŒgt.[52][53]

Nikon erweiterte im Herbst 2019 sein Z-System mit dem KameragehÀuse Z 50 und zwei entsprechenden Zoomobjektiven um eine Variante mit identischem Z-Bajonett und kleinerem Bildsensor im DX-Format.

Mit dem KameragehĂ€use Panasonic S1H fĂŒr das L-Bajonett erhielt Ende des Jahres die erste Kamera eines digitalen Kamerasystems die Zulassung fĂŒr Filmproduktionen des Medienunternehmens Netflix.[54]

Ab MĂ€rz 2020 wurde von Fujifilm das lichtstĂ€rkste Objektiv mit Autofokus, das Fujinon XF 50 mm F1.0 R WR, angeboten, welches zudem wettergeschĂŒtzt konstruiert ist.[55][56]

Ende des Jahres kĂŒndigte der japanische Hersteller Cosina die Produktion des extrem lichtstarken Objektivs Super Nokton 29mm F0,8 unter der Handelsmarke VoigtlĂ€nder fĂŒr das Micro Four Thirds System an. Es bietet eine LichtstĂ€rke von 0,8 und bildet mit einem etwas kleineren Bildwinkel als ein Objektiv mit Normalbrennweite ab.[57]

Im Dezember erhielt das SystemkameragehĂ€use Panasonic Lumix BGH1 vom Filmproduzenten Netflix als erstes Modell mit vergleichsweise kleinem Bildsensor im Micro-Four-Thirds-Format die Zulassung fĂŒr die Verwendung als Hauptkamera fĂŒr die Filmproduktionen.[58]

Im FrĂŒhjahr 2021 kĂŒndigte Canon die Autofokus-Technologie "Eye Control" an, mit der bei der Benutzung des elektronischen Suchers der Kamera der in der Entfernung einzustellende Objektbereich nur mit dem Augapfel anvisiert werden muss.[59]

Im Sommer kam mit dem Panasonic Leica DG 25-50 mm mit einer durchgÀngigen LichtstÀrke von 1,7 das bis dahin lichtstÀrkste Telezoomobjektiv auf den Markt.[60]

Im Herbst wurde fĂŒr die Objektive der L-Bajonett-Allianz das SystemkameragehĂ€use Panasonic Lumix DC-BS1H mit LAN-Anschluss, aber ohne Sucher und Monitor angekĂŒndigt, das fĂŒr kontinuierliche Videoaufnahmen mit bis zu 6K-Bildauflösung geeignet ist. Beim IP-Livestreaming können Videos in 4K-Bildauflösung mit dem H.265-Codec mit einer Bildfrequenz von bis zu 60 Bildern pro Sekunde (60 fps) ĂŒbertragen werden.[61]

Mit dem Canon RF 5,2 mm F2.8L Dual Fisheye kĂŒndigte Canon im Herbst ein Doppel-Fischaugen-Objektiv mit RF-Bajonett an, mit welchem mit nur einem KameragehĂ€use stereoskopische Aufnahmen gemacht werden können, die mit einer Bildauflösung von bis zu 8K fĂŒr die virtuelle RealitĂ€t eingesetzt werden können.[62]

Ende 2021 wurde das KameragehĂ€use Sony α7 IV angeboten. Als Innovation wurde die Funktion "Focus Breathing Compensation" (zu Deutsch: "Kompensation des atmenden Fokus") eingefĂŒhrt, mit welcher die Variation des Abbildungsmaßstabs beim Einstellen der Entfernung mit geeigneten Objektiven ausgeglichen werden kann. Ferner können Monitor oder elektronischer Sucher optional eine transparente und farbige "Focus Map" anzeigen, anhand welcher erkannt werden kann, welche Bildbereiche in der SchĂ€rfeebene beziehungsweise davor oder dahinter liegen.[63]

Im Mai 2022 erweiterte Canon sein fĂŒr Vollformat-Objektive und-Bildsensoren entwickeltes Kamerasystem EOS R um zwei KameragehĂ€use (Canon EOS R7 und R10), die kleinere APS-C-Bildsensoren verwenden. Passend fĂŒr den kleineren Bildkreis wurden auch zwei RF-S-Zoomobjektive angeboten.[64]

