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Ferrari 365 California Spyder

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Ferrari
Bild
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Ferrari 365 California
365 California
Produktionszeitraum 1966–1967
Klasse Sportwagen
Karosserieversionen Cabriolet
Motoren Ottomotor:
4,4 Liter
(320 PS)
LÀnge 4900 mm
Breite 1780 mm
Höhe 1330 mm
Radstand 2650 mm
Leergewicht 1350 kg
VorgÀngermodell Ferrari 500 Superfast

Der Ferrari 365 California Spyder ist ein 1966 und 1967 produzierter offener Sportwagen, der zur Modellfamilie Ferrari 365 gehört. Seine Bezeichnung leitet sich, wie seinerzeit bei den Ferrari-Straßenmodellen ĂŒblich, vom Hubraum eines einzelnen Zylinders (rund 365 cmÂł) des Zwölfzylindermotors ab. Der 365 California war das erste und zugleich exklusivste Mitglied dieser weit gefĂ€cherten Modellfamilie und gilt als letzter Kleinserien-Ferrari mit Frontmotor.[1]

Entstehungsgeschichte

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Seit den 1950er-Jahren produzierte Ferrari neben den reinen Rennsportfahrzeugen und den regulĂ€ren Straßensportwagen regelmĂ€ĂŸig in kleiner StĂŒckzahl auch sehr teure und luxuriöse Oberklassemodelle, die nicht auf den Motorsport, sondern auf eine „elitĂ€re Kundschaft“[1] vor allem in Nordamerika zugeschnitten waren. Diese Tradition begann 1952 mit dem 342 America. Ab 1964 nahm das von Pininfarina gestaltete CoupĂ© 500 Superfast diese Rolle ein, das mit seinem 5,0 Liter großen und fast 400 PS starken 12-Zylinder-V-Motor der schnellste Gran Turismo seiner Zeit war. Er war etwa doppelt so teuer wie ein Rolls-Royce Silver Cloud.[2] Die Produktion des 500 Superfast endete 1966, nachdem insgesamt 37 Exemplare hergestellt worden waren. Als Nachfolger[3] gilt der 365 California, der auf dem Genfer Auto-Salon im MĂ€rz 1966 vorgestellt wurde.[2] Seine Bezeichnung nahm auf den von 1957 bis 1963 gefertigten 250 GT Spyder California Bezug, der eine Ă€hnliche Rolle im Ferrari-Programm gespielt hatte; eine technische oder stilistische Verwandtschaft zwischen dem 250 GT California und dem 365 California bestand allerdings nicht.[3]

Modellbeschreibung

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Der Ferrari 365 California hatte – mit Ausnahme des (einzigen) Prototyps – das technisch unverĂ€nderte Chassis des 500 Superfast (Tipo 598), das seinerseits auf das Fahrwerk des 330 GT 2+2 zurĂŒckzufĂŒhren ist.[3] Die VorderrĂ€der waren einzeln an ungleich langen Doppelquerlenkern mit Schraubenfedern aufgehĂ€ngt. Hinten baute Ferrari eine Starrachse an Halbelliptikfedern mit zusĂ€tzlichen LĂ€ngslenkern und Schraubenfedern ein.n[4] Vorn und hinten gab es hydraulische TeleskopstoßdĂ€mpfer.[1] Insbesondere die hintere Starrachse wurde bereits bei der PrĂ€sentation des Autos als veraltet kritisiert.[2]

