Exterozeption
Die Exterozeption (von lateinisch exter âauĂen befindlichâ und recipere âaufnehmenâ) beschreibt die AuĂenwahrnehmung von Lebewesen (wie zum Beispiel die KörperoberflĂ€chenwahrnehmung, das heiĂt die OberflĂ€chensensibilitĂ€t). Die Wahrnehmung aus und von eigenen Körperabschnitten wird als Interozeption bezeichnet. Exterozeption beschrĂ€nkt sich nicht nur auf durch Umweltreize erregte Mechanorezeptoren, Schmerz- oder Warm-Kaltrezeptoren, sondern umfasst auch die Sinnesphysiologie wie z. B. die Erregung von Photorezeptoren, also die Aufnahme und Verarbeitung aller von auĂen kommenden mechanischen, thermischen, optischen, akustischen, olfaktiven und gustativen Reize. Dadurch kommt es teilweise zu einer Ăberschneidung mit den Begriffen der OberflĂ€chensensibilitĂ€t und TiefensensibilitĂ€t, die man mit demselben Recht auch zur Propriozeption zĂ€hlen darf, da nicht nur Ă€uĂere Reize, sondern auch innere Reize zu ihrer Aktivierung fĂŒhren.[1]
Seit Charles Scott Sherrington (1857â1952) werden Rezeptoren als Intero- und Exterozeptoren unterschieden. Aus vorstehenden GrĂŒnden erschien es ratsam, Exterozeptoren und Propriozeptoren als Somatozeptoren zusammenzufassen. Diesen wĂ€ren die Viszerozeptoren gegenĂŒberzustellen als Rezeptoren der Eingeweide. Diese Einteilungen weisen durchaus SchwĂ€chen auf.[2]
Die OberflÀchensensibilitÀt wird nach physiologischen und anatomischen Kriterien unterteilt in:
- Epikritische SensibilitĂ€t: Wahrnehmung feiner BerĂŒhrung, von Vibration und Druck; Zwei-Punktediskrimination. Sie wird dem Gehirn ĂŒber die Hinterstrangbahnen Fasciculus gracilis und den Fasciculus cuneatus zugeleitet.
- Protopathische Wahrnehmung: Schmerz- und Temperaturwahrnehmung. Diese wird dem Gehirn ĂŒber den Vorderseitenstrang bestehend aus Tractus spinothalamici anterior et laterales (siehe RĂŒckenmark, Zentraler Schmerz) zugeleitet.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tastsinn (Taktile Wahrnehmung)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Stichworte exterozeptiv und Exterozeption in Norbert Boss (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin. Hoffmann-La Roche AG und Urban & Schwarzenberg, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-541-13191-8, S. 543.
- â Hermann Rein und Max Schneider: Physiologie des Menschen. 15. Auflage. Springer, Berlin 1964, S. 650.