Am 15. Juni 2022 gab der chinesische Fotodrohnen-Hersteller DJI bekannt, dem Vollformat-Kamerasystem der L-Allianz beigetreten zu sein.[65]

Im Juli 2023 traten das japanische Unternehmen Astrodesign und der sĂŒdkoreanische Objektivhersteller Samyang Optics der L-Bajonett-Allianz bei.[66]

Unterscheidungsmerkmale

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GrundsĂ€tzlich kann unterschieden werden, ob es sich um ein Spiegelreflexsystem mit optischem Sucher, ein System mit feststehendem teildurchlĂ€ssigem Spiegel mit optionalem elektronischem Sucher oder ein spiegelloses System mit optionalem optischen oder elektronischen Sucher handelt. Bedingt durch den mechanischen Aufbau unterscheiden sich diese Systeme im Auflagemaß.

Ausnutzung des Bildkreises (blau) bei verschiedenen Bildseitenformaten (16:9 (grĂŒn), 3:2 (orange), 4:3 (blau)) mit gleicher Bilddiagonale. Die Bildpunkte in den Ecken des Multi-Aspect-Bildsensors außerhalb des Bildkreises (der graue Kreis entspricht der Bildsensordiagonale) werden in der Regel nicht verwendet.

Weitere Unterscheidungsmerkmale ergeben sich durch die GrĂ¶ĂŸe und das BildseitenverhĂ€ltnis des Bildsensors. Die Bilddiagonale des Bildsensors darf hierbei höchstens so groß sein wie der Bildkreisdurchmesser der dazugehörigen Objektive. Die meisten digitalen Kamerasysteme arbeiten mit Bildsensoren mit dem rechteckigen BildseitenverhĂ€ltnis 3:2 (wie beim Kleinbildformat), es gibt aber auch einige mit dem BildseitenverhĂ€ltnis 4:3. Bei vielen Systemen kann ĂŒber die Firmware durch Beschnitt der Bildkanten auch ein abweichendes BildseitenverhĂ€ltnis mit entsprechend verminderter Bilddiagonale eingestellt werden. Mit Hilfe von Multi-Aspect-Bildsensoren, die etwas grĂ¶ĂŸer sind als der fĂŒr das Kamerasystem spezifizierte Bildkreis, können durch variables Auslesen der Bildsensorbereiche verschiedene BildseitenverhĂ€ltnisse gewĂ€hlt werden, ohne dass sich die Bilddiagonale dabei verĂ€ndert. Aus der effektiven Bilddiagonale ergeben sich dann entsprechend die Normalbrennweite und der Formatfaktor des Systems.

BildsensorgrĂ¶ĂŸenklasse Normalbrennweite Formatfaktor BildseitenverhĂ€ltnis
Nikon 118,5 mm2.73:2
Micro Four Thirds25 mm2.04:3, Multi-Aspect
APS-C31-33 mm1.5-1.63:2
Vollformat50 mm1.03:2
Mittelformat≈63 mm≈0.84:3 (Fujifilm GFX / Hasselblad X)
3:2 (Leica S)

Die Anzahl, Art, Ausstattung und KompatibilitĂ€t von Objektiven ist in fĂŒr die verschiedenen handelsĂŒblichen Kamerasysteme unterschiedlich. Neben den Bildwinkeln, die durch die Brennweite und die BildgrĂ¶ĂŸe bestimmt sind, kann hierbei zwischen Festbrennweiten und Zoomobjektiven oder zwischen lichtstarken und lichtschwachen Objektiven sowie zwischen Objektiven mit und ohne Autofokus-Funktion unterschieden werden. Ferner gibt es Objektive fĂŒr bestimmte Einsatzzwecke, die beispielsweise wetterfest, mit einem Bildstabilisator oder einem motorischen Zoom ausgestattet, oder fĂŒr Nahaufnahmen (Makroobjektiv) oder fĂŒr extrem große Bildwinkel (Fischaugenobjektiv) geeignet sind.