Die Karosserie des 365 California wurde, wie seinerzeit bei Ferrari ĂŒblich, bei Pininfarina entworfen. Die Front stammte – mit Ausnahme der zusĂ€tzlichen Klappscheinwerfer – vom 500 Superfast. AusfĂŒhrender Designer war Tom Tjaarda.[5] Sein Entwurf wurde uneinheitlich aufgenommen. Teilweise wird die Karosserie als formvollendet beschrieben,[3] wĂ€hrend andere das Styling fĂŒr unausgewogen halten und eine „merkwĂŒrdige Mischung aus Kurven und Linien“ kritisieren.[2] Der California hatte einige ungewöhnliche Designmerkmale. Hierzu gehören die funktionslosen seitlichen LĂŒftungsöffnungen, die ĂŒber die TĂŒren und die hinteren KotflĂŒgel reichen und in die die TĂŒrgriffe integriert waren, sowie die versenkbaren Nebelscheinwerfer. Das Arrangement der RĂŒcklichter, in dem eckige und runde Formen kombiniert wurden, griff Tjaardas Chevrolet Corvette Rondine sowie seinen Entwurf fĂŒr ein Lancia-Flaminia-CoupĂ© aus dem Jahr 1963 auf. Der flache Aufbau hatte große vordere und hintere ÜberhĂ€nge. Mit einer GesamtlĂ€nge von 4900 mm war er einer der lĂ€ngsten in Serie gefertigte Ferrari.

Der 365 California wurde von einem 4390 cmÂł großen V12-Motor angetrieben, der als Tipo 217B bezeichnet wird. In der Grundstruktur ging er auf eine Konstruktion von Gioacchino Colombo aus dem Jahr 1947 zurĂŒck. Ferrari hatte Colombos Zwölfzylinder fĂŒr die 1961 erschienene Modellfamilie 330 weitgehend ĂŒberarbeitet; insbesondere war unter Beibehaltung des Zylinderbankwinkels von 60 Grad der Motorblock neu konstruiert worden. Jener Tipo 209 genannte, 4,0 Liter große Motor wurde fĂŒr den 365 auf 4,4 Liter vergrĂ¶ĂŸert. Den Hubraumzuwachs erreichten die Ingenieure durch eine VergrĂ¶ĂŸerung der Bohrung von 77 auf 81 mm. Der Hub (71 mm) blieb unverĂ€ndert. Der Motor hatte eine obenliegende Nockenwelle fĂŒr jede Zylinderreihe und zwei Ventile pro Zylinder. Zur Gemischaufbereitung wurden drei Doppelvergaser von Weber (Typ 40DF) verwendet. Die Leistung des Motors wurde mit 320 PS angegeben.[1]

Die Produktionsgeschichte

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Insgesamt stellte Ferrari nur 14 Exemplare des 365 California her, davon einen Prototyp im Januar 1966 sowie in Kleinserie zwischen August 1966 und Oktober 1967 elf Links- und zwei Rechtslenker. Sie entstanden alle mit einem hohen Anteil an aufwendiger Handarbeit beim Karosseriebauunternehmen Pininfarina.[6]

Der Prototyp mit der Chassisnummer 8347 von Januar 1966

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Den ersten 365 California stellte Pininfarina Ende Januar 1966 fertig. Das linksgelenkte Fahrzeug erhielt die Ferrari-Chassisnummer 8347; Pininfarina selbst fĂŒhrte es unter seiner Auftragsnummer 99647. Dieser 365 California hatte die Funktion eines fahrbereiten, komplett ausgestatteten Prototyps und basierte als einziger auf einem Chassis Tipo 571, wie es Ferrari beim Gran-Turismo-CoupĂ© 330 GT 2+2 nutzte. Im MĂ€rz 1966 prĂ€sentierte Ferrari das Fahrzeug auf dem Genfer Auto-Salon; hierfĂŒr erhielt es eine neue Lackierung in einem dunkleren Nachtblau sowie eine Innenausstattung aus beigefarbenem Cord anstelle eines modischen Schwarz-Weiß-Stoffes.