Hat ein bestimmtes Kamerasystem ein kleineres Auflagemaß als ein anderes, können Objektive des anderen Kamerasystems mit Hilfe eines Objektivadapters angepasst werden, der die Differenz der Auflagemaße ausgleicht.[67] Mit Telekompressoren können Objektive mit großem Bildkreis unter Beibehaltung des Bildwinkels auf kleinere Bildkreise adaptiert werden.

Vergleich verschiedener BildgrĂ¶ĂŸen

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Zum Zusammenhang zwischen BildgrĂ¶ĂŸe und Bildweite bei einer reellen Abbildung mit einer Sammellinse mit konstanter Öffnungsweite und konstantem Bildwinkel

Äquivalente Brennweiten erzeugen in den zu vergleichenden Kamerasystemen Bilder mit dem gleichen Bildwinkel , und sie hĂ€ngen vom Bildkreisdurchmesser und somit von der Bildsensordiagonale ab. Die Normalbrennweite erzeugt ein Bild mit einem Bildwinkel von rund 47°, und sie ist um zirka 16 Prozent grĂ¶ĂŸer als der jeweils verwendete Bildkreisdurchmesser. KĂŒrzere Brennweiten erzeugen weitwinklige Aufnahmen mit grĂ¶ĂŸerem Bildwinkel und lĂ€ngere Brennweiten erzeugen teleskopische Aufnahmen mit kleinerem Bildwinkel.

Bei der gleichen Öffnungsweite und gleichem Bildwinkel ergibt sich bei allen Kamerasystemen die gleiche SchĂ€rfentiefe und die gleiche relative BeugungsunschĂ€rfe. Dies bedeutet, dass die Ă€quivalente Blendenzahl im gleichen Maße kleiner oder grĂ¶ĂŸer ist wie die Ă€quivalente Brennweite.

Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich im Objektiv der gleiche Lichtstrom und je kleiner die BildsensorflĂ€che ist, desto grĂ¶ĂŸer ist daher die Ă€quivalente BeleuchtungsstĂ€rke in der Bildebene. Gleichzeitig ist wegen der kleineren Bildweite und des somit grĂ¶ĂŸeren Raumwinkels, der durch den grĂ¶ĂŸeren bildseitigen Öffnungswinkel des Objektivs erfasst wird, die Ă€quivalente photometrische LichtstĂ€rke in der Bildebene kleiner. Auf dem Bildsensor resultiert daher bei allen Kamerasystemen fĂŒr die Aufnahmen die gleiche Leuchtdichte und somit auch der gleiche Belichtungswert.

Bei einer kleineren Ă€quivalenten Blendenzahl muss die fotografische Abbildung bei gleichem Belichtungsindex (ISO-Lichtempfindlichkeit) mit einer kĂŒrzeren Ă€quivalenten Belichtungszeit beziehungsweise bei gleicher Belichtungszeit mit einem kleineren Ă€quivalenten Belichtungsindex aufgenommen werden und umgekehrt. Bei Ă€quivalentem Belichtungsindex sind die motivbedingte BewegungsunschĂ€rfe respektive die kamerabedingte VerwacklungsunschĂ€rfe der Aufnahmen demzufolge gleich. Ferner ergibt sich auch dieselbe erforderliche Leitzahl fĂŒr Blitzlichtaufnahmen.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft einige Ă€quivalente Bildparameter fĂŒr einige gĂ€ngige digitale Bildsensorformate, bei denen die fotografische Bildgestaltung identisch ist: Ferner ist angegeben, wie um welche LĂ€nge die Bildebene aus der Brennebene verschoben werden muss, um ein Objekt in einem Meter Objektweite bei Normalbrennweite scharfzustellen.[68]