Elf weitere Linkslenker 1966/67

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Die Resonanz auf das neue, offene Modell war derart positiv, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, dass Ferrari umgehend Pininfarina damit beauftragte, elf weitere Fahrzeuge des 365 California mit Linkslenkung herzustellen; dort erhielten sie die Auftragsnummern 99649 bis 99659. Allerdings konnte die Produktion aus zwei GrĂŒnden nicht sofort aufgenommen werden. Zum einen sollten die Serienfahrzeuge auf dem etwas moderneren Fahrgestell Tipo 598 aufgebaut werden, wie es Ferrari fĂŒr das ebenfalls bei Pininfarina in weitgehender Handarbeit gebaute Spitzenmodell 500 Superfast nutzte; hieraus ergaben sich kleinere konstruktive Änderungen gegenĂŒber dem Prototyp. Ferner sollten die zuvor erteilten Pininfarina-AuftrĂ€ge abgearbeitet werden; so entstanden zunĂ€chst die letzten fĂŒnf Superfast-CoupĂ©s von insgesamt 37 seit 1964 beziehungsweise von zwölf Superfast-CoupĂ©s der Serie II ab 1965. Auch die Pininfarina-Auftragsnummer 99648 lag dazwischen, wohl einer der aufsehenerregenden Ferrari 365 P Tre Posti fĂŒr den Fiat-Chef Gianni Agnelli (Chassisnummer 8815GT) oder den US-amerikanischen Ferrari-Importeur und Rennstall-Besitzer Luigi Chinetti (Chassisnummer 8971GT).

Die elf Linkslenker stellte Pininfarina einzelstĂŒckweise fertig, darunter nur noch zwei 1966 (Chassisnummern 9127 Ende August und 9447 Mitte Oktober). Im Jahr 1967 folgten je einer im Februar und MĂ€rz (Chassisnummern 9631 und 9801), drei im April (Chassisnummern 9849, 9889 und 9935) sowie je einer im Mai, Juni, Juli und Oktober (Chassisnummern 10077, 10155, 10327 und 9615). Je nachdem, ob die Bestellung aus Kontinentaleuropa oder den Vereinigten Staaten kam, erhielten die Fahrzeuge eine entsprechende Ausstattung; sie unterschied sich im Detail bei der Fahrzeugbeleuchtung, der Instrumentierung am Armaturenbrett und gegebenenfalls bei den Nebenaggregaten am Motor.[6]

Zwei Rechtslenker 1967

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Rechtslenker waren zunĂ€chst nicht vorgesehen, da unklar war, ob fĂŒr das offene Modell ĂŒberhaupt ein Bedarf vor allem im Vereinigten Königreich bestehen wĂŒrde. TatsĂ€chlich gingen von dort zwei Bestellungen ein: So entstanden unter der Pininfarina-Auftragsnummer 99677 ebenfalls im Mai 1967 der zehnte Ferrari 365 California (mit der Chassisnummer 9985) sowie im gleichen Jahr der vierzehnte und damit letzte (mit der Chassisnummer 10369).[6]

Die einzelnen Fahrzeuge

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Soweit bekannt gilt heute (Stand: 2017) nur einer der vierzehn Ferrari 365 California als verschollen beziehungsweise zerstört. Die verbliebenen dreizehn sind inzwischen zumeist restauriert, teils im Concours-Zustand. Manche sind – zum Teil seit Jahrzehnten – fest in Sammlerhand, andere wurden in den letzten Jahren – teils wiederholt – als hochpreisige Anlageobjekte bei den namhaftesten Automobil-Auktionen versteigert.

  • Chassisnummer 8347: Ende Juli 1966 verkaufte Ferrari den Prototyp an einen bekannten italienischen Herausgeber. Er existiert bis heute in Privatbesitz, nacheinander in Italien, Belgien und wieder Italien. Aus dem Juni 2001 ist ein Verkaufsangebot von 780.000 US-Dollar bekannt.[7]
  • Chassisnummer 9127: Das zweite Fahrzeug ging mit hellblauer Metalliclackierung und elfenbeinfarbener Innenausstattung an den US-amerikanischen Ferrari-Importeur Luigi Chinetti und fand 1967 einen ersten KĂ€ufer. Von 1968 bis 2005 blieb es im Familienbesitz, zunĂ€chst mit dunkelblauer Lackierung und weinroter Innenausstattung, spĂ€ter außen dunkelrot und innen braun. In den 1990er-Jahren wurde es mehrfach zu Preisen von mindestens 595.000 US-Dollar angeboten. Im Jahr 2005 ersteigerte der indische Unternehmer Vijay Mallya, inzwischen bekannt als Formel-1-Rennstallbesitzer, das Cabriolet zum Preis von 736.000 Euro fĂŒr seine Fahrzeugsammlung.[8]
  • Chassisnummer 9447: Das dritte Fahrzeug mit hellroter Lackierung und hellbrauner Innenausstattung fand Ende 1966 einen italienischen KĂ€ufer; 1967 diente es als Ferrari-Ausstellungsfahrzeug auf dem Turiner Autosalon und wechselte spĂ€ter in die Vereinigten Staaten. Nach mehreren EigentĂŒmerwechseln und einer Restaurierung in Kalifornien 1980 ist es dauerhafter Sammlungsbestandteil des Thomas C. Crawford Auto Aviation Museums in Cleveland, Ohio.[9]
  • Chassisnummer 9615: Als viertes begonnen, wurde das Fahrzeug mit einer Lackierung in silber und einer Innenausstattung in schwarz erst im Oktober 1967 fertiggestellt und als einziges nach Spanien ausgeliefert. EmpfĂ€nger war Rafael LeĂłnidas Trujillo Martinez („Ramfis“ Trujillo), der im spanischen Exil lebende Sohn des 1961 bei einem Attentat getöteten Diktators der Dominikanischen Republik Rafael LeĂłnidas Trujillo Molina. Im Dezember 1969 stieß Trujillo mit seinem Ferrari nahe Madrid frontal mit dem Jaguar von Teresa BeltrĂĄn de Lis y Pidal, der Herzogin von Alburquerque zusammen. Sie starb noch vor Ort; Trujillo erlitt schwerste Gesichtsverletzungen und starb zehn Tage spĂ€ter an einer LungenentzĂŒndung. Das Ferrari-Wrack erwarben nacheinander zwei Briten, ehe es neu aufgebaut wurde. Nach einem weiteren EigentĂŒmerwechsel und einer Restaurierung durch den britischen Ferrari-Spezialisten Terry Hoyle ist das Fahrzeug seit 1987 im Eigentum eines britischen Ferrari-Sammlers. Das Cabriolet, das im Zuge der Restaurierung eine dunkelgrĂŒne Lackierung mit hellbrauner Innenausstattung erhalten hatte, hat inzwischen eine silbergraue Metalliclackierung mit schwarzem Interieur.[10]
Ferrari 365 California Spyder, Chassisnummer 9631