Bildsensor-
grĂ¶ĂŸenklasse
Brennweite bei
Weitwinkelaufnahme
(diagonaler Bild-
winkel ≈ 75°)
Brennweite bei
Normalwinkelaufnahme
(diagonaler Bild-
winkel ≈ 47°)
Brennweite bei
Teleaufnahme
(diagonaler Bild-
winkel ≈ 29°)
Blendenzahl bei
gleicher SchÀrfentiefe
und gleicher relativer
BeugungsunschÀrfe
Belichtungsindex
(ISO-Wert) bei gleicher
SchÀrfentiefe, Beugungs-
und BewegungsunschÀrfe
Stellweg im Bildraum in mm
bei der Scharfstellung
von unendlich auf
ein Meter im Objektraum
Nikon 110 mm18,5 mm31 mm1,71000,33
Micro Four Thirds14 mm25 mm42,5 mm2,42000,64
APS-C18 mm33 mm57 mm3,24001,1
Vollformat28 mm50 mm85 mm4.88002,6
Mittelformat36 mm63 mm108 mm5.614404,1

Je grĂ¶ĂŸer der Stellweg fĂŒr die Scharfstellung ist, desto mehr Energie und Zeit ist bei der mechanischen Verschiebung der optischen Komponenten im Bildraum erforderlich. Gleichzeitig ist allerdings die fĂŒr einen maximalen Fokussierungsfehler geforderte PrĂ€zision der Scharfstellung bei grĂ¶ĂŸeren Bildsensoren geringer.[69]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Next Generation: Wandel in der Aufnahmetechnik, film-tv-video.de, News - Reports, 9. Juni 2010, abgerufen am 26. Dezember 2015
  2. ↑ Richard Butler: A distorted view? In-camera distortion correction, dpreview.com, 2. September 2011, abgerufen am 26. Dezember 2015
  3. ↑ Lenses and Geometrical Optics - Common Optical Defects in Lens Systems (Aberrations) | Olympus LS. Abgerufen am 15. Februar 2021.
  4. ↑ Nikon stellt mit der neuen Snapbridge-KonnektivitĂ€t die Kamera ins Zentrum der Personal Devices, Pressemitteilung, Nikon, 5. Januar 2016, abgerufen am 23. April 2016
  5. ↑ Nikon mit SnapBridge: Bluetooth besser abschalten, test.de vom 15. August 2017, abgerufen am 5. September 2017
  6. ↑ Kamera-Apps und Datenschutz: Yi funkt persönliche Daten nach China, test.de vom 5. September 2017, abgerufen am 5. September 2017
  7. ↑ Phil Askey: Canon EOS-D30 Review, dpreview vom Oktober 2000, abgerufen am 5. November 2015
  8. ↑ Karl Stechl: Samsung GX-1L/GX-1S, pc-magazin.de vom 9. Januar 2008, abgerufen am 5. November 2015
  9. ↑ DigitalrĂŒckteil fĂŒr Leica R8 und R9: Scharfe Bilder wie noch nie, test.de vom 23. Januar 2006, abgerufen am 7. November 2015
  10. ↑ Kamera Pentax K-1: Spiegelreflexkamera fĂŒr hohe AnsprĂŒche, test.de vom 3. August 2016, abgerufen am 4. November 2018
  11. ↑ Andreas Donath: Sigma will Kamera mit Foveon-Vollbildsensor bauen, golem.de vom 27. September 2018, abgerufen am 3. Oktober 2018
  12. ↑ Digitale Messsucherkamera Epson R-D1: ZurĂŒck zu den Wurzeln? (Memento des Originals vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., test.de vom 26. Mai 2005, abgerufen am 5. November 2015
  13. ↑ Hans-JĂŒrgen Kuc: Auf den Spuren der Contax. Band II. 2. Auflage, 266 Seiten, Wittig Fachbuchverlag, 2003, ISBN 3930359340, Seite 253–257
  14. ↑ Panasonic Lumix DMC-L1, test.de vom 16. November 2006, abgerufen am 26. Dezember 2015
  15. ↑ Heico Neumeyer: Rubrik: Aufnahmeeinstellungen Neue Perspektiven mit dem Schwenkmonitor, digitalkamera.de vom 8. Oktober 2007, abgerufen am 27. Juni 2018
  16. ↑ Leica S system specifications. In: dpreview.com. 16. August 2009, abgerufen am 29. Januar 2023.