  • Chassisnummer 9631: Das im Februar 1967 fertiggestellte Fahrzeug diente im MĂ€rz als Ausstellungsfahrzeug beim Genfer Auto-Salon und im Folgemonat auf der New York International Auto Show. Nach mehreren Jahren im Dienst eines US-amerikanischen Leasing-Unternehmens war es in einem sehr schlechten Allgemeinzustand und stand 1971 bei einer Laufleistung von 56.000 Meilen fĂŒr 8500 US-Dollar zum Verkauf. Im Jahr 1976 blieb eine erste Vollrestaurierung wegen eines baldigen schweren Unfalls ohne dauerhaften Erfolg. Ein Ferrari-Sammler ließ den 365 California im Folgejahr bei Ferrari und Pininfarina in Italien restaurieren. Nach seinem Tod 2005 wurde das Fahrzeug, inzwischen im Concours-Zustand, mehrfach versteigert, zuletzt 2010 fĂŒr 880.000 US-Dollar. Der Spider hat heute wieder sein ursprĂŒngliches Aussehen mit einer Lackierung in Beigemetallic mit hellbrauner Innenausstattung. Mitte der 1970er-Jahre war er vorĂŒbergehend orange mit schwarzer Kunstleder-Ausstattung.[11]
  • Chassisnummer 9801: Das sechste Fahrzeug der Baureihe erhielt eine US-Ausstattung und diente ebenfalls als Ausstellungsfahrzeug auf der New York International Auto Show. Es ist wie das dritte hellrot, jedoch mit schwarzer Innenausstattung. Über den Ferrari-Importeur Chinetti ging es in US-amerikanischen Privatbesitz. Im Jahr 1985 bot ein Schweizer HĂ€ndler den 365 California fĂŒr 200.000 Schweizer Franken zum Kauf an. Seitdem ist er im Eigentum eines amerikanischen Sammlers, der ihn beim italienischen Spezialisten Allegretti in Modena vollstĂ€ndig restaurieren ließ.[12]
Ferrari 365 California Spyder, Chassisnummer 9849
  • Chassisnummer 9849: Auch das siebte Fahrzeug erhielt eine US-Ausstattung und wurde ĂŒber Chinetti nach New York City verkauft. Bis 2007 fand es in den USA mehrere neue EigentĂŒmer, ehe es ein Brite fĂŒr 728.000 Euro erwarb. Von 2010 bis 2016 gehörte der 365 California dem deutschen Unternehmer Alexander Rittweger in MĂŒnchen, Entwickler der Payback-Karten, der ihn schließlich unter anderem gegen einen Maserati 3500 GT Vignale Spyder tauschte. Das ursprĂŒnglich weiße Fahrzeug mit schwarzer Innenausstattung erhielt in den 1970er-Jahren wiederholt neue Lackierungen, ĂŒber grĂŒn zu weinrot, weiter zu silbergrau, dunkelblau und silber. Seit einer Restaurierung in den 1990er-Jahren war es außen schwarz und innen braun. Auf eine silberfarbene Lackierung mit schwarzer Innenausstattung folgte 2016 eine RĂŒckkehr zur ursprĂŒnglichen weißen Außenfarbe.[13]
  • Chassisnummer 9889: Das achte Fahrzeug erhielt eine Europa-Ausstattung und ging an die Familie eines italienischen Modemachers, wo es ĂŒber 34 Jahre blieb. Seit 2001 hatte es mehrere EigentĂŒmer in den Vereinigten Staaten. Dokumentiert ist ein Verkaufspreis von 410.000 US-Dollar im Jahr 2001 und ein Verkaufsangebot von 650.000 US-Dollar 2003. Wie von Beginn an ist das Cabrio in Hellblaumetallic lackiert und hat eine schwarze Innenausstattung.[14]
  • Chassisnummer 9935: Das neunte Fahrzeug erhielt eine US-Ausstattung und wurde wiederum ĂŒber Chinetti in den USA verkauft. Nach einem Jahr im Dienst eines Leasingunternehmens hatte es mehrere Besitzer in den USA, seit Mitte der 00er-Jahre einen im kanadischen Montreal. Markant ist die rote Lackierung mit weißer Innenausstattung und weißem Verdeck.[15]