  17. ↑ Produktion der letzten Four-Thirds-Objektive eingestellt, dcamera.de vom 1. April 2017, abgerufen am 3. Oktober 2018
  18. ↑ Systemkamera Panasonic Lumix G1: Meilenstein der Fototechnik, test.de vom 6. Februar 2009, abgerufen am 5. November 2015
  19. ↑ Olympus Pen E-P1, digitalkamera.de, abgerufen am 5. November 2015
  20. ↑ Richard Butler: A distorted view? In-camera distortion correction, dpreview.com, 2. September 2011, abgerufen am 23. Januar 2016
  21. ↑ Michael Ludwig: Baukasten-Kamera (Memento des Originals vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., chip.de vom 19. Januar 2010, abgerufen am 5. November 2015
  22. ↑ Lori Grunin und Stefan Möllenhoff: Panasonic Lumix DMC-G2 im Test: erste Wechselobjektiv-Kamera mit Touchscreen (Memento des Originals vom 27. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., cnet.de vom 28. April 2010, abgerufen am 27. Juni 2018
  23. ↑ Ein Nachruf – Nikon 1 System wird eingestellt, digitalkamera.de vom 1. August 2017, abgerufen am 17. November 2019
  24. ↑ Liste der eingestellten Modelle, Nikon 2018, abgerufen am 17. November 2019
  25. 1 2 3 Andy Westlake: The rise of mirrorless compact system cameras, Amateur Photographer, 15. September 2016, abgerufen am 20. September 2016
  26. ↑ Sony announces 16.1MP NEX-5R with Fast Hybrid AF, WiFi and downloadable apps, engadget vom 29. August 2012, abgerufen am 9. Februar 2018
  27. ↑ Leif BĂ€rler: Sony Alpha und NEX: Alle Systemkameras im Test, pc-magazin.de von 27. Oktober 2013, abgerufen am 5. November 2015
  28. ↑ Systemkamera von Nikon – Stoßfest, wasserdicht, aber nur mittelmĂ€ĂŸige Bilder (Memento des Originals vom 29. September 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., test.de vom 15. Dezember 2013, abgerufen am 21. November 2019
  29. ↑ 10 Jahre Micro Four Thirds - Vom Beginn bis zur Gegenwart (Teil 2), dkamera.de vom 7. August 2018, abgerufen am 2. Dezember 2020
  30. ↑ Leica T: Edel-Systemkamera im Test, computerbild.de vom 14. Juni 2014, abgerufen am 5. November 2015
  31. ↑ Christoph Jehle: Leica SL: Spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor, heise.de vom 20. Oktober 2015, abgerufen am 5. November 2015
  32. ↑ Olympus OM-D E-M5 Mark II: Systemkamera mit Gimmick fĂŒr Posterfreunde (Memento des Originals vom 17. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., test.de vom 17. Juni 2015, abgerufen am 31. Dezember 2017
  33. ↑ Benjamin Kirchheim: Vor- und Nachteile von Sensor- und Objektiv-Bildstabilisatoren, digitalkamera.de vom 7. MĂ€rz 2016, abgerufen am 24. Juni 2017
  34. ↑ DJI – weltweit erste Micro-Four-Third Kamera fĂŒr kommerzielle Luftbildaufnahmen, presseportal vom 11. September 2015, abgerufen am 14. September 2015
  35. ↑ Jan-Markus Rupprecht: Yuneec CGO4 Micro-Four-Thirds-Kamera fĂŒr H920 Hexakopter vorgestellt, digitaleyes.de, 12. November 2015, abgerufen am 28. Dezember 2015
  36. ↑ Samsung zieht sich aus dem deutschen Markt zurĂŒck, test.de, 10. Dezember 2015, abgerufen am 28. MĂ€rz 2016
  37. ↑ X System X1D-50c (Memento des Originals vom 22. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., hasselblad.com, abgerufen am 22. Juni 2016