  • Chassisnummer 9985: Das zehnte Fahrzeug war das erste mit Rechtslenkung und spezieller britischer Ausstattung. Ferrari lieferte es an den britischen Importeur Maranello Concessionaires unter Colonel Ronnie Hoare. Erst der vierte EigentĂŒmer, ein britischer Immobilienmakler, nutzte das Cabriolet ab 1969 fĂŒr lĂ€ngere Zeit, seit 1977 auf den Bahamas, und ließ ihn 1983 bis 1985 in Florida restaurieren. Dabei wurde es von Nachtblau auf Rot umlackiert und Teile der Innenausstattung wurden von Beige zu Schwarz geĂ€ndert. Seit 1986 gehört der 365 California einem Briten, der ihn zunĂ€chst nach Japan und 1989 zurĂŒck nach Großbritannien bringen ließ.[16]
Ferrari 365 California Spyder, Chassisnummer 10077
  • Chassisnummer 10077: Das elfte Fahrzeug erhielt eine US-Ausstattung, eine rubinrote Lackierung und hellbraune Innenausstattung. Seit seiner Auslieferung befindet es sich in den Vereinigten Staaten und ist seit den 1980er-Jahren Teil der Nethercutt Collection in San Sylmar in Kalifornien, die der US-amerikanische Unternehmer und Sammler Jack Boison Nethercutt (1913–2004) begrĂŒndet hat. Wiederholt wurde es bei namhaften Concours-Wettbewerben gezeigt.[17]
  • Chassisnummer 10327: Das vorletzte Fahrzeug wurde Ende Juli 1967 mit US-Ausstattung komplettiert und Anfang Oktober an seinen ersten Halter in Übersee ausgeliefert, vermutlich ĂŒber Chinetti. Rund elf Jahre lang gehörte es nacheinander zwei FĂŒhrungskrĂ€ften eines US-amerikanischen Elektronikkonzerns. Danach hatte der 365 California mehrfach wechselnde Eigner aus den USA, darunter ab 1999 fĂŒr mehrere Jahre den Schauspieler Charles Bronson. Von 1968 bis 94 fehlten dem Cabriolet wegen eines Unfalls mit anschließender Reparatur bei Chinetti die eigentlich typischen ausklappbaren Zusatzscheinwerfer in der Fahrzeugfront. Das ursprĂŒnglich hellrote Fahrzeug mit elfenbeinfarbener Innenausstattung erhielt zwischenzeitlich zunĂ€chst ein weißes, dann ein hellbraunes Interieur und schließlich eine weinrote Lackierung. FĂŒr 1990 ist ein Verkaufsangebot ĂŒber 1,5 Mio. US-Dollar dokumentiert, fĂŒr 1993 ein tatsĂ€chlicher Verkauf zum Preis von 346.000 Dollar. Auktionen 1999 vor und 2005 nach einer Restaurierung blieben mit Höchstgeboten von 500.000 und 550.000 Dollar erfolglos, da der vereinbarte Mindestpreis nicht erreicht wurde. Hingegen waren Versteigerungen 2007 mit einem Verkaufspreis von 1,375 Mio. US-Dollar und 2013 mit 2,97 Mio. Dollar erfolgreich. Die KĂ€ufer blieben bislang anonym.[19]
  • Chassisnummer 10369: Das vierzehnte und letzte Exemplar dieses Fahrzeugmodells wurde ebenfalls noch 1967 fertiggestellt und ausgeliefert. Es war metallicblau mit beigefarbenem Interieur sowie das zweite mit Rechtslenkung und spezieller britischer Ausstattung. KĂ€ufer war der Londoner Immobilienspekulant Harry Hyams; nach einem schweren Verkehrsunfall mit einem Armeelastwagen 1969 ließ Hyams das Fahrzeug im Folgejahr bei Pininfarina restaurieren und mit einem elektrischen Antrieb fĂŒr das Cabrioverdeck ausstatten. Es blieb bis 1999 im Familienbesitz und befand sich im Sommer dieses Jahres bei der Carrozzeria Zanasi in Italien. Über den weiteren Verbleib liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.[20]