  38. ↑ Fujifilm lanciert das Mittelformat GFX System mit der Fujifilm GFX 50S, fotointern.ch vom 19. September 2016, abgerufen am 20. September 2016
  39. ↑ Sophia Zimmermann: sd Quattro: Erster Eindruck von Sigmas spiegelloser Systemkamera, heise.de vom 12. August 2016, abgerufen am 7. Januar 2017
  40. ↑ Thomas Probst und Moritz Wanke: Olympus OM-D E-M1 Mark II: Die schnellste DSLM (Memento des Originals vom 6. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., chip.de vom 2. Dezember 2016, abgerufen am 1. September 2018
  41. ↑ FototippKleine Dinge knackscharf ins Bild holen, test.de vom 23. November 2016, abgerufen am 21. November 2019
  42. ↑ Moritz Wanke: Panasonic Lumix GH5 im Praxis-Test: Power-DSLM mit 6K ausprobiert (Memento des Originals vom 7. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., chip.de vom 4. Januar 2017, abgerufen am 7. Januar 2017
  43. 1 2 Martin Vieten: Kurz ausprobiert: Sony Alpha 9, photoscala vom 1. Mai 2017, abgerufen am 30. Dezember 2017
  44. ↑ Luca Diggelmann: Test: Panasonic Lumix G9, PCtipp vom 18. Dezember 2017, abgerufen am 30. Dezember 2017
  45. ↑ Panasonic Lumix GH5S Body (Memento des Originals vom 12. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., AVS Nordic, abgerufen am 8. Juni 2018
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  47. ↑ Produktliste spiegellose Kameras (alte Produkte), Nikon Corporation / Nikon Imaging Japan Inc, abgerufen am 31. August 2018
  48. ↑ Z-Series – spiegellos neu definiert, Nikon, abgerufen am 31. August 2018
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  50. ↑ L-Mount – Das Objektivbajonett, Homepage der L-Bajonett-Allianz, abgerufen am 1. Oktober 2018
  51. ↑ Panasonic S1 und S1R - Was taugen die neuen Profi-Systemkameras?, test.de vom 14. Juni 2019, abgerufen am 26. Februar 2020
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  59. ↑ EOS R3 mit Eye Control AF | ProfiFoto. 14. April 2021, abgerufen am 13. Oktober 2021 (deutsch).
  60. ↑ Über den Autor Redaktion photoscala: Panasonic prĂ€sentiert: Leica DG Vario-Summilux 1.7 / 25-50mm fĂŒr MFT. In: photoscala. 8. Juli 2021, abgerufen am 13. Oktober 2021 (deutsch).
  61. ↑ Golem.de: IT-News fĂŒr Profis. Abgerufen am 13. Oktober 2021.
  62. ↑ Sam Byford: Canon’s new dual-fisheye EOS R lens is for creating 3D VR content. 6. Oktober 2021, abgerufen am 13. Oktober 2021 (englisch).
  63. ↑ Sony Alpha 7 IV full-frame hybrid camera. Abgerufen am 8. Dezember 2021 (englisch).
  64. ↑ Canon stellt EOS R7 und EOS R10 sowie RF-S Objektive vor - leistungsstarke APS-C-Neuheiten fĂŒrs spiegellose EOS R System. In: www.canon.de. Canon, 24. Mai 2022, abgerufen am 28. Mai 2022.
  65. ↑ DJI PRO’s Newest Products Give Creators Bold New Tools That Set Up Faster, Operate More Easily, Connect Seamlessly and Transmit for Miles - DJI. Abgerufen am 16. Juni 2022 (englisch).
  66. ↑ ASTRODESIGN und SAMYANG treten der L-Mount Allianz bei. Abgerufen am 24. Juli 2023 (deutsch).
  67. ↑ Digitalkameras: Alte Objektive auf modernen Kameras, test.de vom 21. MĂ€rz 2013, abgerufen am 8. Juni 2018
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  69. ↑ Äquivalenter Fokussierungsfehler, Wikibook Digitale bildgebende Verfahren, Kapitel Bildaufnahme, abgerufen am 1. Dezember 2017