Technische Daten

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Datenblatt Ferrari 365 California Spyder
Motor:12-Zylinder-V-Motor (Viertakt), Gabelwinkel 60°
Hubraum:4390 cm³
Bohrung × Hub:81 × 71 mm
Leistung bei 1/min:235 kW (320 PS) bei 6600
Max. Drehmoment bei 1/min: 377 Nm bei 5000
Verdichtung:8,8 : 1
Gemischaufbereitung:3 Fallstrom-Doppelvergaser Weber 40 DFI
Ventilsteuerung:Eine obenliegende Nockenwelle je Zylinderbank, Kette
KĂŒhlung:WasserkĂŒhlung
Getriebe:FĂŒnfganggetriebe, KnĂŒppelschaltung
RadaufhÀngung vorn:ungleich lange Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Stabilisator
RadaufhÀngung hinten:Starrachse an LÀngsblattfedern, zusÀtzlich LÀngslenker und Schraubenfedern
Bremsen:Scheibenbremsen vorn und hinten (Durchmesser 27,2/27,38 cm), BremskraftverstÀrker
Lenkung:Kugelumlauflenkung mit Servo[21]
Fahrgestell:Rohrrahmen aus Stahl
Karosserie:Aluminiumblech, nichttragend
Radstand:2650 mm
Spurweite vorn/hinten:1440/1470 mm
Abmessungen:4900 × 1780 × 1330 mm
Leergewicht:1320 kg
Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h
0–100 km/h:
Preis (DM):ca. 80.000 (1967)
  • Ulrich Bethschneider-Kieser: Gesichter in der Menge. Vergleich: Iso Rivolta IR 300 von 1964 kontra Ferrari 330 GT 2+2 von 1965. Motor Klassik, Heft 6/1991, S: 8 ff.
  • Matthias Braun, Ernst Fischer, Manfred Steinert, Alexander Franc Storz: Ferrari Straßen- und Rennsportwagen seit 1946, 1. Auflage Stuttgart 2006 (Motorbuch Verlag). ISBN 978-3-613-02651-3
  • Peter Braun, Gregor Schulz: Das große Ferrari-Handbuch. Alle Serien- und Rennfahrzeuge von 1947 bis heute, Heel Verlag, Königswinter, 2006, ISBN 3-89880-501-8
  • Godfrey Eaton: The Complete Ferrari. Cadogan Books, London 1985, ISBN 0-947754-10-5, S. 92f., 131–135, 140–150, 163/164, 353f.
  • Brian Laban: Ferrari. 1. Auflage 2006. London (Parragon Books). ISBN 1-40547-015-1.
  • David Lillywhite, Halwart Schrader: Klassische Automobile. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02552-3.
Commons: Ferrari 365 California – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Matthias Braun, Ernst Fischer, Manfred Steinert, Alexander Franc Storz: Ferrari Straßen- und Rennsportwagen seit 1946, 1. Auflage Stuttgart 2006 (Motorbuch Verlag). ISBN 978-3-613-02651-3, S. 147.
  2. 1 2 3 4 Brian Laban: Ferrari. 1. Auflage 2006. London (Parragon Books). ISBN 1-40547-015-1, S. 54.
  3. 1 2 3 4 Peter Braun, Gregor Schulz: Das große Ferrari-Handbuch. Alle Serien- und Rennfahrzeuge von 1947 bis heute, Heel Verlag, Königswinter, 2006, ISBN 3-89880-501-8, S. 71.
  4. ↑ http://auto.ferrari.com/en_EN/sports-cars-models/past-models/365-california/ Rear suspension live axle, radius arms, semi-elliptic springs, coil springs over telescopic shock absorbers
  5. ↑ Der Ferrari 365 California Spyder auf der Internetseite www.ultimatecarpage.com (abgerufen am 13. Juli 2017).
  6. 1 2 3 Der Ferrari 365 California Spyder auf dem Webportal barchetta.cc mit 14 Unterseiten, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  7. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 8347 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  8. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9127 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  9. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9447 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  10. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9615 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  11. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9631 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  12. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9801 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  13. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9849 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  14. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9889 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  15. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9935 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  16. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 9985 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 27. Juli 2017 (englisch).
  17. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 10077 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 15. September 2017 (englisch).
  18. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 10155 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 15. September 2017 (englisch).
  19. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 10327 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 15. September 2017 (englisch).
  20. ↑ Der Ferrari 365 California mit der Chassisnummer 10369 auf dem Webportal barchetta.cc, abgerufen am 15. September 2017 (englisch).
  21. ↑ http://auto.ferrari.com/en_EN/sports-cars-models/past-models/365-california/ Steering servo-assisted recirculating ball